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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Was kann es schaden, wenn wir jetzt zustimmen?« fragte Sally. »Wir können immer noch unsere Meinung ändern, wenn wir etwas Neues erfahren.«

»Verdammt, nein, Mädchen«, sagte Ben. »Sobald irgend etwas Definitives im Gange ist, werden die gerissenen Burschen herauskriegen, wie sie dabei verdienen können. Und wenn sie einmal Geld investiert haben — ich hätte gedacht, dass du ein bisschen mehr über die Grundlagen der Politik gelernt hast. Was bringen sie euch nur heutzutage auf den Universitäten bei? Rod, ich warte immer noch darauf, dass Sie was von sich geben.«

Rod strich sich über die gebrochene Stelle seiner Nase. »Ben, wir können die Öffentlichkeit nicht mehr länger hinhalten. Die Splits müssen das wissen — sie könnten vielleicht sogar ihr Angebot heruntersetzen, wenn sie merken, wie sehr wir im Druck sind. Ich würde sagen, stimmen wir zu.«

»Würden Sie sagen, hm. Na, zumindest Ihre Frau machen Sie damit glücklich.«

»Er tut das nicht für mich!« rief Sally empört. »Hör auf, ihn zu verspotten.«

»Hm.« Der Senator kratzte sich kurz die Glatze. Dann leerte er seine Tasse und stellte sie weg. »Wir müssen noch ein oder zwei Sachen überprüfen. Wahrscheinlich ohnehin alles in Ordnung. Wenn ja, nun — ich glaube, dann kriegen die Splits, was sie wollen.

Gehen wir hinein.«

Jock mimte Freude und Aufregung. »Sie sind bereit zuzustimmen! Wir sind gerettet!«

Ivan musterte den Vermittler kalt. »Du wirst dich beherrschen. Es ist noch viel zu tun.«

»Ich weiß Aber wir sind gerettet Charlie, ist es nicht so?«

Charlie studierte die Menschen. Die Gesichter, die Haltungen — »Ja. Aber der Senator ist immer noch nicht ganz überzeugt, und Blaine hat Angst, und — Jock, sieh dir Renner an!«

»Du bist so gleichgültig! Kannst du dich nicht mit mir freuen? Wir sind gerettet!«

»Sieh dir Renner an!«

»Ja … ich kenne diesen Ausdruck. So sieht er beim Pokerspielen aus, wenn er eine unerwartete Karte aufdeckt. Er wird uns nicht helfen. Aber er hat doch keine Macht, Charlie! Ein Weltraumvagabund ohne Verantwortungsgefühl!«

»Vielleicht. Doch wir — wir jonglieren mit unbezahlbaren Eiern bei wechselnder Schwere. Ich habe Angst. Ich werde furcht schmecken, solange ich lebe.«

55

Renners Trumpfkarte

Senator Fowler setzte sich schwerfällig und warf einen Blick in die Runde. Das reichte aus, um das Geplauder verstummen zu lassen, und ihm die Aufmerksamkeit aller zu verschaffen. »Ich glaube, wir wissen jetzt alle, was wir wollen«, sagte er. »Jetzt kommt die Feilscherei um den Preis. Aber legen wir zuerst einmal die Grundsätze fest, ja? Als erstes und wichtigstes: Ihr stimmt zu, eure Kolonien nicht zu bewaffnen und uns überprüfen zu lassen, dass sie nicht bewaffnet sind?«

»Ja«, sagte Jock entschieden. Sie zwitscherte dem Meister etwas zu. »Der Botschafter ist einverstanden. Vorausgesetzt, das Imperium übernimmt für einen gewissen Preis den Schutz unserer Kolonien gegen eure Feinde.«

»Dafür werden wir ganz sicher sorgen. Nächster Punkt. Ihr seid einverstanden, den Handel auf die vom Imperium lizenzierten Gesellschaften zu beschränken?«

»Ja.«

»Also, das waren die Hauptpunkte«, stellte Fowler fest. »Wir können jetzt zu den Einzelheiten übergehen. Wer fängt an?«

»Darf ich fragen, welche Art von Kolonien sie schaffen wollen?« meldete sich Renner.

»Was? Natürlich.«

»Danke. Wollt ihr Vertreter aller eurer Kasten mitbringen?«

»Ja …« Jock zögerte. »Alle, die bei den vorherrschenden Bedingungen wichtig sind, Mr.

Renner. Wir werden kaum Landarbeiter auf einen nicht terrageformten Felsbrocken holen, bevor die Techniker eine Kuppel gebaut haben.«

»Klar. Nun, ich hab’ mich nur gefragt — wegen folgender Sache.« Er hantierte an seinem Taschencomputer herum, und die Bildschirme leuchteten auf. Sie zeigten eine seltsam verzerrte Sonne Cal, einen grellen Lichtblitz, dann Dunkelheit. »Au — falsche Stelle erwischt. Das war, als die Sonde auf Kapitän Blaines Schiff feuerte.«

»Ah?« sagte Jock. Sie zwitscherte mit den anderen, die ebenso antworteten. »Wir haben uns schon gefragt, was aus der Sonde geworden ist. Offen gesagt, wir glaubten, ihr hattet sie zerstört, und wollten deshalb nicht fragen …«

»Ist nicht weit gefehlt«, sagte Renner. Bilder zuckten über den Schirm. Das Lichtsegel begann sich zu wellen. »Das ist kurz bevor sie auf uns schössen.«

»Aber die Sonde kann nicht auf euch geschossen haben«, protestierte Jock.

»Sie hat aber. Man hielt uns wohl für einen Meteoriten, nehme ich an«, antwortete Rod.

»Jedenfalls …«

Schwarze Silhouetten bewegten sich über den Schirm. Das Lichtsegel wellte sich, blitzte auf, und die Umrisse waren verschwunden. Renner ließ den Film zurücklaufen, bis die Gestalten sich deutlich gegen das Licht abhoben, und hielt ihn dann an.

»Ich muss euch warnen«, sagte Jock. »Wir wissen sehr wenig über diese Sonde. Das gehört nicht zu unserer Aufgabe, und wir hatten keine Zeit, die Aufzeichnungen zu studieren, bevor wir Splitter Alpha verließen.«

Senator Fowler zog die Brauen zusammen. »Worauf wollen Sie eigentlich hinaus, Mr.

Renner?«

»Also, Sir, ich hab’ mir wegen dieser Bilder den Kopf zerbrochen.« Renner nahm einen Lichtzeiger aus einem Fach im Tisch. »Das sind doch verschiedene Split-Kasten, nicht?«

Jock wirkte unsicher. »Es scheint so.«

»Natürlich sind sie das. Das ist ein Braunes, oder? Und ein Arzt.«

»Richtig.« Der Lichtpfeil bewegte sich über das Bild, »Läufer«, sagte Jock. »Und ein Meister …«

»Da ist ein Bastler.« Rod knurrte es fast. Er konnte seine Abscheu nicht verbergen.

»Das nächste sieht aus wie ein Landarbeiter. Kaum von einem Braunen zu unterscheiden, aber …« Seine Stimme wurde plötzlich sehr unsicher. »Renner, dieses nächste da kann ich nicht identifizieren.«

Niemand sagte etwas. Der Lichtpfeil schwebte über einem verzerrten Schatten, länger und hagerer als ein Braunes, mit etwas wie Dornen an Knien, Fersen und Ellbogen.

»Die Sorte haben wir noch einmal gesehen«, sagte Renner. Seine Stimme klang jetzt tonlos und mechanisch. Er wirkte wie ein Mann, der um einer Wette willen nachts über einen Friedhof geht. Oder ein Soldat, der den anderen voran in feindliches Gebiet vordringt. Kalt, entschlossen, sehr beherrscht. Gar nicht so, wie man Renner kannte.

Der Bildschirm teilte sich und zeigte auf der anderen Hälfte die Zeitmaschinenplastik aus dem Museum in der Schloss-Stadt. Das Ding, das wie ein Kunstwerk aus elektronischem Schrott wirkte, war umringt von Wesen, die Waffen trugen.

Beim ersten Anblick von Ivan hatte Rod den starken Drang verspürt, den seidigen Pelz des Botschafters zu streicheln. Der Impuls, den er jetzt fühlte, war nicht weniger heftig: Er wollte die Karate-Verteidigungsposition entnehmen, vorzugsweise mit einer Waffe in jeder Hand. Diese Skulpturen waren erschreckend in jeder Einzelheit. Überall hatten sie dolchartige Dornen, schienen hart wie Stahl zu sein und standen da wie gespannte Federn. Selbst ein Infanteriekommando-Ausbilder hatte nach einer Begegnung mit einem solchen Wesen ausgeschaut, als wäre er in einen Rasenmäher geraten. Und was war das für ein Ding unter dem kräftigen rechten Arm, etwas wie ein breites Schwert?

»Ah«, sagte Jock, »ein Dämon. Ich nehme an, das müssen Puppen gewesen sein, die unsere Rassen darstellen sollten. Wie die Statuetten, damit der Vermittler es leichter hätte, von uns zu erzählen.«

»Die alle?« Rods Stimme verriet krasse Verwunderung. »Eine Schiffsladung voll lebensgroße Modelle?«

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