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Unendlichkeit [Revelation Space - de]

Электронная книга - «Unendlichkeit [Revelation Space - de]». Краткое содержание книги:

Vor Urzeiten lebte auf dem Planeten Resurgam das Volk der Amarantin. An der Schwelle zum Raumfahrtzeitalter jedoch wurde ihre blühende Kultur durch eine kosmische Katastrophe völlig vernichtet und so daran gehindert, in den Weltraum vorzudringen. Ein unglückliches Zusammenspiel physikalischer Gesetze? Oder alles andere als ein Zufall? Eine Millionen Jahre später will sich die Menschheit auf Resurgam ansiedeln. Die Kolonisten stoßen dort auf das Vermächtnis des außerirdischen Volkes: eine verschüttete Stadt und die riesige Statue eines geflügelten Amarantin. Es ist eine archäologische Sensation, und ihrem Entdecker, dem genialen Wissenschaftler Dan Sylveste, ist großer Ruhm gewiss. Sylveste aber bedeuten die Funde noch viel mehr: Er will die Wahrheit über das Schicksal der Amarantin herausfinden und ist bereit, dafür nicht nur sein eigenes, sondern auch das Leben anderer aufs Spiel zu setzen. Gemeinsam mit einer Gruppe von Cyborgs und ausgestattet mit einem Waffenarsenal, das ein ganzes Sonnensystem vernichten könnte, beginnt er seine Nachforschungen. Bald schon muss er allerdings erkennen, dass jemand — oder etwas — mit allen Mitteln verhindern will, dass er erfährt, was tatsächlich mit den Amarantin geschah…
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»Aber Sie sagten doch eben, er hätte gelogen…«

»Und das stimmt auch — im Rückblick ist es erwiesen.« Sie schüttelte den Kopf. »Wissen Sie, ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, aber im Grunde ist es sehr merkwürdig — geradezu paradox. Dreißig Jahre nach diesem Gespräch brach die Expedition nach Resurgam auf, und das heißt, das Gerücht entsprach doch der Wahrheit.« Sie nickte zu Sylveste hin, der inzwischen eine hitzige Diskussion mit ihrem sitzenden Abbild führte. »Aber damals hatte noch niemand von den Amarantin gehört! Was im Namen der Hölle hat ihn überhaupt auf die Idee gebracht, nach Resurgam fliegen zu wollen?«

»Er muss gewusst haben, dass er dort etwas finden würde.«

»Natürlich, aber woher hatte er die Information? Das System wurde vor der Expedition mehrfach mit automatischen Sonden erkundet, aber nie besonders gründlich. Soviel ich weiß, kam keine Sonde dicht genug an die Planetenoberfläche heran, um feststellen zu können, dass es auf Resurgam einmal intelligentes Leben gegeben hatte. Aber Sylveste wusste es.«

»Das ergibt keinen Sinn.«

»Ich weiß«, sagte Volyova. »Glauben Sie mir, ich weiß es nur zu gut.«

Sie stellte sich neben ihre Zwillingsschwester vor den Baumstumpf und beugte sich so tief über Sylveste, dass sich seine starren grünen Augen in den grauen Facetten ihrer Brille spiegelten. »Was hast du gewusst?«, fragte sie. »Und was noch wichtiger wäre, woher hast du es gewusst?«

»Er wird es Ihnen nicht sagen«, bemerkte Khouri.

»Jetzt vielleicht nicht«, erwiderte Volyova lächelnd. »Aber bald wird der echte Sylveste vor mir sitzen. Und dann könnte es schon sein, dass wir einige Antworten bekommen.«

In diesem Augenblick gab ihr Armband mehrere tiefe Töne von sich. Das Signal war Khouri unbekannt, aber es war eindeutig ein Alarm. Das künstliche Tageslicht färbte sich plötzlich blutrot und begann im Rhythmus der Töne zu pulsieren.

»Was ist das?«, fragte Khouri.

»Ein Notfall«, sagte Volyova. Sie hielt sich das Armband dicht vor die Augen, riss sich die Projektionsbrille vom Kopf und studierte eine der kleinen Anzeigen, die genau im Takt mit dem Himmel und den Tönen ebenfalls rot blinkte. Khouri sah eine Schrift über den winzigen Bildschirm laufen, war aber zu weit entfernt, um sie lesen zu können.

»Was für ein Notfall?«, flüsterte sie, um Volyova nicht in ihrer Konzentration zu stören. Das Trio war, ohne dass sie es bemerkt hätte, klammheimlich wieder in dem Teil des Schiffsspeichers verschwunden, aus dem Volyova es abgerufen und zum Leben erweckt hatte.

Volyova schaute von ihrem Armband auf. Sie war ziemlich blass. »Eine von den Waffen aus dem Geschützpark.«

»Ja?«

»Sie ist dabei, sich scharf zu machen.«

Elf

Im Anflug auf Delta Pavonis

2564

Sie rannten von der Lichtung durch einen gewundenen Korridor zum nächsten radial verlaufenden Fahrstuhlschacht.

»Was heißt das?«, schrie Khouri über das Sirenengeheul hinweg. »Was meinen Sie mit ›sie macht sich scharf‹?«

Volyova hob sich die Antwort auf, bis sie die wartende Kabine erreichten und sie ihr befohlen hatte, sie schnellstens und ohne Rücksicht auf die üblichen Geschwindigkeitsbeschränkungen zum nächsten achsenparallelen Fahrstuhlschacht zu bringen. Die Kabine fuhr so ruckartig an, dass die beiden Insassen heftig mit dem Rücken gegen die Glaswand geschleudert wurden und nach Luft rangen. Die Innenbeleuchtung pulsierte rot; Volyova spürte, wie sich auch ihr Herzschlag beschleunigte. Aber sie zwang sich zum Sprechen.

»Genau was ich sagte. Jedes Geschütz wird von Überwachungssystemen kontrolliert — und eines dieser Systeme hat soeben einen Energieanstieg in seiner Waffe entdeckt.«

Volyova verschwieg, dass sie die Systeme erst installiert hatte, als sie den Eindruck hatte, eines der Geschütze hätte sich bewegt. Seither hatte sie sich an die Hoffnung geklammert, sie hätte sich die Bewegung nur eingebildet — die lange Wache, während alle anderen schliefen, hätte Halluzinationen ausgelöst —, aber jetzt wusste sie, dass davon nicht die Rede sein konnte.

»Wie kann sie sich selbst scharf machen?«

Eine vernünftige Frage. Die Volyova leider nicht so ohne weiteres beantworten konnte.

»Ich hoffe, dass es nur eine Störung in den Überwachungssystemen ist«, sagte sie, um überhaupt etwas zu sagen. »Nicht das Geschütz selbst.«

»Warum sollte es sich scharf machen?«

»Keine Ahnung! Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass mich die Sache nicht unbedingt kalt lässt?«

Der Axiallift bremste unvermittelt ab und fuhr so heftig schaukelnd, dass einem übel werden konnte, in den Hauptschacht ein. Dann sackte er so schnell in die Tiefe, dass sie sich fast schwerelos fühlten.

»Wo fahren wir hin?«

»Zum Geschützpark natürlich.« Volyova funkelte ihren Waffenoffizier gereizt an. »Ich weiß nicht, was hier los ist, Khouri, aber auf jeden Fall möchte ich es mit eigenen Augen sehen. Ich möchte mich selbst davon überzeugen, was die verdammten Maschinen dort treiben.«

»Das Geschütz macht sich also scharf. Was kann es sonst noch anstellen?«

»Ich weiß es nicht«, sagte Volyova so ruhig wie möglich. »Ich habe alle Abschaltroutinen durchprobiert — nichts. Mit einer solchen Situation konnte ich eigentlich nicht rechnen.«

»Aber es kann sich doch wohl nicht selbst abschießen? Oder könnte es sich tatsächlich ein Ziel suchen und einfach drauflosfeuern?«

Volyova warf einen Blick auf ihr Armband. Vielleicht spielte die Anzeige verrückt; vielleicht waren tatsächlich die Überwachungssysteme gestört. Sie konnte es nur hoffen, denn was das Armband ihr jetzt mitteilte, war eine Katastrophe.

Das Geschütz hatte sich in Bewegung gesetzt.

Falkender hielt Wort: die Operationen, die er an Sylvestes Augen durchführte, waren selten angenehm, häufig das Gegenteil, und gelegentlich arteten sie in regelrechte Höllenqualen aus. Seit Tagen lotete Slukas Arzt nun schon die Grenzen seiner Fähigkeiten aus. Er hatte versprochen, so grundlegende organische Funktionen wie Farbensinn, Tiefenwahrnehmung und das Verfolgen fließender Bewegungen wiederherzustellen, konnte aber Sylveste nicht restlos überzeugen, dass er über die dazu nötigen Mittel und das erforderliche Können verfügte. Sylveste hatte ihm erklärt, die Augen hätten noch nie perfekt funktioniert. Calvin hatte nur über ein beschränktes Instrumentarium verfügt. Aber jetzt hätte er selbst das rudimentäre Sehvermögen, das ihm die Simulation hatte verschaffen können, der faden, flackernden Parodie einer Welt vorgezogen, die ihn umgab. Sylveste hatte nicht zum ersten Mal Zweifel, ob das Ergebnis wohl die Qualen rechtfertigen würde, die er bei der Reparatur zu erdulden hatte.

»Vielleicht sollten Sie aufgeben?«

»Ich habe Sluka zusammengeflickt.« Falkender tanzte als bläulich fahle, flache, aus vielen Schichten zusammengesetzte Menschenform durch Sylvestes Blickfeld. »Dagegen ist das hier eine Kleinigkeit.«

»Und selbst wenn Sie mir das Augenlicht zurückgeben, was habe ich davon? Ich kann meine Frau nicht sehen, weil Sluka uns nicht zusammenkommen lässt. Und eine Zellenwand bleibt eine Zellenwand, auch wenn man sie noch so deutlich sieht.« Er hielt inne. Schmerzwellen brandeten gegen seine Schläfen. »Ich bin nicht einmal sicher, ob es nicht besser ist, blind zu sein und nicht jedes Mal die Realität gegen den Sehnerv gerammt zu bekommen, wenn man die Augen aufschlägt.«

»Sie haben keine Augen, Dr. Sylveste.« Falkender verdrehte etwas und jagte damit rosa Schmerzrosetten durch Sylvestes Blickfeld. »Also hören Sie bitte auf, sich selbst zu bemitleiden; das passt nicht zu Ihnen. Außerdem könnte es sein, das Sie diese Mauern nicht mehr allzu lange anzustarren brauchen.«

Sylveste horchte auf.

»Das heißt?«

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Главный герой
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