Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
Als das Gehege wuchs, entwickelte Woundwort sein Kontrollsystem. Kaninchen in Mengen, die morgens und abends fraßen, waren geeignet, Aufmerksamkeit zu erregen. Er ersann die Kennzeichen, von denen jedes durch eigene Offiziere und Wachtposten kontrolliert wurde, dazu kamen regelmäßig wechselnde Freßzeiten, um allen einen Anteil am frühen Morgen und am Sonnenuntergang zu geben - den Lieblingsstunden für silflay. Alle Spuren von Kaninchenleben wurden so streng wie möglich verborgen. Die Owsla hatten Vorrechte in Bezug auf Ernährung, Paarung und Bewegungsfreiheit. Jede Pflichtverletzung ihrerseits wurde durch Degradierung und Verlust an Vorrechten bestraft.
Als Woundwort nicht mehr überall sein konnte, wurde der Rat gegründet. Einige Mitglieder kamen aus der Owsla, andere dagegen wurden einzig und allein wegen ihrer Treue oder ihrer Schlauheit als Ratgeber ausgewählt. Der alte Snowdrop wurde allmählich taub, aber niemand wußte mehr über die Sicherheitsorganisation eines Geheges als er. Auf seinen Rat hin waren die Läufe und Baue der verschiedenen Kennzeichen nicht unterirdisch miteinander verbunden, so daß sich Krankheiten oder Gift, aber auch Verschwörungen weniger leicht ausbreiten konnten. Der Besuch der Baue eines anderen Kennzeichens war ohne die Erlaubnis eines Offiziers nicht gestattet. Es geschah auch auf Snowdrops Rat hin, daß Woundwort schließlich befahl, das Gehege wegen des Risikos der Entdeckung und der Schwächung der zentralen Kontrolle nicht weiter auszudehnen. Nur mit Mühe wurde er dazu überredet, denn die neue Politik vereitelte seinen ruhelosen Wunsch nach ungeschmälerter Macht. Das bedurfte nun eines Ventils, und bald nachdem das Gehege am Weiterwachsen gehindert worden war, führte er die Weiten Patrouillen ein.
Die Weiten Patrouillen begannen als bloße Raubzüge oder Überfälle unter Führung von Woundwort in das umliegende Land. Er wählte einfach vier oder fünf der Owsla aus und hielt mit ihnen Ausschau nach Möglichkeiten, Unruhe zu stiften. Bei der ersten Gelegenheit hatten sie Glück. Sie stießen auf eine kranke Eule, die eine durch ein Saatkorn vergiftete Maus gefressen hatte, und töteten sie. Beim nächsten Mal stießen sie auf zwei hlessil, die sie zwangen, mit ihnen ins Gehege zurückzugehen und dort zu bleiben.
Woundwort war nicht einfach ein Tyrann. Er wußte, wie er andere Kaninchen ermutigen und sie zum Wetteifern veranlassen konnte. Es dauerte nicht lange, bis seine Offiziere darum baten, Patrouillen führen zu dürfen. Woundwort gab ihnen Aufgaben - nach hlessil in einer bestimmten Richtung zu suchen oder ausfindig zu machen, ob ein besonderer Graben oder eine Scheune Ratten bargen, die später angegriffen und vertrieben werden konnten. Sie hatten nur Befehl, sich von Farmen und Gärten fernzuhalten. Eine dieser Patrouillen, von einem gewissen Hauptmann Orchis geführt, entdeckte ein kleines Gehege zwei Meilen östlich jenseits der Kingsclere-Overton-Straße in der Umgebung von Nutley Copse. Der General führte einen Feldzug und vernichtete es; die Gefangenen wurden nach Efrafa gebracht, wo später einige von ihnen in den Rang von Owsla-Mitgliedern erhoben wurden.
Als die Monate vergingen, wurden die Weiten Patrouillen planmäßig eingesetzt; im Sommer und Frühherbst waren gewöhnlich gleichzeitig zwei oder drei draußen. Es kamen keine anderen Kaninchen in die Nähe von Efrafa, und alle, die zufällig in die Nachbarschaft gelangten, wurden schnell aufgelesen. Die Verluste in den Weiten Patrouillen waren hoch, denn die elil erfuhren, daß sie ausschwärmten. Oft bedurfte es des ganzen Mutes und der Tüchtigkeit eines Führers, seine Aufgabe zu erfüllen und seine Kaninchen -oder einige von ihnen - ins Gehege zurückzubringen. Aber die Owsla waren stolz auf die Risiken, die sie eingingen, und außerdem hatte Woundwort die Gewohnheit, selbst hinauszugehen, um zu sehen, wie sie vorankamen.
Ein Patrouillenführer, der mehr als eine Meile von Efrafa an einer Hecke im Regen entlanghinkte, stieß plötzlich auf den General, der wie ein Hase unter einem Büschel Lolch hockte, und sah sich auf der Stelle genötigt zu berichten, was er getan hatte oder warum er von seiner Route abgekommen war. Die Patrouillen waren die Schulungsplätze von schlauen Spürhunden, schnellen Rennern und grimmigen Kämpfern, und die Verluste - obgleich es vielleicht fünf oder sechs in einem schlechten Monat waren - kamen Woundwort durchaus gelegen; denn die Anzahl mußte gering gehalten werden, und es gab immer offene Stellen in der Owsla, welche die jungen Rammler nach besten Kräften auszufüllen suchten. Zu erleben, daß die Kaninchen wetteiferten, auf seinen Befehl ihr Leben zu riskieren, befriedigte Woundwort, obgleich er -wie auch sein Rat und seine Owsla - der Meinung war, daß er dem Gehege Frieden und Sicherheit zu einem ziemlich bescheidenen Preis gäbe.
Trotzdem war der General, als er an diesem Abend zwischen den Eschen heraufkam, um mit Hauptmann Chervil zu sprechen, verschiedener Dinge wegen ernstlich beunruhigt. Es wurde immer schwieriger, den Bestand des Geheges unter Kontrolle zu halten. Überfüllung wurde ein ernstes Problem, und dies trotz der Tatsache, daß viele der Weibchen ihren Wurf vor der Geburt resorbierten. Obwohl diese Maßnahmen dem Wohl aller dienten, wurden einige unruhig und waren schwer zu lenken. Vor nicht allzu langer Zeit war eine Gruppe von Weibchen vor dem Rat erschienen und hatte gebeten, das Gehege verlassen zu dürfen. Sie waren zuerst friedfertig gewesen und hatten angeboten, fortzugehen, so weit der Rat es wünsche, aber als es klargeworden war, daß ihr Gesuch auf keinen Fall genehmigt werden würde, waren sie sehr ungeduldig und dann sogar aggressiv geworden, und der Rat hatte strenge Maßnahmen ergreifen müssen. Es herrschte immer noch beträchtlicher Unmut über diese Sache. Und drittens hatte die Owsla in letzter Zeit ein gewisses Maß an Achtung im Mannschaftsstand eingebüßt.
Vier hereinschneiende Kaninchen - die sich als eine Art Gesandtschaft eines anderen Geheges ausgaben - waren festgehalten und zum Dienst in das Kennzeichen »Rechte Flanke« gesteckt worden. Er hatte beabsichtigt, später herauszufinden, woher sie gekommen waren. Aber es war ihnen gelungen, eine sehr einfache List anzuwenden, den Kennzeichen-Kommandeur zu täuschen, seine Wachtposten anzugreifen und nachts zu entwischen. Hauptmann Bugloss, der verantwortliche Offizier, war natürlich degradiert und aus der Owsla ausgestoßen worden, aber seine Ächtung, obgleich durchaus angemessen, vergrößerte nur die Schwierigkeiten des Generals. Die Wahrheit war, daß Efrafa, im Augenblick wenigstens, knapp an guten Offizieren war. Gewöhnliche Owsla - Wachtposten - waren nicht schwer zu finden, aber mit den Offizieren war es eine andere Sache, und er hatte drei in weniger als einem Monat verloren. Bugloss war so gut wie ein im Kriege Gefallener: Er würde nie wieder einen höheren Rang bekleiden. Aber schlimmer: Hauptmann Charlock - ein tapferes und einfallsreiches Kaninchen - war bei der Verfolgung der Flüchtlinge von einem Zug auf dem Eisenpfad überfahren worden; ein weiterer Beweis, wenn man überhaupt welche brauchte, von der gemeinen Bosheit der Menschen. Und am schlimmsten von allem: Eine Patrouille, erst vor zwei Nächten nach Norden ausgeschickt, war mit der schockierenden Nachricht zurückgekehrt, daß ihr Führer, Hauptmann Mallow, ein außergewöhnlich angesehener und erfahrener Offizier, von einem Fuchs getötet worden war. Es war eine merkwürdige Sache. Die Patrouille hatte den Geruch einer ziemlich großen Gruppe Kaninchen, die sich offenbar von Norden her Efrafa näherte, aufgenommen. Sie war ihr gefolgt, hatte aber ihre Beute noch nicht gesichtet, als plötzlich ein fremdes Kaninchen in sie hineingeflitzt war, als sie sich dem Rand einer Waldung näherten. Natürlich hatten sie versucht, es zu stoppen, und in diesem Augenblick war der Fuchs, der ihm dicht auf den Fersen zu sein schien, aus der offenen Talmulde dahinter gekommen und hatte den armen Mallow augenblicklich getötet. Wenn man alles in Betracht zog, war die Patrouille in guter Ordnung weitergezogen, und Groundsel, der stellvertretende Kommandeur, hatte sich bewährt. Aber von dem fremden Kaninchen war nichts mehr gesehen worden; und der Verlust Mallows, ohne daß man etwas dafür vorweisen konnte, hatte die Owsla aufgebracht und ziemlich demoralisiert.