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Электронная книга - «Die Familie ohne Namen». Краткое содержание книги:

1825 wird eine franko-kanadische Verschwörung gegen die englische Regierung in Kanada verraten. Aber der Verräter verzweifelt an seiner Schuld und erschießt sich. Nun setzt die Familie alles daran, dieses Verbrechen zu sühnen, bis ihr guter Name wieder hergestellt ist. In spannenden Episoden schildert uns Verne das Schicksal der beiden Söhne des Verräters, die für ein freies Kanada kämpfen -bis zum bitteren Ende. Ein Abenteuerroman vor historischem Hintergrund, bei dem auch die kanadischen Indianer eine wichtige Rolle spielen.
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Ein Bürger der Vereinigten Staaten, Wills mit Namen und Eigenthümer des kleinen Dampfers »Caroline«, benützte diesen zu täglichen Fahrten gegen ein geringes Entgelt, welches die Neugierigen gern entrichteten.

Am entgegengesetzten Ufer des Niagara und folglich Schlosser gegenüber lagen die Engländer unter dem Befehle des Obersten Mac Nab in dem Dorfe Chippewa.

Ihre Truppenstärke war hinlänglich groß, um die auf der Insel Navy versammelten Farmer einfach zu erdrücken, wenn es ihnen nur gelang, nach der Insel hinüber zu kommen. Zum Zwecke eines Landungsversuches waren denn in Chippewa auch große Boote bereit gelegt, und jener sollte, sobald die Vorbereitungen des Oberst Mac Nab vollendet waren, das heißt schon in einigen Tagen, unternommen werden. Der Ausgang dieses letzten Kampfes an der Grenze Canadas war also von ausschlaggebender Bedeutung.

Es kann nicht Wunder nehmen, daß die Persönlichkeiten, welche in den verschiedenen Entwickelungsstufen dieser Erzählung schon mehrfach besonders hervortraten, sich auf der Insel Navy zusammengefunden hatten. Andre Farran, der unlängst von seinen Wunden genesen, war ebenso wie William Clerc nach dem Lagerplatze geeilt, wo sich auch Vincent Hodge bald bei ihnen einfand. Nur der noch im Gefängniß zu Montreal schmachtende Abgeordnete Sebastian Gramont hatte seine Stelle unter den Waffengefährten noch nicht wieder eingenommen.

Nachdem es ihm seinerzeit gelungen, die Heimkehr Bridgets und Clarys de Vaudreuil zu sichern, welche Dank seinem Dazwischentreten das geschlossene Haus wieder erreichen konnten, war es Vincent Hodge gelungen, sich sowohl von den betrunkenen Soldaten, die ihn umringten, als von denen, die ihm den Rückzug abzuschneiden drohten, glücklich zu befreien.

Er flüchtete hierauf durch den Wald und befand sich schon mit Tagesanbruch außer Gefahr, den Königlichen in die Hände zu fallen. Achtundvierzig Stunden später erreichte er St. Albans, jenseits der Grenze. Als sich seine Landsleute auf der Insel Navy zu sammeln begannen, begab er sich dorthin mit einigen Amerikanern, welche der Sache der canadischen Unabhängigkeit mit Leib und Seele anhingen.

Hier befand sich auch Thomas Harcher mit seinen vier Söhnen, Pierre, Jacques, Tomy und Michel; nachdem sie dem Gemetzel bei St. Charles entgangen, wäre eine Rückkehr nach Chipogan die größte Unklugheit gewesen, und zwar nicht nur in Bezug auf sie selbst, sondern auch wegen Catherine Harcher's. Sie hatten sich deshalb nach dem Dorfe St. Albans geflüchtet, wo Catherine sie durch Boten über ihr Schicksal und das der übrigen Kinder unterrichtet halten konnte. Von der ersten Woche des December ab hatten auch sie sich nach der Insel Navy zurückgezogen, fest entschlossen, noch einmal in den Kampf einzutreten, und bereit, den Tod Remys zu rächen, der unter den Kugeln der Loyalisten gefallen war.

Was den Meister Nick betrifft, so wäre von ihm der hellsehendste Weissager des Far-West, der ihm prophezeit hätte: »Der Tag wird noch kommen, wo Du, königlicher Notar, friedlich von Charakter, klug durch Passion, Dich an der Spitze eines Huronenstammes gegen die von Gott verordneten Behörden Deiner Heimat schlagen wirst!« - dieser Weissager wäre von ihm für würdig erachtet worden, unverzüglich in das nächste Irrenhaus eingesperrt zu werden.

Und dennoch befand sich der Meister Nick jetzt an der Spitze der Krieger dieses Stammes. Nach einer feierlichen Verhandlung waren die Mahogannis dahin überein gekommen, sich den Patrioten anzuschließen. Ein großer Häuptling, in dessen Adern das Blut der Sagamores rollte, konnte da nicht zurückbleiben. Vielleicht wagte er noch zuletzt einige Einwendungen. Diese wurden gar nicht angehört. Am nächstfolgenden Tage, nachdem Lionel, der den Abbe Joann begleitete, Walhatta verlassen und das Feuer in der Mitte des Berathungsplatzes erloschen, hatte sich Meister Nick, gefolgt -doch nein, angeführt von etwa fünfzig Kriegern, nach dem Ontario-See begeben, um nach dem Dorfe Schlosser zu gelangen.

Der freundliche Leser begreift gewiß leicht, welcher Empfang hier dem Meister Nick zu Theil wurde. Thomas Harcher drückte ihm die Hand so übermäßig kräftig, daß es ihm vierundzwanzig Stunden lang unmöglich war, den Bogen oder Tomahawk zu handhaben. Dieselbe Bewillkommnung erfuhr er von Seiten Vincent Hodge's, Farran's, Clerc's und aller Derjenigen, welche seine Freunde oder in Montreal seine Clienten gewesen waren.

»Ja. ja freilich. stammelte er, ich hielt mich für verpflichtet. oder vielmehr diese wackeren Leute hier.

- Die Krieger Ihres Stammes?. fragten Mehrere.

- Ja. meines Stammes!« antwortete er.

Wenn der vortreffliche Mann auch selbst eine höchst klägliche Rolle spielte, der gegenüber sich Lionel um seinetwillen geschämt hätte, so begrüßte man es doch mit Freuden, daß die Huronen herbeikamen, um der nationalen Sache ihre Hilfe zu leihen. Folgten jetzt die anderen Stämme ebenfalls ihrem Beispiele und verbanden sich deren Krieger aus denselben Beweggründen mit den Reformern, so konnte die Regierung kaum im Stande sein, der aufständischen Bewegung Herr zu werden.

In Folge der letzten Vorkommnisse hatten die Patrioten freilich aus der Offensive zur Defensive übergehen müssen. Und im Fall, daß die Insel Navy in die Gewalt des Obersten Mac Nab fiel, war die Sache der Unabhängigkeit unwiderruflich verloren.

Die Anführer der Blaumützen hatten sich bemüht, den Widerstand mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu organisiren. An verschiedenen Stellen der Insel hatte man hierzu Wälle aufgeworfen, um jeden Landungsversuch unter besseren Verhältnissen zurückweisen zu können, und Waffen, Schießbedarf, sowie Proviant, der nach dem Dorfe Schlosser kam, wurden in größter Eile und mit rühmlichstem Eifer besorgt. Am schwersten empfanden es die Patrioten, daß sie hier verurtheilt waren, einen Angriff abzuwarten, statt einen solchen selbst zu unternehmen, da es ihnen an Transportmitteln, den Niagara zu überschreiten, vollständig fehlte. Wie konnten sie sich aber ohne diese Hilfsmittel auf das Dorf Chippewa stürzen und zum Sturm auf das am linken Stromufer errichtete und befestigte Lager vorgehen?

Begreiflicher Weise mußte sich ihre Lage, je länger sie in dieser Weise andauerte, nur weiter verschlimmern. Wirklich erhielten die Streitkräfte des Oberst Mac Nab immer noch Verstärkungen, während die Vorbereitungen zur Ueberschreitung des Niagara mit allem Eifer betrieben wurden. Bis zur Grenze zurückgedrängt, hätten die Vertheidiger der franco-canadischen Sache gewiß vergeblich gesucht, mit den Bevölkerungen der Provinzen Ontario und Quebec im Einvernehmen zu bleiben. Wie sollten sich denn aber die Kirchspiele sammeln, um die Waffen zu ergreifen, und wer hätte sich jetzt an ihre Spitze stellen sollen, wo die Colonnen der Königlichen alle Grafschaften am St. Lorenzo durchzogen?

Ein Einziger hätte das vermocht. Ein Einziger hatte genug Einfluß auf die Volksmassen, das war Johann ohne Namen.

Seit der Niederlage von St. Charles aber war dieser verschwunden, und alle Wahrscheinlichkeiten sprachen dafür, daß derselbe unbemerkt den Tod gefunden hatte, da er an der amerikanischen Grenze noch nicht erschienen war. Die Annahme, daß er erst neuerlich der Polizei in die Hände gefallen sein könne, erschien unhaltbar; seine Gefangennahme wäre von den Behörden in Quebec und Montreal gewiß nicht geheim gehalten worden.

Ebenso verhielt es sich bezüglich des Herrn de Vaudreuil. Vincent Hodge, Farran und Clerc wußten nicht, was aus ihm geworden sei. Ihnen war nur bekannt, daß er bei St. Charles eine schwere Verwundung erhalten; Niemand hatte aber gesehen, daß Johann ihn vom Schlachtfeld weggetragen und in Sicherheit gebracht hatte, und eine Nachricht von seiner Gefangennahme war auch nicht eingetroffen. Was Clary de Vaudreuil betrifft, so hatte Vincent Hodge nach dem Augenblicke, wo er sie aus den Händen der umherschweifenden betrunkenen Soldaten befreite, ihre Spur nicht wiederfinden können.

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