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Электронная книга - «Die Fünfundvierzig». Краткое содержание книги:

Die Fünfundvierzig
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»Du hier, du zurückgekehrt!«, – »Still!« winkte Chicot, der den Mund voll hatte, mit der Hand. Und er benutzte den Ausruf des Königs, um die Rebhühner an sich zu ziehen.

»Halt, Chicot, das ist meine Platte!« rief Heinrich und streckte die Hand aus.

Chicot teilte brüderlich mit seinem Fürsten und gab ihm die Hälfte zurück.

Dann goß er sich Wein ein, ging von den Rebhühnern zu einer Platte Thunfisch über, von dem Thunfisch zu farcierten Krebsen, verzehrte als Quittung und am Schlüsse die königliche Kraftbrühe, stieß einen Seufzer aus und sagte: »Ich habe keinen Hunger mehr.«

»Bei Gottes Tod! ich hoffe wohl, Chicot.« – »Ah! guten Morgen, mein Könige wie geht es dir? Ich finde, du siehst diesen Morgen ganz munter aus.«

»Nicht wahr, Chicot?« – »Ein reizendes Färbchen. Ist es von dir?«

»Bei Gott!« –»Dann mache ich dir mein Kompliment.«

»Es ist wahr, ich fühle mich diesen Morgen äußerst heiter gestimmt.« – »Desto besser, mein König, desto besser. Ah! doch dein Frühstück ist damit nicht zu Ende, es bleiben dir wohl noch einige kleine Leckerbissen.«

»Hier sind Kirschen von den Namen von Montmartre eingemacht.« – »Sie sind zu sehr gezuckert.«

»Nüsse mit Korinthen gefüllt.« – »Pfui! man hat die Kerne in den Weinbeeren gelassen.«

»Tu bist mit nichts zufrieden.« – »Bei meinem Ehrenwort, es artet auch alles aus, selbst die Küche, und man lebt immer schlechter an deinem Hof.«

»Sollte man an dem des Königs von Navarra besser leben?« fragte Heinrich lachend. – »Ei, ei! ich sage nicht »Dann gehen dort große Veränderungen vor.« – »Ah! was das betrifft, du kannst es gar nicht glauben, Henriquet.«

»Erzähle mir etwas von deiner Reise, das wird mich zerstreuen.« – »Sehr gern, ich bin nur zu diesem Behufe gekommen. Wo soll ich anfangen? Soll ich von meiner Abreise ausgehen?«

»Nein, deine Reise war vortrefflich, nicht wahr?« – »Du siehst wohl, daß ich ganz zurückkehre, wie mir scheint.«

»Ja, erzähle mir also, von deiner Ankunft in Navarra.« – »Gut.«

»Was trieb Heinrich als du ankamst?« – »Liebe.«

»Mit Margot?« – »Oh! nein.«

»Das hätte mich gewundert; er ist also seiner Frau immer noch untreu, der Ruchlose, untreu einer Tochter Frankreichs; zum Glück gibt sie es ihm zurück. Und wer war die Nebenbuhlerin Margots bei deiner Ankunft?« – »Fosseuse.«

»Eine Montmorency. Ah! das ist nicht schlecht für diesen Bearner Bären. Man sprach hier von einer Bauerndirne, von einem Gärtnermädchen, von einer Bürgerstochter.« – »Oh! das ist alles alt.«

»Margot ist also betrogen?« – »Soviel es eine Frau sein kann.«

»Und sie ist wütend darüber?« – »Ganz toll.«

»Und sie rächt sich?« – »Ich glaube wohl.«

Heinrich rieb sich die Hände mit unsäglicher Freude. »Was wird sie machen?« rief er lachend, »wird sie Himmel und Erde in Bewegung setzen, Spanien auf Navarra, Artois und Flandern auf Spanien werfen? Wird sie ihren kleinen Bruder Henriquet gegen ihren kleinen Gatten Henriot zu Hilfe rufen?« – »Es ist wohl möglich.«

»Du hast sie gesehen?« – »Ja.«

»Und was tat sie in dem Augenblick, wo du sie verließest?« – »Oh! das würdest du nicht erraten.« »Sie schickte sich an, einen andern Liebhaber zu nehmen?« – »Sie schickte sich an, Wehefrau zu werden.«

»Wie! Wehefrau? Was soll das heißen?« – Oh! rolle deine Augen, solange du willst; ich sage, daß deine Schwester, als ich abreiste, im Begriff war, eine Entbindung vorzunehmen.«

»Für eigene Rechnung?« rief Heinrich erbleichend; »sollte Margot Kinder haben?« – »Nein, für Rechnung ihres Gemahls; du weißt wohl, daß die letzten Valois die Tugend der Fruchtbarkeit nicht besitzen. Pest! das ist nicht wie bei den Bourbonen.«

»Margot alkouchiert also tatsächlich?« – »Ganz vollständig.«

»Wen denn?« – »Fräulein Fosseuse.«

»Wahrhaftig, das begreife ich nicht.« – »Ich auch nicht, doch ich habe mich nicht vermessen, dir Licht in der Sache zu geben, ich wollte dir nur sagen, wie die Dinge stehen.«

»Vielleicht hat sie nur, um ihre Person zu verteidigen, in diese Demütigung eingewilligt.« – »Sicher hat ein Kampf stattgefunden; doch sobald ein Kampf stattfand, war der eine oder der andere Teil der unterliegende; deine Schwester war minder stark als Heinrich, das ist es nur.«

»In der Tat, das freut mich.« – »Schlechter Bruder.«

»Sie müssen sich gegenseitig verwünschen?« – »Ich glaube, daß sie sich im Grunde nicht anbeten.«

»Aber scheinbar?« – »Sind sie die besten Freunde der Welt.«

»Ja; doch an einem schönen Morgen wird sie eine neue Liebe völlig entzweien.« – »Diese neue Liebe ist gekommen, Heinrich.«

»Bah!« – »Bei meiner Ehre; doch soll ich dir sagen, was ich fürchte?«

»Sprich!« – »Ich befürchte, diese neue Liebe wird sie versöhnen, statt sie zu entzweien.«

Und löffelweise, halb im Scherz und halb im Ernst sprechend, flößte Chicot seinem König die bittere Wahrheit ein, daß sein Schwager Heinrich die vorenthaltene Mitgift in Gestalt der Stadt Cahors durch siegreichen Sturm sich selbst geholt habe.

»Gottes Tod!« rief Heinrich wütend, »meine Stadt! er hat meine Stadt genommen!«

»Verdammt! Du begreifst, Henriquet, du wolltest sie ihm nicht geben, nachdem du sie ihm versprochen, und er mußte sich entschließen, sie zu nehmen. Doch halt, hier ist ein Brief, den er mich beauftragt hat, dir eigenhändig zu übergeben.«

Hierbei zog Chicot einen Brief aus seiner Tasche und übergab ihn dem König. Es war der von Heinrich nach der Einnahme von Cahors geschriebene Brief.

Heinrich erhält Kunde aus dem Norden.

Ganz außer sich, vermochte der König kaum den Brief zu lesen, den ihm Chicot gegeben hatte.

Während er das Lateinische des Bearners mit Zuckungen der Ungeduld, die den Boden zittern ließen, entzifferte, bewunderte Chicot vor einem großen, venezianischen Spiegel seine Haltung und den unendlichen Liebreiz, den seine Person unter dem militärischen Kleide angenommen hatte.

Unendlich war das rechte Wort, denn Chicot hatte nie so großartig ausgesehen; auf seinem etwas kahlen Haupte saß eine kegelförmige Pickelhaube nach der Art der deutschen Sturmhauben; und er war im Augenblick damit beschäftigt, daß er seinen, durch die Reibung der Waffen befleckten, büffelledernen Koller, den er, um zu frühstücken, abgelegt hatte, wieder befestigte; während er darauf seinen Panzer zuschnallte, ließ er überdies auf dem Boden Sporen klirren, die mehr geeignet waren, einem Pferde den Bauch aufzuschlitzen, als es anzutreiben. »Oh! ich bin verraten!« rief Heinrich, als er zu Ende gelesen hatte, »der Bearner hatte einen Plan, und ich ahnte nichts davon.«

»Mein Sohn,« erwiderte Chicot, »du kennst das Sprichwort: Stille Wasser sind tief.«

»Geh zum Teufel mit deinen Sprichwörtern!«

Chicot ging auf die Tür zu, als wollte er gehorchen.

»Nein, bleibe!«

Chicot blieb stehen.

»Cahors genommen!« fuhr Heinrich fort. – »Und zwar auf eine ganz artige Weise.«

»Er hat also Generäle, Ingenieure?« – »Keineswegs, der Bearner ist zu arm hierzu; wie sollte er sie bezahlen? Nein, er tut alles selbst.«

»Und ... er schlägt sich?« sagte Heinrich mit einer gewissen Verachtung. – »Ich wage nicht zu behaupten, daß er es von vornherein mit großer Begeisterung getan hat, aber dann stürzte er sich köpflings in das Treffen und schwamm im geschmolzenen Blei und im Feuer wie ein Salamander.«

»Teufel, Teufel!« machte Heinrich. – »Und ich versichere dir, Heinrich, es wurde dort warm gestritten.«

Der König stand hastig auf und ging mit großen Schritten im Saal auf und ab.

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