Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Er ist tot«, brachte MacDonald schließlich finster heraus. Als sich Jennys Finger unheilvoll auf dem Abzug bewegte, fügte er in plötzlicher Panik hinzu: »Ich war’s nicht! Es war seine eigene Schuld!«
Jamie, berichtete er, hatte hinter einem Mann der Patrouille auf dem Pferd gesessen, die Arme mit einem Lederriemen gefesselt, flankiert von zwei weiteren Bewachern. Er hatte einen recht friedlichen Eindruck gemacht, und sie hatten keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, als sie sechs Meilen hinter der Mühle eine Furt durchquert hatten.
»Der verdammte Dummkopf hat sich vom Pferd geworfen und ist im tiefen Wasser gelandet«, sagte MacDonald und zuckte mit den Schultern, so gut er es mit hinter dem Rücken gefesselten Händen konnte. »Wir haben auf ihn geschossen. Müssen ihn getroffen haben, denn er ist nicht wieder aufgetaucht. Aber jenseits der Furt ist das Wasser reißend und tief. Wir haben ein bisschen gesucht, aber da war keine Leiche. Muss wohl flussabwärts geschwemmt worden sein. Also, würdet Ihr mich jetzt um Himmels willen losbinden!«
Nachdem Jennys Drohungen keine weiteren Einzelheiten zutage förderten und er nicht von seiner Schilderung abwich, beschlossen wir, sie als wahr zu akzeptieren. Jenny weigerte sich zwar, MacDonald ganz zu befreien, doch sie lockerte ihm zumindest die Fesseln, so dass er sich ihnen mit der Zeit entwinden konnte. Dann rannten wir los.
»Glaubst du, er ist tot?«, keuchte ich.
»Nein. Jamie schwimmt wie ein Fisch, und ich habe schon selbst erlebt, wie er drei Minuten die Luft anhält. Komm, wir suchen dort das Ufer ab.«
Wenig später bewegten wir uns suchend am Ufer auf und ab, stolperten über Felsen, platschten durch das flachere Wasser und zerkratzten uns die Hände und Gesichter an den Weiden, deren Zweige über die Ränder hingen.
Schließlich stieß Jenny einen Triumphschrei aus, und ich platschte zu ihr hinüber, indem ich mich vorsichtig über die moosbewachsenen Steine am Grund des Bachs bewegte, der hier nicht tief war.
Sie hielt einen Lederriemen in der Hand, der noch zu einem Kreis verknotet war. An einer Stelle war er von Blut verfärbt.
»Hier hat er sich aus den Fesseln gewunden«, sagte sie und verdrehte den Lederring zwischen den Händen. Sie blickte in die Richtung zurück, aus der wir gekommen waren, über eine abschüssige Strecke voller Geröll, Untiefen und schäumenden Stromschnellen, und schüttelte den Kopf.
»Wie hast du das nur angestellt, Jamie?«, sagte sie halb zu sich selbst.
Nicht weit entfernt fanden wir eine Stelle, an der das Gras flach gedrückt war; offenbar hatte er sich hier ausgeruht. Ich fand einen kleinen bräunlichen Fleck auf der Rinde einer Espe.
»Er ist verletzt«, sagte ich.
»Aye, aber er ist in Bewegung«, erwiderte Jenny und ließ den Blick suchend über den Boden schweifen.
»Kannst du denn gut Spuren lesen?«, fragte ich hoffnungsvoll.
»Ich bin keine große Jägerin«, sagte sie. Sie ging weiter, und ich folgte ihr dicht auf dem Fuße, »aber wenn ich nicht imstande bin, etwas so Großes wie Jamie Fraser durch trockene Farne zu verfolgen, bin ich nicht nur blind, sondern auch blöd.«
Tatsächlich, eine breite Spur aus zerdrückten braunen Farnen führte bergauf, bis sie im dichten Heidekraut verschwand. Wir umkreisten die Stelle, fanden aber keine weitere Spur und bekamen keine Antwort, als wir ihn riefen.
»Er ist fort«, sagte Jenny. Sie setzte sich auf einen umgestürzten Baum und fächelte sich Luft zu. Ich hatte den Eindruck, dass sie blass war, und mir kam der Gedanke, dass eine Frau, die vor weniger als einer Woche ein Kind zur Welt gebracht hatte, Besseres zu tun hatte, als bewaffnete Männer zu entführen und zu bedrohen.
»Jenny«, sagte ich, »du musst nach Hause. Außerdem kehrt er ja vielleicht nach Lallybroch zurück.«
Sie schüttelte den Kopf. »Nein, das würde er nicht tun. Was auch immer uns MacDonald erzählt hat, sie werden nicht so einfach aufgeben, nicht bei der Belohnung. Es mag ihnen ja bis jetzt nicht gelungen sein, ihn zu finden, aber sie haben mit Sicherheit jemanden zurückgeschickt, der für den Fall des Falles den Hof im Auge behält. Nein, das ist der einzige Ort, wohin er nicht gehen würde.« Sie zerrte an ihrem Halsausschnitt. Es war zwar kalt, aber sie schwitzte ein wenig, und ich konnte dunkle Flecken auf der Brust ihres Kleides erkennen, weil ihr die Milch auslief.
Sie sah meinen Blick und nickte. »Aye, ich muss bald zurück. Mrs. Crook füttert die Kleine mit Ziegenmilch und Zuckerwasser, aber lange hält sie es nicht mehr ohne mich aus und ich nicht ohne sie. Aber ich lasse dich nur ungern allein.«
Ich war auch nicht begeistert von der Vorstellung, die schottischen Highlands allein nach einem Mann absuchen zu müssen, der sonst wo sein konnte, aber ich machte gute Miene zum bösen Spiel.
»Ich komme schon zurecht«, sagte ich. »Es könnte schlimmer sein, denn wenigstens lebt er noch.«
Am Abend kauerten wir uns an das Feuer und redeten nicht viel. Jenny war in Gedanken ganz bei ihrem im Stich gelassenen Kind und ich bei der Frage, was ich allein anstellen sollte, ohne mich ernsthaft in der Gegend auszukennen oder Gälisch zu sprechen.
Auf einmal fuhr Jennys Kopf abrupt hoch, und sie lauschte. Ich richtete mich steil auf und spitzte ebenfalls die Ohren, hörte aber nichts. Aufmerksam folgte ich Jennys Blickrichtung in den dunklen Wald, sah aber Gott sei Dank keine Augen in seinen Tiefen aufleuchten.
Als ich mich wieder dem Feuer zuwandte, saß Murtagh auf der anderen Seite und wärmte sich in aller Seelenruhe die Hände über den Flammen. Bei meinem Schreckensschrei fuhr Jenny herum und stieß ein kurzes Lachen der Überraschung aus.
»Ich hätte euch beiden die Kehle durchschneiden können, ehe ihr auch nur in die richtige Richtung schaut«, stellte er fest.
»Ach ja?« Jenny saß nun mit hochgezogenen Knien da und hatte die Hände vor den Fußknöcheln verschränkt. Wie der Blitz fuhr ihre Hand unter ihren Rock, und die Klinge eines Sgian dhu schimmerte im Feuerschein auf.
»Gar nicht schlecht«, räumte Murtagh ein. »Ist die kleine Sassenach auch so gut?«
»Nein«, sagte Jenny und steckte sich die Klinge wieder in den Strumpf. »Deshalb ist es auch sehr gut, dass du sie begleiten wirst. Ich nehme an, Ian hat dich hergeschickt?«
Der kleine Mann nickte. »Aye. Habt ihr die Patrouille schon gefunden?«
Wir erzählten ihm, was wir bis jetzt erreicht hatten. Als er hörte, dass Jamie entkommen war, hätte ich schwören können, dass sein Mundwinkel zuckte, doch es wäre übertrieben gewesen, es als Lächeln zu bezeichnen.
Schließlich erhob sich Jenny und faltete ihre Decke zusammen.
»Wohin willst du denn?«, fragte ich überrascht.
»Nach Hause.« Sie wies kopfnickend auf Murtagh. »Er ist ja jetzt bei dir; du brauchst mich nicht mehr, andere aber umso mehr.«
Murtagh blickte zum Himmel auf. Der Mond war schwach hinter einem Wolkenschleier zu sehen, und ein Hauch von Regen ließ das Kieferngeäst über uns rauschen.
»Das geht doch auch morgen. Der Wind wird stärker; heute Nacht wird kaum jemand unterwegs sein.«
Jenny schüttelte den Kopf und steckte sich das Haar unter ihrem Kopftuch fest. »Ich kenne den Weg. Und wenn niemand unterwegs ist, kann mich schließlich auch niemand aufhalten, oder?«
Murtagh seufzte ungeduldig. »Du bist genauso stur wie dein Ochse von einem Bruder, wenn du mir den Ausdruck verzeihst. Kein Grund zur Eile, soweit ich das beurteilen kann – und ich glaube kaum, dass sich dein Mann eine Dirne ins Bett geholt hat, seit du fort bist.«
»Dein Blick reicht genau bis zu deiner Nasenspitze, und deine Nase ist nicht sehr lang«, antwortete Jenny beißend. »Wenn du in deinem Alter nicht weißt, dass man sich nicht zwischen eine stillende Mutter und ein hungriges Kind stellt, ist es wahrhaftig traurig um deinen Verstand bestellt.«
Murtagh ergab sich mit erhobenen Händen. »Oh, aye, mach, was du willst. Ich wusste ja nicht, dass ich es hier mit einer Wildsau zu tun habe. Am Ende rammt sie mir für meine Mühen noch den Zahn ins Bein.«
Jenny lachte so unerwartet wie amüsiert, und auf ihren Wangen erschienen zwei Grübchen. »Das könnte schon sein, du alter Haudegen.« Sie bückte sich und hievte sich den Sattel auf das Knie. »Also, pass gut auf meine Schwägerin auf, und lasst uns eine Nachricht zukommen, wenn ihr Jamie gefunden habt.«