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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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Rache führ' uns an!»

«Führ' uns zum Kampf! Zur Rache führ' uns an!» widerhallte das Zelt vom Ruf der Goten.

Da stand Witichis auf in ruhiger Kraft.

«So soll's sein. Das Äußerste geschah. Und unsere beste Rüstung ist unser Recht: jetzt auf, zum Kampf.»

Und er reichte seiner Königin die Pergamentrolle, die er in der Hand hielt, die über seinem Stuhl hängende Königsfahne, das blaue Bandum, zu ergreifen.

«Ihr seht das alte Banner Theoderichs in meiner Hand, das er von Sieg zu Sieg getragen. Wohl ruht es jetzt in schlechtrer Hand, als seine war: - doch zaget nicht. Ihr wisset: übermütige Zuversicht ist meine Sache nicht, doch diesmal sag' ich euch voraus: in dieser Fahne rauscht ein naher Sieg, ein großer, stolzer, rachefroher Sieg. Folgt mir hinaus. Das Heer bricht auf, sogleich. Ihr Feldherren, ordnet eure Scharen: nach Rom!»

«Nach Rom», widerhallte das Zelt. «Nach Rom!»

Sechstes Kapitel

Inzwischen schickte sich Belisar an, mit der Hauptmacht seines Heeres die Stadt zu verlassen. Johannes hatte er deren Bewachung übertragen.

Er hatte beschlossen, die Goten in Ravenna aufzusuchen. Sein bisher von keinem Unfall gehemmter Siegeslauf und die Erfolge seiner vorausgeschickten Streitsachen, die durch den Übergang der Italier alles flache Land, auch alle Festen und Burgen und Städte, bis nahe bei Ravenna, gewonnen, hatten in ihm die Zuversicht erzeugt, daß der Feldzug bald beendigt und nur das Erdrücken der ratlosen Barbaren in ihrem letzten Schlupfwinkel übrig sei.

Denn nachdem Belisar selbst den ganzen Süden der

Halbinseclass="underline" Bruttien, Lucanien, Calabrien, Apulien, Campanien: dann Rom mit Samnium und die Valeria durchzogen und besetzt hatte, waren seine Unterfeldherren, Bessas und Constantinus, mit der lanzentragenden Leibwache des Feldherrn, die unter Führung des Armeniers Zanter, des Persers Chanaranges und des Massageten Aschman standen, vorausgesendet worden, Tuscien zu unterwerfen.

Bessas rückte vor das sturmfeste Narnia: für die damaligen Belagerungsmittel war die Burgstadt fast uneinnehmbar: - sie thront auf hohem Berge, dessen Fuß der tiefe Nar umspült. Die beiden einzigen Zugänge, vom Osten und vom Westen, sind ein enger Felsenpaß und die hohe, alte, vom Kaiser Augustus gebaute, befestigte Brücke. - Aber die römische Bevölkerung überwältigte die halbe gotische Hundertschaft, die hier lag, und öffnete den Thrakiern des Bessas die Tore. Dem Constantinus erschlossen sich ebenso ohne Schwertstreich Spoletium und Perusia. Auf der östlichen Seite des Ionischen Meerbusens hatte inzwischen ein andrer Unterfeldherr Belisars, der Comes Sacri Stabuli Constantinus, den Tod zweier byzantinischer Heerführer, des Magister Militum für Illyrien, Mundus, und seines Sohnes Mauricius, die gleich im Anfang des Krieges bei Salona in Dalmatien im Gefecht gegen die Goten gefallen waren, gerächt, Salona besetzt und durch seine große Übermacht die geringen gotischen Scharen zum Rückzug auf Ravenna gezwungen. Ganz Dalmatien und Liburnien war darauf den Byzantinern zugefallen. Von Tuscien aus streiften, wie wir sahen, die Hunnen Justinians schon durch Picenum und bis in die Ämilia.

Die Friedensvorschläge des Gotenkönigs hielt Belisar daher für Zeichen der Schwäche. Daß die Barbaren zum Angriff übergehen könnten, fiel ihm nicht ein. Dabei trieb es ihn, Rom zu verlassen, wo es ihn anwiderte, der Gast des Präfekten zu heißen; im freien Felde mußte sein Übergewicht bald wieder hervortreten.

Der Präfekt ließ das Kapitol in der treuen Hut Lucius Licinius und folgte dem Zuge Belisars. Vergebens warnte er diesen vor allzu großer Zuversicht.

«Bleibe du doch hinter den Felsen des Kapitols, wenn du die Barbaren fürchtest», hatte dieser stolz geantwortet.

«Nein», erwiderte dieser. «Eine Niederlage Belisars ist ein zu seltnes Schauspiel, man darf es nicht versäumen.» In der Tat, Cethegus hätte eine Demütigung des großen Feldherrn, dessen Ruhm die Italier allzusehr anzog, gern gesehen.

Belisar hatte sein Heer aus den nördlichen Toren der Stadt geführt und wenige Stadien vor der Stadt in einem Lager versammelt, es hier zu mustern und neu zu ordnen und zu gliedern. Schon der starke Zufluß von Italiern, die zu seinen Fahnen geeilt waren, machte es nötig. Auch Ambazuch, Bessas und Constantinus hatte er mit dem größten Teil ihrer Truppen wieder in dies Lager herangezogen: sie ließen in den von ihnen gewonnenen Städten nur kleine Besatzungen zurück.

Dunkle Gerüchte von einem anrückenden Gotenheer hatten sich in das Lager verbreitet. Aber Belisar schenkte ihnen keinen Glauben. «Sie wagen es nicht», hatte er dem warnenden Prokop entgegnet. «Sie liegen in Ravenna und zittern vor Belisarius.»

Spät in der Nacht lag Cethegus schlaflos auf dem Lager in seinem Zelt. Er ließ die Ampel brennen. «Ich kann nicht schlafen», sagte er «In den Lüften klirrt es wie Waffen und riecht's wie Blut. Die Goten kommen. Sie rücken wohl durch die Sabina, die Via casperia und salara herab.»

Da rauschten seine Zeltvorhänge zurück, und Syphax stürzte atemlos an sein Lager.

«Ich weiß es schon», sagte Cethegus aufspringend, «was du meldest: die Goten kommen. »

«Ja, Herr, morgen sind sie da. Sie zielen auf das salarische Tor. Ich hatte das beste Roß der Königin, aber dieser Totila, der den Vortrab führt, jagt wie der Wind durch die Wüste. Und hier

im Lager ahnt niemand etwas.»

«Der große Feldherr», lächelte Cethegus, «hat keine Vorposten ausgestellt.» - «Er verließ sich ganz auf den festen Turm an der Aniusbrücke*, aber... -«

«Nun, der Turm ist fest.» - «Ja, aber die Besatzung, römische Bürger aus Neapolis, ging zu den Goten über, als sie der junge Totila, der Führer des Vortrabs, anrief. Die Leibwächter Belisars, welche sich widersetzten, wurden gebunden, zumal Junocentius, und Totila ausgeliefert. Der Turm und die Brücke ist in der Goten Hand.»

«Es wird hübsch werden! Hast du eine Ahnung, wie stark der Feind?» - «Keine Ahnung. Herr: ich weiß es so genau wie König Witichis selbst. Hier die Liste ihrer Truppen. Sie schickt dir Mataswintha, seine Königin.»

Cethegus sah ihn forschend an. «Geschehen Wunder, die Barbaren zu verderben?»

«Ja, Herr, Wunder geschehen! Dies sonnenschöne Weib will ihres Volkes Untergang um des einen willen. Und dieser eine ist ihr Gatte.»

«Du irrst», sagte Cethegus, «sie liebte ihn schon als Mädchen und kaufte seine Büste.»

«Ja, sie liebt ihn. Aber er nicht sie. Und die Marsbüste ward zerschlagen in der Brautnacht.»

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