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Электронная книга - «Der Fänger im Roggen». Краткое содержание книги:

Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Originaltitel «The Catcher in The Rye» Rowohlt Erscheinungsdatum: 1966
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«Sie hat eine elende Kindheit gehabt. Im Ernst.»

Aber das interessierte Stradlater schon nicht mehr. Nur richtiger Sex interessierte ihn.

«Jane Gallagher, großer Gott.» Ich kam nicht davon los. «Ich sollte wirklich hinuntergehen und ihr guten Tag sagen.»

«Warum zum Teufel tust du es denn nicht, anstatt immer davon zu reden?»

Ich ging zum Fenster, aber man konnte nicht hinaussehen, weil es vom Dampf so beschlagen war.

«Ich bin nicht in der Stimmung», sagte ich. Das war wirklich so. Für so etwas muß man in der richtigen Stimmung sein. «Ich habe gemeint, sie wäre in Shipley. Ich hätte geschworen, daß sie dorthin gegangen ist.» Ich ging hin und her. Etwas anderes hatte ich nicht zu tun. «Hat dir das Spiel Spaß gemacht?» fragte ich.

«Ja, ich glaube. Ich weiß nicht.»

«Hat sie dir erzählt, daß wir immer Dame gespielt haben oder

so?»

«Weiß ich nicht mehr, Herr im Himmel, ich hab sie ja gerade erst kennengelernt», sagte Stradlater.

Er war jetzt endlich mit seinem prachtvollen Lockenhaupt fertig und sammelte seine dreckigen Toilettensachen ein.

«Sag mal, könntest du sie von mir grüßen?»

«O. K.», sagte er, aber ich war ziemlich sicher, daß er es wohl nicht tun würde. Solche Typen richten nie Grüße aus. Er ging ins Zimmer zurück, aber ich lungerte noch eine Zeitlang im Waschraum umher und dachte an Jane. Dann ging auch ich ins Zimmer.

Stradlater band sich vor dem Spiegel die Krawatte. Er verbrachte ungefähr die Hälfte seines Lebens vor dem Spiegel. Ich setzte mich in meinen Sessel und sah ihm zu.

«Du», sagte ich, «erzähl ihr nicht, daß ich geflogen bin, bitte.»

«O. K.»

Das war ein sympathischer Zug an ihm. Man brauchte ihm nicht jede verdammte Kleinigkeit zu erklären, wie es bei Ackley nötig war. Vor allem wohl deshalb, weil er sich nie besonders interessierte. Das war der Grund. Ackley war ganz anders. Ackley war ein Schnüffler.

Stradlater zog meine karierte Jacke an.

«Gib um Himmels willen acht, daß du sie mir nicht ausweitest», sagte ich. «Ich habe sie erst ungefähr zweimal angehabt.»

«Reg dich nicht auf. Wo zum Teufel sind meine Zigaretten?»

«Auf dem Tisch.» Er wußte nie, wo er etwas hingelegt hatte.

«Unter deinem Shawl.» Er steckte sie in meine Jackentasche.

Ich drehte zur Abwechslung wieder meine Mütze um, mit dem Schild nach vorn. Ich wurde plötzlich irgendwie nervös. Ich bin überhaupt ein nervöser Mensch. «Wo gehst du denn mit ihr hin?» fragte ich. «Weißt du das schon?»

«Nein, New York, falls wir Zeit haben. Sie hat sich nur bis halb zehn abgemeldet, du lieber Himmel.»

Sein Ton gefiel mir nicht, deshalb sagte ich: «Das hat sie nur deshalb so gemacht, weil sie vermutlich noch nicht wußte, welch ein gutaussehender Schweinehund du bist. Wenn sie das gewußt hätte, hätte sie sich wohl bis halb zehn morgens abgemeldet.»

«Ganz richtig», sagte er. Man konnte ihn nicht leicht ärgern. Er war zu eingebildet. «Aber jetzt im Ernst. Schreib den Aufsatz für mich», sagte er. Er hatte schon den Mantel angezogen und

war zum Gehen bereit. «Überanstreng dich nicht damit, mach ihn einfach höllisch farbig, O. K.?»

Ich gab keine Antwort. Ich hatte keine Lust dazu. Ich sagte nur: «Frag sie, ob sie immer noch alle ihre Damen am Rand sitzen läßt.»

«O. K.», sagte Stradlater, aber ich wußte genau, daß er es nicht ausrichten würde. «Sei nicht zu fleißig.» Damit stob er hinaus.

Ich blieb ungefähr noch eine halbe Stunde sitzen, nachdem er fort war. Ich saß einfach da und tat überhaupt nichts. Ich dachte immer an Jane und an Stradlater, der mit ihr ausging, und das alles. Es machte mich so nervös, wie sexy Stradlater war.

Plötzlich platzte Ackley wieder durch die verfluchten Vorhänge vom Duschraum herein. Dieses einzige Mal in meinem blöden Leben war ich wirklich froh über sein Erscheinen. Er lenkte mich von dem andern Zeug ab.

Er blieb fast bis zum Abendessen da, schwätzte über die andern und daß er sie alle nicht ausstehen könne und drückte an dem großen Pickel auf seinem Kinn herum. Er benützte nicht einmal sein Taschentuch dazu.

Vermutlich besaß der Lümmel überhaupt kein Taschentuch. Jedenfalls habe ich nie eins bei ihm gesehen.

5

Am Samstagabend gab es in Pencey immer dasselbe Essen. Es sollte sogar etwas ganz Besonderes sein, weil man Steaks bekam. Ich wette tausend Dollar, daß sie es deshalb so einrichteten, weil am Sonntag viele Eltern herkamen und Thurmer sich wohl vorstellte, daß jede Mutter ihren geliebten Sohn sofort fragen würde, was er gestern abend gegessen habe, worauf er dann antworten könnte: «Steak.» Schöner Bluff. Diese Steaks hätte man sehen sollen. Es waren harte, trockene, winzige Dinger, die man kaum schneiden konnte. Dazu gab es faden Kartoffelbrei und zum Nachtisch einen Pudding, den kein Mensch aß - höchstens die kleinen Buben aus den untersten Klassen und solche Freßsäcke wie Ackley.

Als wir aus dem Speiseraum kamen, freute ich mich. Der Schnee lag ungefähr sieben Zentimeter hoch, und es schneite immer noch wie toll. Es sah fabelhaft aus, und wir warfen Schneebälle und tobten herum. Natürlich war das kindisch, aber es machte allen Vergnügen.

Weil ich mit niemand verabredet war, beschlossen Mal Brossard und ich, mit dem Autobus nach Agerstown zu fahren und dort vielleicht in irgendein blödes Kino zu gehen oder irgendwo Würstchen zu essen. Wir hatten keine Lust, den ganzen Abend herumzusitzen. Ich fragte Brossard, ob er etwas dagegen hätte, wenn Ackley mitkäme. Ackley hockte nämlich am Samstagabend immer nur zu Hause und drückte seine Pickel aus. Brossard sagte, er hätte nichts dagegen, obwohl die Aussicht ihn nicht rasend begeisterte. Er hatte Ackley nicht besonders gern. Immerhin gingen wir also in unsere Zimmer, um uns fertig zu machen, und während ich die Gummischuhe und so weiter anzog, brüllte ich, ob Ackley mit uns ins Kino gehen wolle. Er konnte mich durch die Vorhänge vom Duschraum ganz gut hören, aber er gab zuerst keine Antwort. Es gehörte zu seinen typischen Gewohnheiten, daß er nie sofort

Antwort gab. Endlich kam er durch die verdammten Vorhänge, blieb dort stehen und fragte, wer sonst noch mitginge. Er mußte das immer genau wissen. Wenn er irgendwo schiffbrüchig gewesen wäre und man hätte ihn in einem Boot retten wollen, so hätte er genau wessen müssen, wer das verdammte Boot rudere, bevor er eingestiegen wäre. Er sagte: «Also schön, wart einen Augenblick.» Es klang wie eine große Gnade.

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