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Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
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Am 3. Mai waren schon vierzehn Tage verflossen seit der ersten Mitteilung Walters an Farnham. Die beiden Männer hatten sich inzwischen nicht wiedergesehen. Ohne Verzögerungen während der Fahrt, hätte die »Illinois« schon auf der Reede von Hobart-Town aufgetaucht sein müssen, jedenfalls lag sie da aber noch nicht, denn sonst hätten die beiden Irländer wohl schon Nachricht erhalten.

Doch in welcher Herzensangst schwebten sie jetzt immer! Wenn ihre Rotte sich dem Ufer näherte, schweiften ihre Blicke hinaus auf das Wasser, und gierig suchten sie unter den Schiffen vor dem Eingang zur Storm-Bai nach dem, das sie weit von diesem fluchbelasteten Erdenwinkel forttragen sollte.

Jetzt standen sie still und starrten eben nach einem Rauchstreifen, der, vor dem Südostwind dahertreibend, die Annäherung eines Dampfers schon verriet, ehe dieser um die Spitze des Kap Pillar herumkam. Dann erschien der Dampfer und steuerte scharf an der Landspitze vorüber auf die Bai herein.

»Ist er es, ist er es? rief O'Brien wiederholt.

- Vielleicht, antwortete Marcathy, und dann dürften keine achtundvierzig Stunden vergehen, bis Farnham Nachrichten bekäme.«

In Gedanken versanken, blieben sie noch einen Augenblick stehen.

Da rief sie aber die rauhe Stimme des Oberaufsehers schon wieder zur Arbeit, und um jeden Verdacht abzuschneiden, trieb sie auch Farnham drohend dazu an.

Nach Beendigung seines Tagesdienstes verließ dieser die Strafanstalt und begab sich nach der Stadt. Hier irrte er durch die Straßen und am Hafen umher, immer in der Hoffnung auf ein Zusammentreffen mit Walter, vergebens. Jedenfalls erwartete Walter die »Illinois« nicht in Port-Arthur, sondern in Hobart-Town, und dann erschien er in der Nähe der Strafanstalt gewiß erst nach dem Eintreffen des Dampfers, um Farnham die letzten Anweisungen zu übermitteln.

Am Nachmittage des heutigen Tages wurden mehrere Arbeiterrotten - darunter auch die, der die Feniers zugeteilt waren - gegen fünf (engl.) Meilen nach Südwesten hinaus geschickt. Dort wurden am Saume des Waldes viele Bäume gefällt, die zur Errichtung einer Farm dienen sollten. Die Verwaltung hatte kurz vorher beschlossen, eine solche, nur eine halbe Meile von der Küste, erbauen zu lassen.

Da es sich jetzt darum handelte, die Grenzen der Farm abzustecken, waren die Gebrüder Kip der Arbeiterschar beigegeben worden. Man hatte sie beauftragt, die Ausführung der von ihnen in den Bureaux bearbeiteten Pläne zu überwachen.

Die Sträflinge - es mochten ihrer gegen hundert sein -marschierten unter der Aufsicht von etwa zwanzig Konstablern und deren Anführer hinaus.

Wie gewöhnlich trug jeder Sträfling seine am Fuße und am Gürtel befestigte Kette. Seit dem Tage ihres Eintrittes in die Bureaux waren Karl und Pieter Kip von dieser unheimlichen Zugabe befreit worden, doch trugen sie noch immer die für Port-Arthur vorgeschriebene gelbe Kleidung.

Nachdem sie damals mit O'Brien und Macarthy einige Worte gewechselt hatten, um ihnen zu danken, waren sie diesen nur sehr selten wieder begegnet. Jetzt, wo sie die Geschichte der beiden Feniers kannten und wußten, daß diese nur aus politischen Gründen deportiert waren, vergaßen sie fast ihr eigenes Unglück vor Rührung über das Los der irischen Patrioten.

Sobald die Menschenherde den Platz der zukünftigen Farm erreicht hatte. nahmen die Arbeiten ihren Anfang. An der

Grenze der Lichtung, die in dem betreffenden Teile des Waldes ausgespart werden sollte, bezeichneten Karl und Pieter Kip, unter Begleitung eines der Aufseher, die nach Maßgabe des Planes niederzulegenden Bäume.

Es war eine ziemlich kühle Witterung. Der Winter nahte heran, und schon lagen inmitten einer Decke von dürren Blättern eine Menge abgestorbener Zweige auf der Erde verstreut. Nur die immergrünen Baumarten, die Steineichen und die Strandsichten, trugen noch ihr Blätterkleid und ihre Nadeln. Der von Westen herkommende Seewind strich pfeifend durch das Gewirr der Äste. Mit dem Dufte der Harzbäume mischte sich der belebende Geruch des Meeres. Man hörte auch das Donnern der Brandung an den Uferfelsen, über denen Schwärme von Nachtvögeln aufflatterten.

O'Brien und Macarthy mußten sich jedenfalls sagen, daß unter den vorliegenden Verhältnissen kein Boot an die Küste stoßen könnte. Farnham, der bis zum Rande des Steilufers hinausgegangen war, hatte sich auch überzeugt, daß auf dem näheren Teile der Storm-Bai kein Fahrzeug lag. Die »Illinois« war also entweder noch nicht eingetroffen oder sie befand sich wenigstens noch auf der Reede.

Mit Rücksicht auf die Arbeiten für die zu errichtende Farm war zwischen Port-Arthur und diesem Teile der Halbinsel schon vorher eine Straße angelegt worden, die vielfach begangen wurde, da sie auch die Verbindung mit mehreren anderen Landgütern bildete. So kam es, daß zuweilen Vorüberkommende stehen blieben, um die Sträflinge bei der Arbeit zu beobachten. Natürlicherweise hielt man diese in angemessener Entfernung, und es war ihnen nicht erlaubt, mit den Gefangenen zu sprechen. Unter den Vorübergehenden fiel nun O'Brien und Macarthy eine Persönlichkeit auf, die auf der Straße wiederholt ein Stück hin- und zurückging.

Ob das Walter war?, Sie kannten diesen ja nicht, doch Farnham erkannte ihn sofort, und mit Vermeidung der geringsten Unklugheit verlor er ihn nicht aus den Augen. Gleichzeitig verständigte ein den Feniers gegebenes Zeichen diese, daß das der erwartete Bote wäre. Was konnte dieser aber hier wollen und warum suchte er sich Farnham zu nähern, wenn es nicht darum geschah, ihn von der Ankunft des Dampfers zu benachrichtigen und ihm Tag und Stelle anzugeben, wo die geplante Flucht bewerkstelligt werden sollte.

Der Oberaufseher der Sträflinge, der die Rotten führte, war ein brutaler, argwöhnischer Mann, der im Dienste mit äußerster Strenge auftrat. Ohne Verdacht zu erwecken, hätte Farnham mit Walter kein Wort wechseln können. Dieser begriff das nach einigen nutzlosen Versuchen bald genug und beschloß, sich so zu verhalten, wie sie es vorher verabredet hatten.

Ein Zettel, den er in der Tasche trug, enthielt alle notwendigen Anweisungen. Diesen ließ er Farnham aus der Ferne einen Augenblick sehen. wandte sich dann den Bäumen an der Straße zu und pflückte fünfzig Schritt weiter hin ein Blatt ab, in das er den Zettel sorgsam einwickelte und das er endlich dicht an einem Baume fallen ließ.

Hierauf gab Walter noch ein Farnham leicht verständliches Zeichen, ging dann schnell die Straße hinunter und verschwand in der Richtung nach Port-Arthur.

Den Feniers war keine der Bewegungen des Mannes entgangen, doch was sollten sie tun?, Den Zettel konnten sie, ohne dabei gesehen zu werden, nicht aufheben.

Das mußte also Farnham unter Beobachtung der größten Vorsicht tun, und auch dazu mußte er noch warten, bis die Sträflinge ihre Arbeit nach jener Seite hin beendigt hatten.

Unglücklicherweise hatte aber der Oberaufseher eben eine der Rotten dahin geschickt, nicht aber die, die Farnham beaufsichtigte.

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