Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
»Tausend Kronen für deine Gedanken«, sagte Sally. Ihre Augen blitzten vor Erleichterung und Glück.
Rod wandte sich vom Fenster um und lächelte ihr zu. Der Raum war groß, und die anderen hatten sich um die Bar versammelt, mit Ausnahme Hardys, der in der Nähe der Splits saß und ihrem Geschnatter zuhörte, als ob er hier und da ein Wort verstünde.
Rod und Sally waren so gut wie allein. »Du bist sehr großzügig«, sagte er.
»Ich kann’s mir leisten. Ich zahle gleich nach der Hochzeit …« »Mit dem Einkommen von Crucis Court. Aber noch hab ich’s nicht, also spekuliere nicht darauf, meinen Vater so schnell unter die Erde zu bringen,. Wir werden vielleicht noch jahrelang von seiner Großzügigkeit zehren.«
»Woran hast du gedacht? Du siehst so ernst drein.« »Wie ich in dies« er Sache abstimmen würde, wenn der Senator nicht dafür ist.«
Sie nickte ernst. »Das dachte ich mir …« »Ich könnte dich deswegen verlieren, oder nicht?« »Ich weiß es nicht, Rod. Ich glaube, es würde davon abhängen, warum du ihr Angebot ablehnst. Und welchem Vorschlag du statt dessen zustimmst. Aber du wirst es nicht ablehnen, oder? Was ist denn schlecht an ihrem Vorschlag?«
Rod starrte das Glas in seiner Hand an. Es enthielt irgendein alkoholfreies Gesöff, das Kelley besorgt hatte — die Konferenz war zu wichtig für Scotch. Nichts ist schlecht daran — vielleicht. Es ist das Vielleicht, das mir Sorgen macht, Sally. Schau hier hinaus.« Erzeigte in die Straßen Neuschottlands.
Zu dieser Stunde waren nur wenige Menschen unterwegs. Theaterbesucher, Restaurantgaste. Touristen, die den Palast am Abend sehen wollten. Raumschiffer mit ihren Mädchen. Covenanter Wachposten mit Kilts und Bärenfellmützen, die steif vor ihren Schilderhäuschen standen. »Wenn wir falsch entscheiden, sind ihre Kinder tot.«
»Wenn wir falsch entscheiden, muss es die Flotte ausbaden«, sagte Sally langsam.
»Rod, was ist, wenn die Splits aus ihrem System herauskommen und in zwanzig Jahren ein Dutzend Planeten besiedelt haben — und Schiffe bauen, und das Imperium bedrohen? Die Flotte kann immer noch mit ihnen fertig werden … es wird nicht nötig sein, doch schaffen würden wir es.«
»Bist du sicher? Ich nicht. Ich bin nicht einmal sicher, ob wir sie heute besiegen könnten.
Sie auslöschen ja, aber sie schlagen? Und in zwanzig Jahren? Was würde der Preis sein? Neuschottland bestimmt. Es liegt ihnen im Wege. Welche Welten würden noch fallen?«
»Was bleibt uns denn sonst übrig?« fragte sie. »Ich — Rod, ich mache mir auch Sorgen um unsere Kinder. Aber was können wir tun? Ihr könnt nicht den Splits den Krieg erklären, weil sie vielleicht einmal eine Bedrohung für uns werden könnten!«
»Nein, natürlich nicht. Da kommt unser Essen. Es tut mir leid, dass ich dir die Stimmung verdorben habe.« Aber noch bevor das Dinner zu Ende war, lachten alle. Die Splits gaben Imitationen der bekanntesten 3-D-Persönlichkeiten Neuschottlands zum besten.
Binnen Minuten hatten sie es geschafft, dass die Menschen um den Tisch hilflos um Luft rangen.
»Wie macht ihr das nur?« fragte David Hardy zwischen Ausbrüchen von Gelächter.
»Wir haben euren Humor studiert«, antwortete Charlie. »Bestimmte Züge übertreiben wir ein klein wenig. Die Gesamtwirkung sollte komisch sein, wenn unsere Theorie stimmte. Offenbar tut sie das.«
»Ihr könntet ein Vermögen in der Unterhaltungsbranche machen, ganz egal, was ihr sonst noch anzubieten habt«, sagte Horvath.
»Das zumindest hatte kaum eine Auswirkung auf eure Wirtschaft. Wir werden jedoch eure Hilfe bei der Planung bezüglich der Freigabe unserer Technologien benötigen …«
Horvath nickte, jetzt wieder ernst. »Ich freue mich, dass euch das Problem bewusst ist.
Wenn wir einfach alles, was ihr habt, auf den Markt werfen, gäbe es ein Chaos …«
»Glauben Sie uns, Doktor, wir haben nicht den Wunsch, Ihnen Schwierigkeiten zu machen! Wenn Sie uns als eine Chance sehen, dann bedenken Sie doch einmal, wie wir die Menschheit sehen müssen! Nach unzähligen Jahrhunderten endlich aus dem eigenen System herauszukommen! Unsere Dankbarkeit kennt keine Grenzen.«
»Wie alt seid ihr eigentlich?« fragte David Hardy unvermittelt.
Das Split zuckte die Achseln. »Wir besitzen Bruchstücke von Aufzeichnungen, die von Zeiten vor hunderttausend Jahren berichten, Dr. Hardy. Die Asteroiden waren damals bereits, wo sie heute sind. Andere sind vielleicht noch älter, aber wir können sie nicht mehr entziffern. Unsere wirkliche Geschichte setzt vielleicht vor zehntausend Jahren ein.«
»Und ihr habt seit damals Zusammenbrüche der Zivilisation erlebt?« fragte Hardy.
»Gewiss. Als Gefangene eines einzigen Systems! Wie wäre etwas anderes möglich?«
»Habt ihr Aufzeichnungen von dem Asteroidenkrieg?« fragte Renner.
Jock verzog das Gesicht. Es war für menschliche Mimik eigentlich nicht gebaut, doch die Miene drückte deutlich Abscheu aus. »Nur Legenden. Wir haben — nun diese Sagen sind euren Liedern oder Epen ähnlich. Mit linguistischen Mitteln zur besseren Merkbarkeit gestaltet. Ich glaube nicht, dass sie zu übersetzen sind, aber …« Das Split schwieg einen Augenblick lang. Es schien in der Haltung erstarrt zu sein, die es zu Beginn des Nachdenkens gerade eingenommen hatte. Dann sprach es:
»Es ist kalt. Die Nahrung ist zu Ende,
und die Dämonen streifen durchs Land.
Unsre Schwester sterben, die Gewässer kochen,
denn die Dämonen stürzen die Himmel herab.«
Das Split stockte bedrückt. »Ich fürchte, das ist nicht besonders gut, aber mehr kann ich nicht tun.«
»Es ist gut genug«, sagte Hardy. »Wir haben auch solche Dichtungen. Geschichten von untergegangenen Zivilisationen, von Katastrophen in der Frühgeschichte. Wir können die meisten auf einen schweren Vulkanausbruch vor etwa viereinhalbtausend Jahren zurückführen. Im übrigen scheinen die Menschen damals auch auf den Gedanken gekommen zu sein, dass Gott in ihre Angelegenheiten eingreifen könnte. Direkt, nicht nur durch die Erschaffung von Jahreszeiten und Klimazonen und so weiter.«
»Eine interessante Theorie — aber widerspricht das nicht euren religiösen Anschauungen?«
»Nein, warum sollte es das? Kann Gott nicht genauso leicht irgendein Naturereignis verursachen, wie die Naturgesetze umstoßen, um etwas Bestimmtes zu erreichen?
Wirklich, was ist das größere Wunder — eine Flutwelle genau dann, wenn sie erforderlich ist, oder ein einmaliges, übernatürliches Ereignis? Aber ich glaube nicht, dass ihr Zeit habt, jetzt mit mir über Theologie zu diskutieren. Wie ich sehe, scheint Senator Fowler mit dem Essen fertig zu sein. Wenn ihr mich ein paar Minuten entschuldigt, ich glaube, wir können dann bald weitermachen …«
Ben Fowler winkte Rod und Sally in ein kleines Büro neben dem Konferenzraum.
»Nun?« erkundigte er sich.
»Ich hab’ meine Ansicht schon zu Protokoll gegeben«, sagte Sally.
»Hmja. Rod?«
»Wir müssen etwas tun, Senator. Sonst werden sie uns so zusetzen, dass wir die Kontrolle verlieren.«
»Hmja«, sagte Ben nochmals. »Verdammt, ich hab’ einen Drink nötig. Rod?«
»Danke, ich nicht.«
»Also, wenn ich nach einem ordentlichen Schluck Scotch nicht mehr gerade denken kann, dann wäre das Imperium bereits zusammengebrochen.« Er kramte im Schreibtisch herum, bis er eine Flasche fand, zog angesichts der Marke eine Grimasse und schenkte sich eine ordentliche Dosis in eine benützte Kaffeetasse ein. »Etwas macht mir Kopfzerbrechen. Warum rührt sich die ITA nicht mehr? Ich hatte erwartet, dass sie uns am meisten Schwierigkeiten machen würde, aber die Leute verhalten sich abwartend. Na, danken wir Gott für diesen kleinen Lichtblick.« Er kippte die halbe Tasse hinunter und seufzte.