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Highway ins Dunkel. Stories

Электронная книга - «Highway ins Dunkel. Stories». Краткое содержание книги:

Ebenso wie seine Romane bürgen auch die Kurzgeschichten des Meisters hautnahen Horrors für Schreckensqualitäten vom Feinsten. Namenlose Kreaturen, mörderische Ratten, mysteriöse Erscheinungen halten Einzug in die geheimsten Winkel unseres Nervensystems ...
Das Buch
Dean Koontz gilt als Meister hautnahen Horrors, und er versäumt es auch in seinen schaudererregenden Kurzgeschichten nicht, den Leser in eine eiskalte Welt puren Entsetzens zu entführen.
Namenlose Kreaturen, die einem notorischen Dieb das Fürchten lehren, mörderische Ratten, entkommen aus einem Versuchslabor, und Wesen aus anderen Welten erschüttern unser Vertrauen in das Erdendasein nachhaltig ...
Der Autor
Dean Koontz, 1946 in Bedford/Pennsylvania geboren, besuchte das Shippensburg State College und nahm 1966 eine Lehrerstelle in Appalachia an. Wenig später heiratete er und veröffentlichte seinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. 1976 zog er mit seiner Familie nach Orange County/Kalifornien. In mehr als 20 Jahren schrieb Koontz 55 Bücher, die in einer Weltauflage von 60 Millionen Exemplaren in 18 Ländern verbreitet ist.
Titel der Originalausgabe STRANGE HIGHWAYS STORY COLLECTION
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»Da!« Tuttle deutete auf den Boden.

»Fußspuren«, sagte Curanov.

»Aber sie stammen nicht von uns«, erklärte Leeke.

»Na und?« fragte Curanov.

»Es sind keine Roboterspuren«, verkündete Tuttle.

»Natürlich sind es welche.«

»Schau sie dir mal genauer an«, forderte Tuttle ihn auf.

Curanov bückte sich und stellte fest, daß seine Augen, deren Sehkraft um die Hälfte reduziert worden war, ihn bei dem schwachen Licht getäuscht hatten. Das waren tatsächlich keine Roboterspuren, obwohl die äußeren Umrisse stimmten. Die Gummisohlen der Roboterfüße waren kreuzweise schraffiert; auf diesen Abdrücken war davon aber nichts zu sehen. Außerdem hatten Roboterfüße zwei Löcher, die als Ventile für das Antigrav-System beim Fliegen dienten; aber diese Spuren wiesen keine Löcher auf.

»Ich wußte gar nicht, daß es hier im Norden Affen gibt«, sagte Curanov.

»Es gibt auch keine«, erwiderte Tuttle.

»Dann .«

»Das sind« - Tuttle zögerte ein wenig - »das sind Fußspuren eines Menschen.«

»Lächerlich!« rief Steffan.

»Hast du eine bessere Erklärung?« fragte Tuttle, der über seine eigene These alles andere als glücklich war, sie aber verfechten wollte, solange niemand eine andere akzeptable Erklärung liefern konnte.

»Ein Scherz«, sagte Steffan.

»Und wer sollte sich diesen Scherz erlaubt haben?« wandte Tuttle ein.

»Einer von uns.«

Sie starrten einander an, so als könnte die Schuld in einem ihrer identischen Metallgesichter geschrieben stehen.

»Nein, das ist unmöglich«, sagte Leeke nach kurzem Schweigen. »Wir waren die ganze Zeit zusammen. Diese Spuren muß jemand erst vor kurzer Zeit hinterlassen haben, sonst wären sie mit Neuschnee bedeckt. Den ganzen Nachmittag über hatte aber keiner von uns die Gelegenheit davonzuschleichen und sie anzufertigen.«

»Ich sage immer noch, daß es sich um einen Scherz handeln muß«, beharrte Steffan. »Vielleicht hat die Zentralagentur jemanden hergeschickt, der diese Fußspuren für uns hinterlassen sollte.«

»Wozu sollte die Zentrale sich diese Mühe machen?« fragte Tuttle.

»Vielleicht gehört das zu unserer Therapie«, meinte Steffan. »Vielleicht soll es die Herausforderung für uns steigern, der Jagd zusätzliche Spannung verleihen.« Er machte eine vage Handbewegung in Richtung der Fußspuren, so als hoffte er, sie würden plötzlich verschwinden. »Vielleicht macht die Zentrale das bei jedem, der unter Langeweile leidet, um ihn wieder das Staunen zu lehren, das .«

»Das ist höchst unwahrscheinlich«, fiel Tuttle ihm ins Wort. »Du weißt doch genauso gut wie ich, daß jedes Individuum die Pflicht hat, seine Abenteuer in Eigenverantwortung zu planen und zu deichseln, daß jeder selbst entscheiden muß, in welcher Situation er die meisten lohnenswerten Daten sammeln kann. Die Zentrale mischt sich nie ein. Sie übt nur das Richteramt aus. Sie beurteilt uns nach unseren Aufzeichnungen und befördert jene, deren Datentresore reifer geworden sind.«

Um die Diskussion zu beenden, fragte Curanov: »Wohin führen diese Fußspuren?«

Leeke deutete mit einem glänzenden Finger auf die Spur im Schnee. »Es sieht ganz so aus, als sei dieses Wesen aus dem Wald gekommen und habe eine Weile an dieser Stelle gestanden. Vielleicht hat es uns beobachtet, während wir den Hirsch jagten. Dann hat es sich auf den Rückweg gemacht, in dieselbe Richtung, aus der es gekommen ist.«

Die vier Roboter folgten den Fußspuren bis zu den ersten hohen Kiefern, zögerten aber, tiefer in den Wald vorzudringen.

»Bald wird es dunkel«, sagte Leeke, »und der Sturm wird -wie Janus es uns prophezeit hat - auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Mit unseren geschwächten Sinnen sollten wir lieber in die Hütte zurückkehren, solange wir noch etwas sehen können.«

Curanov fragte sich, ob ihre überraschende Feigheit den anderen genauso auffiel wie ihm selbst. Alle behaupteten, nicht an die mythischen Monster zu glauben, und doch brachte keiner von ihnen es über sich, diesen Fußspuren zu folgen. Curanov mußte zugeben, daß auch er es eilig hatte, in die sichere Unterkunft zu kommen, wenn er sich die Bestie vorstellte, die möglicherweise diese Fußspuren hinterlassen hatte - die Bestie namens >Mensch<.

Die Hütte bestand nur aus einem Raum, aber mehr benötigten sie auch nicht. Nachdem alle vier in körperlicher Hinsicht völlig identisch waren, hatten sie kein Bedürfnis nach räumlicher Zurückgezogenheit. Ihre Privatsphäre blieb auf viel nützlichere Weise gewahrt: Jeder konnte sich in eine der Inaktivierungskojen zurückziehen, wo alle äußeren Einflüsse ausgeschaltet waren, und sich ausschließlich auf seinen Geist konzentrieren, alte Daten abrufen und nach bisher übersehenen Berührungspunkten zwischen scheinbar zusammenhanglosen Informationen suchen. Deshalb störte es niemanden, daß sie in diesen eintönig grauen Wänden wochenlang auf engstem Raum zusammenleben würden. Die Herausforderung der Jagd würde Komplikationen und nachlassendes Interesse verhindern.

Sie legten ihre Betäubungsgewehre auf das Metallregal, das an einer Wand entlanglief, und entledigten sich auch der übrigen Ausrüstung, die bis jetzt an verschiedenen Teilen ihrer Metallpanzer befestigt gewesen war.

Eine Weile standen sie schweigend vor dem größten Fenster und beobachteten das heftige Schneetreiben. Außer blendendem Weiß war nichts zu sehen. Schließlich sagte Tuttle: »Stellt euch nur mal vor, was für ein Schlag es für die moderne Philosophie wäre, wenn die Mythen sich doch als wahr erweisen.«

»Welche Mythen?« fragte Curanov.

»Die über Menschenwesen.«

Steffan hatte absolut keine Lust, sich auf Tuttles ketzerische Gedankengänge einzulassen. In strengem Ton erklärte er kurz und bündig: »Ich habe nichts gesehen, was mich veranlassen könnte, an Märchen zu glauben.«

Tuttle war klug genug, einen Streit über die Fußspuren im Schnee zu vermeiden, aber er wollte das Thema auch nicht fallenlassen. »Wir haben immer geglaubt, Intelligenz wäre ausschließlich dem mechanisierten Geist vorbehalten. Wenn wir nun feststellen sollten, daß ein Wesen aus Fleisch und Blut .«

»Das ist völlig ausgeschlossen!« fiel Steffan ihm ins Wort.

Curanov dachte, daß Steffan noch sehr jung sein mußte. Bestimmt war er erst vor dreißig oder vierzig Jahren aus der Fabrik gekommen. Sonst würde er nicht so vehement alles von sich weisen, was den von der Zentralagentur festgelegten Status quo auch nur im geringsten gefährden könnte. Im Laufe der Jahrzehnte lernte man, daß das, was noch gestern als unmöglich gegolten hat, schon heute etwas ganz Alltägliches sein kann.

»In manchen Mythen über die Menschen heißt es, daß die Roboter von ihnen abstammen«, berichtete Tuttle.

»Von Geschöpfen aus Fleisch und Blut?« fragte Steffan ungläubig.

»Ich weiß, daß es sich verrückt anhört«, sagte Tuttle, »aber ich habe in meinem Leben schon oft die Erfahrung gemacht, daß die verrücktesten Dinge sich letztlich als wahr erweisen.«

»Du warst doch schon überall auf der Erde, in viel abgelegeneren Gegenden als ich. Auf deinen unzähligen Reisen mußt du doch Zehntausende dieser Geschöpfe aus Fleisch und Blut gesehen haben, Tiere aller Arten.« Steffan legte eine effektvolle Pause ein. »Ist dir jemals ein einziges derartiges Geschöpf begegnet, das auch nur ansatzweise über die Intelligenz von uns Robotern verfügt hätte?«

»Nie«, gab Tuttle zu.

»Fleisch und Blut eignen sich eben nicht für Gedanken und Empfindungen auf hohem Niveau«, erklärte Steffan.

Sie schwiegen wieder.

Der Schnee holte den grauen Himmel dichter an die Erde heran.

Keiner der Roboter wollte seine Ängste eingestehen.

»Mich fasziniert vielerlei«, fing Tuttle nach einer Weile zu Curanovs Überraschung wieder zu spekulieren an. »Beispielsweise die Frage - woher stammt die Zentralagentur? Welche Ursprünge hatte sie?«

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