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Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
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Sie gelangten an die Ostmauer und entdeckten eine Nebenpforte, an der zwei Wachen ihren Dienst verrichteten. Als ein Hornsignal ertönte, nahmen sie ihre Speere zur Hand und liefen zum Nordtor.

Der Kampflärm, der aus den Plätzen und Gassen drang, wurde lauter, die Orks drängten die Verteidiger zurück.

Die Tür, vor der sie standen, war mit vier Eisenriegeln gesichert; dicke Schlösser und Ketten verhinderten, dass Unbefugte sie entfernten.

»Was haben wir denn da? Fünf Kegel mit Beinen? Ts, ts, ts, und sie wollen flüchten?«, sagte eine Stimme missbilligend.

Ein Mann mit aristokratischen Gesichtszügen und einem Kinnbärtchen trat aus der Seitenstraße; seine bunten Gewänder sahen nicht billig aus. Hinter ihm folgte eine schlanke, hoch gewachsene Frau in einer Lederrüstung, die ihre langen schwarzen Haare zu einem Teil unter einem dunkelroten Kopftuch verbarg, sowie ein weiterer Mann mit graugrünen Augen, schwarzen Haaren und einem dünnen Schnurbart, der einfach gewandet war. Jeder von ihnen trug einen Seesack.

»Wisst ihr zu kurz geratenen Riesen nicht, dass es verboten ist, diese Pforte zu benutzen?«, fragte der Kinnbart.

»Seid ihr Diebe?«, knurrte Bavragor und legte die prankengleichen Hände um den Stiel seines Hammers.

Der Mann lachte übertrieben. »Kinder, hört ihr das? Drollig, die Kleinen«, rief er nach hinten. »Nun, mein bärtiger Freund mit dem verlorenen Augenlicht, wir sind nicht einmal zum gewöhnlichen Volk zu zählen, wie könnten wir demnach gewöhnliches Verbrecherpack sein?«

Die Orkrufe wurden lauter und klangen immer näher.

»Geht beiseite«, sagte die Schwarzhaarige kurz entschlossen und schritt durch den Pulk der überrumpelten Zwerge, ohne einen von ihnen zu berühren. Sie nahm einen Lederbeutel unter ihrem breiten Waffengürtel hervor und wählte fingerlange, spitze und gebogene Eisenstückchen, mit denen sie sich an den Schlössern zu schaffen machte. Nach kurzer Zeit klickte es.

»Also doch Diebe«, stellte der Steinmetz zufrieden fest.

»Mitnichten, Gutester«, widersprach das Kinnbärtchen. »Furgas stellt den besten Magister technicus seit...«, er wedelte in der Luft, weil ihm der passende Zeitraum nicht einfallen wollte, »Menschengedenken dar.« Er deutete auf die Frau. »Des weiteren habe ich das ausgesprochene Vergnügen, Euch die bezaubernde Narmora vorzustellen, wegen deren Schönheit die Rosen am Haus des Bürgermeisters vor Neid verdorren, und ich selbst bin...«

»Der Unglaubliche Rodario!«, rief Tungdil, der die Stimme des Schauspielers wieder erkannte.

Die Züge des Mimen wurden eine Spur freundlicher. »Ein Verehrer meiner Kunst? Wer hätte das gedacht. Ich unterstellte Euch...« Er stockte. »Da treffe mich doch eine volle Schale Abort! Ihr seid der Trampler, der Schänder meiner Szene, der Vernichter des kunstvoll gewirkten Traumgewebes, in dem ich die Spectatores gefangen hielt!« Seine braunen Augen richteten sich anklagend auf Tungdils Stiefel. »Ja, das sind sie, die Übeltäter! Dies Schuhwerk und dazu die vermaledeite Schreierei ruinierten mein Können!«

Wieder klickte es. Narmora öffnete die Schlösser und zog die Ketten aus den Ösen; klirrend fielen sie zu den Boden. »Geht!«

»Und du?«, fragte Furgas sie besorgt.

Sie lächelte ihn an und gab ihm einen langen Kuss auf den Mund. »Ich sperre wieder ab und klettere über die Mauer. Ich möchte nicht, dass es heißt, wir hätten den Untergang der Stadt verschuldet, weil wir den Orks die Nebenpforte geöffnet haben.«

Die Zwerge machten den Anfang, danach folgten Rodario und Furgas.

Ein Blick verriet ihnen, dass die Pulks der Angreifer vor den Toren lagerten und sich gar nicht um die Seiten Mifurdanias kümmerten. Zwei Gardisten, die auf den Wehrgängen standen, riefen sie an, sie sollten stehen bleiben und sich zu erkennen geben, doch sie dachten nicht daran.

Lediglich der Schauspieler winkte ihnen zu. »Passt mir auf mein Theater auf! Wir kehren zurück, wenn ihr die Schlacht geschlagen habt. Ich wünsche euch alles Glück!«, rief er heiter.

»Das ist keine Szene aus einem Stück, Rodario«, sagte Furgas mahnend, weil er sich des Ernstes der Lage wohl nicht ganz bewusst war, und schob ihn weiter.

»Aber es erinnert mich alles daran«, gab der Mime zurück. »Ich könnte auch daraus ein Stück werden lassen, ein ausgezeichneter Gedanke, werter Furgas.« Er stellte sich in eine heldenhafte Pose, die Arme an die Hüften gelegt. »Ich als furchtloser, wackerer Wachmann, der entdeckt, wie die Orks nahen und einen Kampf gegen... na, sagen wir ein halbes Dutzend von ihnen gewinnt und die Stadt vor dem Untergang bewahrt.«

Ein Seil baumelte plötzlich über die Mauer. Narmora hangelte sich in Windeseile daran hinab und schloss zu ihnen auf, während die Gardisten laut rufend angerannt kamen und das Tau wieder nach oben zogen, ehe es die Orks bemerkten.

Tungdils Gruppe beeilte sich, in den Schutz des nahen Waldrandes zu kommen, und die drei Schauspieler folgten ihnen hartnäckig.

»Auf ein Wort, Ihr Freunde von Gold und Schätzen. Ihr hättet doch nichts dagegen, wenn wir Euch ein wenig bei Eurem oberirdischen Ausflug verfolgen?«, meldete sich der Unglaubliche Rodario mit einem einnehmenden Strahlen im gebräunten Gesicht, als müsste er schlechte Fische verkaufen und viel Geld damit machen. »Die Zeiten sind unsicher, und Ihr seht mit Verlaub so aus, als könntet Ihr jede grüne Gefahr aus dem Weg räumen. Wir dagegen sind nichts als schwächliche Bühnenkünstler.« Er blickte an sich hinab und zeigte ihm die dünnen Oberarme, die wie Besenstiele aus den teuren Gewändern schauten. »Schaut, zwei Männer, so breit wie einjährige Birken, und eine hübsche, aber nicht eben wehrhafte Frau, die ihre Rüstung nur zur Schau trägt. Sollte sie in die Klauen der Orks geraten, so mögen allein die Götter wissen, was die Bestien mit ihr...«

»Ihr könnt uns begleiten, dagegen ist nichts einzuwenden«, gewährte Tungdil ihnen die Bitte. Da Boїndil an den Auswirkungen seines Bierdurstes litt und seine Beile in einem möglichen Kampf ausfielen, brauchte man den Schwätzer und seine beiden Gefährten womöglich, um einer Rotte Orks eine Ablenkung zu liefern, während er und seine Freunde die Ungeheuer attackierten.

»Sagte der nicht eben ›auf ein Wort‹?«, staunte Goїmgar über den nicht enden wollenden Redefluss.

»Menschen reden viel, wenn sie Angst haben«, gab Bavragor seinen Kommentar dazu ab. »Und der muss den Gehrock gehörig voll haben. Habt ihr ihre Kinderbärtchen gesehen? So wenig Haare hatte ich nicht mal in meinen Säuglingstagen«, frotzelte er.

Tungdil schlug den Weg durch den Hain zum Berg ein, wo sie ihre kostbaren Schätze aufladen mussten. Er war froh, dass sie sich in der Zwergensprache unterhielten und die Menschen die Beleidigungen nicht verstanden.

Es wird lange dauern, bis wir die einzelnen Barren die Treppen nach oben und hinter dem Wasserfall hervor bis zu den Ponys getragen haben. Diese Verzögerung würde Zeit kosten, zumal es eine Verzögerung war, die jemand seiner Ansicht nach mit Absicht herbeigeführt hatte, um sie aufzuhalten.

Er wagte nicht einmal daran zu denken, wie weit Gandogar und seine Begleiter bereits gekommen sein mussten - und fluchte, weil er nun doch daran gedachte hatte. Energisch zwang er sich, sich auf den Weg und die Geräusche des Forstes zu konzentrieren.

»Ho, kleiner Mann, der Ihr der Anführer des kleinen Haufens zu sein scheinet«, sprach ihn Rodario an und tauchte an seiner Seite auf; dass er dabei auf trockene Äste trat, diese knackend brachen, und seine Stimme laut durch den Wald hallte, störte ihn nicht. »Unterirdische...«

»Zwerge«, verbesserte Tungdil automatisch.

»Na schön, Zwerge wie Ihr vermag das Auge nicht jeden Tag zu erblicken, und so wunderte ich mich, was Ihr fünf wohl außerhalb der Unterwelt zu suchen habt. Seid Ihr von Euren Leuten vertrieben worden?«

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