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Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
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»Nichts Neues? fragte Gibson den Bootsmann, als dieser aus seiner Kabine herauskam, wo er die letzten Nachtstunden zugebracht hatte.

- Nein. gar nichts, Herr Gibson, antwortete Flig Balt.

- Wer ist jetzt am Ruder?

- Der Matrose Cannon.

- Über die Neuangeworbenen ist dienstlich keine Klage zu führen?

- In keiner Weise. Ich glaube, die Leute sind besser als sie aussehen.

- Desto besser, Balt, denn mir ahnt, in Wellington wird es den Kapitänen ebenso an Leuten fehlen wie in Dunedin.

- Das wäre wohl möglich, Herr Gibson.

- Ja, und wenn ich mit denen, die wir haben, halbwegs auskommen könnte.

- So wäre das das Beste!« fiel Flig Balt ein.

Bei seiner Fahrt nach Norden lief der »James-Cook« nur drei bis vier Seemeilen von der Küste dahin. Deren Einzelheiten traten bei dem hellen Sonnenlichte deutlich hervor. Die hohe Kette des Kaikoura, die die Provinz Marlborough durchzieht, zeigte ihren zerrissenen Kamm in der Höhe von zehntausend Fuß. Auf den Abhängen grünten, vom Lichte vergoldet, ungeheuere, dichte Wälder, und glänzende Wasserläufe schlängelten sich nach dem Uferlande hinunter.

Inzwischenen schien die Brise sich abschwächen zu wollen, und dann legte die Brigg heute keine so große Strecke zurück, wie gestern, und voraussichtlich traf sie also noch nicht im Laufe der Nacht in Wellington ein.

In der fünften Nachmittagsstunde hatte man erst die Gipfel des Ben More in Sicht, und zwar etwas südlich von dem kleinen Hafenplatz Flaxbourne. Noch brauchte man wenigstens fünf bis sechs Stunden, den Eingang der Cookstraße zu erreichen. Da dieser Wasserweg auch ziemlich genau von Süden nach Norden verläuft, war es nicht nötig, die Segelstellung des Schiffes zu ändern.

Flig Balt und Vin Mod konnten also mit Sicherheit darauf rechnen, daß sie die ganze Nacht zur Verfügung hatten, ihre Pläne auszuführen.

Natürlich war mit Len Cannon und dessen Kameraden die Mitwirkung dabei verabredet. Sexton und Bryce, die wieder nüchtern geworden waren, und der schon vorher ins Vertrauen gezogene Kyle hatten keinerlei Einwand erhoben. Nachdem Vin Mod Len Cannon noch weiter angestachelt hatte, wartete man nur noch auf den Augenblick zum Handeln. Das war in folgender Weise gedacht:

Zwischen Mitternacht und ein Uhr, wenn der Kapitän voraussichtlich im Schlafe lag, wollten sich Vin Mod und Cannon in dessen Kabine schleichen, ihn knebeln, herausschleppen und ihn ins Meer werfen, bevor er nur einen Hilferuf ausstoßen könnte. Gleichzeitig sollten Hobbes und Burnes, die dann die Wache hatten, von Kyle, Sexton und Bryce überfallen werden und das Schicksal des Kapitäns teilen. Dann war nur noch Wickley im Volkslogis übrig, und den müßten doch Koa und Flig Balt, ebenso wie den Schiffsjungen, überwältigen können. Wenn das gelungen war, befänden sich an Bord nur noch die Urheber der Schandtat, doch kein einziger Zeuge, und der »James-Cook« sollte dann sofort wenden und mit allen Segeln nach dem Stillen Ozean im Osten von Neuseeland hinaussteuern.

Vorläufig waren die besten Aussichten vorhanden, daß die abscheuliche Verschwörung ihren Zweck erreichte. Mit Tagesanbruch würde die Brigg unter der Führung Flig Balts dann schon weit von hier entfernt sein.

Gegen sieben Uhr abends kam das Kap Campbell im Nordosten in Sicht, eigentlich die äußerste Landspitze, die die Cookstraße im Süden abschließt, und der gegenüber in der Entfernung von fünfzig Seemeilen das Kap Palliser als der Ausläufer der Insel Ika-na-Maoui hervorspringt.

Mit allen Segeln, sogar mit den Leesegeln, da der Wind gegen Abend noch mehr abgeflaut war, glitt die Brigg jetzt kaum zwei Meilen von der Küste hin. Das Uferland war frei sichtbar mit seinen Basaltwänden, die schon den Fuß zu den Bergen des Inneren bilden. Der Gipfel des Waldberges erglühte wie eine feurige Spitze in den Strahlen der untergehenden Sonne. Obgleich die Gezeiten im Stillen Ozean nur gering auftreten, lief hier augenblicklich doch eine Strömung in nördlicher Richtung, die die Einfahrt des »James-Cook« in die Meerenge begünstigte.

Gegen acht Uhr war es, wo sich der Kapitän hätte in seine Kabine zurückziehen sollen, nachdem er dem Bootsmanne die Oberaufsicht übertragen hatte. Es war jetzt ja nur noch auf die Schiffe zu achten, die am Eingange zu der Wasserstraße im Ein- oder Auslaufen wären. Übrigens versprach die Nacht klar zu bleiben, und vorläufig tauchte kein Segel am Horizonte auf.

Da wurde aber um acht Uhr hinter dem Steuerbord das Erscheinen einer Rauchsäule gemeldet und bald wurde auch ein Dampfer sichtbar, der um das Kap Campbell steuerte.

Vin Mod und Flig Balt legten darauf zunächst kein Gewicht, denn seinem Kurse nach mußte das Fahrzeug die Brigg bald überholt haben.

Er war ein Aviso von der Flotte, der augenblicklich seine Flagge noch nicht zeigte. Eben jetzt krachte aber ein Gewehrschuß, und sofort flatterte der britische Unionjack von der Gaffel des Briggsegels.

Harry Gibson war auf dem Deck geblieben. Sollte er hier ausharren, so lange der Aviso sichtbar war, der offenbar denselben Kurs wie der »James-Cook« einhielt und entweder die Meerenge durchschiffen oder ebenfalls nach Wellington dampfen wollte?

Diese Frage legten sich Flig Balt und Vin Mod mit einiger Besorgnis und noch mehr Ungeduld vor, denn sie konnten es kaum noch erwarten, auf dem Deck allein zu sein.

Eine Stunde verstrich. Gibson saß noch immer in der Nähe des Deckhauses und schien gar nicht daran zu denken, hinunter zu gehen. Er wechselte einige Worte mit dem Manne am Steuer, dem Matrosen Hobbes, und betrachtete im übrigen den Aviso, der sich kaum noch eine Seemeile von der Brigg befand.

Die Enttäuschung Flig Balts und seiner Spießgesellen, die sich sogar zur stillen Wut steigerte, kann man sich wohl denken. Das englische Schiff fuhr jetzt nur noch mit halber Geschwindigkeit und sein überflüssiger Dampf strömte geräuschvoll aus dem Rohre neben dem Schornstein. Es schwankte auf den Wellen der langen Dünung auf und ab und rührte das Wasser nur schwach mit seinen Schraubenflügeln auf, so daß es kaum einen längeren Kielwasserstreifen als den des »James-Cook« hinter sich ließ.

Warum der Aviso seine Fahrt verlangsamt haben mochte, konnte niemand sagen. Vielleicht war an seiner Maschine etwas in Unordnung geraten oder vielleicht wollte er auch nur in der Nacht nicht nach Wellington einlaufen, wo das Fahrwasser ein ziemlich gefährliches ist.

Jedenfalls schien er aus dem oder jenem Grunde die Nacht über unter Halbdampf und deshalb stets in Sicht der Brigg bleiben zu wollen.

Das war für Flig Balt, Vin Mod und die anderen natürlich sehr störend, ja sogar ziemlich beunruhigend.

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