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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Renner zuckte die Achseln. Die ganze Sache kam ihm irgendwie unwirklich vor. Der Kutter war vollgestopft mit Infanterie und Waffen — und viele Männer stammten von der Mac Arthur. Schütze Kelley stand mit ausdrucksloser Miene an der Luftschleuse und hielt seine Waffe darauf gerichtet.

»Das sind alle«, sagte eine Stimme.

»Wo ist Kaplan Hardy?« fragte Renner.

»Bei den Zivilisten, Sir«, sagte der Bootsmann. »Einen Augenblick, bitte.« Er hantierte an der Kommunikationskonsole herum. Der Bildschirm leuchtete auf und zeigte Blaines Gesicht.

»Abgesicherte Verbindung, Sir«, meldete der Bootsmann.

»Danke. — Staley.«

»Ja, Kapitän?« antwortete der dienstälteste Kadett.

»Mr. Staley, dieser Kutter wird in Kürze bei der Lenin längsseits gehen. Die Zivilisten und unsere Kutterbesatzung mit Ausnahme von Bootsmann Lafferty werden sich auf das Kriegsschiff begeben, wo sie von Sicherheitsoffizieren durchsucht werden. Sobald sie von Bord gegangen sind, übernehmen Sie das Kommando über den Kutter Nummer Eins der Lenin und setzen über zur Mac Arthur. Sie werden an der Steuerbordseite unmittelbar achtern von der Unteroffiziersmesse eindringen. Ihre Aufgabe ist es, ein Ablenkungsmanöver zu starten und alle noch überlebenden Feinde in diesem Gebiet zu binden, um einer Gruppe von Zivilisten und Soldaten, die in der Messe eingeschlossen sind, eine Möglichkeit zum Entkommen zu geben. Sie werden Kelley und seine Leute mit Druckanzügen und Kampfausrüstung für fünfundzwanzig Männer in diese Messe schicken. Die Ausrüstung ist bereits an Bord. Die ganze Gruppe setzt sich dann Richtung Bug ab. Commander Cargill hat den Weg von Schott Eins-sechs-null nach vorne freigemacht.«

»Aye, aye, Sir.« Staley schien nicht recht glauben zu können, was er gehört hatte. Trotz der Schwerelosigkeit im Kutter stand er stramm. Blaine lächelte fast. Zumindest zuckten seine Lippen ein wenig. »Der Gegner, Kadett, besteht aus einigen hundert Miniatursplits. Sie haben Handwaffen zur Verfügung. Einige sind mit Gasmasken ausgerüstet. Sie sind nicht gut organisiert, aber sehr gefährlich. Sie werden sich davon überzeugen, dass sonst keine Passagiere oder Besatzungsmitglieder mittschiffs auf der Steuerbordseite eingeschlossen sind. Wenn dieser Auftrag erledigt ist, werden Sie mit einigen Leuten in die Mannschaftsmesse mittschiffs vordringen und die Kaffeemaschine mitnehmen. Aber sehen Sie verdammt genau nach, ob die Maschine leer ist, Mr. Staley.

»Die Kaffeemaschine?« murmelte Renner ungläubig. Whitbread schüttelte den Kopf und flüsterte Potter irgend etwas zu.

»Die Kaffeemaschine, Mr. Renner. Sie wurde von den Minis umgebaut, und das Prinzip könnte von großem Wert für das Imperium sein. Sie werden vielleicht auf andere seltsame Gegenstände stoßen, Mr. Staley. Es ist Ihnen überlassen, was Sie davon mitnehmen wollen — aber Sie werden unter keinen Umständen etwas herausbringen, in dem ein lebendes Mini stecken könnte. Und beobachten Sie die Leute um sich genau.

Die Minis haben mehrere Besatzungsmitglieder umgebracht, sich in ihre Panzeranzüge gesetzt und den abgetrennten Kopf zur Täuschung im Helm gelassen. Überzeugen Sie sich, dass ein Mensch im Raumanzug ein Mensch ist, Mr. Staley. Wir haben bis jetzt noch nicht festgestellt, dass sie diesen Trick auch mit Druckanzügen versuchen, aber seien Sie auf jeden Fall verdammt vorsichtig.«

»Jawohl, Sir«, sagte Staley mit heiserer Stimme. »Sir, werden wir das Schiff wieder unter Kontrolle bekommen können?«

»Nein.« Blaine kämpfte sichtlich um Fassung. »Sie werden nicht viel Zeit haben, Kadett.

Vierzig Minuten nachdem Sie die Mac Arthur betreten haben, werden Sie sämtliche konventionellen Selbstvernichtungssysteme aktivieren und den Zeitzünder an dem Torpedo, den wir vorbereitet haben, einschalten. Melden Sie sich bei mir an der Hauptschleuse backbord, wenn Sie das getan haben. Fünfundvierzig Minuten nach Ihrem Entern wird die Lenin auf jeden Fall mit dem Beschuss der Mac Arthur beginnen.

Ist das alles klar?«

»Ja, Sir«, sagte Horst Staley ruhig. Er warf den anderen einen Blick zu. Potter und Whitbread erwiderten den Blick betroffen. »Kapitän«, sagte Renner. »Sir, ich möchte darauf hinweisen, dass ich der ranghöchste Offizier hier bin.«

»Das weiß ich, Renner. Ich habe auch für Sie eine Aufgabe. Sie werden Kaplan Hardy zurück zum Kutter der Mac Arthur begleiten und ihm helfen, alle wichtigen Geräte und Aufzeichnungen sicherzustellen. Ein anderes Boot von der Lenin wird Sie und die Sachen abholen, und Sie werden dafür sorgen, dass alles in einen versiegelten Behälter verpackt wird, den das Boot mitbringt.«

»Aber — Sir, ich sollte diesen Entsatztrupp anführen!«

»Sie sind kein Kampfoffizier, Renner. Erinnern Sie sich, was Sie mir gestern nach dem Lunch sagten?«

»Ja, aber ich hab’ Ihnen nicht gesagt, ich sei ein Feigling«, fauchte Renner.

»Das ist mir durchaus bewusst. Mir ist außerdem bewusst, dass Sie wahrscheinlich der unorthodoxeste Offizier sind, den ich habe. Dem Kaplan wurde gesagt, dass an Bord der Mac Arthur eine Seuche ausgebrochen sei und dass wir ins Imperium zurückkehren müssten, bevor alle angesteckt werden. Das ist die offizielle Erklärung für die Splits. Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber Hardy wird es leichter haben, sie zu überzeugen, wenn er selbst daran glaubt. Ich muss ihm aber jemanden mitgeben, der auch die wahre Situation kennt.«

»Einer der Kadetten …«

»Mr. Renner, zum Kutter der Mac Arthur! Staley, Sie haben Ihre Befehle.«

»Aye, aye, Sir.«

Renner verschwand wütend.

Drei Kadetten und ein Dutzend Flotteninfanteristen klammerten sich in das Kollisionsnetz in der Hauptkabine des Lenin-Kutters. Die Zivilisten und die reguläre Besatzung waren von Bord gegangen, und das Boot begann sich langsam von dem schwarzen Umriss der Lenin zu entfernen.

»Also, Lafferty«, sagte Staley. »Bringen Sie uns auf die Steuerbordseite der Mac Arthur.

Wenn wir nicht angegriffen werden, rammen Sie, und zwar bei der Tankanlage achtern von Schott 185.«

»Jawohl, Sir.« Lafferty zeigte keinerlei merkliche Reaktion. Er, war ein starkknochiger Mann, der von den Ebenen der Welt Tabletop stammte. Sein Haar war aschblond und sehr kurz geschnitten, und seine kantigen Züge schienen aus Holz geschnitzt zu sein.

Das Kollisionsnetz war für heftige Stöße konstruiert. Die Kadetten hingen darin wie Fliegen in einem riesigen Spinnennetz. Staley schaute Whitbread an. Whitbread schaute Potter an. Beide vermieden es, die Soldaten hinter sich anzusehen. »Also los!« befahl Staley. Der Antrieb heulte auf.

Die eigentliche Schutzhülle jedes Kriegsschiffs ist das Langston-Feld. Kein Material könnte ja der unvorstellbaren Hitze von Fusionsbomben  und Hochenergielasern widerstehen. Da ohnehin alles, was das Feld und das Defensivfeuer des Schiffs zu durchdringen vermag, jegliche Materie dahinter zu Atomen verglühen lässt, kann der Rumpf eines Kriegsschiffs relativ dünnwandig sein. Er ist jedoch nur relativ dünn. Ein Schiff muss ausreichend strukturelle Festigkeit besitzen, um hohe und plötzliche Beschleunigungen auszuhalten.

Einige Abteilungen und Tanks sind jedoch recht groß und daher weniger stabil, so dass ein ausreichend wuchtiger Aufprall theoretisch ihre Wände durchbrechen musste. In der Praxis — nun, Staley konnte sich nicht erinnern, dass jemals ein Schiff auf diese Weise geentert worden wäre, so sehr er auch sein Gedächtnis durchkramte. In der Ausbildung lernte man es allerdings. Man konnte durch Rammen an Bord eines manövrierunfähigen Schiffs gelangen, auch wenn das Feld noch intakt war. Staley fragte sich, welcher verdammte Irre das zum ersten Mal versucht hatte.

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