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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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«Sie müssen völlig verrückt geworden sein«, sagte die Matrone empört.»Ich soll Cassiopeia an die Leine legen? Mein guter Mann — Cassiopeia ist eine Katze, kein tollwütiger Schäferhund!«

Cassiopeia fauchte zustimmend und zeigte dem Empfangschef zwei Reihen kleiner nadelspitzer Reißzähne.

Was diesen allerdings nicht sichtlich beeindruckte. Auch der Ausdruck auf seinem Gesicht änderte sich nicht; da war noch immer die unerschütterliche Höflichkeit, zu der nur Finanzbeamte und Angestellte teurer Restaurants fähig sind, aber seine Stimme klang sehr bestimmt, als er antwortete:»Ich bin wirklich untröstlich, gnädige Frau, aber die Anordnungen des Managers waren eindeutig.«

«Was ist das für ein Hotel, in dem man nicht einmal eine Katze mitbringen kann?«empörte sich die Dicke.»Sie tun ja so, als hätte Cassiopeia die Räude!«

«Natürlich nicht, Madam«, antwortete der Empfangschef und maß die Katze samt ihrer Besitzerin mit einem Blick, der Morton an den der Hexe aus Hänsel und Gretel erinnerte.»Sie können so viele Haustiere mitbringen, wie Sie wollen. Aber das Personal beschwert sich, und auch die übrigen Gäste fühlen sich belästigt. Erst gestern ist sie in die Küche gelaufen und hat einen anderthalbpfündigen Lachs weggeschnappt, und — «

«Wahrscheinlich hat sie Ratten und Mäuse gejagt«, sagte die Dicke spitz.»Vielleicht sollten Sie Ihre Küche etwas besser sauber halten.«

«— als der Koch versucht hat, sie einzufangen, hat sie ihn und zwei andere Männer gebissen«, fuhr der Empfangschef unbeeindruckt fort.»Ich bin untröstlich, aber Sie müssen das Tier anleinen oder es aus dem Hotel schaffen.«

«Ich werde mich beschweren!«verkündete die Matrone.»Sie können morgen in der Zeitung lesen, wie man im Hilton-Hotel mit seinen Gästen umspringt!«Und damit drückte sie Cassiopeia an sich, wandte sich mit einem Ruck ab und stampfte davon.

Morton grinste schadenfroh, als er sich an den Empfangschef wandte.»Vielleicht sollte man Cassy einen kleinen Spielgefährten besorgen«, schlug er vor.»Einen ausgewachsenen Wolfshund, zum Beispiel, oder einen Dobermann. Haben Sie öfter solche Gäste?«

«Manchmal, Sir«, seufzte der Empfangschef.»Viele Gäste bringen ihre Hunde oder auch Katzen mit, einmal hatten wir sogar — «

Kapitän Morton erfuhr nie, welche Haustiere außer Hunden und Katzen schon im Hilton-Hotel übernachtet hatten, denn in diesem Moment wurde die große zweiflügelige Eingangstür unsanft aufgestoßen, und in der Öffnung erschien ein heftig gestikulierender und rufender Page, gefolgt von genau dem, was Morton gerade als Spielgefährten für Cassiopeia vorgeschlagen hatte: einem ausgewachsenen Wildhund, genauer gesagt: acht Stück davon.

Sie waren in ein Geschirr aus breiten Lederriemen eingespannt, an dem zahllose kleine Glöckchen bimmelten, und zogen genau den Hundeschlitten hinter sich her, den Morton und Dr. Browning das letzte Mal vor zwei Wochen an einem Seitenarm des Yukon gesehen hatten! Und genau wie dort wurde er von einem sieben Fuß großen Eskimo und einem Mann in brauner Lederjacke und Filzhut gelenkt!

Der Unterkiefer des Empfangschefs klappte so weit nach unten, daß Morton fast die Hände ausgestreckt hätte, um ihn aufzufangen, und seine Augen quollen aus den Höhlen. Auf seinem Gesicht erschien ein Ausdruck absoluter Fassungslosigkeit.

Und dann ging alles unglaublich schnelclass="underline"

Noch während sich die Blicke aller Anwesenden dem Schlittengespann zuwandten, verharrte auch die dicke Frau mitten im Schritt und drehte sich neugierig herum. Cassiopeia stieß ein erschrockenes Kreischen aus, sprang mit einem fünf Fuß hohen Satz aus den Armen ihrer Besitzerin — wobei sie diese mit ausgefahrenen Krallen als Sprungschanze benutzte und tiefe, blutige Striemen in ihrer Haut hinterließ — und raste wie ein weißer Blitz, mit angelegten Ohren und steil aufgestelltem Schwanz, quer durch die Halle und die breite Treppe zur ersten Etage hinauf.

Und die Schlittenhunde drehten durch.

Die acht Tiere schossen gleichzeitig und mit solcher Geschwindigkeit los, daß Quinn und Dr. Jones regelrecht aus dem Schlitten hinauskatapultiert wurden und zu Boden stürzten — Quinn direkt in die Arme des bedauernswerten Portiers, der das Gespann vergeblich am Betreten des Hotels zu hindern versucht hatte, während Jones sich in der Luft überschlug und in einem Blumentopf mit einer Stechpalme landete, der unter seinem Aufprall zu Bruch ging.

Aber darauf achtete im Moment niemand.

Cassiopeia hatte die Treppe erreicht und sprang, immer zwei, drei Stufen auf einmal nehmend, nach oben, aber das Hundegespann war ihr dicht auf den Fersen. Unter gewaltigem Heulen, Gekläff und Gebell rasten die acht Eskimohunde quer durch die Empfangshalle des Hilton, wobei sie rücksichtslos Tische, Stühle, Gäste und Hotelpersonal über den Haufen rannten, die sich ihnen in den Weg stellten, und stürmten die Treppe hinauf. Der führerlose Schlitten folgte ihnen, wobei er wild auf und ab hüpfte.

Cassiopeia hatte mittlerweile die oberste Stufe erreicht und wandte sich nach links, um ihr Heil in einem der Gänge zu suchen, aber das Hundegespann war ihr dicht auf den Fersen. Das Kläffen, Jaulen und Bellen wurde leiser, aber dafür hob jetzt ein Chor menschlicher Schreie und ein ununterbrochenes Klirren und Scheppern an.

Quinn hatte sich endlich aus dem Griff des Portiers befreit und auf die Füße hochgerappelt. Lauthals in seiner Muttersprache nach den Hunden schreiend, raste er hinter dem Gespann her — wobei er kaum weniger Schaden anrichtete als die Tiere vor ihm. Ein Hotelangestellter, der versuchte, sich ihnen in den Weg zu stellen, schien im letzten Moment einzusehen, daß es ziemlich aussichtslos war, diese menschliche Lawine mit irgend etwas, das kleiner war als ein Schiffsgeschütz, aufhalten zu wollen, und brachte sich mit einem hastigen Sprung in Sicherheit.

Cassiopeias Frauchen war etwas weniger umsichtig.

«Oh, Sie Unmensch!«brüllte sie, wobei sie anklagend mit den blutig gekratzten Armen fuchtelte.»Wenn Ihre Ungeheuer meinem Baby etwas antun, dann bringe ich Sie dafür um!«

Mit zornbebender Brust warf sie sich auf Quinn und klammerte sich am Ärmel seines Pelzmantels fest.

Der Eskimo schien sie nicht einmal zu bemerken, denn er rannte einfach weiter, und die Dicke wurde von den Füßen gerissen und sieben, acht Meter weit mitgeschleift, ehe sie endlich auf die Idee kam loszulassen und unsanft zu Boden ging.

Quinn raste weiter, zertrümmerte ganz aus Versehen ein weiteres Tischchen und verschwand mit gewaltigen Sätzen und noch immer lauthals brüllend auf der Treppe.

Dr. Jones hatte sich aus den Trümmern des Blumentopfes befreit und zupfte gerade die letzten Blätter der Stechpalme aus seiner Kleidung, als Morton sich zu ihm herumdrehte. Als er ihn erkannte, huschte ein flüchtiges Lächeln über sein Gesicht.

«Hallo«, sagte Jones fröhlich.»Tut mir leid, daß wir zu spät kommen, aber der Verkehr in New York ist noch schlimmer geworden, seit ich das letzte Mal hier war.«

Morton mußte sich mit aller Kraft beherrschen, um nicht einfach herauszuplatzen. Quinns Stimme und das Gekläff der Hunde drangen noch immer aus dem ersten Stockwerk herab, und der Tumult, der das Ganze begleitete, war noch schlimmer geworden. Er fühlte sich hin und her gerissen zwischen Entsetzen und dem immer stärker werdenden Drang, einfach laut loszulachen. Und das spöttische Glitzern in Indiana Jones’ Augen machte ihm klar, daß es diesem nicht anders erging. Einen Moment lang überlegte er ernsthaft, ob Dr. Indiana Jones wirklich so kaltblütig war, wie er tat.

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