Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Stimmt was nicht?«
»Nein«, sagte Honey ganz langsam. »Nein.«
Fünf Minuten später tauchte Honey bei Frances Gordon auf.
»Da kommt ja die Jungfrau!«
Honey fragte ohne Umschweife: »Können Sie sich erinnern, daß Sie mir vorausgesagt haben, ich würde mich verlieben - in einen Künstler?«
»Ja.«
»Also. ich glaube, ich bin ihm begegnet.«
Frances Gordon lächelte. »Sehen Sie? Die Sterne lügen nie.«
»Könnten. Könnten Sie mir ein bißchen was über ihn erzählen? Über uns beide?«
»In der Schublade drüben liegen ein paar Tarotkarten. Würden Sie mir die bitte bringen?«
Als Honey die Karten holte, dachte sie: Das ist lächerlich! An so etwas glaube ich doch gar nicht!
Frances Gordon legte die Karten aus. Sie nickte immer wieder vor sich hin, nickte, lächelte still in sich hinein, bis sie plötzlich innehielt. »O mein Gott!« Sie hob den Kopf und sah Honey lange an.
»Was ist denn?« fragte Honey erschrocken.
»Dieser Künstler - Sie sagen, daß Sie ihm bereits begegnet sind?«
»Ich glaube ja. Doch.«
In der Stimme Frances Gordons lag tiefe Trauer. »Der arme Mann!« Ihre Augen ruhten mitfühlend auf Honey. »Es tut mir leid - es tut mir ja so leid.«
Sean Reillys Operation war für den folgenden Morgen anberaumt.
8.15 Uhr: Dr. William Radner traf die Vorbereitungen für die Operation in OP-Saal 2.
8.25 Uhr: Vor dem Eingang zur Notfallstation des Embarcadero hielt ein Lkw mit dem Wochenbedarf an Blutkonserven. Der Fahrer trug die Konserven zur Blutbank im Keller. Der diensthabende Arzt Eric Foster genoß bei Kaffee und Plundergebäck gerade die Gesellschaft der hübschen jungen Schwester Andrea.
»Wo soll ich sie ablegen?« fragte der Fahrer.
»Legen Sie sie einfach dorthin.« Foster deutete in eine Ecke.
»Okay.« Der Fahrer legte die Konserven auf den Boden und zog ein Formular heraus. »Sie müssen sich hier noch verewigen.«
»In Ordnung.« Foster zeichnete das Formular ab. »Danke.«
»Kein Problem.« Der Fahrer verschwand.
Foster wandte sich wieder Andrea zu. »Wo waren wir stehengeblieben?«
»Sie haben mir gerade erzählt, wie bewundernswert ich sei.«
»Richtig. Und wenn Sie nicht verheiratet wären, wäre ich echt hinter Ihnen her«, erklärte der im Krankenhaus wohnende Medizinalassistent. »Lassen Sie sich manchmal auf was ein?«
»Nein. Mein Mann ist nämlich Boxer.«
»Ach so. Haben Sie noch eine Schwester?«
»Um ehrlich zu sein - ja.«
»Ist sie so hübsch wie Sie?«
»Noch hübscher.«
»Und wie heißt sie?«
»Marilyn.«
»Warum verabreden wir uns dann nicht für einen Abend zu viert?«
Während sie alberten, schaltete sich das Faxgerät ein. Foster beachtete es nicht.
8.45 Uhr: Dr. Radnor begann mit der Operation an Sean Reilly. Alles verlief reibungslos. Der OP-Saal funktionierte wie eine gutgeölte Maschine, die von Leuten bedient wird, die ihr Handwerk verstehen.
9.05 Uhr: Dr. Radnor erreichte den Gallenblasengang. Bis dahin war die Operation wie nach Lehrbuch verlaufen. Als er zum Herausschneiden der Gallenblase ansetzte, glitt seine Hand aus, und das Skalpell ritzte eine Arterie. Blut strömte aus. »Herrje!« Er versuchte, den Blutfluß aufzuhalten. Der Anästhesist meldete laut: »Der Blutdruck ist soeben unter 95 gesunken. Er kommt unter Schock!«
Radnor wandte sich an die OP-Schwester. »Beschaffen Sie uns Blut! Stat.« »Bin unterwegs, Doktor.«
9.05 Uhr: In der Blutbank läutete das Telefon.
»Nicht fortgehen!« befahl Foster Schwester Andrea, ging zum Telefon und nahm ab. »Hier Blutversorgung.« »Wir benötigen im OP-Saal 2 vier Einheiten Blutgruppe 0. Stat.« »Okay.« Foster legte auf und ging in die Ecke, wo das neu eingetroffene Blut deponiert worden war. Er zog vier Beutel heraus und legte sie auf das oberste Regal des Metallwagens, der für solche Notfälle bereitstand. Er überprüfte die Blutkonserven zweimal. »Blutgruppe 0«, sagte er laut. Er telefonierte nach einem Krankenhauspfleger. Das Faxgerät stand inzwischen still.
»Was ist los?« fragte Andrea.
Foster warf einen Blick auf den OP-Terminplan, der vor ihm lag. »Sieht so aus, als ob Dr. Radnor Schwierigkeiten mit einem Patienten bekommt.«
9.15 Uhr: Der Krankenpfleger meldete sich in der Blutbank. »Was steht an?«
»Bringen Sie die vier Beutel zum OP-Saal 2. Man wartet drauf.« Er schaute dem Krankenpfleger nach, der den Wagen hinausschob, und setzte die Unterhaltung mit Andrea fort. »Erzählen Sie mir von Ihrer Schwester.« »Sie ist ebenfalls verheiratet.« »Wie sehr.«
Andrea grinste. »Aber sie macht herum.« »Ehrlich?«
»Ich mach' bloß Spaß. Ich muß wieder an die Arbeit, Eric. Danke für den Kaffee und das Gebäck.«
»Jederzeit.« Er sah ihr nach und dachte: Was für ein herrlicher Hintern!
9.25 Uhr: Der Krankenpfleger wartete auf den Fahrstuhl, der ihn in den zweiten Stock bringen sollte.
9.23 Uhr: Dr. Radnor tat alles in seiner Macht Stehende, um die Katastrophe einzugrenzen. »Wo bleibt das verflixte Blut?!«
9.25 Uhr: Der Krankenpfleger klopfte an die Tür zum OP-Saal 2. Eine OP-Schwester öffnete ihm.
Sie sagte: »Danke sehr.« Sie trug die Tüten in den Raum. »Hier ist das Blut, Doktor.« »Pumpen Sie's in ihn hinein. Schnell!«
In der Blutbank trank Eric Foster seinen Kaffee aus und dachte an Andrea. Warum nur müssen die Hübschen immer gleich verheiratet sein?
Auf dem Weg zum Schreibtisch kam er am Faxgerät vorbei. Er zog das Fax heraus. Die Nachricht lautete:
Rückruf Alarm #687, 25. Juni: Rote Blutkörperchen, frisches gefrorenes Plasma. Einheiten CB93711, CB800007. Öffentliche Blutbank von Kalifornien, Arizona, Washington, Oregon. Untersuchung der in Umlauf gebrachten Blutprodukte ergab mehrfach positive Reaktion auf HIV-Test, Typ I.
Foster musterte es kurz, ging zum Schreibtisch, nahm den Lieferschein zur Hand, den er für die soeben eingetroffenen Blutkonserven abgezeichnet hatte. Dann warf er einen Blick auf die Nummer des Lieferscheins. Es war dieselbe Nummer wie auf dem Fax.