Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
Der längliche, tiefschwarze Klumpen, der die Mac Arthur umgab, wurde zu einer Mauer aus schwarzem Nichts. Der schaufeiförmige Wiedereintrittsschild des Kutters klappte hoch. Horst sah, wie sich der vordere Sichtschirm verdunkelte.
Der Kutter schoss vorwärts. Ein Augenblick intensiver Kälte, als sie das Feld durchdrangen, dann das Kreischen zerreißenden Metalls. Das Boot kam zum Stillstand.
Staley schnallte sich los. »Los jetzt«, befahl er. »Kelley, schneiden Sie einen Durchgang in die Tankwand.«
»Ja, Sir.« Die Infanteristen sprangen hinaus. Zwei richteten einen großen Schneidlaser auf das verbeulte Metall, das einmal die Innenwand eines Wasserstofftanks gewesen war. Kabel führten von dem Gerät zurück in den schwer mitgenommenen Kutter.
Die Tankwand riss an den aufgeschmolzenen Linien, ein Stück barst heraus und traf beinahe die beiden Soldaten. Luft pfiff durch das Loch, und tote Minisplits wurden herausgewirbelt wie Herbstblätter.
Die Wände des Korridors dahinter waren verschwunden. Etliche Abteilungen waren zu Schrott verwandelt, Schotts durchbrochen, seltsame Apparate waren entstanden.
Überall wimmelte es von toten, aufgedunsenen Minis. Keines schien einen Druckanzug gehabt zu haben.
»Herrgott«, murmelte Staley entgeistert. »Also gut, Kelley, dann holen Sie mal diese Anzüge. Gehen wir.« Er stieß sich ab und schwebte über das Gerumpel zur nächsten luftdichten Tür. »Nach der Kontrollanzeige ist Druck auf der anderen Seite«, stellte er fest. Er griff in das Kommunikationsfach am Schott und schloss sein Helmmikrofon an.
»Hört mich jemand?«
»Korporal Hasner hier, Sir«, antwortete eine Stimme sofort. »Sehen Sie sich vor da drüben, dort ist alles voll Minis.«
»Nicht mehr«, antwortete Staley. »Wie ist die Lage bei Ihnen drinnen?«
»Neun Zivilisten ohne Anzüge, Sir. Noch drei überlebende Infanteristen. Wir wissen nicht, wie wir diese Wissenschaftler rausbekommen sollen ohne Anzüge.«
»Wir haben welche«, erklärte Staley grimmig. »Können Sie die Zivilisten so lange schützen, bis wir durch diese Tür gekommen sind? Wir haben hier draußen Vakuum.«
»Himmel, ja, Sir. Einen Moment.« Ein surrendes Geräusch setzte ein. Die Instrumente zeigten an, dass der Druck jenseits des Schotts fiel. Dann bewegten sich die schweren Riegel. Die Tür öffnete sich, und eine Gestalt im Panzeranzug wurde sichtbar. Hinter Hasner standen noch zwei Infanteristen und richteten ihre Waffen auf Staley, als er hereinkam. Hinter ihnen — Staley schnappte nach Luft.
Die Zivilisten standen am anderen Ende der Unteroffiziersmesse beisammen. Sie trugen nichts als die üblichen weißen Overalls des wissenschaftlichen Personals. Staley erkannte Dr. Blevins, den Veterinär. Die Leute schienen sich ganz frisch und munter zu unterhalten. »Aber wir haben doch keine Luft hier drinnen!« schrie Staley.
»Hier nicht, Sir«, sagte Hasner. Er wies auf ein sonderbares Kästchen. »Dieses Ding da, Mr. Staley — es macht eine Art unsichtbaren Vorhang; wir können durch, aber die Luft nicht.« Kelley knurrte etwas und ließ seinen Trupp in die Messe ausschwärmen. Den Zivilisten wurden Anzüge zugeworfen.
Staley schüttelte verwundert den Kopf. »Kelley. Sie übernehmen den Befehl hier.
Bringen Sie alle nach vorn und nehmen Sie diesen Kasten mit, wenn er bewegbar ist.«
»Ist er«, sagte Blevins. Er sprach in das Mikrofon des Helms, den Kelley ihm gegeben hatte, aber er hatte ihn noch nicht aufgesetzt. »Das Ding kann auch ein- und ausgeschaltet werden. Korporal Hasner hat ein paar Minis getötet, die daran herumbastelten.«
»Gut. Wir nehmen’s mit«, entschied Staley. »Und jetzt bringen Sie die Leute auf Trab, Kelley!«
»Jawohl, Sir!« Der Infanterieschütze schob sich vorsichtig durch die unsichtbare Barriere. Er musste sich ein wenig anstrengen. »Das — das ist ein bisschen wie das Feld, Mr. Staley. Nur nicht so dicht.«
Staley knurrte eine unverständliche Antwort und winkte den anderen Kadetten. »Die Kaffeemaschine«, sagte er. Es klang, als zweifle er an seinem eigenen Verstand.
»Lafferty. Kruppman. Janowitz. Sie drei kommen mit uns.« Er trat durch die Tür hinaus in den demolierten Korridor.
Am anderen Ende war ein luftschleusenartiger Durchgang. Staley wies Whitbread an, die äußere Tür zu öffnen. Die Hebel waren leicht zu bewegen. Der kleine Trupp drängte sich in die winzige Schleusenkammer, und sie spähten durch das dicke Glas eines Bullauges in den Hauptsteuerbordkorridor.
»Sieht ganz normal aus«, flüsterte Whitbread.
Augenscheinlich war es das auch. Sie passierten die Luftschleuse in zwei Schüben und zogen sich an den Handgriffen den Gang entlang bis zur Tür der Hauptmannschaftsmesse.
Staley schaute durch das dicke Glas der Sichtluke in den Messeraum. »Herrgott!«
»Was ist los, Horst?« fragte Whitbread. Er schob seinen Helm neben den Staley s.
In der Messe waren Dutzende Minis. Die meisten hatten Laserwaffen — und sie feuerten aufeinander. Es schien keinerlei Fronten zu geben. Anscheinend kämpfte jedes Mini gegen jedes andere, obwohl das vielleicht nur auf den ersten Blick so aussah. Ein rosiger Nebel erfüllte den Raum: Splitblut. Tote und verwundete Splits schwebten wie in einem alptraumhaften Tanz durch die Luft, und blaugrüne Lichtsperre zuckten überall auf.
»Da können wir nicht rein«, flüsterte Staley. Dann fiel ihm ein, dass er über sein Helmradio sprach. Er hob die Stimme. »Wir würden niemals lebend rauskommen.
Vergessen wir die Kaffeemaschine.« Sie streiften weiter durch den Korridor und suchten nach sonstigen Überlebenden.
Es gab keine. Staley führte den Trupp zurück zur Mannschaftsmesse. »Kruppman«, befahl er. »Sie und Jartowitz setzen diesen Korridor unter Vakuum. Brennen Sie ein Schott durch, setzen Sie Granaten ein — egal wie, aber schaffen Sie hier Vakuum. Und dann verlassen Sie schnellstens das Schiff.«
»Aye, aye, Sir.« Als die Infanteristen in dem stählernen Korridor um die Ecke bogen, verloren die Kadetten den Kontakt mit ihnen. Die Helmfunkgeräte waren nur für Sichtverbindung geeignet. Trotzdem war es nicht still. Die Mac Arthur war erfüllt von ungewohnten, seltsamen Geräuschen. Schrille Pfiffe und Schreie, das Kreischen aufgerissenen Metalls, ein Summen und Vibrieren — eine schrecklich fremdartige Geräuschkulisse.
»Die Mac gehört nicht mehr uns«, flüsterte Potter. Ein langgezogenes Wuuuusch — der Korridor stand unter Vakuum. Staley schleuderte eine Thermit-Granate gegen die Wand des Messeraums und zog sich hinter die nächste Ecke zurück. Grelles Licht flammte kurz auf, dann eilte Staley zurück, um seinen Handlaser auf die noch glühende Stelle des Schotts abzufeuern. Die anderen nahmen gleichfalls den Beschuss auf.
Bald begann sich die Metallwand nach außen zu beulen und barst schließlich. Luft strömte heulend in den Gang heraus, eine Wolke toter Minis mit sich reißend. Staley versuchte die Verschlusshebel des Eingangs zu lösen, aber sie rührten sich nicht. Also schmolzen die Männer mit ihren Lasern das Loch im Schott weiter aus, bis sie hindurchkriechen konnten.
Lebende Minis waren keine mehr zu sehen. »Warum können wir’s nicht im ganzen Schiff so machen?« wollte Whitbread wissen. »Wir könnten es wieder in unsere Macht bekommen, wenn wir die Biester einfach rauspusten …«
»Vielleicht«, sagte Staley. »Lafferty. Holen Sie die Kaffeemaschine und bringen Sie sie nach Backbord. Los, wir geben Ihnen Deckung.«
Der Bootsmann winkte und schnellte sich den Korridor entlang in die Richtung, die die Infanteristen eingeschlagen hatten. »Sollten wir uns nich’ am besten mit ihm absetzen?« erkundigte sich Potter.
»Die Torpedos«, knurrte Staley. »Wir müssen die Zünder aktivieren.«