Highway ins Dunkel. Stories
- Автор: Кунц Дин Рэй
- Год: 1997
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «Highway ins Dunkel. Stories». Краткое содержание книги:
Das Buch
Dean Koontz gilt als Meister hautnahen Horrors, und er versäumt es auch in seinen schaudererregenden Kurzgeschichten nicht, den Leser in eine eiskalte Welt puren Entsetzens zu entführen.
Namenlose Kreaturen, die einem notorischen Dieb das Fürchten lehren, mörderische Ratten, entkommen aus einem Versuchslabor, und Wesen aus anderen Welten erschüttern unser Vertrauen in das Erdendasein nachhaltig ...
Der Autor
Dean Koontz, 1946 in Bedford/Pennsylvania geboren, besuchte das Shippensburg State College und nahm 1966 eine Lehrerstelle in Appalachia an. Wenig später heiratete er und veröffentlichte seinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. 1976 zog er mit seiner Familie nach Orange County/Kalifornien. In mehr als 20 Jahren schrieb Koontz 55 Bücher, die in einer Weltauflage von 60 Millionen Exemplaren in 18 Ländern verbreitet ist.
Titel der Originalausgabe STRANGE HIGHWAYS STORY COLLECTION
8
Das Baby weckte uns jede Nacht mehrere Male, so als machte es ihm Spaß, uns aus dem Schlaf zu reißen. Im siebten Monat von Jessicas Schwangerschaft wachten wir alle im Morgengrauen auf, aufgeschreckt von einem Donnerschlag voller Gedankenenergie, der von dem Ungeborenen im Schoß seiner Mutter ausging.
»Ich glaube, ich habe mich geirrt«, sagte Jonathan.
»Inwiefern?« fragte ich. Ich konnte ihn im dunklen Schlafzimmer kaum sehen.
»Es ist ein Mädchen, kein Junge.«
Ich lenkte meine ganze geistige Energie auf das Wesen in Jessicas Bauch und versuchte, mir ein Bild von ihm zu machen. Es widersetzte sich mir erfolgreich, genauso wie es sich Jonathans und Jessicas psychischen Sondierungen widersetzte. Aber immerhin glaubte ich zu spüren, daß es männlich und nicht weiblich war. Das sagte ich auch.
Jessica setzte sich im Bett auf, beide Hände auf ihren zuckenden Leib gepreßt. »Ihr irrt euch beide. Ich glaube, es ist ein Junge und ein Mädchen. Oder keines von beidem.«
Jonathan knipste in dem Haus am Meer die Nachttischlampe an und fragte: »Was willst du damit sagen?«
Sie bäumte sich auf, als das Kind ihr einen kräftigen Tritt gegen die Bauchwand versetzte. »Ich habe engeren Kontakt zu ihm als ihr beide. Ich kann in das Baby hineinspüren. Es ist nicht wie wir.«
»Dann hatte ich also recht«, sagte Jonathan.
Jessica schwieg.
»Wenn es ein Hermaphrodit oder geschlechtslos ist, braucht es keinen von uns«, stellte Jonathan düster fest. Dann machte er das Licht aus. Was blieb uns auch anderes übrig?
»Vielleicht könnten wir es töten«, schlug ich trotzdem vor.
»Das geht nicht«, sagte Jessica. »Dazu ist es zu mächtig.«
»O Gott!« stöhnte Jonathan. »Wir können nicht einmal seine Gedanken lesen. Wenn es uns drei so abblocken kann, kann es sich bestimmt auch selbst beschützen. O Gott!«
Die Beschwörung hallte durch das dunkle Schlafzimmer. Dann tadelte Jessica: »Nimm dieses Wort nicht in den Mund, Jonathan! Das ist unter unserer Würde. Wir stehen über diesem alten Aberglauben. Wir sind die neue Rasse. Wir haben neue Emotionen, neue Gesetze, einen neuen Glauben.«
»Noch etwa einen Monat lang«, flüsterte ich vor mich hin.
Aus dem Amerikanischen von Alexandra v. Reinhardt
Dickschädel
1
Arterien aus Licht zuckten über den schwarzen Himmel. In ihren stroboskopischen Blitzen sah es so aus, als würden Millionen kalter Regentropfen mitten im Fall innehalten. Die glänzenden Straßen spiegelten das Himmelsfeuer wider und schienen mit zerbrochenen Spiegeln gepflastert zu sein. Dann wurde der von Blitzen zerfetzte Himmel wieder schwarz, und es regnete weiter. Das Pflaster war dunkel, und die Nacht schob sich von allen Seiten heran.
Detective Frank Shaw biß die Zähne zusammen, bemühte sich, den Schmerz in seiner rechten Seite zu ignorieren, blinzelte in der Dunkelheit, hielt seine 38er Smith & Wesson Chief’s Special mit beiden Händen fest, nahm die Stellung eines Schützen ein und feuerte zweimal.
Karl Skagg sprintete noch gerade rechtzeitig um die Ecke des nächsten Lagerhauses. Die erste Kugel riß ein Loch in die leere Luft dicht hinter ihm, die zweite streifte die Ecke des Gebäudes.
Das unablässige Trommeln des Regens auf die Metalldächer der Lagerhäuser und das ständige Donnergrollen übertönten die Schüsse. Sogar wenn private Wachmänner in der unmittelbaren Umgebung ihren Dienst versahen, hatten sie höchstwahrscheinlich nichts gehört, so daß Frank nicht mit Hilfe rechnen konnte.
Ihm wäre jede Hilfe willkommen gewesen. Skagg war groß und kräftig, ein Massenmörder, der mindestens zweiundzwanzig Menschen auf dem Gewissen hatte. Der Kerl war sogar in Sonntagslaune unglaublich gefährlich, und im Augenblick konnte man ihn am ehesten mit einer Kreissäge auf Hochtouren vergleichen. Diesen Mann zu schnappen, war nun wirklich keine Aufgabe für einen einzelnen Bullen.
Frank überlegte, ob er zu seinem Auto zurückkehren und Verstärkung anfordern sollte, aber er wußte, daß Skagg entkommen würde, bevor die Gegend weiträumig abgesperrt werden konnte. Kein Polizeibeamter würde die Verfolgung eines Killers nur aus Angst um sein eigenes Leben aufgeben -und Frank Shaw am allerwenigsten.
Er platschte durch die Pfützen auf der Zufahrt zwischen zwei der riesigen Lagerhäuser und bog in weitem Bogen um die Ecke, für den Fall, daß Skagg ihm dort auflauerte. Doch der Kerl war verschwunden.
Im Gegensatz zur Vorderseite des Lagers, wo Laderampen aus Beton zu den riesigen automatischen Rolltreppen führten, gab es an dieser Seite nur eine einzige Metalltür unter einer schwachen Glühbirne, die durch ein Drahtgeflecht geschützt war. Diese etwa sechzig Meter von Frank entfernte Tür fiel gerade zu.
Obwohl seine Seite verdammt weh tat, rannte Frank auf den Eingang zu. Überrascht stellte er fest, daß die Klinke abgerissen und das Schloß zertrümmert war, so als hätte Skagg ein Brecheisen oder einen Vorschlaghammer benutzt. Hatte er irgendein Werkzeug gefunden, das zufällig an der Wand lehnte, und sich auf diese Weise Zutritt zum Lager verschafft? Aber Frank hatte ihn nur für Sekunden - höchstens für eine halbe Minute - aus den Augen verloren, und kein Mensch konnte in dieser kurzen Zeit eine Stahltür aufbrechen.
Und warum hatte die Alarmanlage, über die das Lagerhaus zweifellos verfügte, nicht funktioniert, obwohl Skagg - wie die beschädigte Tür bewies - keinerlei Vorsicht hatte walten lassen?
Naß bis auf die Haut, erschauderte Frank unwillkürlich, als er seinen Rücken an die kalte Mauer neben der Tür preßte. Mit äußerster Willenskraft gelang es ihm, das Zittern unter Kontrolle zu bringen und angespannt zu lauschen.
Er hörte nur das dumpfe Trommeln des Regens auf Metall. Das Prasseln des Regens auf dem nassen Pflaster. Das Gurgeln, Schlürfen und Glucksen des Regens in den Regenrinnen und Rinnsteinen.
Das Heulen und Zischen des Windes.
Frank lud seinen Revolver nach.
Seine rechte Seite schmerzte. Vor einigen Minuten hatte Skagg ihm mit einem Metallrohr, das er auf einem Bauplatz aufgelesen haben mußte, einen heftigen Schlag versetzt. Frank war völlig überrascht gewesen, als der Killer plötzlich aus der Dunkelheit hervorsprang und seine Waffe wie einen Baseballschläger schwang. Noch jetzt hatte er das Gefühl, als würden in seinen Muskeln und Knochen Glassplitter zerrieben, und bei jedem Atemzug nahm der Schmerz ein wenig zu. Vielleicht hatte er eine gebrochene Rippe oder auch zwei. Wahrscheinlich nicht . aber vielleicht doch. Er war naß und müde, und er fror.
Die Sache machte ihm aber auch großen Spaß.
2
Bei seinen Kollegen von der Mordkommission war Frank nur als »Dickschädel Shaw« bekannt. So hatten ihn auch schon seine Freunde während der Grundausbildung des Marine Corps genannt, vor mehr als fünfundzwanzig Jahren, denn er war stoisch, zäh und nicht unterzukriegen. Der Spitzname folgte ihm, als er den Militärdienst quittierte und zur Polizei von Los Angeles kam. Er ermunterte nie jemanden, ihn so anzureden, aber der Name haftete ihm trotzdem an, weil er eben so zutreffend war.
Frank war groß, hatte breite Schultern, eine schmale Taille, schmale Hütten und einen muskulösen, durchtrainierten Körper. Wenn er seine riesigen Hände zu Fäusten ballte, genügte meist schon dieser furchterregende Anblick, um einen Gegner zur Vernunft zu bringen. Sein breites Gesicht schien aus Granit gemeißelt zu sein - der Bildhauer hatte bestimmt seine Mühe damit gehabt und viele Hämmer und Meißel zerbrochen.
Seine Kollegen von der Mordkommission des Los Angeles Police Department behaupteten manchmal, Frank hätte nur zwei Gesichtsausdrücke: grimmig und sehr grimmig.