Die Frequenzen
- Автор: Setz Clemens J.
- Год: 2009
- Язык: немецкий
- Год: Residenz Verlag
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Die Frequenzen». Краткое содержание книги:
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden — oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf.
Dies ist die Gechichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen…
Nach Söhne und Planeten, seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.
Einmal bin ich da sogar mit ein paar Freunden aufgetreten. Ich am Klavier. Welche Bands spielen denn heute? Mal sehen. Ich lese dir vor: Sexton Slave, Fressfeind und The Resurrection of Laura Palmer. Alles derselbe Unsinn. Resurrection, Wiederauferstehung. Die zweitdümmste Jenseitsvorstellung. Willst du wissen, was die allerdümmste ist, die absurdeste? Die Unsterblichkeit der alten Ägypter. Ha, hättest du nicht gedacht, oder? Na ja, zum einen, weil sie bei denen ausschließlich eine Angelegenheit der Reichen war, und dann war sie auch noch an das Wohlergehen einer Mumie gebunden. Das muss man sich einmal vorstellen: Solange die Mumie intakt in irgendeiner finsteren Grabkammer herumliegt, ist auch die Unsterblichkeit gewährleistet, kommen Grabschänder und zerfleddern die Mumie, tja, Pech, dann ist auch die Pharaonenseele zerstört. Eine eigenartige Vorstellung. So ähnlich wie bei uns die Bücher. Solange sie noch gedruckt werden, glaubt sich der Verfasser unsterblich. Wenn er tot ist, weiß er es besser. Was? Ja. In Ordnung, anderes Thema.
Hallo? Bist du noch dran? Ja, ich bin jetzt zuhause. Gerade angekommen … genau … Sicher, ich kann in zehn Minuten da sein … Ja, sicher … Hm? Ja, ich stehe im Moment vor dem Spiegel, warum? Wie immer, ja … Wer, ich? … Nein, ich bin nicht nackt, warum? … Mein Gesicht? … Ach, das ist ziemlich weiß …
Ich nahm das völlig durchgeschwitzte Headset von meiner Schläfe. Noch einmal hielt ich das Telefon an mein Ohr:
— Hallo? Oh, hallo … sicher, ja, ich bin zuhause … Du bist im Krankenhaus … Nein, Krannnkenhaus, nicht Krakenhaus … ja, ich mag Octopusse auch … lustige Tiere, können auch nichts dafür, wie sie gebaut sind … sicher … aha … ja, du bist immer noch bewusstlos und ich kann dich einfach nicht ansehen … okay … aha, ich verstehe …
Mein Blick wurde auf einmal böse, unberechenbar — ich schleuderte das Handy gegen die Badezimmerfliesen. Es zersprang in hundert Plastiksplitter.