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Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
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- Und doch, erwiderte der Kapitän, besteht darüber gar kein Zweifel. Den Gebrüdern Kip ist es nicht im geringsten gelungen, ihre Unschuld nachzuweisen.

- Du kennst aber doch, lieber Mann, die Ansicht des Herrn Hawkins.

- Gewiß. Der vortreffliche Mann hält sie für nichtschuldig, er wird dabei aber von gewissen Erinnerungen an andere Dinge beeinflußt, und hat nichts für sie erreichen können, außer durch Vermittlung des Gouverneurs die Umwandlung ihrer Strafe.

- Bedenke nur, fuhr Frau Skirtle fort, um wie viel ungerechter ihm diese Verurteilung erscheinen muß, wenn er hört, was Karl Kip heute getan hat.«

Der Kapitän gab darauf keine Antwort, denn schon, was Hawkins über die beiden Brüder berichtet hatte, hatte auf ihn einen tiefen Eindruck gemacht. Dachte er aber an die greifbaren Beweise, an die Papiere Harry Gibsons, die sich im Besitz Karl und Pieter Kips gefunden hatten, und gar noch an den Kriß, die unzweifelhaft benutzte Mordwaffe, die die Polizei ebenfalls in deren Reisesacke entdeckt hatte, dann konnte er an der Rechtmäßigkeit des Urteilsspruches doch nicht mehr zweifeln.

»In jedem Falle, lieber Mann, nahm Frau Skirtle nochmals das Wort, bitte ich dich um eines, das zu gewähren nur von dir abhängt und das du nicht abschlagen wirst,

- Darum, daß die Brüder nicht mehr getrennt gehalten werden möchten? fragte der Kapitän.

- Ja, du hast mich verstanden! Schon von heute an wirst du Pieter Kip erlauben, bei seinem Bruder zu bleiben, ihn zu pflegen,

- Ja ja, das soll geschehen, erklärte Skirtle.

- Und ich, ich werde den Mann besuchen, sagte Frau Skirtle, werde dafür sorgen, daß es dem Armen an nichts gebricht. Und, wer weiß, später vielleicht,«

Das heiße Verlangen der beiden Brüder sollte also gestillt, ihr Herzenswunsch, wenigstens beisammen zu sein, endlich erfüllt werden.

Von diesem Tage an sahen sich Karl und Pieter nun jede Stunde. Drei Wochen später, als die Wunde Karl Kips vernarbt war und dieser den Krankensaal verlassen konnte, ergingen sich die Brüder zum ersten Male im großen Hofe der Strafanstalt. Sie wohnten jetzt in demselben Raume und verbrachten die Nacht in demselben Schlafsaale. Ebenso waren beide derselben Arbeiterrotte zugeteilt worden. Bald darauf wurden sie nur noch zu Arbeiten im Innern der Anstalt herangezogen, mit der Aussicht, schließlich in deren Bureaux beschäftigt zu werden.

Was die Brüder sich nun zu sagen hatten, um was sich ihr Gespräch unverändert drehte und wie sie der Zukunft entgegensahen, läßt sich wohl leicht vermuten.

Bemerkte der jüngere, daß der ältere befürchtete, die Wahrheit werde niemals an den Tag kommen, so sagte er:

»Nicht verzweifeln, Bruder, das hieße Gott verkennen! Wenn uns das Leben erhalten blieb, so will es auch die Vorsehung, daß die Mörder eines Tages noch entdeckt werden, und daß man uns öffentlich unsere Ehre wiedergibt.

- Möge der Himmel dich hören, Pieter, antwortete dann Karl Kip; ich beneide dich um diese Vertrauensseligkeit!, Doch wer könnten die Mörder des Kapitäns Gibson gewesen sein? Offenbar Eingeborne von Kerawara oder von der Insel York, vielleicht auch von einer anderen Insel des BismarckArchipels.

Wie soll man sie aber unter dieser, überall in jenem Gebiete verstreuten, melanesischen Bevölkerung herausfinden?«

Gleichviel! Daß das schwierig wäre, gestand Pieter Kip ja zu, dennoch blieb er bei seinem Glauben, Konnte sich denn nicht etwas Unerwartetes ereignen, konnten die Herren Zieger und Hamburg nicht weitere Anhaltspunkte entdecken?

»Ist es übrigens, sagte er eines Tages, als er seinen Bruder sich wieder der Verzweiflung hingeben sah, ist es denn ausgemacht, daß Eingeborne die Mörder sein müssen?«

Karl Kip ergriff seine Hände und rief, ihm scharf in die Augen sehend:

»Was willst du damit sagen?, Sprich dich weiter aus!, Meinst du, daß ein Kolonist oder ein Angestellter aus den Faktoreien habe das Verbrechen begehen können?

- Nein, Bruder, nein, das nicht.

- Und wer denn sonst?, Etwa irgendwelche Matrosen?, Im Hafen von Kerawara lagen ja verschiedene Schiffe,

- Und unsere Brigg, der 'James-Cook', doch auch, antwortete Pieter.

- Der 'James-Cook'!«

Karl Kip wiederholte den Namen noch mehrmals und sah dabei seinen Bruder fragend an.

Pieter Kip verkündete ihm daraufhin den Verdacht, dessen er sich nie hatte entschlagen können. Unter der Mannschaft der Brigg waren damals doch reckt verdächtige Gesellen, darunter die in Dunedin angeworbenen Matrosen, die sich ja auch an der von Flig Balt angezettelten Meuterei beteiligt hatten. Einer dieser Leute - Len Cannon zum Beispiel, um nur einen Namen zu nennen - hätte ja wohl wissen können, daß der Kapitän Gibson bei seinem letzten Gange nach der Wohnstätte Hamburgs nicht nur die Schiffspapiere, sondern auch eine

Summe von mehreren tausend Piastern bei sich trug. Eben an jenem Nachmittage wären Len Cannon und seine Kameraden ans Land gegangen. Konnten sie da nicht Harry Gibson aufpassen und in den Wald von Kerawara folgen, um ihn hier zu überfallen, zu ermorden und zu berauben?

Karl hörte seinem Bruder mit ängstlicher und verzehrender Spannung zu. Ihm schien es, als sei eine wirkliche Offenbarung über ihn gekommen. Noch nie war es ihm auch nur eingefallen, den Mord mit anderen als mit Eingebornen in Beziehung zu bringen. Jetzt deutete Pieter auf eine andere Fährte hin, wo die Schuldigen zu suchen sein könnten, auf Len Cannon und die übrigen neueren Mannschaften des Schiffes.

Nach kurzer Überlegung äußerte er dann:

»Selbst zugegeben, daß die Mörder unter diesen Leuten zu suchen wären, so ist es doch nicht minder gewiß, daß der Kapitän mit einem malaiischen Dolche erstochen worden ist.

- Jawohl, Karl, und dazu mit dem unsrigen,

- Dem unsrigen?,

- Das ist gar nicht zu bestreiten, versicherte Pieter Kip, und die im Walde von Kerawara gefundene Zwinge gehört eben an unseren Kriß.

- Wie hätte dieser aber in Besitz der Mörder kommen können?

- O, der ist einfach gestohlen worden, Karl.

- Gestohlen?

- Ja, vom Wrack der 'Wilhelmina', als wir es durchsuchten.

- Gestohlen?, Von wem aber?

- Von einem der Matrosen, die damals mit im Boote waren, und die mit uns das Wrack betreten haben.

- Welche Matrosen waren das?, Erinnerst du dich ihrer, Pieter, ihrer Namen?

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