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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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Wie sonst hätte Savara von ihrer Anwesenheit in der Stadt erfahren können?

Er zog sich die Kette über den Kopf und warf sie weg.

»Ich bin tatsächlich ein Narr gewesen, dir zu vertrauen«, sagte er verbittert.

Sie sah ihn traurig an. »Ich weiß über Sonea und Akkarin Bescheid, seit ich dir diesen Anhänger gegeben habe. Habe ich die beiden an die Ichani verraten? Nein. Habe ich diese Information benutzt, um dich zu bestechen? Nein. Ich habe dein Vertrauen nicht ausgenutzt, Ceryni. Es verhält sich umgekehrt.« Sie verschränkte die Arme vor der Brust. »Du hast mir versprochen, mich über den Fortgang der Dinge auf dem Laufenden zu halten. Im Gegenzug dafür habe ich dir Ratschläge gegeben, wie man Magier töten kann. Trotzdem hast du vieles vor mir verborgen, was ich hätte wissen müssen. Meine Leute haben in Sachaka nach Akkarin und Sonea gesucht. Sie wollten dem ehemaligen Hohen Lord helfen, Kyralia von den Ichani zurückzuerobern. Wir wollen genauso wenig wie du, dass Kyralia unter die Herrschaft Karikos fällt.«

Cery starrte sie an. »Wie kann ich dir das glauben?«

Savara seufzte und schüttelte den Kopf. »Ich kann dich nur bitten, mir zu vertrauen. Es ist zu schwierig, das zu beweisen… Aber ich denke, du bist an die Grenze deines Vertrauens gestoßen.« Sie lächelte kläglich. »Was sollen wir nun miteinander anfangen?«

Er hatte keine Antwort auf diese Frage. Stattdessen betrachtete er den Anhänger und kam sich töricht und betrogen vor. Aber die Traurigkeit, die er in ihren Augen sah, wirkte echt. Er wollte nicht, dass sie im Bösen auseinander gingen.

Aber vielleicht gab es keine andere Möglichkeit. »Du und ich, wir haben Abkommen und Geheimnisse, die wir nicht preisgeben dürfen, und Menschen, die wir beschützen müssen«, sagte er langsam. »Ich habe das respektiert, im Gegensatz zu dir.« Wieder blickte er auf den Anhänger hinab. »Du hättest mir das nicht antun dürfen. Ich weiß, warum du es getan hast, aber deswegen ist es trotzdem nicht richtig. Indem du mir diese Kette geschenkt hast, hast du es mir unmöglich gemacht, meine Versprechen zu halten.«

»Ich wollte deine Leute schützen.«

»Ich weiß.« Er brachte ein schiefes Lächeln zustande. »Und auch das kann ich respektieren. Solange unsere Länder gegeneinander Krieg führen, dürfen wir unsere Gefühle nicht über die Sicherheit der Menschen stellen, die uns vertrauen. Also lass uns abwarten, wie die Dinge sich entwickeln. Wenn alles vorbei ist, werde ich dir vielleicht verzeihen. Bis dahin werde ich auf meiner Seite bleiben. Mehr kannst du nicht von mir erwarten.«

Sie senkte den Blick, dann nickte sie. »Ich verstehe.«

Der Dienstboteneingang von Zerrends Villa führte in eine Gasse, die gerade breit genug für einen Wagen war. Die Tür war geschlossen, aber das Schloss war aufgebrochen worden.

Von Tayend war keine Spur zu sehen – und auch von niemand anderem.

»Was sollen wir jetzt tun?«, fragte Farand.

»Ich weiß es nicht«, gestand Dannyl. »Ich möchte hier bleiben, falls er zurückkommt. Aber er könnte auch dazu gezwungen worden sein, aus der Stadt zu fliehen.«

Oder er könnte tot sein. Wann immer Dannyl an diese Möglichkeit dachte, wurde ihm übel vor Angst. Zuerst Rothen, dann Tayend…

Nein, sagte er sich. Denk nicht einmal daran. Nicht solange du es nicht mit eigenen Augen gesehen hast.

Die Vorstellung, er könnte Tayends Leichnam sehen, machte es ihm nur umso schwerer, klar zu denken. Er musste sich konzentrieren und entscheiden, wohin sie gehen sollten. Sie hatten drei Möglichkeiten: Sie konnten in der Villa bleiben und hoffen, dass Tayend irgendwann zurückkehrte; sie konnten in der Stadt nach ihm suchen oder es aufgeben und aus Imardin fliehen.

Ich werde die Stadt nicht verlassen, bevor ich weiß, was ihm zugestoßen ist.

Also konnten sie nur in der Villa warten oder sich auf die Suche machen. Keine der beiden Möglichkeiten wäre Farand gegenüber fair gewesen.

»Ich werde nach Tayend Ausschau halten«, erklärte Dannyl. »Ich werde es in den umliegenden Straßen versuchen und von Zeit zu Zeit wieder herkommen, um im Haus nachzusehen. Ihr solltet die Stadt verlassen. Es hat keinen Sinn, dass wir beide unser Leben aufs Spiel setzen.«

»Nein«, erwiderte Farand. »Ich werde hier bleiben, falls er zurückkommt.«

Dannyl sah Farand überrascht an. »Seid Ihr Euch sicher?«

Der junge Magier nickte. »Ich kenne mich in Imardin nicht aus, Dannyl. Ich weiß nicht, ob ich den Weg aus der Stadt überhaupt finden würde. Und Ihr braucht jemanden, der im Haus die Stellung hält, falls Tayend dorthin zurückkehrt.« Er zuckte die Achseln, dann wandte er sich ab. »Wir sehen uns später.«

Dannyl beobachtete Farand, bis dieser im Haus verschwunden war, dann kehrte er zum Ende der Gasse zurück und sah sich in der Straße dahinter um. Alles war still. Er trat aus dem Schatten des Hauses und eilte zur nächsten Gasse.

Zuerst fand Dannyl nur einige Holzkisten und Schutt in den Straßen. Dann traf er immer häufiger auf die Leichen von Magiern. Seine Angst um Tayend wurde stärker.

Er wählte einen Weg, der einen großen Kreis beschrieb, und hatte die Villa beinahe wieder erreicht, als ein Mann vor ihn hintrat. Er zuckte heftig zusammen, aber es war nur ein Diener oder ein Zünftler.

»Hier hinein«, sagte der Mann und deutete auf eine offene Müllluke in der Mauer. »Da unten ist es sicherer für Euch, Magier.«

Dannyl schüttelte den Kopf. »Nein, vielen Dank.« Als er weitergehen wollte, hielt der Mann ihn am Arm fest.

»Ein Sachakaner war hier, vor nicht allzu langer Zeit. Ihr solltet Euch in Sicherheit bringen.«

Dannyl befreite sich aus dem Griff des Fremden. »Ich suche nach jemandem.«

Der Mann zuckte die Achseln und trat zurück.

Kurze Zeit später erreichte Dannyl das Ende der Gasse. Die Straße dahinter war verlassen. Als er die nächste Gasse fast erreicht hatte, hörte er hinter sich eine Tür zufallen. Er drehte sich um, und das Blut gefror ihm in den Adern.

»Ah, das ist schon besser.« Die Frau, die mit langen Schritten auf ihn zukam, lächelte hinterhältig. »Ich habe tatsächlich langsam geglaubt, es gäbe keine hübschen Magier in Kyralia.«

Er machte einen Satz auf die Gasse zu, prallte aber gegen eine unsichtbare Barriere. Benommen und mit hämmerndem Herzen taumelte er rückwärts.

»Nicht dort entlang«, sagte die Frau. »Komm her zu mir. Ich werde dich nicht töten.«

Dannyl holte mehrmals tief Luft und drehte sich zu der Sachakanerin um. In ihren Augen lag ein boshaftes Glitzern. Dann wurde ihm klar, dass er sie schon einmal gesehen hatte. Sie war die Ichani, die sich Lord Fergun hatte »halten« wollen.

»Kariko würde dir nicht gestatten, mich am Leben zu lassen«, sagte er.

Sie warf den Kopf in den Nacken. »Jetzt, da wir hier sind und der größte Teil deiner Gilde tot ist, wird er seine Meinung vielleicht ändern.«

»Warum solltest du mich überhaupt behalten wollen?«, sagte er, während er vorsichtig weiter zurückwich.

Sie zuckte die Achseln. »Meine Sklaven sind tot. Ich brauche neue.«

Er musste jetzt in unmittelbarer Nähe der nächsten Gasse sein. Wenn er weiter redete, würde die Sachakanerin vielleicht vergessen, den Weg hinter ihm zu blockieren.

Mit einem verschlagenen Lächeln musterte sie ihn vom Kopf bis zu den Füßen. »Es gefällt mir, meine Lieblingssklaven zu belohnen.«

Er verspürte den verrückten Drang zu lachen. Wofür hält sie sich?, dachte er. Für eine unwiderstehliche Verführerin? Sie klingt absolut lächerlich.

»Du bist nicht mein Typ«, erwiderte er.

Sie zog die Augenbrauen in die Höhe. »Nicht? Nun, das spielt keine Rolle. Du wirst tun, was ich sage, oder -« Sie verstummte und blickte sich überrascht auf der Straße um.

Überall um sie herum waren aus Türen und Gassen Gildemagier erschienen. Dannyl starrte sie an. Er erkannte nicht eins der Gesichter. Dann packte ihn jemand am Arm und riss ihn zur Seite.

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