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Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:

An seinem monumentalen Werk über die Gründungsgeschichte des Königreiches Böhmen im 12. Jahrhundert arbeitete Stifter zehn Jahre lang wie »ein Pflugstier«. Durch den Romanhelden Witiko, der stellvertretend für den sittlich handelnden Menschen steht, wird das grandiose Historiengemälde zum Bildungsroman, als dessen Meister sich der Autor mit seinem ›Nachsommer‹ in die Literaturgeschichte eingeschrieben hatte.
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Witiko verneigte sich, und verließ den Saal.

»Ich glaube, es war nicht zu hart«, sagte der Herzog.

»Nein, nein«, riefen mehrere Stimmen.

»Nun haben wir noch mit einem Krieger zu sprechen«, sagte der Herzog, »führt Dimut, die streitende Schwester des Wladyken Rowno, herein.«

Zwei junge Ritter des Herzoges gingen durch die Tür hinaus, und geleiteten nach einer kurzen Weile Dimut herein, welcher mehrere Mädchen folgten.

Dimut war in ein weites fließendes Gewand von veilchenblauer Farbe gekleidet, das von einem silbernen Gürtel zusammen gehalten wurde. Die schwarzen Haare waren in einem Silbernetze.

Als sie vor den Herzog gekommen war, sagte er: »Dimut, wir können dir keinen Sitz anbieten. Ein Krieger, der kein Führer ist, muß vor den Führern stehen, und ein Krieger bist du, wenn du auch keine Kriegsgewänder an hast.«

»Ich stehe, Herr«, sagte Dimut.

»Dimut«, sprach der Herzog, »die Bischöfe, Priester, Fürsten, Herren und Lechen dieses Saales erkennen, daß du heldenmütig gewesen bist, wie dein Geschlecht es nicht ist, und daß du Dank und Gaben verdienst. Den Dank sagen wir hier, und in Prag und in dem Lande werden sie es sagen, was du getan hast. An Gaben sind wir arm. Ich gebe dir ein Kriegerkleid, Goldschmuck, ein Schwert, das so klein ist wie das deinige, und ein weißes Pferd, das meine Herzogin mit Silber geschmückt hat. Deinem Bruder habe ich Land an seinem Lande gegeben, und du wirst es mit genießen. Und ich warte, daß dich einer als Hausfrau heim führt, und werde dann sinnen, was euch erfreuen kann. Du mußt jetzt mit deinem Bruder nach Hause gehen, daß du wegen des Verrates, den du an der Veste Rowna geübt hast, gestraft werdest. Wenn du die Strafe abgebüßt hast, komme nach Prag, du gehörst zu der Herzogin, bleibe bei ihr, oder gehe wieder nach Hause, oder komme, so oft du willst.«

»Hoher Herr«, antwortete Dimut, »ich verdiene keinen Dank und keine Gaben, weil ich getan habe, was ich nicht lassen konnte. Was mir deine Huld beschert, dafür gebührt dir der Dank, ich sage ihn, und werde alles mit Freude gebrauchen. Man sagt, du werdest die zerstörten Heiligtümer wieder schöner aufbauen, als sie gewesen sind. Ich werde dann kommen, in ihnen zu beten, und dann werde ich in Ehrfurcht zu der hohen Herzogin gehen.«

»Nun so nimm als Krieger Abschied von den Kriegern, die mit dir gekämpft haben, Dimut«, sagte der Herzog, »und auch von denen, die mit dir gekämpft hätten, wenn sie nicht mit mir nach Deutschland hätten ziehen müssen.«

Die Männer erhoben sich von ihren Sitzen, und näherten sich Dimut.

Diepold reichte ihr die Hand, Heinrich reichte ihr die Hand, das taten auch die Bischöfe und die Äbte, der greise Bolemil, Lubomir, Diwiš, Chotimir, Wšebor, und alle älteren Führer. Die jüngeren Krieger drängten sich herzu, faßten nach ihrer Hand, und sprachen zu ihr. Welislaw sagte: »Du gibst mir noch den Pfeil nicht.«

»In meinem Leben nicht«, sagte Dimut.

Als alle Männer zurück getreten waren, sagte der Herzog: »Nun verschmähe auch meine Hand nicht.«

Er reichte sie ihr.

Dimut faßte sie, und neigte sich mit der Stirne auf sie.

Da sie zurück getreten war, sagte sie: »Herrsche glücklich und gerecht, hoher Herr.«

»Gehe mit Gott, Dimut«, sagte der Herzog, »gebe der Himmel das eine, und vermöge ich das andere.«

Dimut wendete sich, ihre Mädchen umringten sie, und sie gingen aus dem Saale.

»Und nun, hohe Herren«, sagte der Herzog, »gehabt euch wohl als Krieger und nach dem Kriege. Als Freunde kommen wir heute am Abende noch in der Hofburg zusammen, vielleicht führt bald den einen oder den andern sein Wille auf den Heimweg. Möget ihr dort alles gut finden, und bringet meinen Gruß euern Angehörigen und denen, die im Lande um euch wohnen.«

Nach diesen Worten riefen die Männer dem Herzoge ein Lebewohl zu, er dankte entblößten Hauptes, und sie verließen den Saal.

In dem Lager auf dem großen Verkaufsplatze zwischen dem rechten Burgflecken und dem Wyšehrad wurde an dem Tage auch eine große Bewegung. Männer aus den Hofherren des Herzoges waren bei den verschiedenen Abteilungen, die Führer kamen aus der Hofburg zu ihren Kriegern, und man verteilte die Gaben und Geschenke des Herzoges an jeden Mann, der in dem Lager war.

So geschah es auch bei den Männern aus Budissin, welche in der Nähe des Dorfes Buben ihren Platz hatten. Sie empfingen Lohn, daß sie gekommen, und zu dem Streite bereitwillig gewesen waren.

Und so geschah es auch bei den Verteidigern der Stadt Prag. Diepold war bei ihnen, und alle Führer waren bei ihnen, welche den Kampf mit ihnen geteilt hatten. Sie erhielten reiche Geschenke, und die, welche verwundet worden waren, empfingen noch besondere Gaben.

Vor dieser Frist wurde Witiko zu dem Herzoge gerufen. Der Herzog gab ihm die Führerschaft über die Waldleute zurück, und sagte, er möge zu den Seinigen eilen, um bei der Verteilung der Gaben zu sein, welche sie für ihre Taten erhalten sollen.

Witiko dankte, und ritt zu den Männern des Waldes. Da waren schon Hofherren, da war Rowno, Hermann, Wyhon, Diet, Wolf, Wernhard, und alle, die zu führen gehabt hatten. Und die Gaben wurden verteilt. Als Witiko erschien, begann auch die Verteilung bei den Seinigen. Sie war reichlich, und der Kammerschreiber gab ihm auch Geld für diejenigen, die vom Wysoka heim gegangen waren, und für die Angehörigen der Toten. Es war viel Freude und Frohlocken, und sie zeigten sich wechselweise, was sie bekommen hatten.

Der Herzog und die Herzogin ritten in schönen Gewändern mit einem Gefolge, das in prunkenden Kleidern war, zu allen Abteilungen, an welche die Gaben gereicht wurden.

Am Abende dieses Tages waren Festmahle in allen Lagern, es waren Feste in den beiden Burgflecken von Prag, und in dem Burgflecken des Wyšehrad, und es war ein Festmahl in der Hofburg des Herzogs.

Witiko ritt zu dem Festmahle des Herzogs, und wurde von vielen seiner Leute bis zu dem Tore begleitet.

Nach dem Mahle wurde er in das Priesterhaus geführt, in welchem ihm wieder seine Wohnung bereitet worden war, weil man die Lager zu verlassen begann.

Am Morgen des folgenden Tages ging er zu den Seinigen, um sie zu begrüßen, und Anordnungen zu treffen.

Sie standen oder saßen im Sonnenglanze an den Hütten oder Schirmen, die sie auf ihrem Platze errichtet hatten, herum, und sprachen von verschiedenen Dingen. Sie sprachen von dem, was geschehen war, von ihren Geschenken, und zeigten sich dieselben neuerdings wieder, und mancher zählte sein Geld aus einer Hand in die andere. Der Schmied von Plan hatte ein sehr großes und starkes und altes Waffenhemd erhalten, und hatte es über seinen groben Rock angetan. David der Zimmerer, welcher auf dem Berge Wysoka verwundet worden war, trug alle Geräte des Zimmerwerkes herbei, welche klarer und spiegelnder waren, als er je gesehen hatte. Veit Gregor zeigte ein Becken aus Silber, in welches er das heilige Wasser, wenn es im nächsten Frühlinge geweiht sein würde, zu gießen gesonnen sei. Tom Johannes, der Fiedler, saß auf Holzblöcken, welche zum Verbrennen hergerichtet waren. Er hatte eine Geige in der Hand, und betrachtete sie.

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