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Charlie und die Schokoladenfabrik

Электронная книга - «Charlie und die Schokoladenfabrik». Краткое содержание книги:

Roald Dahl, 1916-1990, war Mitarbeiter der Shell Company in Ostafrika, im Zweiten Weltkrieg Pilot bei der Royal Air Force. Er schrieb folgende Kinderbücher: «Danny oder Die Fasanenjagd» (rotfuchs 315); «Der Zauberfinger» (rotfuchs 422); «James und der Riesenpfirsich» (rotfuchs 858); «Sophiechen und der Riese» (Deutscher Jugendliteraturpreis, rotfuchs 582); «Hexen hexen» (rotfuchs 587); «Die Zwicks stehen kopf» (rotfuchs 609); «Der fantastische Mr. Fox» (rotfuchs 615); «Matilda» (rotfuchs 855, März 97); «Ottos Geheimnis», 1991; «Das Konrädchen bei den Klitzekleinen», 1992; «Die Giraffe, der Peli und ich», 1993, u.a.
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Willy Wonka

«Der 1. Februar... das ist morgen!» rief Charlies Mutter. «Heute ist doch der 31.Januar, nicht wahr?»

«Tatsächlich!» rief Charlies Vater. «Ich glaube, du hast recht!»

«Du hast die Eintrittskarte gerade noch rechtzeitig gefunden!» rief Großvater Josef. «Und jetzt dürfen wir keine Minute verlieren! Du mußt sofort mit den Vorbereitungen beginnen! Du mußt dir das Gesicht waschen, die Haare kämmen, die Hände schrubben, die Zähne bürsten, die Nase putzen, die Fingernägel schneiden, die Schuhe putzen, das Hemd bügeln und vor allem den Schmutz von den Hosen bürsten! Mach dich fertig, mein Junge! Du mußt dich für den großen Tag deines Lebens vorbereiten!»

«Reg dich nicht so auf, Großvater!» sagte Charlies Mutter. «Und bring den armen Jungen nicht durcheinander. Wir müssen versuchen, ganz ruhig zu bleiben. Und zuallererst müssen wir uns überlegen... wer geht mit Charlie in die Fabrik?»

«Ich!» rief Großvater Josef und sprang wieder aus dem Bett. «Ich begleite ihn! Ich passe auf ihn auf! Überlaßt das alles nur mir!»

Charlies Mutter lächelte Großvater Josef an, dann wandte sie sich an Charlies Vater: «Meinst du nicht, daß du auch mitgehen solltest, mein Lieber?»

«Hmmm...» machte Charlies Vater und überlegte einen Augenblick. «Nein... ich glaube nicht, daß ich mitgehen sollte.»

«Aber du mußt.»

«Warum, meine Liebe?» antwortete Charlies Vater freundlich. «Natürlich würde ich sehr gern mitgehen. Es wird bestimmt interessant. Aber ich finde, Großvater Josef hat es am meisten verdient, denn er weiß schon jetzt mehr von der Schokoladenfabrik als wir alle miteinander. Er soll natürlich nur mitgehen, wenn er sich ganz wohl fühlt...»

«Hurra!» schrie Großvater Josef, packte Charlie bei den Händen und tanzte mit ihm durchs Zimmer.

«Er scheint sich wirklich wohl zu fühlen», sagte Charlies Mutter lachend. «Ich glaube, du hast recht. Am besten ist, wenn Großvater Josef mitgeht. Ich kann ganz bestimmt nicht mit und die alten Leute den ganzen Tag lang allein lassen.»

«Herrlich, herrlich!» brüllte Großvater Josef. «Dem Himmel sei Dank!»

In diesem Augenblick klopfte es laut an der Haustür. Charlies Vater öffnete, und im nächsten Augenblick drängte ein Schwarm von Reportern und Fotografen ins Haus. Sie hatten den glücklichen Finder der fünften Eintrittskarte aufgestöbert, und jetzt wollten sie alles ganz genau wissen, um am Morgen eine große Geschichte darüber auf der ersten Seite ihrer Zeitung zu bringen. Stundenlang herrschte völliges Chaos in dem kleinen Haus, und es muß fast Mitternacht gewesen sein, als Herr Bucket die Zeitungsleute endlich los wurde und Charlie schlafen gehen konnte.

13. Der große Tag

Am Morgen des großen Tages schien strahlend die Sonne, aber der Boden war noch immer mit weißem Schnee bedeckt, und die Luft war sehr kalt.

Eine riesige Menschenmenge hatte sich vor dem eisernen Tor zur Schokoladenfabrik versammelt und wartete auf die fünf glücklichen Besitzer der Goldenen Eintrittskarten. Es war kurz vor zehn Uhr, und es herrschte ungeheure Aufregung. Die Leute drängelten und schrien, und Polizisten bildeten eine Kette und versuchten, sie vom Fabriktor fernzuhalten.

Dicht vor dem Tor standen die berühmten fünf Kinder. Außer Charlie hatten alle ihre Eltern mitgebracht, und das war ein Glück, denn sonst wären sie wahrscheinlich schon jetzt völlig außer Rand und Band geraten. Sie hatten es so eilig, in die Schokoladenfabrik zu gelangen, daß ihre Eltern sie mit Gewalt zurückhalten mußten, damit sie nicht über das Tor kletterten. «Geduld, Geduld!» mahnten die Väter. «Es ist noch nicht zehn Uhr!»

Großvater Josefs große, hagere Gestalt überragte alle anderen. Der kleine Charlie stand ganz still und brav neben ihm und hielt seine Hand fest. Er hörte die Rufe der Leute, die sich nur wenige Schritte von ihm entfernt vor der Polizeikette drängten.

«Das da ist Violetta Beauregarde! Ich erinnere mich an ihr Bild in der Zeitung!» rief jemand.

«Sieh dir das an! Sie kaut immer noch Kaugummi... wahrscheinlich das gleiche gräßliche Stück, auf dem sie schon drei Monate lang rumkaut!»

«Und wer ist der fette Junge?» «Augustus Glupsch natürlich!»

«Genau!»

«Ein mächtiger Brocken!»

«Wahnsinnig!»

«Der Junge mit dem Cowboybild auf der Windjacke, das ist sicher der Fernsehfanatiker...»

«Micky Schießer. Er muß verrückt sein! Sieh dir die Pistolen an, die er überall an sich rumhängen hat!»

«Ich will Veruschka Salz sehen! Ich will ihren Vater sehen, der eine halbe Million Schokoladenriegel aufgekauft hat und sie dann in seiner Fabrik hat öffnen lassen, bis sie eine Goldene Eintrittskarte gefunden haben. In der Zeitung stand, er kauft ihr alles, was sie will! Sie braucht bloß danach zu schreien, und schon kriegt sie's!»

«Unglaublich, nicht wahr?»

«Empörend!»

«Ich will Veruschka Salz sehen!»

«Da drüben links ist sie... das kleine Mädchen in dem Mantel aus Silbernerz!»

«Und wo ist Charlie Bucket?»

«Na, direkt vor deiner Nase! Der magere kleine Kerl neben dem alten Mann, der genauso klapperdürr ist.»

«Warum hat er bei der Kälte keinen Mantel an?»

«Woher soll ich das wissen? Wahrscheinlich kann er sich keinen leisten.»

«Er wird sich eine Lungenentzündung holen!»

Charlie drückte Großvater Josefs Hand, und der alte Mann schaute zu ihm hinab und lächelte.

Irgendwo in der Ferne schlug eine Kirchenuhr zehnmal.

Die Menge verstummte plötzlich. Die Kinder hörten auf herumzuhopsen. Alle Augen waren auf das Fabriktor gerichtet.

Die rostigen Angeln quietschten laut, als sich die beiden großen eisernen Torflügel langsam öffneten.

«Da ist er!» rief jemand. «Da ist er!»

14. Herr Willy Wonka

Herr Willy Wonka stand ganz allein in dem großen offenen Fabriktor. Und wie klein er war!

Er hatte einen schwarzen Zylinder auf dem Kopf.

Er trug einen Frack aus wunderschönem, pflaumenblauem Samt.

Seine Hose war flaschengrün.

Seine Handschuhe waren perlgrau.

Und in der Hand trug er einen eleganten Spazierstock mit einem goldenen Knauf.

Er hatte einen kleinen, pechschwarzen Spitzbart. Und seine Augen... seine Augen waren ungewöhnlich lebhaft und strahlten wunderbar. Ja, sein ganzes Gesicht leuchtete vor Fröhlichkeit und guter Laune.

Und wie gescheit er aussah! Wie flink er sich bewegte. Er machte unentwegt kleine ruckartige Bewegungen mit dem Kopf, und seinen blitzenden, funkelnden Augen entging nichts. Er wirkte mit seiner Lebhaftigkeit wie ein Eichhörnchen - wie ein flinkes, gescheites altes Eichhörnchen in einem Park.

Plötzlich machte er ein paar komische kleine Tanzschritte im Schnee, breitete die Arme aus, lächelte den Kindern zu und rief: «Willkommen, meine kleinen Freunde! Willkommen in der Schokoladenfabrik!»

Seine Stimme klang so hell wie eine Flöte. «Kommt bitte einer nach dem anderen mit euren Eltern herein und zeigt mir eure Goldene Eintrittskarte und sagt mir euren Namen. Nun?

Wen kann ich als ersten begrüßen?»

Der dicke Junge trat vor. «Ich bin Augustus Glupsch.»

«Augustus, mein lieber Junge, ich freue mich, dich kennenzulernen!» rief Herr Wonka, ergriff Augustus' Hand und schüttelte sie so heftig, daß Augustus' Fettwülste wackelten. «Ich bin erfreut! Entzückt! Und das sind deine Eltern? Wie reizend! Treten Sie ein, treten Sie ein!»

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