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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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«Sir!«

Eigentlich war es keine Stimme, sondern nur ein halbersticktes, zitterndes Krächzen, was Jones und Morton gleichzeitig aufschauen ließ.

Das Gesicht des Empfangschefs war kreidebleich, während sein Blick unstet zwischen Indiana Jones und der Treppe pendelte. Er sah aus, als stünde er kurz davor, vom Schlag getroffen zu werden. Von seiner schier unerschütterlichen Ruhe und Selbstbeherrschung war keine Spur mehr geblieben. Seine Hände klammerten sich mit solcher Kraft an den Rand der Empfangstheke, daß es Morton nicht gewundert hätte, wenn Blut unter seinen Fingernägeln hervorgespritzt wäre, und in seinen Augen war etwas, das ihn an den Blick van Hes-lings erinnerte, als er ihm erstmals begegnet war.

«Sir!«wimmerte der Empfangschef noch einmal.»Was ist — «

«Mein Name ist Jones«, unterbrach ihn Jones.»Dr. Indiana Jones. Auf meinen Namen ist ein Zimmer reserviert, wenn ich mich nicht täusche.«

Mit dem freundlichsten Lächeln trat er an Morton vorbei an die Theke, griff in seine Jacke und zog eine Brieftasche hervor.

«Ich war ein bißchen besorgt, wissen Sie. Mein Freund und ich waren nicht sicher, ob Haustiere im Hilton-Hotel zugelassen sind. Aber wie ich sehe, dulden Sie ja auch Katzen. Da werden unsere Hunde sicher kein Problem sein.«

Morton konnte sich jetzt endgültig nicht mehr beherrschen. Abrupt drehte er sich herum, ballte die Hände zu Fäusten und biß sich heftig auf die Zunge, um wenigstens nicht laut loszulachen. Er hörte, wie der Empfangschef keuchend nach Atem rang und sinnlose Worte zu stammeln begann.

Als Jones ihn in freundlichem Tonfall um einen Füllfederhalter bat, um das Anmeldeformular für sich und Quinn auszufüllen, fiel der Mann in Ohnmacht.

«Gehe ich recht in der Annahme, daß das, was Sie sich gerade unten in der Empfangshalle geleistet haben, das ist, was Sie unter Diskretion verstehen?«

Brownings Stimme zitterte noch immer vor Wut, Morton konnte sich nicht erinnern, den sonst so ruhig und unscheinbar wirkenden Wissenschaftler jemals derart aufgebracht erlebt zu haben wie während der vergangenen halben Stunde. Browning war kurz nach Jones und Quinn im Hilton eingetroffen — fast im gleichen Moment wie die Polizeibeamten, die der Manager gerufen hatte, um Jones und den Eskimo samt ihrem Schlittengespann aus dem Hotel werfen zu lassen. Browning hatte mit wahren Engelszungen geredet, aber weder seine Überredungskunst noch sein Dienstausweis, der ihn als Beauftragten der US-Regierung identifizierte, hatten den Manager des Hil-ton davon abhalten können, mit Nachdruck darauf zu bestehen, daß er und (Originalzitat) die ganze Bande auf der Stelle das Hotel räumen und sich nicht wieder sehen lassen, bis die Hölle zufriert.

Schließlich war Browning zum Telefon gegangen und hatte eine Nummer gewählt. Morton hatte nicht erfahren, wen er angerufen hatte, aber Browning hatte den Hörer nach ein paar Augenblicken an den Manager weitergereicht, und das Gesicht des Mannes hatte auch noch das letzte bißchen Farbe verloren. Danach waren die beiden Polizisten ohne ein weiteres Wort verschwunden, und der Hotelmanager und sein noch immer schreckensbleicher Empfangschef hatten sich mit einem letzten eisigen Blick auf Dr. Browning zurückgezogen.

Seitdem waren dreißig Minuten vergangen.

Browning hatte zwanzig davon dazu benutzt, seiner Wut auf Dr. Jones, den Eskimo und ihre vierbeinigen Begleiter Luft zu machen und höchstpersönlich darüber zu wachen, daß das Hundegespann aus dem Hotel und an einen sicheren Ort gebracht wurde. Und die verbliebenen zehn, um Morton, Indiana Jones, die beiden Deutschen und die beiden dänischen Wissenschaftler wieder hier hinauf ins oberste Stockwerk des Hilton zu bugsieren.

Jetzt saßen sie in der Präsidentensuite des Hilton, und die Tatsache, daß sie noch nicht vollzählig waren — die Hälfte von Brownings kleiner Privatarmee suchte seit einer Viertelstunde nach Bates, hatte ihn aber noch nicht gefunden —, steigerte Brownings Wut noch mehr.

«Beruhigen Sie sich doch, Dr. Browning«, sagte Indiana Jones beinahe fröhlich. Er lümmelte in einem der kostbaren Louis-Seize-Sessel, hatte die Stiefel auf einen kleinen Glastisch gelegt, der unter ihrem Gewicht bedrohlich ächzte, und gab sich keine besondere Mühe, seine Schadenfreude zu verbergen.»Es ist ja nichts passiert. Und für den Schaden werde ich aufkommen.«

«Schaden! Schaden!« Browning fuchtelte mit den Händen in der Luft herum, als schlüge er nach einem imaginären Gegner.»Sie wissen ja nicht, was Sie da reden, Mann! Ich dachte, nach unserem Gespräch in Alaska hätten selbst Sie begriffen, daß das, was wir hier tun, geheim bleiben soll.«

«Ist es das denn nicht?«erkundigte sich Jones harmlos.

«Nicht mehr, nach Ihrem kleinen Kunststückchen da unten!«brüllte Browning. Sein Gesicht lief rot an, und an seinem Hals begann eine Ader zu pochen. Sein Aussehen ähnelte plötzlich dem des Empfangschefs, eine Sekunde, bevor er in Ohnmacht gefallen war.

Es klopfte. Browning fuhr wie von der Tarantel gestochen herum und brüllte mit vollem Stimmaufwand: »Herein!«

Ein schlanker, dunkelhaariger Mann in Jeans und einer blauen Steppjacke betrat das Zimmer.»Bates!«blaffte Browning ihn an.»Wie zuvorkommend von Ihnen, uns mit Ihrer Anwesenheit zu beehren.«

Bates warf ihm einen irritierten Blick zu, zuckte mit den Schultern und warf die Tür hinter sich ins Schloß. Browning starrte ihn wild an, und Morton räusperte sich übertrieben und hastig, bevor er abermals explodieren und seinen Zorn auf den Marineflieger abladen konnte.

«Vielleicht«, meinte er vorsichtig,»fangen wir jetzt an. Wir sind ja vollzählig.«

Browning blickte ihn wütend an, sagte aber zu Mortons Überraschung nichts mehr, sondern nickte nur und ließ sich in einen Stuhl fallen. Morton wartete, bis auch Bates Platz genommen hatte, dann räusperte er sich abermals und warf einen Blick in die Runde.

«Die meisten von uns haben sich ja in den letzten beiden Tagen schon miteinander bekannt gemacht«, begann er. Er deutete auf Jones.»Meine Herren, wenn ich Ihnen Dr. Indiana Jones vorstellen darf?«

Von Ludolf und sein rattengesichtiger Assistent nickten steif, während sich die beiden Dänen keine Mühe gaben, die Schadenfreude zu unterdrücken, mit der Jones’ Auftritt sie erfüllt hatte. Morton sah das gefährliche Glitzern in Brownings Augen und beeilte sich, mit der Vorstellung fortzufahren:

«Das sind Major von Ludolf und sein Assistent, Herr Loben«, sagte er, an Jones gewandt. Er deutete auf die beiden Dänen.»Professor Erikson und Dr. Baldurson. Gewissermaßen Kollegen von Ihnen, Dr. Jones.«

«Kollegen?«Jones blickte die beiden Wissenschaftler erstmals mit so etwas wie Interesse an.

«Sie sind von der dänischen Akademie der Wissenschaften in Kopenhagen hierhergeschickt worden«, sagte Morton.»Sie werden gleich erfahren, warum. «Er deutete auf Bates.»Mister Bates ist unser Pilot.«

«Pilot?«Jones runzelte die Stirn.»Ich dachte, wir unternehmen eine Schiffsreise.«

«Auch«, antwortete Morton ausweichend.»Aber es ist möglich, daß wir… ein Stück des Weges in der Luft zurücklegen müssen.«

Jones sagte nichts, aber die Formulierung — und erst recht das winzige, aber merkliche Stocken in Mortons Worten — schien ihm aufzufallen, denn er sah Morton einen Moment lang überrascht an, ehe er sich an Browning wandte:»Also gut«, sagte er.»Jetzt, wo wir die Formalitäten hinter uns gebracht haben und unter uns sind, können Sie vielleicht mit der Geheimniskrämerei aufhören. Was ist das für eine Expedition, die Sie planen?«

Browning hatte sich ein wenig beruhigt, während Morton Jones den übrigen Expeditionsteilnehmern vorstellte. Seine Stimme zitterte nicht mehr vor Zorn, aber der Blick, mit dem er Jones maß, war alles andere als freundlich.»Wir wissen noch nicht genau, wohin sie führen wird«, gab er zu.

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