Die zwölf Gebote
- Автор: Шелдон Сидни
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die zwölf Gebote». Краткое содержание книги:
„Ich setze tausend Dollar", sagte er.
Der Mann gab ihm einige Chips und zeigte tausend Dollar auf seiner Tafel an.
Er warf eine Sieben. Vor Ralph häufte sich nun ein Stapel im Wert von zweitausend Dollar.
„Heißt das, ich habe tausend Dollar gewonnen?" fragte Ralph. „Richtig. Wollen Sie sie stehen lassen?" Ralph hatte auch keine Ahnung, was „stehen lassen" bedeutete, aber er sagte einfach: „Sicher."
Der Mann warf die Würfel wieder, und sie ergaben eine Elf. Jetzt stapelten sich schon Chips für viertausend Dollar vor Ralph.
Wollen Sie die noch einmal stehen lassen?" „Dieses Würfelspiel gefällt mir", sagte Ralph. „Ja." Kurz, in der folgenden Stunde gewann Ralph über hunderttausend Dollar. Es war, als könnte er nichts falsch machen. Wie er auch setzte, gerade oder krumm oder aufs ganze Feld, er gewann jedesmal.
Einer der Geschäftsführer des Casinos kam und sagte zu Ralph: „Sir, wir haben einen privaten Spielsaal, wo die Einsätze höher sind. Wenn Sie dort gerne spielen möchten?" Nun war es dem Casino-Geschäftsführer jedoch in Wirklichkeit ziemlich egal, ob Ralph dort gerne spielen wollte oder nicht. Ihm ging es nur darum, daß Ralph in das Spiel mit den höheren Einsätzen einstieg, damit das Casino eine Chance hatte, das an ihn verlorene Geld wiederzubekommen. „Klingt gut", sagte Ralph.
Er folgte dem Casino-Geschäftsführer in das Hinterzimmer, wo ein Dutzend sehr wohlhabend aussehender Männer Poker spielten.
Ralph, der ja kein Spieler war, hatte noch nie im Leben Poker gespielt und hatte nicht die blasseste Ahnung, wie es ging.
Aber er setzte sich an den Spieltisch.
„Das Ante ist fünftausend Dollar", sagte der Geber.
„Was ist ein Ante?"
Die anderen Spieler lachten. Sie dachten, Ralph machte einen Scherz.
„Das ist das Geld, das man vor jedem Spiel herauslegt." „Aha", sagte Ralph und legte die erforderlichen fünftausend Dollar auf den Tisch.
Das Spiel begann. Und Ralph war noch erfolgreicher als zuvor am Würfeltisch. Was er auch machte, er verlor nicht.
Einer der Spieler legte seine Karten offen. „Ich habe zwei Asse hier." Und er griff schon nach dem Einsatz.
„Augenblick", sagte Ralph. „Ich habe drei Damen." Und das zählte mehr.
Bei der nächsten Runde sagte ein Spieler: „Ich habe ein Full House"
„Entschuldigung", sagte Ralph, „aber ich habe einen Royal Flush."
Ein Royal Flush, das sind fünf aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, ist höher als ein Full Hause (das sind drei Karten von derselben Farbe und dazu zwei von einer anderen). So gewann er Spiel um Spiel und konnte einfach nichts falsch machen. Hatte ein anderer Spieler ein schwaches Blatt, dann er ein starkes. Hatte ein anderer ein starkes Blatt, dann er ein noch stärkeres.
Als er schließlich aufhörte, besaß er zweihunderttausend Dollar in bar. Er. ging davon wie in Trance und wunderte sich, was da mit ihm passiert war.
Er ging in die Cafeteria des Hotels. Eine Bedienung kam und fragte:
„Was kann ich für Sie tun?" Er blickte hoch und sah sich dem schönsten Mädchen gegenüber, das er im Leben je gesehen hatte. Sie war jung und blond und so hübsch, daß ihm fast das Herz stehenblieb. Sie hatte eine enganliegende Uniform an und eine tolle Figur.
„Ich - ja ...", brachte Ralph gerade noch heraus. Er studierte die Karte. „Ach, ich nehme das Haschee."
Die Bedienung sah sich um, ob auch niemand in der Nähe war, und flüsterte ihm dann zu: „Nehmen Sie es nicht. Es ist nicht frisch. Aber die gebratenen Nudeln sind sehr gut." „Oh, danke", sagte Ralph, „gut, dann geben Sie mir die gebratenen Nudeln."
Er sah ihr nach, wie sie davon ging, und konnte den Blick nicht mehr von ihr wenden.
Und sie hatte recht gehabt. Die Nudeln waren köstlich.
Als er Geld aus der Tasche holte, um zu bezahlen, und sie sah, wieviel er hatte, sagte sie: „Oh, das sollten Sie aber nicht tun, soviel Geld mit sich herumtragen. Da nimmt es Ihnen schnell einer ab. Lassen Sie sich doch von der Kasse einen Scheck auf den Betrag geben, dann ist Ihr Geld sicher."
„Das ist sehr freundlich von Ihnen", sagte Ralph, „Frau.. "
„Fräulein. Miss Sally Morgan."
„Auch ich bin nicht verheiratet", sagte Ralph.
Sie lächelte ihn an. „Dann hat irgendein Mädchen bisher eine großartige Gelegenheit versäumt. Ich wette, Sie geben einen wundervollen Ehemann ab."
„Und ich wette", sagte Ralph, „daß auch Sie eine wundervolle Ehefrau abgeben würden. Wann sind Sie hier fertig?" „Um sechs."
„Darf ich auf Sie warten?" Sie lächelte. „Gerne."
Ralph wartete also, bis ihre Arbeitszeit zu Ende war. Dann führte er sie zum Essen aus, und sie redeten und redeten miteinander, und es war, als hätten sie sich schon immer gekannt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sally war das liebste und wundervollste Mädchen, das Ralph je erlebt hatte. „Jetzt kennen wir uns erst ein paar Stunden", sagte er, „und doch, auch wenn es verrückt klingt, möchte ich dich schon heiraten."
Und Sally nickte. „Auch wenn es noch verrückter klingt, aber ich sage Ja. Ich wußte vom ersten Augenblick an, wo ich dich sah, daß ich dich liebe."
Ralph umarmte sie und sagte: „Dann wollen wir doch gleich einen Priester suchen."
In Las Vegas gibt es kleine Kirchen, in denen Tag und Nacht Trauungen vorgenommen werden. In einer davon heirateten Ralph und Sally.
„Jetzt fahren wir nach Hause", sagte Ralph. „Und ich stelle dich meinen Eltern vor."
Ralphs Eltern waren schon völlig aufgelöst gewesen. Als sie von der Kirche zurückgekommen waren, war ihr Sohn verschwunden. Es war fast Mitternacht, als er wiederkam, und bei sich hatte er ein wunderschönes junges Mädchen. „Ich stelle euch hiermit meine Frau vor", sagte Ralph. Sie wußten nicht, wie ihnen geschah.
„Deine Frau? Wie kannst du dich verheiraten? Du besitzt doch keinen Cent! Und wir unterstützen dich nicht."
„Braucht ihr auch gar nicht", sagte Ralph.
Und er zeigte ihnen seinen Scheck über zweihunderttausend Dollar. „Seht ihr das? Ich fange mein eigenes Geschäft an, und es wird sehr erfolgreich sein."
Und er fing sein eigenes Geschäft an, und es wurde sehr erfolgreich.
Auch Sally erwies sich als großartige Ehefrau. Fortan war Ralphs Leben einfach perfekt. Absolut perfekt.