Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Прочее научное » Der Arzt von Stalingrad
Der Arzt von Stalingrad - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Arzt von Stalingrad

Электронная книга - «Der Arzt von Stalingrad». Краткое содержание книги:

Das große Epos der Kriegsgefangenschaft: Mitten in der Hölle des Plenni-lagers sucht ein Arzt die Würde seines Berufs, die Würde des Menschen zu wahren. Vor dem Hintergrund des riesigen Lagers von Stalingrad spielt sich das erregende und erschütternde Geschehen ab. Dem Lagerarzt Dr. Böhler glückt jene legendäre Operation, die mit Windeseile in allen Gefangenenbaracken von Odessa bis Astrachan mythischen Ruhm gewinnt. Bei Petroleumbeleuchtung in einer eisumtosten russischen Bauernkate, mit nichts ausgerüstet als mit einem Drillbohrer, einem Schlosserhammer, einem Stemmeisen und dem alten Taschenmesser eines Landsers, hatte er die komplizierte Schädeloperation gewagt.
Sonderausgabe mit Genehmigung der Lichtenberg Verlag GmbH, München Printed in Western Germany • BK Dieses eBook ist umwelt- und leserfreundlich, da es weder chlorhaltiges Papier noch einen Abgabepreis beinhaltet! ©
FÜR ALLE, DIE NICHT ZURÜCKKEHRTEN FÜR ALLE, VON DEREN SCHICKSAL NIEMAND WEISS...
GEDULD IST DIE KUNST ZU HOFFEN VAUVENARGUES
1 ... 81 82 83 84 85 86 87 88 89 ... 92
Перейти на страницу:

Sellnow tastete wohl des öfteren selbst seinen Kopf ab, aber er schwieg und beobachtete sich weiterhin genau. Er wußte, daß eine Plastik notwendig war und sich die Wirkungen erst nach Jahren einstellen konnten, aber er hatte mit seinem Zustand abgeschlossen und bemühte sich, seiner Person keine Wichtigkeit mehr beizumessen.

Er hielt die Augen offen und beobachtete das Leben in der Klinik.

Er sprach mit der Schwester und dem Oberarzt, er unterhielt sich lange mit dem Armenier und erfuhr auf diese Weise, daß man Entlassungen plante und das Lager 5110/47 Gefangene nach Hause schickte. Daß er unter den wenigen Auserwählten war, hielt er für ausgeschlossen. Er dachte an das ausgetretene Auge des Kommissars Kuwakino, und seine völlige Rechtlosigkeit in diesem Staate kam ihm wieder voll zum Bewußtsein. Trotzdem wagte er es eines Tages, den Armenier zu bitten, ein Schreiben aus der Klinik herauszuschmuggeln und es an die Adresse der Kapitän-Ärztin Dr. Alexandra Kasalinsskaja zu schicken. Der Armenier versprach es, und Sellnow schrieb ein paar Zeilen.

Der Brief kam drei Tage später im Lager 5110/47 an. Ein deutscher Lastwagenfahrer, der Holz ablud, brachte ihn mit. Alexandra Kasalinsskaja lachte und weinte, sie tanzte mit dem Brief durch das Zimmer und fiel Worotilow und Dr. Kresin um den Hals.

»Er lebt! Er lebt! Er ist in Stalingrad! Mein wilder Wolf lebt...!« Sie warf Worotilow das Schreiben hin und begann, hysterisch zu weinen. Dr. Kresin beugte sich über des Majors Schulter und las die Zeilen mit. Dann griff er nach seinem Mantel und stülpte die Pelzmütze auf.

»Ich fahre sofort nach Stalingrad! Ich muß ihn sprechen! Und wenn ich die Kröte von Pawlowitsch an der Wand plattquetsche! Kommen Sie mit, Genosse Major?!«

»Aber selbstverständlich.«

Die Kasalinsskaja hob beide Hände. »Nehmt mich auch mit! Bitte! Ich weiß, er denkt an mich und braucht mich.«

»Du kannst morgen fahren, Alexandra.« Dr. Kresin riß die Tür auf. »Einer muß ja im Lager sein! Wir werden ihn von dir grüßen!«

Er rannte die Treppen hinunter und schrie nach dem Jeep. Wor-otilow zog sich seinen dicken Lamm-Mantel an. Alexandra klammerte sich an seinen Arm.

»Sag ihm, daß ich ihn liebe«, flüsterte sie. »Daß ich auf ihn warte, daß mein Leben nur einen Sinn hat, wenn er da ist!«

»Ich werde es ihm sagen, Alexandraschka.« Worotilow dachte an die vier Karten und die Pakete, die in seinem Schrank lagen und die Sellnows Frau schickte, die Jahr um Jahr auf seine Heimkehr hoffte. Er dachte an die Transportnummer, die Sellnow bereits besaß und an die Tatsache, daß er im Frühjahr die lange Reise in die Hei-mat antreten mußte. Eine Reise, die Moskau befahl und die niemand verhindern konnte - nicht er, nicht Dr. Kresin, nicht der General in Stalingrad, und erst recht nicht Alexandra. Nur der Tod war stärker als der Befehl aus Moskau. Und den Tod hatten Dr. Böhler und Professor Pawlowitsch besiegt.

»Ich werde ihm sagen, daß du morgen kommst«, meinte Worotilow.

»Das wird ihn glücklich machen, Iwanow.«

»Ich glaube es.« Worotilow lief schnell Dr. Kresin nach und stieg in den Wagen. Er klemmte sich hinter das Steuerrad und winkte zur Kasalinsskaja zurück. »Sie glaubt, daß er in Rußland bleibt«, sagte er leise zu Dr. Kresin. »Wenn sie erfährt, daß wir ihn holen, weil er entlassen wird.«

»Nicht auszudenken«, murmelte Kresin mit geschlossenen Lippen. »Sie bringt uns alle mit Zyankali um.«

Der Jeep fuhr an und raste in einer Schneewolke der Wolga zu, fuhr in die Schneise ein und verschwand an der Biegung, die durch die Wälder führte.

In Stalingrad ging alles sehr schnell. Worotilow nahm keine Rücksicht mehr auf Namen und Stellung des alten Asiaten. Er schrie ihn an, ehe der Greis sich noch zu wehren vermochte, und während er schrie, rannte Dr. Kresin durch die Gänge der Privatstation, schob zwei Assistenzärzte zur Seite, die es nicht wagten, dem rasenden Bullen entgegenzutreten, und riß die Türen der Reihe nach auf.

In Zimmer 24, einem großen sonnigen Zimmer mit einem Balkon zum Garten hinaus, saß Dr. von Sellnow am Fenster und las. Erstaunt blickte er sich um, als die Tür stürmisch aufgerissen wurde.

Dr. Kresin hob beide Arme weit nach vorn. »Werner!« brüllte er vor Glück und Freude. »Mein Junge! Wir sind da!«

Sie stürzten aufeinander zu, sie fielen sich in die Arme, sie küßten sich ... der Deutsche und der Russe ... sie hielten sich umschlungen wie Ertrinkende und klopften sich auf die Schulter.

»Kresin«, stammelte Sellnow ergriffen. »Sie sind gekommen! Sie sind hier! Ich habe nie geglaubt, Sie noch einmal zu sehen!«

»Worotilow ist auch hier!« schrie Dr. Kresin. Er gebärdete sich wie toll, er drückte Sellnow in den Sessel und sprang herum wie ein tobender Büffel. »Er schreit den Alten zusammen ... da kommt er schon ... ich höre ihn.« Er rannte zur Tür und brüllte durch den stillen Gang: »Hier ist er, Iwanow! Hier! Komm doch, Brüderchen! Schlag den alten Affen nieder und komm!«

Worotilow stürzte in das Zimmer . er riß Sellnow hoch und küßte ihn auf beide Wangen. Er war stiller als Doktor Kresin ... er sprach kein Wort, sondern drückte dem Arzt stumm die Hand. In diesem Händedruck lag alles, was er sagen wollte, aber vor Erschütterung nicht hervorbrachte.

In der Tür erschien Professor Taij Pawlowitsch. Sein Gesicht war gelber als je, es war verzerrt zur Fratze des Irrsinns. In der Hand hielt er eine Pistole.

»Fort!« kreischte er. »Das ist mein Haus! Das ist ein Haus des Staates! Ich habe den MWD rufen lassen! Ihr Untermenschen! Ihr Soldatenschweine! Ihr Hurensöhne! Ihr Auswurf!Ihr Mißgeburten!«

Worotilow lachte. Er drehte sich um und riß dem Alten die Pistole aus der Hand. Sofort verschwand der Kopf. Man hörte ihn auf dem Gang nach seinen Ärzten rufen.

Dr. Kresin hatte sich nach dem Verschwinden Pawlowitschs auf den Flur begeben und verlangte an einem der Stationstelefone das Staatsamt Stalingrad. Von dort forderte er die Verbindung zum General der Division. Und während Taij Pawlowitsch auf das Eintreffen des Geheimdienstes wartete, sprach Dr. Kresin mit dem General und berichtete die Vorfälle in der Klinik. »Der deutsche Arzt ist ein Gefangener unseres Lagers!« sagte er. »Er wird bei uns geführt und wurde von uns in Moskau zur Entlassung gemeldet. Er hat bereits seine Transportnummer! Wenn ich nach Moskau melde, daß ein zur Entlassung Kommandierter von einem russischen Arzt gefangengehalten und verborgen wird, dann gibt es ein Drama in Stalingrad. Wenn ich Moskau ferner melde.«

»Nehmen Sie den Mann mit!« sagte der General und hängte an. »Wenn ich Moskau melde.«, war ein Zauberwort. Es gab nichts, was mehr gefürchtet wurde als eine Meldung nach Moskau. Denn der Kreml kannte keine Gnade . er hatte Generäle, Minister, Vertraute gestürzt. Wer Moskau namentlich bekannt war, unangenehm bekannt, der hatte nichts zu erwarten als den Untergang. Befriedigt legte Dr. Kresin den Hörer auf. Er kam ins Zimmer zurück und umarmte Sellnow.

»Du kommst mit, mein Junge. Ich habe dich freibekommen! Zu Hause hast du vier Karten von deiner Frau und einige Pakete mit allem, was du dir wünschst.«

Sellnow sah sich um. Er hatte keine Koffer zu packen ... er besaß nichts als das, was er auf dem Leib trug. »Weiß es Alexandra?« fragte er.

»Daß du kommst? Nein! Sie wird verrückt werden, wenn sie dich sieht!«

»Daß ich Karten habe. Von meiner Frau.«

»Nein. Worotilow hat sie bei sich eingeschlossen.«

»Aber sie muß es einmal erfahren.«

Dr. Kresin nickte. »Wenn du fort bist.«

»Fort?!« Sellnow sah von Kresin zu Worotilow. Das Leuchten in ihren Augen machte ihn zittern. »Was habt ihr? Was wißt ihr denn? So sagt doch was!«

»Wenn der Frühling kommt, fährst du weg, Werner, in die Heimat zurück . du hast schon deine Transportnummer.«

1 ... 81 82 83 84 85 86 87 88 89 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)