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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]
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Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]

Электронная книга - «Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]». Краткое содержание книги:

Seit längerer Zeit wird vom besiedelten Teil der Galaxis aus ein rätselhafter Stern beobachtet: Nicht nur, dass er auf einer engen Bahn um den Mittelpunkt der Milchstraße läuft und hoch in den galaktischen Halo aufsteigt, nach jeweils 215 Jahren Dunkelperiode strahlt er auch plötzlich für 35 Jahre hell auf, um sich dann wieder zu verdunkeln. Als man feststellt, dass der einzige Planet, der ihn umkreist, von intelligenten Wesen bewohnt ist, rüsten die Dschöng Ho, eine friedliche Händlerzivilisation, ein Raumschiff aus, um Kontakt zu der fremden Spezies aufzunehmen. Zugleich jedoch startet das Schiff einer skrupellosen Aufsteiger-Zivilisation — Menschenabkömmlinge, die während der Isolation in die Barbarei abgesunken waren und inzwischen wieder zu Hochtechnologie und Raumfahrt fähig sind. Doch sie sind Barbaren geblieben: Sie überrumpeln die Händler, töten etliche von ihnen und versklaven den Rest. Und genau so gedenken sie mit der Bevölkerung des Planeten zu verfahren, um ihr wissenschaftliches Know-how zu erbeuten. Sie gehen in eine orbitale Lauerstellung und warten ab, bis die Sonne erneut in die Lichtphase tritt und die Bewohner in ihren ›Tiefen‹ aus dem Kälteschlaf erwachen. Aber sie ahnen nicht, dass auf dem Planeten auch jemand lebt, der von ihrer Anwesenheit weiß…
›Eine Tiefe am Himmel‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award und dem John W. Campbell Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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»Gut, gut. Viktoria setzt eine Menge Vertrauen in dich, weißt du.« Er führte seinen Gast in einen großen und eigenartigen Raum. Es gab Bücherregale und Schreibtische, die völlig unter Berichten, ungeordneten Bücherstapeln und Notizzetteln verschwanden. Doch die Regale waren an einem Klettergerüst für Kinder befestigt, und unter die hochgelehrten Schriften waren Kinderbücher gemischt. Die beiden Babies sprangen von seinem Rücken und huschten das Klettergerüst hinauf. Jetzt spähten sie von der Decke zu ihnen herab. Scherkaner schob Bücher und Zeitschriften von einem Sitzgitter und lud Unnerbei mit einer Geste ein, Platz zu nehmen. Gott sei Dank versuchte er nicht, das Thema zu wechseln.

»Na ja, aber du hast meine Berichte noch nicht gesehen.«

»Doch, habe ich. Viktoria schickt sie mir, obwohl ich noch keine Zeit hatte, sie zu lesen.«

»Also, vielleicht hättest du sie doch lesen sollen!« Da bekommt er tiefgeheime Berichte geschickt und hat keine Zeit, sie zu lesen — dabei ist er der Kupp, der das alles in Gang gebracht hat. »Pass auf, Scherkaner, ich sag dir die ganze Zeit, es wird nichts bringen. Im Prinzip kann Atomkraft alles leisten, was wir brauchen. In der Praxis — nun ja, wir haben ein paar richtig tödliche Gifte hergestellt. Wir haben auch ein Uranisotop gefunden, das sich sehr schlecht isolieren lässt, doch ich denke, wenn wir das schaffen, können wir eine verdammt mächtige Bombe herstellen: Wir können dir die Energie liefern, die man braucht, um eine Stadt das Dunkel über warm zu halten, aber du kriegst sie in weniger als einer Sekunde!«

»Hervorragend! Das ist doch ein Anfang.«

»Der hervorragende Anfang ist vielleicht alles, was wir erreichen. Drei von meinen Labors haben die Bomben-Kupps übernommen. Das Problem ist nur, wir haben Frieden; diese Technologie wird irgendwann durchsickern, erst an Bergbaugesellschaften, dann an fremde Staaten. Kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn erst einmal die Sinnesgleichen und die Alten Basser und weiß Gott wer noch anfängt, diese Dinger herzustellen?«

Das schien durch Unterbergs doppelten Panzer von Unaufmerksamkeit zu dringen. »… Ja, das wäre sehr schlimm. Ich habe deine Berichte nicht gelesen, aber Viktoria ist oft hier oben. Die Technik bringt uns Wunder und schreckliche Gefahren. Wir kriegen das eine nicht ohne das andere. Aber ich bin überzeugt, dass wir nicht überleben werden, wenn wir nicht mit diesen Dingen spielen. Du siehst nur einen Teil vom Ganzen. Pass auf, ich weiß, dass Viktoria mehr Geld für dich beschaffen kann. Der Geheimdienst des Einklangs ist sehr kreditwürdig. Er kann ein Jahrzehnt lang seine Mittel überziehen, ohne einen Gewinn ausweisen zu müssen. Wir werden dir mehr Laboratorien verschaffen, alles, was du willst…«

»Scherkaner, hast du vom ›Forcieren der Lernkurve‹ gehört?«

»Also… äh…« Klar, hatte er.

»Wenn ich allen Reichtum der Welt hätte, könnte ich dir momentan vielleicht eine Heizung für eine Stadt geben. Sie hätte alle paar Jahre katastrophale Havarien, und sogar, wenn sie ›normal‹ funktionierte, wäre die Flüssigkeit zur Wärmeübertragung — sagen wir, überhitzter Dampf — derart radioaktiv, dass deine Stadtbewohner allesamt tot wären, ehe das Dunkel auch nur zehn Jahre alt ist. Von einem bestimmten Punkt an nützt es einfach nichts, mehr Geld und Techniker auf ein Problem anzusetzen.«

Scherkaner antwortete nicht gleich. Unnerbei hatte den Eindruck, seine Aufmerksamkeit schweife am oberen Ende des Klettergerüsts umher, wo er seinen beiden Babies zusah. Dieses Zimmer war eine wahrhaft bizarre Kombination von Reichtum, dem alten intellektuellen Chaos Unterbergs und seiner neuen Vaterrolle. Wo der Fußboden nicht von Bücherstapeln und Krimskrams bedeckt war, sah man einen Plüschteppich. Die Wände waren mit einem von diesen unglaublich teuren Illusionsmustern bedeckt. Die Fenster hatten Quarzfüllung bis hinauf an die hohe Decke. Jetzt waren sie aufgekurbelt. An schmiedeeisernen Gittern vorbei drang der Geruch von Farnen im kühlen Morgen herein. Bei Unterbergs Schreibtischen und an den Fußgriffen der Bücherregale gab es elektrische Lampen, doch sie waren jetzt alle ausgeschaltet.

Das einzige Licht war das Grün und Nahrot, das durch die Farne drang. Das genügte vollauf, um die Titel der Bücher in der Nähe zu lesen. Psychologie, Mathe, Elektronik, zwischendurch etwas über Astronomie — und eine Menge Bücher mit Kindergeschichten. Die Bücher waren in niedrigen Stapeln aufgetürmt und füllten den meisten Platz zwischen Spielzeug und Ausrüstung. Und es war nicht immer klar, welches Spielzeug Unterberg gehörte und welches seinen Kindern. Manches von dem Zeug sah wie Reiseandenken aus, vielleicht von Viktorias Einsätzen: ein Basser-Beinpolierer, getrocknete Blumen, die vielleicht einmal eine Girlande der Insulaner gewesen waren… Und drüben in der Ecke… um Gottes willen, das sah wie eine M7-Artillerierakete aus. Das Lager für den Gefechtskopf war entfernt worden, und wo sich üblicherweise hochexplosiver Sprengstoff befand, war eine Puppenstube angebracht.

Schließlich sagte Unterberg: »Du hast Recht, Geld allein bringt die Sache nicht voran. Man braucht Zeit, um die Maschinen zu bauen, die die Maschinen bauen, und so weiter. Aber uns bleiben noch an die fünfundzwanzig Jahre, und die Generalin sagt mir, dass du ein Genie bist, was die Führung von so einer großen Sache angeht.«

Hrunkner empfand einen alten Stolz, als er das hörte, größeren Stolz als auf all die Medaillen, die er im Großen Krieg gesammelt hatte; doch wären Schmid und Unterberg nicht gewesen, hätte er niemals entdeckt, dass er solche Talente besaß. Er antwortete mürrisch, wohl bedacht, sich nicht anmerken zu lassen, wie viel ihm solches Lob bedeutete: »Besten Dank. Ich sage dir aber, dass nichts von alledem ausreicht. Wenn du willst, dass wir es in zwanzig Jahren schaffen, brauche ich etwas anderes.«

»Was denn?«

»Dich, verdammt! Deine Intuition! Seit dem ersten Jahr des Projekts hast du dich hier oben in Weißenberg versteckt und machst weiß Gott was.«

»Oh… Weißt du, Hrunkner, es tut mir Leid. Die Sache mit der Atomkraft interessiert mich einfach nicht mehr besonders.«

Nachdem er Unterberg all die Jahre gekannt hatte, hätte Unnerbei von dieser Bemerkung nicht überrascht sein dürfen. Trotzdem hätte er am liebsten an seinen Händen gekaut. Da war ein Kerl, der sich von Arbeitsgebieten abwandte, ehe andere auch nur von ihrer Existenz wussten. Wenn er einfach ein Spinner gewesen wäre, hätte es kein Problem gegeben. Aber so hätte Unnerbei den Kupp manchmal liebend gern umgebracht.

»Ja«, fuhr Unterberg fort, »du brauchst mehr kluge Köpfe. Ich arbeite daran, weißt du; ich habe da ein paar Dinge, die ich dir zeigen möchte. Dennoch«, erklärte er, während er zerstreut Brennstoff ins Feuer goss, »sagt mir meine Intuition, dass sich Atomkraft als ziemlich einfach erweisen wird, verglichen mit den anderen Herausforderungen.«

»Als. Da. Wären?«

Scherkaner lachte. »Kinder großzuziehen, beispielsweise.« Er zeigte auf die altertümliche Pendeluhr an der Seitenwand. »Ich dachte, die anderen Kupplis würden inzwischen hier sein; vielleicht sollte ich dir erst einmal das Institut zeigen.« Er erhob sich von seinem Sitzgitter und begann auf die alberne Weise zu winken, wie es Eltern gegenüber kleinen Kindern tun. »Kommt runter, kommt runter. Rhapsa, bleib von der Uhr weg!« Zu spät: Das Baby war vom Klettergerüst heruntergekrabbelt, auf das Pendel gesprungen und rutschte daran bis zum Boden herunter. »Ich habe hier zu viel Kram herumstehen, ich fürchte, etwas könnte auf die Babies fallen und sie zerdrücken.« Die beiden rannten über den Fußboden und sprangen auf ihre angestammten Plätze im Fell ihres Vaters. Sie waren kaum größer als Waldelfen.

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