Der Duellant
- Автор: Тургенев Иван Сергеевич
- Язык: немецкий
- Жанр: Русская классическая проза
Электронная книга - «Der Duellant». Краткое содержание книги:
Mascha spielte viel Klavier, hatte gar keine Vorahnungen und kokettierte mit ihm sehr nett. Ihre Sorglosigkeit tat ihm anfangs weh, dann faßte er sie aber als ein günstiges Vorzeichen auf – er freute sich darüber und wurde ruhig. Sie hing von Tag zu Tag mehr an ihm; das Verlangen nach Glück war in ihr stärker als das Verlangen nach Leidenschaft. Auch hatte ihr Lutschkow alle übertriebenen Erwartungen ausgetrieben, und sie entsagte ihnen mit Freuden und für ewig. Nenila Makarjewna liebte Kister wie einen Sohn. Ssergej Ssergejewitsch folgte aus Gewohnheit dem Beispiel seiner Frau.
»Auf Wiedersehen«, sagte Masch zu Kister, als sie ihn ins Vorzimmer begleitete und mit stillem Lächeln sah, wie er ihr zärtlich und lange die Hände küßte. »Auf Wiedersehen.«
Als er aber eine halbe Werst vom Hause der Perekatows entfernt war, erhob er sich in seinem Wagen und begann mit dunkler Unruhe nach erleuchteten Fenstern zu spähen. Aber das ganze Haus war schon dunkel wie ein Grab.
Kap. 11
Am andern Tag, gegen elf Uhr früh, kam Kisters Sekundant, ein alter, verdienter Major, zu ihm, um ihn abzuholen. Der gute Alte brummte, kaute an seinem grauen Schnurrbart und wünschte Awdej Iwanowitsch jedes Übel.
Der Wagen fuhr vor. Kister übergab dem Major zwei Briefe: einen an die Mutter und einen an Mascha.
»Wozu das?«
»Man kann nicht wissen.«
»Unsinn! Wir schießen ihn nieder wie ein Rebhuhn.«
»Es ist immerhin besser.«
Der Major steckte sich ärgerlich beide Briefe in die Seitentasche seines Waffenrocks.
»Wir fahren.«
Sie brachen auf. Im kleinen Wald, zwei Werst von Kirillowo, erwartete sie Lutschkow mit seinem Sekundanten und früheren Freund – dem parfümierten Adjutanten. Das Wetter war herrlich, die Vögel zwitscherten friedlich; in der Nähe des Waldes pflügte ein Bauer seinen Acker. Während die Sekundanten die Distanz abmaßen, die Barrieren absteckten und die Pistolen untersuchten und luden, sahen sich die Gegner gar nicht an. Kister ging mit sorglosem Ausdruck auf und ab und fächelte mit einem abgerissenen Zweig; Awdej stand unbeweglich mit gekreuzten Armen und gerunzelten Brauen. Nun kam der entscheidende Augenblick. »Fangen Sie an, meine Herren!« Kister trat rasch an die Barriere, war aber noch keine fünf Schritte gegangen, als Lutschkow schon schoß.
Kister erzitterte, machte noch einen Schritt, wankte und senkte den Kopf ... Seine Knie knickten ein, er fiel wie ein Sack ins Gras.
Der Major stürzte auf ihn zu.
»Ist es möglich? ...« flüsterte der Sterbende.
Awdej näherte sich dem Toten. Sein finsteres und abgemagertes Gesicht zeigte den Ausdruck eines wütenden, erbitterten Mitleids. Er sah den Adjutanten und den Major an, senkte wie schuldbeladen den Kopf, stieg schweigend in den Sattel und ritt im Schritt zur Wohnung des Oberst.
Mascha lebt noch heute.
* * *
Ende