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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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Er blickte zu seinen Begleitern hinüber. Tayend wirkte so munter wie eh und je. In Farands Zügen lag ein Ausdruck des Staunens. Der junge Magier hatte Dannyl zuerst nicht geglaubt, als dieser ihm erzählt hatte, dass die Unterwelt von Imardin ihnen helfen würde, aus der Stadt hinauszukommen.

Vor einer großen Tür, an der zwei stämmige Männer postiert waren, blieb ihr Führer schließlich stehen und wechselte einige Worte mit den Wächtern, woraufhin einer von ihnen an die Tür klopfte. Das Geräusch schwerer Riegel, die aus ihren Lagern glitten, folgte, dann schwangen die Türen lautlos auf.

Sie gingen durch einen kurzen Flur, in dem weitere Wachen standen, bis sie abermals zu einer hohen Tür gelangten. Diese war unverschlossen und führte in einen großen Raum voller Menschen.

Dannyl sah sich kurz um, dann lachte er leise. Er hatte während der letzten Stunden zu viele Überraschungen erlebt, um jetzt mehr als eine milde Erheiterung zu verspüren.

Der Raum war voller Magier. Einige lagen auf improvisierten Betten und wurden von Heilern versorgt. Andere bedienten sich von den Speisen, die auf mehreren großen Tischen in der Mitte des Raums standen. Wieder andere entspannten sich in bequemen Sesseln.

Also, wer hat überlebt?, dachte Dannyl. Er schaute sich um und stellte fest, dass von den höheren Magiern nur Rektor Jerrik, Lord Peakin, Lady Vinara und Lord Telano anwesend waren. Er ließ den Blick weiter durch den Raum wandern, konnte Rothen jedoch nirgends entdecken.

Vielleicht hat er es nicht in die Stadt zurück geschafft, dachte er. Die kurze Gedankenrede zwischen dem Ichani und Sonea hatte in Dannyl Hoffnungen geweckt. Er hatte Tayend gefunden, und vielleicht würde er auch seinen Mentor noch lebend finden.

Es sei denn, Kariko hat gelogen.

Als sich nun einige der Magier von den Esstischen abwandten, sah Dannyl den kostbar gewandeten Mann, der in der Mitte des Raums saß, und stellte fest, dass es doch noch möglich war, ihn zu überraschen.

Hier ist der König also abgeblieben, dachte er. Bevor er sich entscheiden konnte, was die Etikette in dieser Situation von ihm verlangte, sah der Monarch Dannyl an, nickte ihm kurz zu und wandte sich dann wieder zu seinem Gefährten um. Sein Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel daran, dass er nicht gestört werden wollte.

Der massige Mann, mit dem Merin sprach, kam Dannyl bekannt vor. Er lächelte, als er sich daran erinnerte, wo er diesen Mann schon einmal gesehen hatte. Es war Gorin, der Dieb, mit dem Dannyl über Soneas Herausgabe verhandelt hatte.

Der König redet mit Dieben. Dannyl lachte leise. Also, jetzt habe ich wirklich alles erlebt, was ein Mensch erleben kann.

»Nun«, sagte Tayend, »willst du mich nicht vorstellen?«

Dannyl sah den Gelehrten an. »Ich denke, ja. Am besten fange ich mit den höheren Magiern an.«

Er ging auf Lord Peakin zu. Der Alchemist unterhielt sich mit Davin und Larkin.

»Botschafter«, sagte Peakin, als er Dannyl näher kommen sah, »habt Ihr irgendwelche Neuigkeiten?«

»Meinem Führer zufolge sind alle Ichani bis auf drei tot«, erwiderte Dannyl. Dann drehte er sich zu Tayend um. »Dies ist Tayend von Tremmelin, der in Imar -«

»Habt Ihr Sonea gesehen? Ist Akkarin hier?«, fragte Davin mit kaum verhohlener Erregung.

»Nein, ich habe Sonea nicht gesehen«, erwiderte Dannyl bedächtig. »Also weiß ich nicht, ob Akkarin bei ihr ist.« Er blickte zu Farand hinüber, der mit einem fast unmerklichen Nicken antwortete. Akkarin hatte sie angewiesen, seine Anwesenheit in der Stadt geheim zu halten, und Dannyl wollte nichts preisgeben, solange es nicht unbedingt notwendig war.

Davin wirkte enttäuscht. »Wie ist es dann möglich, dass so viele Ichani tot sind?«

»Vielleicht ist das alles Soneas Werk gewesen«, meinte Larkin.

Die anderen Magier blickten skeptisch drein.

»Ich weiß, dass die Diebe einen Ichani getötet haben«, sagte Tayend. »Der, der Faren genannt wird, hat mir davon erzählt.«

Peakin schüttelte den Kopf. »Diebe besiegen Ichani. Wenn uns das nicht wie Narren dastehen lässt.«

»Gibt es noch irgendwelche weiteren Neuigkeiten?«, fragte Larkin.

Dannyl sah sich im Raum um. »Ist Lord Osen hier?«

Die Alchemisten schüttelten den Kopf.

»Oh.« Dannyl blickte von einem Magier zum anderen, dann seufzte er. Also wussten sie noch nicht von Lorlen. »Dann habe ich Neuigkeiten, aber es sind keine guten.«

Summendes Stimmengewirr erfüllte den Lagerraum. Während der letzten Stunde waren noch mehr Menschen eingetroffen. Die beiden Diebe, Ravi und Sefli, waren angekommen, nachdem bekannt geworden war, dass die Ichani die Tunnel betreten hatte. Bald darauf hatte Senfel eine kurze Gedankenrede zwischen der Frau, Kariko und Sonea wiedergegeben. In angespanntem Schweigen hatten sie auf weitere Neuigkeiten gewartet, bis Takan verkündet hatte, dass es Akkarin und Sonea gelungen sei, die Frau zu töten.

Zwischenzeitlich hatten die anderen die Anwesenheit des Dieners vollkommen vergessen, aber jetzt, da er sie an seine Verbindung zu Akkarin erinnert hatte, wurde er mit einem Strom von Fragen überhäuft, die er offenkundig nicht beantworten konnte.

Gol fing Cerys Blick auf. Er wirkte verdrossen und unzufrieden. Cery kannte den Grund dafür: Gol nahm es ihm übel, dass er sich allein in den Palast geschlichen hatte. Tatsächlich hatte er ein wenig Gewissensbisse deswegen. Gol war schließlich sein Beschützer.

Was wäre wohl geschehen, wenn Gol bei ihm gewesen wäre, als er mit dem Ichani zusammengetroffen war? Er hätte seinem Stellvertreter befehlen können, den fremden Magier wegzulocken. Hätte er ihm diesen Befehl tatsächlich geben können, wohlwissend, dass er Gol damit in den Tod schickte? Hätte Gol ihm gehorcht oder vielleicht sogar selbst den Vorschlag gemacht? Gol war stets loyal gewesen, aber war er so loyal?

Interessante Fragen, dachte Cery, aber ich bin froh, dass ich nicht herausfinden musste, wie die Antworten ausgefallen wären.

Cery runzelte die Stirn. Was würde Gol von Savara denken, wenn er wüsste, was sie getan hat? Sie hatten sich vor den Palasttoren getrennt, und seither hatte er sie nicht wiedergesehen.

Plötzlich brach das Stimmengewirr im Raum ab. Als Cery aufblickte, sah er, dass Sonea und Akkarin auf ihn zukamen. Grinsend trat er vor.

»Takan hat uns soeben erzählt, dass Ihr die Frau erwischt habt.«

»Ja«, erwiderte Akkarin. »Sie hatte einen Blutstein bei sich, also weiß Kariko jetzt wahrscheinlich, dass wir hier sind.«

»Und er weiß auch von den Tunneln unter der Stadt«, fügte Faren hinzu. »Wir sind hier nicht länger sicher.«

»Werden die anderen Ichani in die Tunnel eindringen?«, fragte Ravi.

»Wahrscheinlich«, antwortete Akkarin. »Sie werden versuchen, uns so schnell wie möglich zu finden und zu töten.«

Sefli verschränkte die Arme vor der Brust. »Sie werden Euch nicht finden. Sie kennen die Wege nicht, und niemand wird sie ihnen zeigen.«

»Um sich hier zurechtzufinden, brauchen sie lediglich einen Führer zu fangen und seine Gedanken zu lesen«, rief Akkarin ihm ins Gedächtnis.

Die Diebe tauschten einen Blick. »Dann werden wir die Helfer wegschicken«, sagte Cery. Er schaute zu Akkarin. »Ich werde von jetzt an Euer Führer sein.«

Akkarin nickte. »Danke.«

Sonea sah Akkarin an. »Wenn sie hier herunterkommen, werden sie sich vielleicht trennen, um uns in die Enge zu treiben. Wir könnten das zu unserem Vorteil nutzen und uns zurückschleichen, um sie einzeln anzugreifen.«

»Nein.« Akkarin schüttelte den Kopf. »Kariko wird es jetzt nicht mehr riskieren, sich von seinen Verbündeten zu trennen.« Er wandte sich zu Faren um. »Was tun die Ichani jetzt?«

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