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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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Browning warf Morton einen Blick zu und deutete mit den Augen ein Nicken an. Sie hatten Zeit genug gehabt, sich über das zu unterhalten, was sie Dr. Jones sagen konnten und was nicht. Morton hatte sehr detaillierte Instruktionen, wieviel er preisgeben durfte.

«Es gibt eben nicht genug fähige Wissenschaftler auf Ihrem Gebiet, Dr. Jones«, sagte er.»Nicht für das, was wir vorhaben.«

«Und was ist das?«

«Es könnte gefährlich werden«, antwortete Morton ausweichend.»Nicht lebensgefährlich, aber anstrengend. Für die meisten Wissenschaftler entschieden zu anstrengend.«

«Für Archäologen nicht«, antwortete Jones.»Sie sind es gewohnt, in alten Ruinen herumzukriechen und auf Berge zu steigen.«

«Auch auf solche aus Eis?«fragte Morton,»die sich auf hoher See befinden?«

Indiana Jones’ linke Augenbraue rutschte ein Stück nach oben. Er sagte nichts.

Und Morton begann zu erzählen. Er berichtete Jones von der letzten Fahrt der POSEIDON, von dem Funkspruch, den sie aufgefangen hatten, und davon, daß es tatsächlich einen Überlebenden auf der treibenden Eisinsel gegeben hatte. Mehr nicht. Aber er flocht geschickt ein paar Andeutungen in seine Erzählung ein, aus denen klar hervorging, daß auf dieser Insel eben doch mehr als nur der Überlebende eines Schiffsunglücks gewesen war. Er redete gut fünf Minuten, und er brachte dabei das Kunststück fertig zu erzählen, ohne wirklich etwas zu sagen. Aber es gelang ihm immerhin, Dr. Jones’ Neugier weiter zu wecken.»Das ist alles, was ich Ihnen im Moment sagen kann und darf, Dr. Jones«, schloß er.»Aber ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß Dr. Browning nicht mit einer Silbe übertrieben hat. Was ich auf diesem Berg gesehen habe, das ist… unvorstellbar.«

«Und Sie können mir nicht verraten, was es war? Nur eine klitzekleine Andeutung?«

Morton schüttelte den Kopf, und Browning sagte:»Nein, hier sind zu viele Ohren, die mithören. Aber ich gebe Ihnen mein Wort als Wissenschaftler und Kollege, daß Sie es nicht bereuen werden.«

Jones überlegte eine ganze Weile, dann, zögernd und mit einem Ausdruck, der den Zwiespalt deutlich machte, in dem er sich immer noch befand, antwortete er:»Gut, ich glaube Ihnen.«

«Das heißt, Sie kommen mit?«

«Wenn das hier vorbei ist, ja.«

«Was meinen Sie damit: wenn das hier vorbei ist?«

Jones machte eine ausholende Handbewegung.»Das Rennen.«

Browning tauschte einen überraschten Blick mit Morton.»Sie meinen dieses Hunderennen?«

«Ein Huskyrennen«, korrigierte ihn Jones,»und es ist nicht irgendein Rennen, sondern es ist das Rennen.«

«Aber wir haben nicht viel…«begann Browning, wurde aber sofort von Jones unterbrochen, und zwar in einem Tonfall, der jeden Widerspruch von vornherein ausschloß.»Quinn und ich haben ein halbes Jahr trainiert, um an diesem Rennen teilzunehmen, Dr. Browning. Ich habe allein vier Monate gebraucht, um die Hunde zu finden und auszubilden. Wir sind seit neun Tagen unterwegs, und wir liegen bisher verdammt gut im Rennen. Ich denke nicht daran, das alles aufzugeben, nur weil Sie hier auftauchen und mir erzählen, daß Sie mir etwas sagen wollen, es aber nicht dürfen.«

Browning wirkte enttäuscht, aber er schien einzusehen, daß er alles erreicht hatte, was er erreichen konnte.

«Gut«, sagte er widerstrebend.»Und wie lange, schätzen Sie, wird es noch dauern?«

Jones zuckte mit den Schultern.»Fünf Tage, sechs, vielleicht auch zehn — und dazu kommt der Rückweg.«

Dr. Browning sah plötzlich sehr enttäuscht aus, aber er widersprach auch jetzt nicht.»Also gut«, sagte er seufzend.»Dann sagen wir insgesamt vierzehn Tage. Wäre Ihnen das recht?«

«Das müßte reichen, wenn nichts dazwischenkommt.«

«Was meinen Sie damit?«fragte Morton.

Jones blickte ihn beinahe verächtlich an.»Sie sind zum ersten Mal hier, wie?«

Morton nickte.

«Nun, etwas von dem, was dazwischenkommen könnte«, antwortete Jones betont,»haben Sie vor einer halben Stunde selbst erlebt. Aber in einem Land wie diesem ist einfach alles möglich. Ich schlage vor, Sie nehmen den guten Doktor und versuchen ihn in einem Stück und unbeschadet wieder nach Hause zu bringen, und ich melde mich bei Ihnen, sobald das hier vorbei ist. Ach ja«, fügte er hinzu.»Und da ist noch etwas.«

«Was?«erkundigte sich Morton mißtrauisch.

Jones hob die Hand und deutete auf den Eskimo auf der anderen Seite des Tisches, dann auf den Hund, dessen Kopf immer noch in seinem Schoß lag.»Quinn und meine Freunde hier werden mich begleiten«, sagte er.

«Quinn?«

Jones lächelte.»Darf ich vorstellen?«Jones zeigte mit einer zweiten übertriebenen Geste auf den Eskimo.»Mein Freund Quinn, auch Mighty Quinn genannt. Er ist der beste Schlittenführer, den Sie finden können. Und so ganz nebenbei hat er zwei Drittel seines Lebens im Eis verbracht. Sie sagten doch, daß es sich um einen Eisberg handelt, oder?«

Morton nickte. Ein wenig hilflos musterte er den hünenhaften Eskimo, der seinen Blick kühl erwiderte.»Das schon«, sagte er,»nur…«

«Er ist vertrauenswürdig«, sagte Jones.»Was immer wir dort finden werden, er wird zu niemandem auch nur eine Silbe reden, darauf gebe ich Ihnen mein Wort.«

Morton überlegte einen Moment. Vielleicht war Indiana Jones’ Vorschlag gar nicht so dumm. Wenn es jemanden gab, der sich mit Eisbergen auskannte, dann war das ganz gewiß ein Eskimo.

«Aber wozu die Hunde?«fragte er.

«Das ist ganz einfach«, erwiderte Jones.»Quinn geht nirgendwo ohne sein Gespann hin, und ich nirgendwo ohne Quinn. Also wir alle — oder keiner.«

Morton und Browning schwiegen eine ganze Weile, aber natürlich stimmten sie am Ende doch zu.

New York Hilton-Hotel

26. März 1939

Selbst nach einem guten halben Jahr fiel es Morton immer noch schwer, van Hesling unbefangen gegenüberzutreten. Sicher — die äußeren Umstände waren anders: Sie befanden sich nicht mehr auf einem Eisberg am Rande der Welt, sondern in einem der teuersten und vornehmsten Hotels der Stadt, und auch van Hesling selbst war kaum noch als der Mann wiederzuerkennen, der O’Shaugnessy und einen zweiten Mann der Besatzung getötet und Morton selbst und zwei weitere schwer verletzt hatte.

Der deutsche Wissenschaftler trug jetzt keinen eisverkrusteten Bärenfellmantel mehr, auf seinem Kopf thronte kein Hörnerhelm, und seine Hände spielten mit einem Bleistift, mit dem er sinnlose Muster und Wellenlinien auf ein Blatt Papier kritzelte, statt mit einer zweischneidigen Wikingeraxt.

Und er war auch kein bärtiger Hüne mehr, sondern ein menschliches Wrack.

In den Monaten, die vergangen waren, seit Morton und er sich das letzte Mal gesehen hatten, hatte er sich erholt. Sein Gesicht sah nicht mehr aus wie das eines Toten, den man zu begraben vergessen hat; das Flackern in seinen Augen war noch immer das eines Irrsinnigen, aber es entsprang nicht mehr dieser alles verzehrenden Mordlust; und er hatte sogar ein wenig zugenommen.

Aber von dem Mann, der Kapitän Morton in der Höhle auf Odinsland überfallen und um ein Haar getötet hätte, trennten ihn noch immer gut fünfzig Pfund Gewicht und — zumindest seinem Aussehen nach — ebenso viele Lebensjahre. Andererseits, dachte Morton, war es ein reines Wunder, daß van Hesling überhaupt noch am Leben war. Er hatte ihn mit an Bord der POSEIDON genommen, und Dr. Pauly hatte wirklich sein Bestes getan, um ihn irgendwie am Leben zu erhalten, bis sie Boston und damit ein gut ausgestattetes Krankenhaus erreichten. Schon daß er diese Reise überlebte, war an sich eine Unmöglichkeit gewesen, die er einzig seiner schier übermenschlichen Konstitution und Dr. Paulys ärztlichem Können verdankte. Aber niemand — Morton und die Ärzte im Bostoner Krankenhaus, die van Hesling in Empfang genommen hatten, eingeschlossen — hätte auch nur einen Pfifferling für das Leben des Verrückten gegeben.

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