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Электронная книга - «Der Fänger im Roggen». Краткое содержание книги:

Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Originaltitel «The Catcher in The Rye» Rowohlt Erscheinungsdatum: 1966
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«Nein, du nicht.» Ich schüttelte den Kopf. «Du nicht, Kleiner. Wenn du soviel Geld hättest, wärst du der größte -»

«Hör auf mit dem <Kleiner>. Verdammt noch mal. Ich bin alt genug, um dein blöder Vater zu sein.»

«Das sicher nicht.» Er konnte einem wirklich manchmal auf die Nerven gehen. Er betonte bei jeder Gelegenheit, daß ich sechzehn war und er achtzehn. «Erstens einmal würde ich dich überhaupt nicht in meine gottverdammte Familie aufnehmen», sagte ich.

«Schön, aber hör auf mich -»

Plötzlich ging die Tür auf und Stradlater kam in großer Eile herein. Er war immer eilig. Alles bei ihm war immer furchtbar wichtig. Er ging auf mich zu und tätschelte mir die Wangen -eine ekelhafte Gewohnheit. «Hör», sagte er, «hast du heute abend etwas Besonderes vor?»

«Weiß nicht. Möglich. Wie ist es draußen - schneit es?» Sein Mantel war voll Schnee.

«Ja. Hör, wenn du selber nicht ausgehen willst, könntest du mir deine karierte Jacke leihen?»

«Wer hat gewonnen?» fragte ich.

«Erst Halbzeit. Aber im Ernst, brauchst du die Jacke heut abend oder nicht? Ich hab mir irgend so 'n Zeug über meinen Flanellanzug gegossen.»

«Nein, ich brauch sie nicht, aber ich hab keine Lust, daß du sie mit deinen verdammten Schultern ausweitest.» Wir waren fast gleich groß, aber er war ungefähr doppelt so schwer wie ich und hatte sehr breite Schultern.

«Ich weite sie sicher nicht aus.» Er ging eilig zum Schrank. «Wie geht's, Ackley?» fragte er.

Stradlater war wenigstens immer freundlich. Zum Teil in einer herablassenden Art, aber wenigstens sagte er Ackley immer guten Tag.

Ackley gab nur irgendein Geknurr von sich. Fr wollte ihm eigentlich nicht antworten, hatte aber nicht den Mut, überhaupt nichts zu sagen. Dann sagte er zu mir: «So, ich muß gehn. Auf später.»

«O.K.», sagte ich. Es brach einem nicht unbedingt das Herz, wenn er wieder in sein Zimmer verschwand.

Stradlater zog Jacke und Krawatte und so weiter aus. «Ich muß mich wohl schnell noch rasieren», sagte er. Er hatte einen ziemlich starken Bartwuchs, wirklich, den hatte er.

«Wo ist dein Mädchen?» fragte ich.

«Sie wartet im Anbau.» Er ging mit seinen Toilettensachen und Handtüchern unterm Arm hinaus.

Ohne Hemd oder so. Er lief immer mit nacktem Oberkörper herum, weil er sich für fabelhaft gut gewachsen hielt. Das stimmt sogar, das muß ich zugeben.

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Da ich nichts zu tun hatte, ging ich auch in den Waschraum und schwätzte mit ihm, während er sich rasierte. Außer uns war kein Mensch dort, weil alle noch beim Match waren. Von der Höllenhitze waren alle Fenster beschlagen. Der Wand entlang befinden sich ungefähr zehn Waschbecken nebeneinander. Stradlater benützte das in der Mitte. Ich setzte mich auf das Becken neben seinem und drehte den Kaltwasserhahn auf und zu - eine nervöse Angewohnheit von mir. Stradlater pfiff Song of India beim Rasieren. Er pfiff immer durchdringend und falsch und suchte sich immer Schlager aus wie Song of India oder Das Blutbad in der 10. Avenue, die ohnedies schwierig sind, selbst wenn einer gut pfeifen kann. Er konnte wirklich jede Melodie ruinieren.

Ich sagte schon, Stradlater war ebenso schlampig wie Ackley, nur in anderer Art. Er war sozusagen mehr im geheimen schlampig. Fr sah immer korrekt aus, aber sein Rasiermesser zum Beispiel war sehenswert. Es war immer ganz verrostet und mit altem Seifenschaum und Haaren und was weiß ich verklebt. Er putzte es überhaupt nie. Er sah immer gut aus, wenn er sich hergerichtet hatte, aber im geheimen war er trotzdem unsauber, wenn man ihn so kannte wie ich. Er pflegte sein Aussehen nur deshalb so, weil er wahnsinnig in sich selber verliebt war. Er hielt sich für den schönsten Burschen der westlichen Hemisphäre. Ich muß zugeben, daß er ziemlich gut aussah. Aber nur in der Art, daß irgendwelche Eltern, wenn sie auf sein Bild im Jahrbuch gestoßen wären, sofort gefragt hätten: «Wer ist denn das?» Ich meine, er war einfach ein Typ, der auf Fotografien gut wirkt. In Pencey waren viele andere, die besser aussahen als er, aber im Jahrbuch wären sie niemandem aufgefallen. Auf einer Fotografie konnte man meinen, daß sie eine große Nase oder abstehende Ohren hätten. Das habe ich oft erlebt.

Ich saß also auf dem Waschbassin neben Stradlater und drehte am Kaltwasserhahn. Ich hatte immer noch die rote Jagdmütze verkehrt um an. Das machte mir Vergnügen.

«He», sagte Stradlater. «Willst du mir einen großen Gefallen tun?»

«Was?» frage ich, nicht übermäßig begeistert. Er bat immer um irgendeinen großen Gefallen. Das machen alle so, die gut aussehen oder sich für große Kanonen halten. Weil sie für sich selbst schwärmen, meinen sie, man müsse ebenso für sie schwärmen und man verzehre sich danach, ihnen einen Gefallen zu tun. Eigentlich komisch.

«Gehst du heute abend aus?» fragte er.

«Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Weiß noch nicht. Warum?»

«Ich muß bis Montag noch ungefähr hundert Seiten Geschichte lesen. Könntest du wohl einen englischen Aufsatz für mich schreiben? Ich bin schlimm dran, wenn ich das verdammte Zeug nicht bis Montag habe. Deshalb frage ich. Was meinst du?» Das war ein starkes Stück, wahrhaftig.

«Ich fliege aus der verdammten Schule heraus», sagte ich, «und für dich soll ich einen verdammten Aufsatz schreiben.»

«Ja, ich weiß. Aber es ist doch eben so, daß es mir sonst selber an den Kragen geht. Sei kein mieser Frosch. O.K.?»

Ich antwortete nicht sofort. Manchen Parasiten wie Stradlater tut es gut, wenn man sie zappeln läßt.

«Über was?» fragte ich.

«Irgend etwas. Irgendeine Beschreibung. Ein Zimmer. Oder ein Haus. Oder irgendeine Erinnerung du weißt schon. Wenn es nur eine verdammte Schilderung ist.» Dabei gähnte er. Von so etwas bekomme ich Krämpfe. Ich meine, wenn einer in dem Augenblick gähnt, in dem er um eine Gefälligkeit bittet. «Schreib ihn nur nicht zu gut, dann wird es schon richtig», sagte er. «Dieser verdammte Hartzell hält dich für eine Kanone bei

Aufsätzen, und er weiß, daß wir zusammenwohnen. Ich meine, setz nur nicht alle Kommas und so weiter an die richtige Stelle.»

Das ist wieder so etwas, wovon ich Krämpfe bekomme. Wenn man gut Aufsätze schreiben kann und dann jemand von Kommas zu reden anfängt. Stradlater tat das immer. Er wollte einem weismachen, daß er nur deshalb schlecht im Aufsatz sei, weil er die Kommas falsch einsetzte. In diesem Punkt war er ähnlich wie Ackley. Einmal saß ich bei diesem Basketballspiel direkt neben Ackley. Wir hatten einen phantastischen Kerl in der Mannschaft, Howie Coyle, der die Bälle von der Mitte des Spielfeldes aus reinbekam, ohne nur das Brett zu berühren oder so. Ackley sagte immer wieder, während des ganzen verdammten Spiels, dieser Coyle habe einen idealen Basketballkörper. Mein Gott, wie ich diesen Quatsch hasse.

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