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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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Aber es war, als ob die Todesfurcht ihres gefallenen Führers sie alle ergriffen hätte. Sie scheuten das Schwert des Gotenkönigs hinter sich mehr als den drohenden Feldherrn vor sich: und ohne Halt und Fassung rasten sie, als wollten sie ihr eignes Fußvolk niederreiten, im vollen Galopp heran.

Einen Augenblick - ein furchtbarer Stoß: - ein tausendstimmiger Schrei der Angst und Wut, - ein wirrer Knäuel von Reitern und Fußvolk minutenlang, - darunter einhauende Goten: und plötzlich ein Auseinanderstieben nach allen Seiten unter gellendem Siegesruf der Feinde. -

Belisars Leibwache war niedergeritten, seine Hauptschlachtlinie durchbrochen. - Er befahl den Rückzug ins Lager.

Aber es war kein Rückzug mehr: es war eine Flucht. Hildebads, Guntharis' und Tejas Fußvolk waren jetzt auf dem Schlachtfeld eingetroffen. Die Byzantiner sahen ihre Stellung im ganzen geworfen: sie verzweifelten am Widerstand, und mit großer Unordnung eilten sie nach dem Lager zurück. Gleichwohl hätten sie dasselbe noch in guter Zeit vor den Verfolgern erreicht, hätte nicht ein unerwartetes Hindernis alle Wege gesperrt.

So siegesgewiß war Belisar ausgezogen, daß er das ganze Fuhrwerk, die Wagen und das Gepäck des Heeres, ja selbst die Herden, die ihm nachgetrieben wurden nach der Sitte jener Zeit, den Truppen auf allen Straßen zu folgen befohlen hatte. Auf diesen langsamen, schwer beweglichen und schwer zu entfernenden Körper stießen nun überall die weichenden Truppen, und grenzenlose Hemmung und Verwirrung trat ein.

Soldaten und Troßknechte wurden handgemein: die Reihen lösten sich zwischen den Karren, Kisten und Wagen. Bei vielen erwachte die Beutelust, und sie fingen an, das Gepäck zu plündern, ehe es in die Hände der Barbaren falle. Überall ein Streiten, Fluchen, Klagen, Drohen: dazwischen das Krachen der Lastwagen, die zerbrochen wurden, und das Blöken und Brüllen der erschrockenen Herden.

«Gebt den Troß preis! Feuer in die Wagen! Schickt die Reiter durch die Herden!» befahl Belisar, der mit dem Rest seiner Leibwachen in guter Ordnung mit dem Schwert sich Bahn brach. Aber vergebens. Immer unentwirrbarer, immer dichter wurde der Knäueclass="underline" - nichts schien ihn mehr lösen zu können.

Da zerriß ihn die Verzweiflung.

Der Schrei, «die Barbaren über uns!» erscholl aus den hintersten Reihen. Und es war kein leerer Schreck. Hildebad mit dem Fußvolk war jetzt in die Ebene hinabgestiegen, und seine ersten Reihen trafen auf den wehrlosen Knäuel.

Da gab es eine furchtbare wogende Bewegung nach vorn: ein tausendstimmiger Schrei der Angst - der Wut - des Schmerzes der Angegriffenen, der Leibwachen, die, alter Tapferkeit gedenk, fechten wollten und nicht konnten: - der Zertretenen und Zerdrückten - und plötzlich stürzte der größte Teil der Wagen, mit ihrer Bespannung und mit den Tausenden, die darauf und dazwischen zusammengedrängt waren, mit donnerndem Krachen links und rechts neben der Hochstraße.

So ward der Weg frei. Und unaufhaltsam, ordnungslos ergoß sich der Strom der Flüchtigen nach dem Lager. -

Mit lautem Siegesgeschrei folgte das gotische Fußvolk, ohne Mühe mit den Fernwaffen, mit Pfeilen, Schleudern und Wurfspeeren, in dem dichten Gewühl seine Ziele treffend, während Belisar mit Mühe die unaufhörlichen Angriffe der

Reiter Totilas und des Königs abwehrte. «Hilf, Belisar», rief Aigan, der Führer der massagetischen Söldner, aus dem eben gesprengten Knäuel heranreitend, das Blut aus dem Gesicht wischend: «meine Landsleute haben heut' den schwarzen Teufel unter den Feinden gesehen. Sie stehn mir nicht. Hilf: dich fürchten sie sonst mehr als den Teufel!»

Mit Knirschen sah Belisar hinüber nach seinem rechten Flügel, der aufgelöst über das Blachfeld jagte, von den Goten gehetzt.

«O Justinianus, kaiserlicher Herr, wie erfüll' ich schlecht mein Wort!»

Und die weitere Deckung des Rückzugs ins Lager dem erprobten Demetrius überlassend - denn das hügelige Terrain, das jetzt erreicht war, schwächte die Kraft der verfolgenden Reiter -, sprengte er mit Aigan und seiner berittenen Garde querfeldein mitten unter die Flüchtenden.

«Halt!» donnerte er ihnen zu, «halt, ihr feigen Hunde. Wer flieht, wo Belisar streitet?

Ich bin mitten unter euch, kehrt und siegt!»

Und aufschlug er das Visier des Helmes und zeigte ihnen das majestätische, das löwengewaltige Antlitz.

Und so mächtig war die Macht dieser Heldenpersönlichkeit, so groß das Vertrauen auf sein sieghaftes Glück, daß in der Tat alle, welche die hohe Gestalt des Feldherrn auf seinem Rotscheck erkannten, stutzten, hielten und mit einem Ruf der Ermutigung sich den nachdringenden Goten wieder entgegenwandten. An dieser Stelle wenigstens war die Flucht zu Ende.

Da schritt ein gewaltiger Gote heran, leicht sich Bahn brechend. «Heia, das ist fein, daß ihr einmal des Laufens müde seid, ihr flinken Griechlein. Ich konnt' euch nicht mehr nach vor Schnaufen. In den Beinen seid ihr uns überlegen. Laßt sehn, ob auch in den Armen. Ha, was weicht ihr, Burschen!

Vor dem, auf dem Braunscheck? Was ist's mit dem?»

«Herr, das muß ein König sein unter den Welschen, kaum kann man sein zornig Auge tragen.»

«Das wäre! Ah - das muß Belisarius sein! Freut mich», schrie er ihm hinüber, «daß wir uns treffen, du kühner Held. Nun spring vom Roß und laß uns die Kraft der Arme messen. Wisse, ich bin Hildebad, des Tota Sohn. Sieh, auch ich bin ja zu Fuß. Du willst nicht?» rief er zornig. «Muß man dich vom Gaule holen?» Und dabei schwang er in der Rechten wiegend den ungeheuren Speer.

«Wende, Herr, weich aus», rief Aigan, «der Riese wirft ja junge Mastbäume.» - «Wende, Herr», wiederholten seine Hypaspisten ängstlich.

Aber Belisar ritt, das kurze Schwert gezückt, ruhig dem Goten um eine Pferdelänge näher. Sausend flog der balkengleiche Speer heran, grad gegen Belisars Brust.

Aber grad', ehe er traf - ein kräftiger Hieb von Belisars kurzem Römerschwert, und drei Schritte seitwärts fiel der Speer harmlos nieder.

«Heil Belisarius! Heil», schrien die Byzantiner ermutigt und drangen auf die Goten ein.

«Ein guter Hieb», lachte Hildebad grimmig. «Laß sehen, ob dir deine Fechtkunst auch gegen den hilft.» Und sich bückend hob er aus dem Ackerfeld einen alten, zackigen Grenzstein, schwang ihn mit zwei Armen erst langsam hin und her, hob ihn dann über den Kopf mit beiden Händen und schleuderte ihn mit aller Kraft auf den heransprengenden Helden - ein Schrei des Gefolges: rücklings stürzte Belisar vom Pferd.

Da war es aus.

«Belisarius tot! Wehe! Alles verloren, wehe!» schrien sie, als die hochragende Gestalt verschwunden, und jagten besinnungslos nach dem Lager zu. Einzelne flohen

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