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Der Turm

Электронная книга - «Der Turm». Краткое содержание книги:

Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der süßen Krankheit Gestern der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der roten Aristokratie im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk Ostrom, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.
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Aus dem Weihnachtsurlaub wird nichts. Wir sind zum» Wachkomplex I «eingeteilt, das bedeutet Wacheschieben und GWA (Rotlichtbestrahlung) im Wechsel, bis zum Silvesterabend. Hier in der Unterkunft legt sich allmählich Kakaostaub auf die verstreuten und verdreckten Sachen aus dem Feldlager (wir haben trotz der Kälte und der ungünstigen Windrichtung das Fenster sperrangelweit aufgerissen). Ich sitze mitten im Tohuwabohu und beende diesen Brief mit schönen Grüßen. Euer Christian

40. Das Telefon

Der Alte vom Berge sagte lange nichts, wenn das Telefon bei ihm klingelte und Londoner am anderen Ende war, was Meno aus verschiedenen Anzeichen herausspürte: unwillkürlich straffte sich Altbergs Rücken, wenn er abgenommen und seinen Namen gebrummt hatte, und das tat er nicht, wenn er mit Schiffner oder mit einem Kollegen telefonierte. Im Gegenteil schien er dann noch mehr in sich zusammenzusinken, sein Gesicht knitterte, als nähme er einen Tadel, einen als Tadel getarnten Angriff vorweg und ebenso den Ärger, den ihm das bereiten würde, ärgerte sich also gewissermaßen auf Vorrat, um das, was an tatsächlichen Unannehmlichkeiten aus dem Hörer käme, nichtig werden zu lassen neben dem, was er bereits vorweggenommen hatte. Und es somit in Schranken zu weisen: wer sich innerlich darauf einstellt, etwa, wenn er zum Zahnarzt geht, drei Stunden in ärgster Pein zuzubringen, für den ist die halbe Stunde, in der das Sirren des Bohrers zwar oft auf-, oft jedoch auch wieder abschwillt, beinahe ein Klacks; Meno dachte: Spatz, auf den man solcherart mit Kanonen schoß, wenngleich man diesen Spatz nicht allzu häufig hören wollte, denn es war ein recht robuster Spatz. Was Schiffners Anrufe oder diejenigen wenig geliebter Kollegen betraf, so murmelte der Alte sein» Ja «oder» Jaja «oder» Jaja, natürlich «oder» Jajaja, das ist ganz klar «wie Bannsprüche in die Muschel, wandte Meno das Profil zu, wehrte jedoch ab, wenn Meno aus dem Zimmer gehen wollte, schien sogar böse über die Geste zu werden: er ließ die flach ausgestreckte Hand wie eine Presse nach unten fahren und schüttelte heftig den Kopf, was Meno als eine Art Befehl zum Sitzenbleiben auffaßte, den er, wenn auch unwillig und zweifelnd, befolgte. Der Alte duldete es nicht einmal, daß Meno, wenn er schon das Zimmer nicht verlassen durfte, umherging, bis er zumindest einen Anstandsabstand erreicht haben würde und sich unter den Büchern in den Wandregalen umtun konnte, vernehmlich mit den Seiten zu knistern und mit einem Ausdruck von solch gebannter Intensität aufs Papier zu starren, daß wenigstens bei der Haushälterin, sollte sie zufällig hereinkommen, kein unliebsamer Eindruck entstand. Meno hatte dieses Manöver einmal versucht, worauf der Alte den Hörer sofort mit der Hand bedeckt und Meno mißtrauisch angefunkelt hatte; in der Nähe der Bücherschäfte befand sich der Schreibtisch mit dem ziegeldick getürmten Manuskript, einer Batterie von Leimtöpfen sowie einer Schüssel für Papierschnipsel, und Meno hatte des Alten zwar lächelnd, aber scharf vorgebrachtes» Herr Lektor, dort ist nichts für Sie«, schleunigst wieder in den Sessel getrieben. Rief Schiffner an, wickelte Altberg während des Telefonats die litzenumsponnene Telefonschnur um den Finger, wobei er dies manchmal vergaß und den Stecker aus der Steckdose zog. War es ein Kollege, der anrief, ging Altberg ruhelos auf und ab und duckte sich bei jeder Kehrtwendung ein Stückchen tiefer, als könnten Fausthiebe durch den Hörer in die Magengrube dringen, bis er, soweit es die Telefonschnur zuließ, wie auf der Pirsch durchs Zimmer schlich. Warum Meno während dieser Telefonate anwesend bleiben mußte, wurde ihm klar, als der Alte ihn einmal mit Verschwörermiene beiseite zog und aus dem Regal mit den Apotheken-Utensilien eine große, braune Arzneiflasche nahm:»Der Stöpsel, lieber Rohde, schließt auf den Hundertstel Millimeter, so präzis ist das geschliffen, aber Sie können ihn bewegen — hier«, und begann den Verschluß in der Flasche zu drehen, was ein fürchterliches, zerriebenes Kreischen ergab, das Altberg kunstfertig und mit wissendem Grinsen in schrille Höhen schraubte,»wenn ich Ihnen mal ein Zeichen gebe, fangen Sie bitte damit an, Sie stellen sich unmittelbar neben mich und beginnen links herum«, und als ein Anruf gekommen war, den Altberg auf diese Weise behandelt wissen wollte, hatte Meno ein zitronensaures» Schriiek-schriiek «angestimmt, während der Alte mit hochkonzentrierter Miene und Augen, als gälte es des Mimen Schwanengesang, die Geräusche einer defekten Nähmaschine nachgeahmt hatte, skandiert von Zungenblubbern in der Wange, zarten Schnarch- und metallisch aufgehöhlten Grunzgeräuschen, und immer wieder unterbrochen vom verzweifelt an die Zimmerdecke gerufenen» Können Sie mich hören? Hallo? Sind Sie noch dran?«bevor Altberg schließlich mit befriedigter und erschöpfter Miene auf den Unterbrecher tippte.

Das» Nichts-Sagen«, war Londoner am Telefon, wurde nach langer Minute von einem» gut «oder» interessant «oder» Hast du das von ihm? Von ihm persönlich? — Oh, übers obere Telefon «gekappt, wodurch Meno aus der Überlegung schreckte — beim zweiten oder dritten dieser Anrufe, nachdem er hatte Beobachtungen sammeln und sie zu Schlußfolgerungen ausfällen können —, woher er wußte, daß Jochen Londoner mit dem Alten vom Berge sprach: auch bei anderen Telefonaten mochte der den Rücken straffen, lange den Hörer schweigend am Ohr halten, auch in anderen Gesprächen nervös über die Hausjacke oder, wenn er ein Sakko trug, über die Taschen fahren, um den Sitz der Patten zu kontrollieren, den Hörer nach dem Abnehmen ans linke Ohr führen, ihn aber nach einer Sekunde ans rechte wechseln; vielleicht gab es neben dieser Gemeinsamkeit: dem Ohrwechsel nach dem Abnehmen — Londoner tat das, wenn er einen offiziellen oder auch nur einen offiziösen Anruf erhielt — noch eine Reihe von weiteren, die beide Männer beim Telefonieren hatten und Meno abergläubisch schlußfolgern ließen: telefonierte der eine so wie der andere, dann mußte der eine, wenn er die gleichen Eigenheiten zeigte wie der andere, den anderen auch im Gespräch haben — was unlogisch war, aber im Fall des Alten vom Berge zu Menos Erstaunen zutraf. Zu Schlußfolgerungen ausfällen: Meno benutzte bei sich diesen chemischen Fachbegriff, denn er zog gern die Verbindung vom Beobachten und Schlußfolgern zur Anordnung eines Versuchs, in dem ein Stoff vorsichtig und schrittweise angereichert wurde, um mit einem zweiten Stoff — mit einer anderen Beobachtung — eine Verbindung eingehen zu können, die, wenn ein bestimmter Konzentrationspunkt überschritten war, in der Lösung erscheinen — ausgefällt werden — würde. Der Alte vom Berge hatte ein Telefontischchen gut sichtbar in der Mitte einer Zimmerwand nach vorn gestellt; bei Londoner stand das Telefon, genauer: das von der Familie so genannte» untere Telefon«, in der Diele auf ähnliche Weise prominent. Dieses Prominentstehen hatte zwei Seiten, und Meno wußte nicht genau, für welche sich Londoner entschieden hatte, als er beschloß, das Tischchen derartig weit in die durch Unmengen Bücher beengte Diele vorzurücken, so daß schon mancher Gast, besonders wenn es spät geworden war und man Londoners vorzüglicher Sherry- und Portwein-Sammlung zugesprochen hatte, gegen das Tischchen gestoßen war — wobei das Telefon keinen Schaden nahm, es war ein schwerer Amtsapparat mit hochliegender Wählscheibe, der in solchen Fällen auf ein von der Hausfrau vorsorglich bereitgelegtes Kissen fiel. So war es Brauch im Hause Londoner, das Tischchen wurde nicht zurückgestellt.

— Eitelkeit war es nicht, schrieb Meno, jedenfalls nicht allein, denn die meisten Gäste, die mit dem Apparat auf diese Weise Bekanntschaft schlossen, hatten selbst einen zur Verfügung und schüttelten die Köpfe über Londoners merkwürdige Sitte, und auch, wenn ich die schauspielerischen Talente meines ehemaligen Schwiegervaters keinesfalls unterschätze — er hatte Vergnügen an jeder Art von Theater, liebte Vaudeville-Stücke und Shakespeare, den er im Original, eine englische Pfeife zwischen den Zähnen, mit jener Neigung zur Systematik, zum Ordnungschaffen und dem Mut zum Angriff auf uneinnehmbar scheinende Bastionen studierte, die ihm eine gewisse Berühmtheit im Land verschafft, seinem oft gedruckten und im Ohr der Mächtigen nachklingenden Wort spezifisches Gewicht verliehen hatten; auch wenn er gern Dramatikerjamben rollen und seine Augen dabei Flammenblitze der Leidenschaft oder den Samt der Einschmeichelung verausgaben ließ, und Eschschloraque, den Klassizisten und sozialistischen Marschall des Maßes, nicht nur zu einem der unvermeidlichen Ostrom-Umtrünke einlud, sondern gern auch sonst, privatim, um sich an der Lesung eines Stücks mit verteilten Rollen zu erlaben —: seine eigenen histrionischen Gaben schätze ich nicht so hoch ein, daß er dem Gast hätte Verlegenheit, gar leise Scham, angesichts des Umstands hätte aufbinden können, daß er, Jochen Londoner, das Privileg eines eigenen Telefons besaß, wenn er» nicht die Bohne«— hätte er zu dieser Situation gesagt — verlegen gewesen wäre; er war es, und genau deshalb stellte er das Telefon so gut sichtbar in den Flur, wie ein Neureicher sein Geld blinken und protzen läßt — allerdings kaum aus Verlegenheit —, stellte es in den Flur, um damit zu sagen: Es ist nun einmal so, ja, ich habe ein Telefon, tut mir leid; aber da ihr es viel eher entdecken würdet, hätte ich es dezent in eine Ecke gestellt — denn ihr würdet sagen: Ah, er hat schon einen solch selbstverständlichen Umgang mit dem Telefon, daß er es sich leisten kann, es nicht mehr zu beachten —, konnte ich es euch gleich unter die Nase wenden; also bitte entschuldigt schon, daß mir dieses verdammte Ding zugeteilt worden ist. Für eine gespielte Verlegenheit faßte er sich zu oft an die Oberlippe, wenn Besuch gekommen und Irmtraud damit beschäftigt war, Schal und Mantel auf dem Kleiderständer zu verstauen; hob er zu oft die Hand, um sich — über etwas nachdenkend, sich an etwas erinnernd? — an die Stirn zu fassen und dabei das Telefon im Schatten seines Tweedsakkos zu lassen, das Schneider Lukas aus englischem Harristweed gemessen und in mehreren gleichen Exemplaren hergestellt hatte. Vielleicht war die Prominenz, mit der das untere Telefon vor der Wand residierte, nur als eine Art von Köder gedacht, den hungrige und sensationslüsterne Beobachter schlucken sollten, indem sie Londoner Eitelkeit und einfältigen Stolz unterschoben: Da hat er’s nun endlich auch zu einem Telefon gebracht, und um es uns auch ja recht zu präsentieren, schiebt er es in den Flur vor, daß man sich daran die Beine stößt! Der hat’s also nötig! — ein Köder, mit dem er vom weitaus wichtigeren zweiten Telefon, dem oberen in seinem Arbeitszimmer, ablenkte, das nicht über den gleichen Anschluß wie das untere lief — so daß er, hätte er von oben anrufen wollen, die Leitung des unteren aus der Anschlußbuchse hätte ziehen müssen —, sondern Extra-Anschluß und — Telefonnummer besaß, die nur wenige kannten. Er stellte, so schien es mir, sein Licht unter den Scheffel, wurde auch ungehalten und nervös, wenn während einer Unterhaltung das Telefon oben klingelte; strikt hatte er es uns: Hanna, Philipp und mir, verboten, ihn privat über das obere Telefon anzurufen. Dafür gab es den Apparat in der Diele. Er gehörte zu Irmtrauds Bereich: Sie war es, die abnahm, deren Stimme man hörte; wenn es für Jochen Londoner war, ließ er sich rufen; nach Stimmung oder Namen, den Irmtraud bei zugehaltener Muschel nannte, auch verleugnen. Ich zögere, überlese die vorstehenden Zeilen und bin mir nicht sicher, ob ich Londoner nicht überschätze, ob die psychologischen Pirouetten, die ihn einzukreisen versuchen, in Wahrheit ein Phantom umfahren, denn warum kann ein Gelehrter wie er, Mitglied verschiedener Akademien, geschätzter Beiträger in Tageszeitungen und gelesenen Wochenzeitschriften, warum kann er, der die Feinheiten der Sonette des Schwans von Avon kennt, er, hinter dessen warm blickenden braunen Augen, eingefaßt von bemerkenswert ausgeprägten Tränensäcken, soviel Marxismus und soviel englische Lebensart zu Hause ist — warum kann er nicht einfach eitel sein? Fang die Fische nicht auf Bäumen, pflegte Vater zu sagen. Denn wie Londoner die Zeitungen zusammenraffte, wenn das charakteristische Klingelgeräusch des grünen» RFT«-Apparats ertönte, wie er sich aus dem Schaukelstuhl herausarbeitete, in dem er, eingewickelt in eine Decke, die Artikel weniger gelesen als durchbrummelt hatte, Kommentare und ausschweifende Erwägungen anstellend, minutenlang den anderen im Raum, ob sie es wollten oder nicht, schlechtes Journalistendeutsch zitierend, wie er die Zeitungen von sich warf — wobei er aus dem Schaukelstuhl nach vorn schwankte und balancierend die Arme auswerfen mußte wie ein Schwimmer, der sich kopfüber ins Wasser stürzt — und elektrisiert nach oben stürmte, als hinge von diesem Anruf die Welt ab, wenn nicht gar Dresden: all das sprach von Gier, mit der Süchtige nach dem Gegenstand ihrer Sucht lechzen, eine verblüffte, vielleicht sogar über sich selbst erschrockene Gier; wie der Schaukelstuhl noch geraume Zeit vor- und zurückpendelte, bis es Irmtraud oder Hanna zuviel wurde: die bühnenhaft aus dem Halbdämmer des Zimmers auftauchende Hand, die den Schaukelstuhl stoppte, so daß sich die Stille vertiefte und etwas Beklemmendes erhielt, Irmtrauds banger Blick, den sie zu kaschieren versuchte, Philipps herausforderndes Räuspern und genüßliches» Ach, übrigens, Meno, kennst du den?«-Witzeerzählen justament dann, wenn die Stille am tiefsten und, so empfand ich, am verletzlichsten war, als wäre sie eine weiße Fläche, auf der, schwarz, ein Urteil erscheinen würde — Irmtraud wagte nicht einmal, die Studienjahres-Broschüren der Partei weiterzulesen oder eine von Philipps Veröffentlichungen; sie rührte nichts an während des Telefonats, als wäre der Sherry eine Belohnung, die ihr womöglich nicht zustand, woran sie das Klingeln des Apparats und, davon losgelöst, komplizierte psychologische Prägungen gemahnt hatten, die sonst, im Alltag, in Vergessenheit geraten waren wie schlechte Träume, die man beim Erwachen, froh und beruhigt angesichts des beginnenden Tages, abschüttelt, bis man einen Gegenstand aus dem Traum auf der Kommode im Flur entdeckt —; wie Jochen Londoner dann wiederkehrte, das Gesicht undurchsichtig, der Blick gleichgültig, wie er in die Küche ging, um sich ein Glas Wasser einzuschenken, das er in Schlucken trank, die mit Kosten, Abschmecken, umsichtiger Beobachtung langsam an der Wasserhahntülle nachreifender Tropfen verbrämt waren, wie er zurück ins Wohnzimmer kam, ohne sich um die Stille, um Irmtraud, die das Sherryglas abgestellt hatte, um Hanna oder Philipp zu kümmern, die das Spiel — aber war es eines? — mitspielten, was mich immer aufs neue verwunderte; Hanna starrte auf den Tisch, Philipp hatte das Kinn gereckt und die Witze — herrliche jüdische Witze, die mich trotz Irmtrauds vorwurfsvollem Blick in der Zeit der Stille zum Lachen brachten, was Irmtraud wahrscheinlich als Ohrfeige empfand; aber diese Witze, besonders die mit Rabbinern, besaßen köstliche Pointen —: diese Witze hatte Philipp entschieden, wie unwillig über sich selbst, beiseite gewischt, wenn sein Vater ins Zimmer zurückkam; und wie Londoner dann an den Tisch trat, sich nicht in den Schaukelstuhl, sondern neben seinen Sohn auf die Couch setzte, bedächtig, die breiten Hände auf den Knien, die Beine einknicken ließ: das konnte man, glaubte ich in kühleren Minuten, durchaus als eitel bezeichnen, auch alle nun folgenden Räusperer und Gesichtsmuskelspiele wiesen darauf hin, daß das eben geführte Gespräch am» oberen Telefon «von ungeheurer Wichtigkeit gewesen war —

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