Die Gebrüder Kip
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Морские приключения
Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:
- Morgen. übermorgen. immerfort! rief Vin Mod, indem er Len Cannon auf die Schulter klopfte. Ist es so nicht weit schöner, als am Lande kleben geblieben zu sein? Wo wäret ihr denn, deine Kameraden und du, wenn ihr jetzt nicht auf dem Deck hier ständet?
- Wo?. Natürlich in den »Three-Magpies«, Mod.
- Nein. nach dem, wie ihr dort aufgetreten seid, hätte euch Adam Fry vor die Türe gesetzt. Dann wären die Polizisten gekommen, hätten euch alle vier zum Mitgehen eingeladen, und da ihr allem Anscheine nach nicht die Leute dazu seid, euch vor dem Polizeigericht reinzuwaschen. na, da hätte man euch eben Gelegenheit gegeben, im Gefängnis von Dunedin euch so ein paar Monate lang zu erholen.
- Ach was. so eine Zelle in der Stadt und ein Schiff auf dem Meere, das kommt ja doch auf eins hinaus, erwiderte Len Cannon, der mit seinem Geschick noch immer zu hadern schien.
- Was? rief Vin Mod, eine Teerjacke, die solches Zeug schwätzt!
- Wir hatten einmal nicht die Absicht, zu fahren, erklärte Len Cannon, und ohne die gestrige, verwünschte Katzbalgerei wären wir schon weit weg auf dem Wege nach Otago.
- Um euch zu schinden und zu plagen. halb zu verhungern und zu verdursten, und um was denn zu erwerben?.
- Natürlich, um ein Vermögen zu erwerben, entgegnete Len Cannon.
- Ein Vermögen?. Dort in den Goldfundstätten? antwortete Vin Mod. O, da ist ja nichts mehr zu erangeln. Hast du denn die vielen nicht gesehen, die von da zurückgekehrt sind?. Taube Kiesel haben sie eingesteckt, um nicht mit ganz leeren Taschen zurückzukommen! An Pepiten (Goldklümpchen) ist die Ernte eingeheimst, und so etwas wächst nicht wieder von einem Tage. nicht einmal von einem Jahre zum anderen!
- O, ich kenne doch so manche, die es nicht zu bereuen hatten, ihr Schiff mit den Erzlagern der Clutha vertauscht zu haben.
- Und ich, ich kenne vier, die es nicht bereuen werden, an Bord des »James-Cook« gekommen zu sein, statt im Inneren umherzuirren!
- Und das sagst du zu uns?
- Zu und für euch, und für zwei oder drei andere unternehmende Burschen deines Schlages!
- Und du willst uns weismachen, ein Matrose könnte den Rest seiner Tage etwas zu essen, zu trinken und ein bischen darüber dadurch gewinnen, daß er für Rechnung eines Kapitäns und eines Reeders von einer Insel zur anderen segelte?
- Nein, das gewiß nicht, erwiderte Vin Mod, außer wenn er's für eigene Rechnung tut.
- Und wie macht er das, wenn er nicht selbst Eigentümer des Schiffes ist?
- O, das kann man doch manchmal werden.
- So?. Glaubst du denn, meine Kameraden und ich hätten in der Bank von Dunedin Geld liegen, ein Schiff zu kaufen?
- Nein. alter Freund, das nicht! Und wenn ihr je einen Sparpfennig erübrigt hättet, so wäre der doch bald durch die Hände Adam Frys oder eines anderen Bankiers dieser Art gegangen.
- Na also, Mod: kein Geld, kein Schiff, denn ich glaube doch nicht, daß es Gibson etwa einfiele, uns das seinige zu schenken.
- Nein, doch es könnte sich ja ein Unglück ereignen. Wenn der Kapitän Gibson nun verschwände. durch einen Unfall. einen Sturz über Bord. das kann selbst den besten Kapitänen passieren. Eine überbrechende Woge. weiter braucht's ja nichts, euch aus dem Schlamm zu ziehen. und dann in der Nacht. ohne daß es einer bemerken kann. und am nächsten Morgen. ja, da ist niemand mehr da.«
Len Cannon sah Vin Mod scharf in die Augen und fragte sich, ob er diese Sprache wohl richtig verstehe.
Der andere fuhr in seiner Rede fort:
»Und was geschieht nachher? Man ersetzt natürlich den Kapitän, und in einem solchen Falle übernimmt der Obersteuermann als zweiter Offizier die Führung des Fahrzeuges, fehlt es an einem solchen, so tritt der Leutnant ein.
- Ja, und wenn kein Leutnant da ist, fiel Len Cannon mit gedämpfter Stimme ein, nachdem er den anderen verständnisvoll mit dem Ellbogen gestoßen hatte, wenn kein Leutnant da ist, dann kommt der Bootsmann an die Reihe.
- Ganz recht, alter Freund, und mit einem Bootsmann wie unserem Flig Balt, da kommt man schon fort.
- Doch nicht, wohin man kommen sollte? warf Len Cannon mit einem scheuen Seitenblick dazwischen.
- Nein. doch wohin man kommen will, antwortete Vin Mod, dahin, wo ein gutes Geschäft zu machen ist. wo man wertvolle Ladung bekommt. Perlmutter, Koprah, Gewürze. alles das im Lastraume der 'Little-Girl'.
- Wie. der 'Little-Girl'?.
- Das würde der neue Name des 'James-Cook' sein. ein hübscher Name, nicht wahr?. Einer, der uns doch Glück bringen muß!«
Mochte es nun dieser oder ein anderer Name sein - obgleich Vin Mod an dem genannten besonders zu hängen schien -jedenfalls stand hier ein Geschäft in Aussicht. Len Cannon war hell genug einzusehen, daß diese Andeutungen an ihn und seine Kameraden aus den »Three-Magpies« gerichtet waren. Gewissensbisse würden sie sicherlich nicht zurückschrecken. Vor jeder wirklichen Zusage mußte man die Sache aber ebenso gründlich kennen und wissen, wie die Ausführung möglich wäre. Nach kurzer Überlegung sagte dann Len Cannon, der sich vorsichtig umsah, ob jemand sie hören könnte, zu Vin Mod:
»Na, so packe nur mit allem aus!«
Vin Mod teilte ihm nun mit, was er bezüglich dieser Angelegenheit mit Flig Balt verabredet hatte. Der für einen derartigen Vorschlag sehr empfängliche Len Cannon verriet kein Erstaunen über das, was er eben gehört hatte, keinen Widerwillen, es ausführlicher zu besprechen, und kein Zögern, darauf einzugehen. Sich des Kapitäns Gibson und der Leute, die einer Meuterei gegen ihn abhold waren, zu entledigen, sich der Brigg zu bemächtigen, deren Namen und, wenn nötig, deren Nationalität zu wechseln und im Stillen Ozean auf Teilung des Gewinnes damit umherzusegeln, das war Wasser auf die Mühle dieses Schurken. Immerhin wollte er erst gewisse Sicherheiten haben und sich überzeugen, daß der Bootsmann mit Vin Mod wirklich übereinstimmte.
»Noch heut Abend nach dem Glas um acht Uhr, sobald du am Steuer stehst, wird Flig Balt mit dir sprechen, Len. und dann halt die Ohren auf.
- Er soll also den Befehl auf dem 'James-Cook' übernehmen? fragte Len Cannon, der es lieber gesehen hätte, überhaupt keinen Vorgesetzten zu haben.
- Natürlich. alle Wetter, wir müssen doch einen Kapitän haben! erwiderte Vin Mod. Dagegen werden wir alle, und auch du und deine Kameraden, die Reeder sein.
- Also abgemacht, Mod. Sobald ich mit Sexton, Bryce und Kyle allein bin, werd' ich ihnen Mitteilung machen.
- Die Sache hat aber Eile.
- So große Eile?.