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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]
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Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]

Электронная книга - «Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]». Краткое содержание книги:

Seit längerer Zeit wird vom besiedelten Teil der Galaxis aus ein rätselhafter Stern beobachtet: Nicht nur, dass er auf einer engen Bahn um den Mittelpunkt der Milchstraße läuft und hoch in den galaktischen Halo aufsteigt, nach jeweils 215 Jahren Dunkelperiode strahlt er auch plötzlich für 35 Jahre hell auf, um sich dann wieder zu verdunkeln. Als man feststellt, dass der einzige Planet, der ihn umkreist, von intelligenten Wesen bewohnt ist, rüsten die Dschöng Ho, eine friedliche Händlerzivilisation, ein Raumschiff aus, um Kontakt zu der fremden Spezies aufzunehmen. Zugleich jedoch startet das Schiff einer skrupellosen Aufsteiger-Zivilisation — Menschenabkömmlinge, die während der Isolation in die Barbarei abgesunken waren und inzwischen wieder zu Hochtechnologie und Raumfahrt fähig sind. Doch sie sind Barbaren geblieben: Sie überrumpeln die Händler, töten etliche von ihnen und versklaven den Rest. Und genau so gedenken sie mit der Bevölkerung des Planeten zu verfahren, um ihr wissenschaftliches Know-how zu erbeuten. Sie gehen in eine orbitale Lauerstellung und warten ab, bis die Sonne erneut in die Lichtphase tritt und die Bewohner in ihren ›Tiefen‹ aus dem Kälteschlaf erwachen. Aber sie ahnen nicht, dass auf dem Planeten auch jemand lebt, der von ihrer Anwesenheit weiß…
›Eine Tiefe am Himmel‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award und dem John W. Campbell Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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Was also in diesem allmählichen Abgleiten ins Vergessen war es, das den Augenblick — oder zumindest den Tag — kennzeichnete, der als Erster des Dunkels galt? Unnerbei starrte direkt in die Sonne. Sie hatte die Farbe einer warmen Herdplatte, war aber so schwach, dass er keine Wärme spürte. Sie würde nicht mehr schwächer werden. Jetzt würde die Welt einfach kälter und immer kälter werden, nur vom Sternenlicht und dieser rötlichen Scheibe erhellt. Von nun an würde die Luft immer zu kalt sein, als dass man sie mühelos hätte atmen können. In früheren Generationen hatte dies den Anfang der letzten Anstrengungen bezeichnet, das Notwendige in seiner Tiefe einzulagern. In früheren Generationen hatte es für einen Vater die letzte Gelegenheit bezeichnet, für die Zukunft seiner Kupplis zu sorgen. In früheren Generationen hatte es eine Zeit von hohem Edelmut wie auch von großem Verrat und Feigheit bezeichnet, wenn all diejenigen, die nicht ganz bereit waren, sich mit der Tatsache des Dunkels und der Kälte konfrontiert fanden.

Hier, heute… Hrunks Aufmerksamkeit wandte sich denen auf dem Platz zwischen ihm und den Bäumen zu. Es gab einige — alte Kupps und viele von der eigentlich gegenwärtigen Generation —, die ihre Arme zur Sonne erhoben und sie dann senkten, um die Erde und das Versprechen zu umarmen, das der lange Schlaf verkörpern sollte.

Doch die Luft rings um sie war mild wie ein Sommerabend in den Mittleren Jahren. Und der Boden war warm, als sei die Sonne der Mittleren Jahre eben untergegangen und lasse die Nachmittagshitze zu ihnen aufsteigen. Die meisten Leute ringsum ignorierten den Abschied des Lichtes. Sie lachten, sangen — und ihre Kleidung war hell und teuer, als hätten sie nie einen Gedanken an die Zukunft verschwendet. Vielleicht waren die Reichen schon immer so gewesen.

Die kaltfarbigen Lichter in den Bäumen mussten vom Haupt-Kernreaktor gespeist sein, den Unnerbeis Firmen vor fast fünf Jahren im Hochland oberhalb der Kraterwand gebaut hatten. Sie ließen den ganzen Wald am Grunde schimmern. Jemand hatte faule Waldelfen importiert, sie zu Zehntausenden ausgesetzt. Ihre Flügel funkelten blau und grün und fernblau, während die Wesen im Gleichklang mit den Mengen unter den Bäumen wirbelten.

Im Wald tanzten die Leute in Haufen, und manche von den jüngsten liefen in die Bäume hinaus, um mit den Elfen zu spielen. Die Musik wurde hektisch, als sie in die Mitte des Wäldchens gingen und dann eine sanfte Steigung hinan, die zu den Grundstücken am ’ Boden führte. Doch jetzt war er an den Anblick von Unzeit-Leuten gewöhnt. Obwohl seine Instinkte sie noch immer für eine Perversion hielten, waren sie wirklich notwendig. Er mochte und achtete viele von ihnen. Zu beiden Seiten von ihm machten Arla und Brun unaufdringlich den Weg für ihn frei. Beide Sicherheitsleute waren Unzeitlinge, etwa zwanzig Jahre alt, gerade ein wenig jünger, als Klein Viktoria jetzt sein müsste. Es waren gute Kupps, so gut wie irgendeiner, an dessen Seite er jemals gekämpft hatte. Ja, von Fall zu Fall war Hrunkner Unnerbei mit seinem Widerwillen zurechtgekommen. Aber…Ich habe noch nie so viele Unzeitlinge auf einem Haufen gesehen.

»He, alter Bursche, komm, tanz mit uns!« Zwei junge Damen und ein Kerl sprangen auf ihn zu. Irgendwie kriegten Arla und Brun ihn frei, wobei sie die ganze Zeit vorgaben, selber fröhliche Tänzer zu sein. Im abgedunkelten Raum unter einem Baum erhaschte Unnerbei einen Blick auf etwas, das wie die Häutung eines Fünfzehnjährigen aussah. Es war, als wären alle überkommenen Bilder von Sünde und Faulheit auf einmal wahr geworden. Gewiss, die Luft war angenehm warm, doch es lag der Gestank von Schwefel in ihr. Gewiss, der Boden war angenehm warm, doch er wusste, dass es nicht die Wärme der Sonne war. Vielmehr war es eine Wärme in der Erde selbst, die sich tiefer und tiefer erstreckte wie Wärme von einem verwesenden Körper. Jede Tiefe, die man hier grub, wäre eine Todesfalle, so warm, dass das Fleisch der Schläfer in ihren Schalen verfaulen würde.

Unnerbei wusste nicht, wie Arla und Brun es anstellten, doch schließlich waren sie auf der anderen Seite des Waldes. Hier gab es noch Mengen von Leuten und Bäume — doch die Manie des Kraterbodens war gedämpft. Das Tanzen war ruhig genug, dass keine Kleidung zerrissen wurde. Hier fühlten sich die Waldelfen sicher genug, um auf ihren Jacken zu landen, dazusitzen und den bunten Flor ihrer Flügel mit fauler Dreistigkeit zu schwingen. Überall sonst auf der Welt hatten diese Wesen schon vor Jahren ihre Flügel verloren. Vor fünf Jahren war Unnerbei nach einem strengen Frost durch die Straßen von Weißenberg gegangen, und unter seinen Stiefelspitzen hatten Tausende von bunten Blättern geknirscht, die Flügel der vernünftigen Waldelfen, die sich tief eingruben, um ihre winzigen Eier zu legen. Die faule Variante hatte vielleicht ein paar Sommer mehr zu leben, doch sie waren zum Untergang verurteilt — oder hätten es sein sollen.

Die drei gingen immer höher, die ersten Hänge der Kraterwände hinauf. Vor ihnen reichten die Häuser des Späten Schwindens als Ring von Licht rings um die Wand. Natürlich war keins davon älter als zehn Jahre, doch die meisten waren im Sonnenschirm-und-Flitter-Stil der vorigen Generation gebaut. Die Gebäude waren neu, doch das Geld und die Familien waren alt. Fast jedes Grundstück war ein Radialbesitz, der sich die Kraterwand hinan erstreckte. Die Häuser des frühen Schwindens, auf halber Höhe am Hang, waren oft dunkel, ihre offene Architektur nicht mehr brauchbar. Unnerbei sah den Glanz von Schnee auf den Dächern der höher gelegenen Häuser. Scherkaners Haus lag irgendwo dort oben bei denen, die reich genug waren, um den Boden des Grundstücks zu heizen, aber nicht so reich, um weiter unten am Grund nochmals zu bauen. Scherkaner wusste, dass selbst die Calorica-Bucht dem Dunkel der Sonne nicht entgehen würde… Dazu brauchte es Kernkraft.

Zwischen den Lichtern des Grundwaldes und dem Häuserring lag Schatten. Die Waldelfen starteten mit glitzernden Flügeln, um zum Grund zurückzufliegen. Der Schwefelgeruch war schwach, nicht so scharf wie die saubere Kälte der Luft. Über ihnen war der Himmel dunkel bis auf die Sterne und die fahle Sonnenscheibe. Das war real — das Dunkel. Unnerbei starrte nur einen Moment lang und versuchte, die Lichter am Grunde zu ignorieren. Er versuchte zu lachen. »Also was wäre euch lieber, Kupps, ein bisschen ehrliche Feindeinwirkung oder noch einmal durch den Mob?«

Arla Untertors Antwort war ernst. »Ich würde natürlich den Mob wählen. Aber… das war sehr seltsam.«

»Beängstigend, meinen Sie.«

»Ja«, sagte Arla. »Aber haben Sie’s bemerkt? Eine Menge von diesen Kupps hatte auch Angst. Ich weiß nicht, es ist, als wären sie alle — wir alle — faule Waldelfen. Wenn man emporschaut und das Dunkel sieht, wenn man sieht, dass die Sonne gestorben ist… fühlt man sich schrecklich klein.«

»Ja.« Mehr wusste Unnerbei nicht zu sagen. Diese beiden jungen Leute waren Unzeitlinge. Sie waren sicherlich nicht das ganze Leben von lauter traditionalistischen Ansichten umgeben gewesen. Und dennoch hatten sie manche von denselben aus dem Bauch kommenden Bedenken wie Hrunkner Unnerbei. Interessant.

»Na los! Die Seilbahn-Station ist hier irgendwo in der Nähe.«

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