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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
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»Iiiii«, sagte ich und schauderte unwillkürlich.

Er hielt inne und sah mich verwundert an.

»Hol mich der Teufel«, sagte er. »Es gefällt dir wirklich; du hast überall Gänsehaut, und deine Brustwarzen sind so hart wie unreife Kirschen.« Er fuhr leicht mit der Hand über meine Brüste; ich hatte mir nicht die Mühe gemacht, meinen improvisierten Büstenhalter anzuziehen, als ich mich für meine spontane Expedition ankleidete.

»Sag ich doch«, sagte ich und errötete leicht. »Wahrscheinlich ist einer meiner Urahnen von einem Vampir gebissen worden oder so.«

»Einem was?« Er machte ein völlig verständnisloses Gesicht.

Wir hatten genug Zeit totzuschlagen, also erzählte ich ihm in groben Zügen vom Leben und der Zeit des Grafen Dracula. Er sah verwirrt und angewidert aus, doch seine Hand fuhr mit ihrer Beschäftigung fort. Sie war inzwischen unter mein Lederhemd gewandert und hatte auch ihren Weg unter das Wollzeug gefunden. Seine Finger waren kalt, doch es machte mir nichts aus.

»Manche Leute finden den Gedanken furchtbar erotisch«, schloss ich.

»Das ist das Ekelhafteste, was ich je gehört habe!«

»Das ist mir egal«, sagte ich, streckte mich ganz neben ihm aus und legte den Kopf mit einladend entblößter Kehle zurück. »Mach’s noch mal.«

Er murmelte etwas auf Gälisch vor sich hin, schaffte es aber, sich auf einen Ellbogen zu stützen und sich mir zuzuwenden.

Sein Mund war warm und weich, und egal, ob er billigte oder nicht, was er da tat, er machte es wirklich gut.

»Ooooh«, sagte ich und erschauerte ekstatisch, als er die Zähne vorsichtig in mein Ohrläppchen grub.

»Oh, na ja, wenn das so ist«, sagte er resigniert, nahm meine Hand und presste sie fest zwischen seine Oberschenkel.

»Ach, du meine Güte«, sagte ich. »Und ich dachte, die Kälte …«

»Es wird gleich warm«, versicherte er mir. »Zieh sie aus, aye?«

Es war ziemlich beschwerlich, weil es so eng war, wir zugedeckt bleiben mussten, um uns keine Frostbeulen an freiliegenden Stellen zu holen, und Jamie mir nur die grundlegendste Hilfestellung geben konnte, doch wir kamen dennoch zufriedenstellend zurecht.

Dies alles nahm allerdings meine Aufmerksamkeit ziemlich in Anspruch, und ich wurde mir erst während einer vorübergehenden Schaffenspause des unangenehmen Gefühls bewusst, beobachtet zu werden. Ich stützte mich auf die Hände und blickte durch den Tannenvorhang nach draußen, sah aber nur den Hain und den schneebedeckten Hang im Hintergrund.

Jamie stöhnte laut.

»Nicht aufhören«, murmelte er mit halb geschlossenen Augen. »Was ist?«

»Ich dachte, ich hätte etwas gehört«, sagte ich und ließ mich wieder auf seine Brust sinken.

Jetzt hörte ich etwas: Lachen, leise, aber deutlich, direkt über meinem Kopf.

Ich rollte mich in einem Gewirr aus Umhängen und abgelegten Lederkleidern von Jamie herunter, während er fluchte und nach seiner Pistole griff.

Er schob in einem Schwung die Zweige zur Seite und hielt die Pistole nach oben.

Mehrere Gesichter blickten von der Spitze des Felsens herab, und sie grinsten ausnahmslos. Ian und vier Begleiter aus Anna Ooka. Die Indianer murmelten und kicherten und schienen irgendetwas maßlos komisch zu finden.

Jamie legte die Pistole hin und grollte seinen Neffen an.

»Und was zum Teufel machst du hier, Ian?«

»Oh, ich war auf dem Nachhauseweg, um mit dir Weihnachten zu feiern, Onkel Jamie«, sagte Ian und grinste breit.

Jamie sah seinen Neffen mit beträchtlichem Missfallen an.

»Weihnachten«, sagte er. »So ein Humbug.«

Der Elchkadaver war über Nacht gefroren. Mich schauderte beim Anblick der Eiskristalle, die die ausdruckslosen Augen überzogen – nicht beim Anblick des Todes, es war wunderschön, den großen, dunklen Tierkörper so still und schneeüberkrustet zu sehen, sondern bei dem Gedanken, dass das herbe Stillleben vor meinen Augen gut »Toter Schotte im Schnee« hätte heißen können anstatt »Gefrorener Elch mit diskutierenden Indianern«, hätte ich nicht meiner Besorgnis nachgegeben und mich hinaus in die Nacht und auf die Suche nach Jamie begeben.

Als die Diskussion zur allgemeinen Zufriedenheit abgeschlossen war, informierte mich Ian, dass sie beschlossen hatten, nach Anna Ooka zurückzukehren, uns aber gegen eine Beteiligung am Fleisch des Elches sicher nach Hause bringen würden.

Der Kadaver war nicht ganz gefroren; sie weideten ihn aus und ließen die blaugrauen Windungen der abkühlenden Gedärme in einem blutigen Haufen liegen. Nachdem sie dem Tier den Kopf abgeschlagen hatten, um das Gewicht noch weiter zu verringern, banden zwei der Männer den Kadaver mit zusammengebundenen Läufen an einen Pfahl. Jamie betrachtete sie finster – offenbar hatte er den Verdacht, dass sie planten, ihm dieselbe Behandlung angedeihen zu lassen, doch Ian versicherte ihm, dass sie ein travois bauen würden. Die Männer waren zu Fuß, doch sie hatten ein kräftiges Maultier zum Transport der erbeuteten Felle dabei.

Das Wetter hatte sich gebessert. Der Schnee war auf freier Fläche völlig geschmolzen, und die Luft war zwar noch beißend kalt, doch der Himmel war so blau, dass es blendete, und die kalte Waldluft war vom Duft der Rottannen und Balsamfichten durchdrungen.

Es war der Hemlockduft beim Durchqueren eines Hains, der mich an den Beginn dieser Irrfahrt erinnerte und an den geheimnisvollen Indianertrupp, den wir gesehen hatten.

»Ian«, sagte ich und schloss zu ihm auf. »Kurz bevor du uns mit deinen Freunden auf dem Berg gefunden hast, haben wir eine Gruppe von Indianern mit einem Jesuitenpriester gesehen. Ich glaubte nicht, dass sie aus Anna Ooka waren – hast du irgendeine Ahnung, wer sie gewesen sein könnten?«

»Oh, aye, Tante Claire. Ich weiß alles über sie.« Er wischte sich mit der handschuhbekleideten Hand unter seiner roten Nasenspitze vorbei. »Wir waren auf ihrer Spur, als wir euch gefunden haben.«

Die fremden Indianer, sagte er, waren Mohawk aus dem hohen Norden. Die Tuscarora waren vor etwa fünfzig Jahren von der Liga der Irokesen adoptiert worden, und sie waren eng mit den Mohawk verbündet. Beide Stämme statteten sich häufig Besuche ab, die sowohl formeller als auch informeller Natur sein konnten.

Der gegenwärtige Besuch hatte Elemente von beidem an sich gehabt – es war eine Gruppe junger Mohawkmänner, die auf der Suche nach Frauen waren. Da es in ihrem eigenen Dorf nicht genug heiratsfähige junge Frauen gab, hatten sie beschlossen, nach Süden zu wandern, um herauszufinden, ob sie bei den Tuscarora passende Ehepartnerinnen finden konnten.

»Verstehst du, eine Frau muss zum richtigen Clan gehören«, erklärte Ian. »Wenn sie vom falschen Clan ist, können sie nicht heiraten.«

»Wie MacDonalds und Campbells, aye?«, fiel Jamie interessiert ein.

»Aye, in etwa«, sagte Ian grinsend. »Und deshalb hatten sie den Priester dabei – um sofort heiraten zu können und nicht auf dem ganzen Heimweg in einem kalten Bett schlafen zu müssen, falls sie Frauen fänden.«

»Dann sind sie Christen?«

Ian zuckte die Achseln.

»Manche von ihnen. Die Jesuiten leben schon eine ganze Zeit unter ihnen, und viele Huronen sind konvertiert. Aber bei den Mohawk sind es nicht so viele.«

»Also kamen sie aus Anna Ooka?«, fragte ich neugierig. »Warum seid ihr ihnen gefolgt?«

Ian schnaubte und zog sich seinen Schal aus Eichhörnchenfellen fester um den Hals.

»Sie sind vielleicht Verbündete, Tante Claire, aber das heißt nicht, dass Nacognaweto und seine Männer ihnen trauen. Selbst die anderen Stämme des Irokesenbundes fürchten sich vor den Mohawk – egal, ob sie Christen sind.«

Kurz vor Sonnenuntergang kam das Blockhaus in Sicht. Ich war müde und fror, doch der Anblick der winzigen Ansiedlung erfreute mich unaussprechlich. Eins der Maultiere in unserem Pferch, ein hellgraues Tier namens Clarence, sah uns und schmetterte einen begeisterten Willkommensgruß. Die Pferde versammelten sich am Zaun, begierig nach Futter.

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