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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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Nichts von alledem ließ Vater und mich näher zusammenrücken. Im Gegenteil. Er verleugnete die Diagnose fast so hartnäckig wie meine Mutter, nur direkter. Er fand wohl immer, er habe unter seiner Würde geheiratet, habe seinen Schwiegereltern in Nashua, New Hampshire, einen Gefallen getan, ihnen die launische und verstockte Tochter abzunehmen. Vielleicht hatte er ja erwartet, die Heirat würde sie bessern. Irrtum. Mutter hatte ihn enttäuscht — und er sie wohl auch. Doch er stellte nach wie vor hohe Anforderungen an sie. Er tadelte sie für jede irrationale Handlung, als sei sie zu moralischen und ethischen Urteilen fähig — was sie durchaus war, aber nur sporadisch. Also büßte die gute Mutter für die Sünden der schlechten. Die schlechte mochte verbittert und garstig sein, die gute konnte verschüchtert und zaghaft sein. Die gute Mutter konnte auf den Zustand der Bußfertigkeit reduziert werden, und Vater vollzog regelmäßig diese alchimistische Wandlung an ihr. Er schrie sie an, schlug sie manchmal, demütigte sie regelmäßig, derweil ich mich in meinem Zimmer verkroch und mir eine Welt vorgaukelte, in der es weder ihn noch die ungebetene Pseudo-Ma gab. Wo die gute Ma und ich ein zufriedenes Leben führten, so wie sie es zumindest einmal gewollt hatte, während mein Vater fortfuhr, sein irrationales Schattenweib an irgendeinem entlegenen Ort zu bekriegen — sagen wir, in einer Gefängniszelle oder in einem Irrenhaus.

Später, mit sechzehn und nachdem ich den Führerschein gemacht hatte, aber noch bevor sie in das Heim in Connecticut eingewiesen wurde, wo sie ihre letzten Jahre verbracht hat, da machte Vater mit uns einen Ausflug nach New York City. Er muss wohl geglaubt haben — wie verzweifelt muss er gewesen sein, um nach diesem Strohhalm zu greifen? —, dass ein Urlaub ihr gut tun würde, ihr »den Kopf durchpusten« würde, wie er gerne sagte. Also beluden wir den Wagen, ließen das Öl wechseln und den Tank füllen und machten uns wie eigensinnige Pilger auf den Weg. Mutter bestand darauf, die hintere Sitzbank für sich allein zu haben. Ich saß vorne, als Navigator, und blickte ab und zu über die Schulter, um Mutter anzuflehen, nicht an den Lippen zu pflücken, auf denen sich bereits Blut zeigte.

Ich habe nur zwei lebhafte Erinnerungen an das Wochenende in New York City.

Am Samstag besuchten wir die Freiheitsstatue, und mir ist, als sehe ich noch jede einzelne der blanken Stufen vor mir, die wir auf dem Weg zur Spitze erklimmen mussten. Ich erinnere mich an den widersprüchlichen Eindruck von Kleinheit und Größe, als wir oben waren, den Geruch nach Schweiß und heißem Kupfer in der windstillen Juliluft. Beim Anblick von Manhattan scheute Mutter zurück, ein leises Wehklagen auf den Lippen, derweil ich hingerissen zusah, wie die Seemöwen aufs Meer hinunterstießen. Ich nahm als Souvenir ein hohles, handgroßes Messingmodell der Freiheitsstatue mit nach Hause.

Und ich erinnere mich an den Morgen darauf, den Sonntagmorgen, als meine Mutter das Hotelzimmer verließ, während Vater noch duschte und ich unten im Korridor stand und die Softdrinkmaschine mit 25-Cent-Stücken fütterte. Als ich zurückkam und das Zimmer verwaist fand, bekam ich es mit der Angst, brachte es aber nicht fertig, Vater aus dem Bad zu holen, wohl weil ich noch mehr Angst vor seinen Vorwürfen hatte. Stattdessen schritt ich ein paarmal den roten Läufer im Korridor ab, vorbei an stummen Dienern und Wägelchen mit weißem Bettzeug, bevor ich mit dem Lift ins Foyer fuhr. Ich sah das dunkle Haar meiner Mutter, wie sie das Foyer durch die Drehtür verließ. Ich rief ihr nicht hinterher, weil das ein peinliches Aufsehen erregt hätte, rannte ihr stattdessen nach und hätte fast das Zeitungsregal vor dem Souvenirladen umgerissen. Doch bis ich aus der Drehtür und auf dem Gehsteig war, war sie nicht mehr zu sehen. Der rot gekleidete Pförtner blies auf seiner Pfeife, ich wusste nicht, warum, und dann sah ich sie auf der Bordsteinkante liegen und hörte sie stöhnen, während der Fahrer des Lieferwagens, der sie angefahren hatte (sie hatte beide Beine gebrochen), heraussprang und sich zitternd über sie beugte, die Augen weit aufgerissen, groß wie zwei Vollmonde. Und alles, was ich empfand, war eine brutale Eiseskälte.

Nach dem Wochenende in New York wurde Mutter in das Pflegeheim eingewiesen — das heißt, nachdem ihre Beine wieder geheilt waren (solange Mutter Gips trug, hatten sich die Ärzte des Central Mercy gezwungen gesehen, sie unter Haldol[19]. Das Wohnzimmer, in dem ich nun mit meinem Vater saß, hatte sich seither erstaunlich wenig verändert. Nicht, dass er Anstalten gemacht hätte, das Haus zu einem Schrein für Ma zu machen. Er hatte einfach nichts verändert. Er war gar nicht auf die Idee gekommen, etwas zu verändern.

»Ich hab 'nen Haufen Anrufe bekommen, immer ging es um dich. Dachte schon, du hättest 'ne Bank ausgeraubt.«

Die Vorhänge waren zugezogen. Es war eins von den Häusern, die nicht viel Licht hereinließen, egal was man dagegen tat. Auch die uralte Flurleuchte konnte die Düsternis nicht vertreiben.

Er saß in seinem abgenutzten grünen Lehnstuhl, atmete flach und wartete, dass ich etwas sagte.

»Es ging um einen Job«, sagte ich. »Man hat mich ein bisschen durchleuchtet.«

»Merkwürdiger Job, wenn das FBI Hausbesuche macht.«

Das Unterhemd zeigte deutlich, wie abgemagert er war. Er war früher mal ein stattlicher Kerl gewesen. Stattlich und leicht reizbar, kein Mann, mit dem sich spaßen ließ. Jetzt hatte er die Arme eines Skeletts, an denen kaum noch Fleisch hing. Die einst gewölbte Brust war auf die Rippen geschrumpft, der Dorn vom Gürtel war mindestens im fünften Loch, und das lose Ende baumelte am Hüftgelenk.

»Ich bin jetzt eine Zeit lang außer Landes«, ließ ich ihn wissen.

»Wie lange?«

»Um die Wahrheit zu sagen, ich weiß es nicht.«

»Hat dir das FBI gesagt, ich war krank?«

»Ist mir zu Ohren gekommen.«

»Vielleicht bin ich nicht so krank, wie sie denken. Es geht mir nicht gut, aber…« Er zuckte die Achseln. »Diese Ärzte wissen gar nichts, benehmen sich aber wie Moses. Willst du 'nen Kaffee?«

»Lass nur. Die Kaffeemaschine steht bestimmt noch an derselben Stelle.«

»Du meinst, ich bin zu gebrechlich, um Kaffee zu machen?«

»Das hast du gesagt.«

»Ich kann immer noch Kaffee machen, Jesus Christus.«

»Lass dich nicht aufhalten.«

Er ging in die Küche. Ich stand auf, um ihm zu folgen, hielt aber an der Türschwelle inne, als ich sah, wie er heimlich einen ordentlichen Schuss Jack Daniels in seine Tasse kippte. Seine Hände bebten.

Ich wartete im Wohnzimmer und besah mir die Bücherregale. Die meisten Bücher hatten meiner Mutter gehört. Mutters Geschmack war Nora Roberts gewesen, »The Bridges of Madison County«, und unzählige Titel von Tim LaHaye. Mein Vater steuerte die alten Romane von Tom Clancy bei und »Stranger than Science«. Ich hatte viele Bücher besessen damals, als ich hier gelebt hatte. Ich war ein Muster-Student gewesen, vermutlich nur, weil ich Angst gehabt hatte, nach Hause zu kommen — hatte aber meine Detektivromane auf einem gesonderten Brett stehen, pingelig darauf bedacht, Conan Doyle oder James Lee Burke von Autoren wie V. C. Andrews und Catherine Coulter fern zu halten.

Mein Vater kam mit zwei dampfenden Bechern zurück. Mir gab er den mit Coriolis Shipping, dem stark verblassten Namen seines letzten Arbeitgebers. Dreiundzwanzig Jahre lang hatte er das Coriolis-Vertriebsnetz verwaltet und kassierte nach wie vor jeden Monat sein Ruhegeld. Der Kaffee war bitter und schlabbrig in einem. »Richtige Milch oder Sahne hab ich nicht«, sagte er. »Ich weiß, dass du ihn weiß trinkst. Ich habe Milchpulver genommen.«

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Psychopharmakum, das auch bei Schizophrenie eingesetzt wirdzu setzen

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