Die Klinik
- Автор: Гордон Ной
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Die Klinik». Краткое содержание книги:
Händehaltend schlenderten sie in die Küche und dann weiter in ein Schlafzimmer.
Dort lag ein kleiner Junge schlafend im Bett.
»Wohin?« flüsterte sie. Er küßte sie, ohne das Kind aufzuwecken, und sie wanderten einen Gang hinunter in das Elternschlafzimmer.
»Ich glaube, Sie sollten sich hinlegen«, sagte Moylan und schloß die Tür.
»Da liegen Mäntel auf dem Bett.«
»Wir werden ihnen schon nichts tun.«
Sie lagen auf ihrem Nest von Kleidungsstücken, und sein Mund fand ihr Gesicht, ihren Mund, ihren Hals.
»Darfst du denn das?« fragte sie nach einer Weile.
Er bemühte sich erst gar nicht um eine Antwort. »Doch«, sagte sie verträumt. »Jack«, sagte sie einen Augenblick später. »Jack.«
»Ja, Joannie«, sagte Moylan, jetzt großartig zuversichtlich.
»Jack .«
»Wir wollen es nicht überstürzen«, sagte er.
»Jack, du verstehst nicht. Ich muß mich übergeben«, sagte sie. Und tat es.
Auf seinen Mantel, sah Moylan zu seinem Entsetzen.
»Gibt es viele Japaner auf Formosa?« fragte Alice Taya-kawa und drückte Harry Lees Hand.
Rafe ging in Miguels Zimmer und steckte die Decken um die kleinen dünnen Schultern zurecht. Er saß auf dem Bett und sah den schlafenden Jungen an, während aus dem Wohnzimmer noch immer das Geräusch von Lachen und Musik und das Singen der heiseren Rothaarigen drang.
Jemand kam in die Küche. Durch die offene Tür konnte er hören, wie Eis in Gläser geworfen und eingeschenkt wurde.
»Sie sind ganz allein hier draußen?« Es war Liz' Stimme.
»Ja. Nur ein paar letzte Drinks machen.« Spurgeon Robinson, dachte Meomartino. »Sie sind zu nett, um allein zu sein.« »Danke.«
»Sie sind sehr groß, nicht wahr?«
Er hörte sie etwas flüstern.
»Es ist allseits bekannt, daß wir Farbige begabt sind.« Die Stimme war plötzlich tonlos geworden. »Darin und im Steppen.«
»Von Steppen verstehe ich nichts«, sagte sie.
»Mrs. Meomartino, ich habe ein netteres, süßeres Mädchen in einem grüneren, reineren Land.«
Einen Augenblick Stille.
»Wo liegt das?« fragte sie. »In Afrika?«
Meomartino trat in die Küche.
»Haben Sie alles, was Sie brauchen, Spurgeon?« fragte er.
»Durchaus alles, danke.« Robinson verließ die Küche mit den Drinks.
Meomartino sah sie an. »Nun, glaubst du, daß du mich zum Chefchirurgen gemacht hast?« fragte er.
Später, als sie endlich gegangen waren, brachte er es nicht über sich, sich neben sie zu legen. Er nahm ein Kissen und Decken und legte sich auf die Couch mitten in das verlassene Schlachtfeld, das nach Whiskyresten und kaltem Rauch stank. Als er in Halbschlaf versank, sah er ihren Körper, die wunderbar blassen Schenkel, blockiert von vielen männlichen Rücken in allen Hautfarben; einige gehörten Fremden, andere waren allzu leicht zu erkennen.
Halbwach, tötete er sie in seiner Phantasie und wußte zugleich, daß er dazu nicht fähig war, ebensowenig wie er es fertigbrachte, die Wohnung zu verlassen und wegzufahren.
Wenn es Narkotika wären, argumentierte er wütend, würde ich sie dann verlassen?
Jetzt war er hellwach.
Heiliger Raphael, sagte er in das dunkle Zimmer hinein.
Er überlegte die ganze Nacht, und am nächsten Morgen rief er vom Krankenhaus aus eine der Nummern im Branchenverzeichnis an.
»Hier Mr. Kittredge«, sagte eine neutrale Stimme.
»Ich heiße Meomartino. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie einige Informationen für mich einholen könnten.«
»Möchten Sie mich irgendwo treffen, oder kommen Sie in mein Büro?«
»Können wir es nicht gleich jetzt besprechen?«
»Wir nehmen neue Klienten nie über Telephon an.«
»Nun . ich werde erst um sieben herum in Ihr Büro kommen können.«
»Ausgezeichnet«, sagte die Stimme.
Wieder bat er Harry Lee, in der Abendpause für ihn einzuspringen, und fuhr zu der im Telephonbuch angegebenen Anschrift, die sich als ein baufälliges altes Haus in der Washington Street erwies, in dem sehr viele Firmen des Juwelengroßhandels untergebracht waren. Die Büros sahen wie sehr gewöhnliche Geschäftsräume aus, die auch einer Versicherungsgesellschaft hätten gehören können. Mr. Kittredge war ungefähr vierzig und konservativ gekleidet. Er trug einen Freimaurerring und sah aus, als legte er nie die Füße auf den Tisch.
»Ein Familienproblem?« fragte er.
»Meine Frau.«
»Haben Sie eine Photographie?«
Meomartino grub eine aus seiner Brieftasche aus: kurz nach der Geburt Miguels aufgenommen, ein Bild, auf das er stolz gewesen war, Liz lachend, den Kopf schiefgelegt, Sonnenlicht und Schatten gut ausgenützt.
Mr. Kittredge warf einen Blick darauf. »Wollen Sie sich von ihr scheiden lassen, Herr Doktor?« »Nein. Das heißt, vermutlich hängt es davon ab, was Sie herausfinden«, sagte er müde.
Die erste Konzession an eine Niederlage.
»Ich frage nur«, sagte Mr. Kittredge, »um zu wissen, ob schriftliche Berichte nötig sein werden.«
»Oh.«
»Wissen Sie, daß Sie jetzt keine Schlafzimmerbilder und diesen ganzen Unsinn mehr brauchen?«
»Ich weiß wirklich sehr wenig darüber«, sagte Meomar-tino steif.
»Alles, was das Gesetz verlangt, ist ein Beweis für Zeit, Ort und Gelegenheit, damit Ehebruch als begangen gilt. Das ist der Punkt, an dem meine schriftlichen Berichte aktuell wären.«
»Ich verstehe«, sagte Rafe.
»Für schriftliche Berichte wird keine zusätzliche Gebühr eingebogen.«
»Vielleicht nur mündliche Berichte«, sagte Meomartino. »Zumindest vorderhand.«
»Kennen Sie die Namen irgendwelcher ihrer Freunde?«
»Ist das nötig?«
»Nein, aber es könnte mir helfen«, sagte Kittredge geduldig.
Rafe wurde übel, die Wände rückten leicht zusammen. »Ich glaube, Adam Silverstone. Er ist Arzt am Krankenhaus.«
Kittredge notierte es sich.