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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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«Mit ihr will er gehen!» rief Mataswintha und warf sich dem Gatten in den Weg. «Witichis - leb' wohl - geh! - Nur sage mir nochmal - daß du mir vergibst.»

«Dir vergeben?» rief Rauthgundis. «Nie! Niemals! Sie hat unser Reich zerstört. Sie hat dich verraten. Nicht der Blitz des Himmels - ihre Hand hat deine Speicher verbrannt!»

«O so sei verflucht!» rief Witichis. «Hinweg von dieser Schlange der Hölle!» Und sie von der Pforte hinwegschleudernd, schritt er über die Schwelle, gefolgt von Rauthgundis.

«Witichis!» rief Mataswintha, «höre mich noch einmal! Witichis!»

«Schweig!» sprach Dromon, ihren Arm ergreifend. «Du wirst ihn verderben.»

Aber Mataswintha, ihrer nicht mehr mächtig, riß sich los und folgte die Stufen hinauf in den Gang.

«Halt!» rief sie, «Witichis! Du darfst nicht so hinweg. Du mußt mir verzeihn.» Da brach sie ohnmächtig zusammen.

Dromon eilte an ihr vorbei, den Fliehenden nach.

Aber schon hatte das gellende Rufen den Mann des leisesten Schlafes geweckt.

Cethegus trat, das Schwert in der Hand, nur halb gegürtet, aus seinem Schlafgemach auf den Gang, dessen offne Bogen in den viereckigen Palasthof blickten.

«Wachen», rief er, «unter die Speere!» Auch Soldaten waren merksam geworden. Kaum hatten Witichis, Rauthgundis und Dromon den Gang und die Gangtüre durchschritten und, gerade dieser gegenüber, die Gemächer Dromons erreicht, als sechs isaurische Söldner laut lärmend in den Gang hineinstürmten.

Rasch sprang Rauthgundis aus der Halbtür, sprang auf die schwere eiserne Gangtür zu, warf sie klirrend ins Schloß, drehte den Schlüssel um und zog ihn heraus. «Die sind geborgen und unschädlich!» flüsterte sie.

Schnell eilten nun die beiden Gatten von dem Gemache Dromons dem großen Ausgang zu, der aus dem Schloßhof auf die Straße führte. Mit gefälltem Speer trat hier der letzte Mann der Wache, der hier zurückgeblieben, ihnen entgegen. «Gebt die Losung», rief er. «Rom und? -»

«Rache!» sprach Witichis und schlug ihn mit dem Beile nieder.

Laut schreiend fiel der Söldner und warf noch den Speer den Flüchtigen nach: er durchbohrte den letzten der drei - Dromon.

Über die Marmorstufen des Palastes auf die Straße hinabspringend, hörten die Gatten die eingesperrten Soldaten donnernd gegen die feste Eisentüre schlagen, auch einen lauten Befehlruf hörten sie noch. «Syphax! Mein Pferd!»

Dann nahm sie Nacht und Dunkel auf.

Wenige Minuten darauf schimmerte der Palasthof von Fackeln, und Reiter flogen nach allen Toren der Stadt.

«Sechstausend Solidi wer ihn lebend, dreitausend wer ihn erschlagen bringt!» rief Cethegus sich in den Sattel seines schwarzen Hengstes schwingend. «Nun auf, ihr Söhne des Windes, Ellak und Mundzuch, Hunnen und Massageten. Jetzt

reitet, wenn ihr je geritten!»

«Aber wohin, Herr?» fragte Syphax, an seines Herrn Seite aus dem Palasttor sprengend.

«Das ist schwer raten. Aber alle Tore sind geschlossen und besetzt. Sie können nur etwa zu den Mauerbreschen hinaus.»

«Zwei große Mauerbreschen sind's.»

«Sieh dort den Jupiter, der eben aus der Wolke tritt im Ost. Er winkt mir. Ist nicht dort -?»

«Der Mauersturz am Turme des Aetius.»

«Gut! Dort hinaus! Ich folge meinem Stern!»

*

Glücklich hatten inzwischen die Gatten, hindurchgelassen von Paulus, dem Sohn des Dromon, die nur halb ausgefüllte Mauerlücke durcheilt und in dem nahen Pinienhain der Diana Wachis, den Getreuen, und zwei Pferde gefunden. Wallada nahm die Gatten auf den Rücken.

Der Freigelassene ritt rasch voran, dem Ufer des hier sehr breiten Flusses zu. Witichis hielt Rauthgundis vor sich, hinter dem Hals des Rosses. «Mein Weib! Mit dir hatte ich alles verloren! Leben und Lebensmut. Aber nun will ich's noch einmal wagen um das Reich. Oh, wie konnte ich dich von mir lassen, du Seele meiner Seele.»

«Dein Arm ist wund vom Druck der Kette! So! Leg' ihn hier auf meinen Nacken, o du mein alles.»

«Vorwärts, Wallada! Rasch! Es gilt das Leben.»

Da bogen sie aus dem Dickicht des Hains ins Freie. Das Ufer des Flusses war erreicht. Wachis trieb sein bäumendes Pferd in die dunkle Flut. Das Tier scheute und widerstrebte. Der Freigelassene sprang ab. «Er geht sehr tief, sehr reißend. Es ist Hochwasser seit drei Tagen. Die Furt ist nicht zu brauchen. Die Gäule müssen schwimmen, und stark rechts abwärts wird's uns reißen. Und es sind Felsen im Fluß. Und das Mondlicht wechselt

sooft und täuscht.» - Ratlos prüfte er am Ufer hin und her.

«Horch, was war das?» fragte Rauthgundis. «Das war nicht der Wind in den Steineichen.»

«Pferde sind's», sagte Witichis. «Sie nahen in Eile. Ja, wir sind verfolgt. Waffen klirren. Da Fackeln. Jetzt hinein in den Strom auf Leben und Sterben. Aber leise!»

Und er führte sein Pferd am Zügel in die Flut.

«Kein Bodengrund mehr. Die Gäule müssen schwimmen. Halte dich fest an der Mähne, Rauthgundis, Vorwärts, Wallada!»

Schnaubend, zitternd, blickte das Tier in die schwarze Flut -die Mähne flog wirr kopfüber - die Vorderfüße vorgestreckt, den Hinterbug zurückgestemmt.

«Vorwärts, Wallada!» Und leise rief Witichis dem treuen Roß ins Ohr: «Dietrich von Bern!» Da setzte das edle Tier in stolzem Sprung willfährig in die Flut.

Schon jagten die verfolgenden Reiter aus dem Wald, voran Cethegus, ihm zur Seite Syphax, eine Fackel hebend. «Hier, im Ufersand, verschwindet die Spur, o Herr.»

«Sie sind im Wasser! Vorwärts, ihr Hunnen!»

Aber die Reiter zogen die Zügel an und rührten sich nicht.

«Nun, Ellak? Was zögert ihr? Sofort in die Flut!»

«Herr, das können wir nicht. Ehe wir zur Nachtzeit in fließend Wasser reiten, müssen wir Phug, den Wassergeist, um Verzeihung bitten. Wir müssen erst zu ihm beten.»

«Betet nachher, wenn ihr drüben seid, solang ihr wollt, nun aber -»

Da fuhr ein stärkerer Windstoß über den Fluß und verlöschte alle Fackeln. Hochauf rauschte die Flut.

«Du siehst, o Herr, Phug zürnt.»

«Still! Saht ihr nichts? Da unten, links?»

Der Mond war aus dem jagenden Gewölk getaucht.

Er zeigte Rauthgundis helles Untergewand; den braunen Mantel hatte sie verloren.

«Zielt rasch dorthin.»

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