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Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
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»Er schreckt mich mit Peter Stepanowitsch. O weh, das ist schlimm; o weh, das ist schlimm; ja, das ist wirklich sehr schlimm! Mußte mich auch der Teufel plagen, zu Liputin zu schwatzen! Weiß der Teufel, was diese nichtswürdigen Kerle vorhaben; ich bin nie so recht daraus klug geworden. Nun haben sie wieder ihre Organisation geändert wie vor fünf Jahren. Es ist wahr: an wen sollte ich eine Denunziation einreichen? ›Haben Sie auch nicht in Ihrer Dummheit an jemand geschrieben?‹ Hm! Also kann ich doch schreiben, unter dem Scheine der Dummheit? Gibt er mir vielleicht damit einen Rat? ›Dies ist die Absicht, in der Sie nach Petersburg fahren wollen.‹ Der Schurke! mir hat nur davon geträumt, und da hat er auch schon meinen Traum erraten! Es klingt, als ob er mich selbst zu der Reise veranlassen wollte. Da sind sicherlich zwei Möglichkeiten, eine oder die andere: entweder fürchtet er wieder einmal für sich selbst, weil er einen dummen Streich gemacht hat, oder ... oder er fürchtet für sich selbst nichts und möchte mich nur dazu veranlassen, alle anderen zu denunzieren! Ach, es ist ein schlimmes Ding, Lebjadkin; ach, schieße nur ja keinen Bock! ...«

Er war so nachdenklich geworden, daß er längere Zeit sogar das Horchen vergaß. Übrigens hatte das Horchen auch seine Schwierigkeit; die Tür war dick und einflügelig, und sie sprachen sehr leise; es drangen nur undeutliche Laute heraus. Der Hauptmann spuckte ärgerlich aus, nachdem er vergeblich etwas zu erlauschen versucht hatte, und ging wieder hinaus, um nachdenklich vor der Haustür zu pfeifen.

Fußnoten

1 Derschawin sagt in seiner Ode »Gott« (1784): »Ich bin ein Fürst, ein Sklav, ein Wurm, ein Gott!«

Anmerkung des Übersetzers.

III.

Marja Timofejewnas Zimmer war noch einmal so groß wie dasjenige, welches der Hauptmann benutzte, und mit ebenso plumpen Möbeln ausgestattet; aber der Tisch vor dem Sofa war mit einer hübschen, bunten Decke bedeckt; auf ihm brannte eine Lampe; über den ganzen Fußboden war ein schöner Teppich gebreitet; das Bett war durch einen langen grünen Vorhang abgesondert, der durch das ganze Zimmer ging, und außerdem stand beim Tische ein großer, weicher Lehnstuhl, auf den sich jedoch Marja Timofejewna nicht gesetzt hatte. In einer Ecke hatte, ebenso wie in der früheren Wohnung, ein Heiligenbild mit einem davor brennenden Lämpchen seinen Platz gefunden, und auf dem Tische lagen nebeneinander ganz dieselben unentbehrlichen Requisiten, nämlich: das Spiel Karten, das Spiegelchen, das Liederbuch, sogar die Semmel. Außerdem fanden sich dort zwei Büchelchen mit farbigen Illustrationen; das eine war ein für das Jugendalter hergestellter Auszug aus einer populären Reisebeschreibung, das andere eine Sammlung einfacher, moralischer Erzählungen, meist aus der Ritterzeit, zu Weihnachtsgeschenken und zum Gebrauch in Instituten bestimmt. Auch ein Album mit verschiedenen Photographien war da. Marja Timofejewna hatte allerdings auf den Gast gewartet, wie der Hauptmann gesagt hatte; aber als Nikolai Wsewolodowitsch zu ihr hereintrat, schlief sie in halb liegender Haltung auf dem Sofa, gegen ein Kissen von Wollenstoff gelehnt. Der Gast schloß geräuschlos hinter sich die Tür und betrachtete, ohne sich vom Fleck zu rühren, die Schlafende.

Der Hauptmann hatte gelogen, als er gesagt hatte, sie habe Toilette gemacht. Sie trug dasselbe dunkle Kleid wie am Sonntag bei Warwara Petrowna. Ihr Haar war ganz ebenso im Nacken in einen winzigen Kauz zusammengebunden, der lange, magere Hals ganz ebenso entblößt. Das schwarze Schaltuch, das ihr Warwara Petrowna geschenkt hatte, lag, sorgsam zusammengelegt, auf dem Sofa. Wie früher war sie stark weiß und rot geschminkt. Nikolai Wsewolodowitsch hatte noch nicht eine Minute lang dagestanden, als sie plötzlich erwachte, wie wenn sie gefühlt hätte, daß sein Blick auf sie gerichtet war; sie schlug die Augen auf und richtete sich schnell in die Höhe. Aber es mußte wohl auch in der Seele des Gastes etwas Sonderbares vorgehen: er blieb auf demselben Fleck an der Tür stehen und sah ihr ohne sich zu rühren mit einem durchdringenden Blicke schweigend und unverwandt ins Gesicht. Vielleicht war dieser Blick ungewöhnlich finster, vielleicht prägte sich in ihm ein Widerwille aus oder sogar Schadenfreude über ihren Schreck, wenn das der eben erwachenden Marja Timofejewna nicht alles nur so schien; aber jedenfalls malte sich nach einem fast eine Minute dauernden Warten auf dem Gesichte des armen Weibes eine grenzenlose Angst: krampfhafte Zuckungen liefen darüber hin; sie hob die Arme in die Höhe, schüttelte sie abwehrend und brach plötzlich ganz wie ein erschrockenes kleines Kind in Tränen aus; noch ein Augenblick, und sie hätte aufgeschrieen. Aber der Besucher sammelte sich; in einem Nu veränderte sich sein Gesicht, und er trat mit dem angenehmsten, freundlichsten Lächeln an den Tisch heran.

»Verzeihen Sie, Marja Timofejewna, daß ich Sie durch mein unerwartetes Kommen aus dem Schlafe aufgestört habe,« sagte er und streckte ihr die Hand hin.

Der Klang der freundlichen Worte tat seine Wirkung; der Ausdruck des Schreckens verschwand, obgleich sie immer noch ängstlich aussah und sich augenscheinlich anstrengen mußte, um etwas zu begreifen. Furchtsam streckte sie ihm die Hand hin. Endlich begann ein schüchternes Lächeln um ihre Lippen zu spielen.

»Willkommen, Fürst,« flüsterte sie und blickte ihn seltsam an.

»Sie haben gewiß einen bösen Traum gehabt?« fragte er, noch angenehmer und freundlicher lächelnd als vorher.

»Aber woher wissen Sie, daß ich gerade davon geträumt habe?«

Und plötzlich fuhr sie wieder zusammen, lehnte sich zurück, hob den Arm wie zu ihrem Schutze vor sich in die Höhe und schickte sich an, wieder loszuweinen.

»Fassen Sie sich! Lassen Sie es doch gut sein! Warum ängstigen Sie sich? Erkennen Sie mich denn nicht?« redete Nikolai Wsewolodowitsch auf sie ein, vermochte aber diesmal lange Zeit nichts auszurichten.

Sie sah ihn schweigend an, immer mit derselben qualvollen Ungewißheit, mit einem peinigenden Gedanken in ihrem armen Kopfe, und strengte sich immer noch an, über etwas ins klare zu kommen. Bald schlug sie die Augen nieder, bald wieder streifte sie ihn mit einem schnellen, seine ganze Gestalt umfassenden Blicke. Endlich schien sie sich zwar nicht eigentlich beruhigt zu haben, aber doch zu einem Entschlusse gekommen zu sein.

»Bitte, setzen Sie sich neben mich, damit ich Sie nachher ansehen kann,« sagte sie in ziemlich festem Tone, mit irgendwelcher bestimmten, neuen Absicht. »Und jetzt seien Sie ganz unbesorgt; ich meinerseits werde Sie nicht ansehen, sondern zu Boden schauen, und blicken auch Sie mich nicht eher an, als bis ich selbst Sie darum bitte! Setzen Sie sich doch!« fügte sie ordentlich ungeduldig hinzu.

Ein neues Gefühl hatte sich ihrer augenscheinlich immer mehr und mehr bemächtigt.

Nikolai Wsewolodowitsch setzte sich und wartete; es trat ein ziemlich langes Stillschweigen ein.

»Hm! Das kommt mir alles so sonderbar vor,« murmelte sie auf einmal beinah unwillig. »Allerdings haben mich böse Träume bedrückt; aber warum hat mir gerade von Ihnen so etwas geträumt?«

»Nun, lassen wir die Träume beiseite!« sagte er ungeduldig und wendete sich trotz des Verbotes zu ihr; und vielleicht zeigte sich der Ausdruck von vorhin wieder für einen Moment in seinen Augen. Er sah, daß sie einigemal Lust hatte, große Lust hatte, ihn anzusehen, sich aber mit Energie beherrschte und nach unten schaute.

»Hören Sie, Fürst,« begann sie plötzlich mit erhobener Stimme. »Hören Sie, Fürst ...«

»Warum haben Sie sich abgewandt? Warum sehen Sie mich nicht an? Wozu diese Komödie?« konnte er sich nicht enthalten zu rufen.

Aber sie schien ihn gar nicht zu hören.

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