Ganz Deutschland lacht!. 50 deutsche Jahre im Spiegel ihrer Witze
- Автор: Jamin Peter, Lentz Michael
- Язык: немецкий
- Жанр: Юмористическая проза
Электронная книга - «Ganz Deutschland lacht!. 50 deutsche Jahre im Spiegel ihrer Witze». Краткое содержание книги:
Fragen über Fragen - Antworten und viele Beispiele finden sich in diesem Doppelband der erfolgreichen Witzebücher >Ganz Deutschland lacht< und >Kennen Sie den ...?<.
Peter Jamin, geboren 1951, arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Filmemacher in Düsseldorf.
Michael Lentz (1926-2001) war Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
Chris Howland, geboren 1928 in London, kam als Soldat nach Deutschland und startete seine Karriere beim BFN in Hamburg. Bekannt wurde er als Humorist, Sänger und Schauspieler. Dieter Thoma, geboren 1927, Journalist, Kabarettist und freier Schriftsteller, war lange Jahre Chefredakteur und Moderator verschiedener Sendungen beim WDR.
Jakob wartet 1942 in Casablanca auf ein Visum für die USA. »Wie sind die Aussichten?«, fragt er im amerikanischen Konsulat. »Ziemlich schlecht. Die Quoten sind erfüllt, es gibt zur Zeit keine Visa mehr. Kommen Sie in zehn Jahren wieder.« »Das mache ich«, sagt Jakob, »vormittags oder nachmittags?«
Dagegen schrieb Sigmund Freud aus der Emigration in London: »Mir geht es hier so gut, dass ich fast versucht bin, >Heil Hitler< zu rufen.«
Wir beteiligen uns auch wieder mit einem jüdischen Witz über das Soldatenleben:
Moische kommt zur Artillerie in der Israelischen Armee. Er ist intelligent, ist aber im Dienst ungeschickt und desinteressiert. Einer der Vorgesetzten nimmt ihn wohlmeinend zur Seite und sagt: »Moische, du taugst nicht zu uns. Ich will dir einen Rat geben: Kauf dir eine Kanone und mach dich selbständig!«
Der Hauptmann brüllt beim Betrachten der Uniform: »Da fehlt ein Knopf!«
Soldat: »Ihre Sorgen möchte ich haben, Herr Hauptmann.«
Aus den ersten Jahren des Staates Israel wird diese Geschichte überliefert:
Ansage im Radio: »Hier ist der israelische Rundfunk auf Kanal 35«, und dann, vertraulich geflüstert: »Für Sie — 33!«
Ein Mann, der einen anderen einlädt:
Er beschreibt den Weg zur Gartenstraße 23 und sagt:
»Bitte mit dem Ellbogen klingeln!«
»Warum mit dem Ellbogen?«
»Du wirst ja nicht mit leeren Händen kommen!«
Juden lachen gern, erzählt Paul Spiegel. Vor allem über sich selbst, ihre Würdenträger und Politiker, über die Religion, Traditionelles und Familiäres.
Der David klagt, dass er ein schlechtes Sommergeschäft gehabt habe. »Sieh her«, zeigt er dem Isaak, »allein 24 dieser schönen Sommerblusen für 40 Dollar das Stück sind mir liegen geblieben!«
»Da werd' ich dir geben einen guten Rat«, sagt der Isaak. »Was für einen guten Rat?«
»Du machst vier Pakete davon mit je sechs Blusen und schickst sie an deine vier besten Kunden. Du legst eine Rechnung ein, schreibst aber nicht: Inhalt sechs Blusen a vierzig Dollar, sondern nur vier Blusen a 60 Dollar. Für dich bringt es denselben Preis, die Kunden aber werden sagen: Geschickt hat er sechs Blusen, berechnet aber nur vier. Also hat er sich vertan, das ist ein gutes Geschäft! Und so wird der Kunde behalten alle Blusen.« David folgt dem Rat. Als sie sich nach einigen Wochen wiedertreffen, fragt Isaak: »Wie hat geholfen mein Rat?«
»Na, du hast gegeben schlechten Rat, alle vier Kunden haben zurückgeschickt die Pakete!« »Wieso denn das?«
»Na ja, jeder hat zurückgeschickt die vier Blusen, aber die zwei Blusen hat er behalten, die nicht berechnet sind.«
In seinem Buch >Wieder zu Hause?< erinnert Paul Spiegel an seinen verstorbenen Vorgänger Ignatz Bubis. »Ignatz hatte für jeden ein gutes Wort und einen Witz parat. Er liebte es, mit Menschen zu lachen. Einer seiner Lieblingswitze handelt von zwei Männern in einer Kneipe.
Der eine Mann sagt: >Sie sind doch Jude?<
>Nein.<
>Doch.<
>Also, gut, ich bin Jude.<
>Sie sehen aber gar nicht so aus.<«
Zwei Juden treffen sich im Eisenbahnwagen in einer galizischen Station. »Wohin fahrst du?« »Nach Krakau.«
»Sieh her, was du für ein Lügner bist«, braust der andere auf, »wenn du sagst, du fahrst nach Krakau, willst du doch, dass ich glauben soll, du fahrst nach Lemberg. Nun weiß ich aber, dass du wirklich fahrst nach Krakau. Also, warum lügst du?«
Der Witz spielte in Spiegels Leben immer eine Rolle - schließlich ist in jedem jüdischen Witz ein ernster Kern enthalten. Paul Spiegeclass="underline"
Warum antwortet ein Jude immer mit einer Gegenfrage? Warum nicht?
Bleibt zum Schluss des Gesprächs die Frage, ob es politisch korrekt ist, jüdische Witze zu erzählen.
»Warum nicht?«, fragt Paul Spiegel. Dann antwortet er: »Das werde ich immer wieder gefragt. Und ich antworte: Man kann sie erzählen. Es ist nur ein Unterschied, ob man jüdische oder antisemitische Witze erzählt. Wir müssen lernen, normal mit jüdischen Themen umzugehen.«
Als wir gehen, greift Spiegel zum Telefon. Er muss der Polizei mitteilen, dass sich der Ablauf des Nachmittags etwas ändern wird. Es hat aber nichts mit unseren Witzen zu tun.
Zwischenrufe
Die Schauspielerin Dolly Dollar, auf die Vorzüge Ihres Busens angesprochen, sagte: »Ich konnte mir schon auf der Schule mehr herausnehmen als andere.«
Ein Vater kommt mit seinem kleinen Sohn zum Zoodirektor. »Der Bär hat meinem Jungen fast die Hand abgebissen!« »Ja«, sagt der Zoodirektor: »Das macht der immer.«
»Wer war der erste Mensch?«
»Weiß ich nicht. Jedenfalls war es kein Bayer, denn das sind die letzten Menschen.«
»Es ist ganz leicht, Italien zu regieren«, meinte Curzio Malaparte. »Es ist nur völlig überflüssig.«
»Was ist schöner, weiße Weihnachten oder eine heiße Liebesnacht?«
»Weiße Weihnachten.«
»Warum?«
»Ist häufiger.«
Im Hotel Ritz in Paris fragt ein leicht angetrunkener Gast den Oberkellner:
»Herr Ober, wo kann ich hier pinkeln?«
Der Oberkellner antwortet: »Gehen Sie den Gang hinunter. Die zweite Tür links. Es steht >Herren< dran. Gehen Sie trotzdem hinein . . .«
»Kannst du mir Einsteins Relativitäts-Theorie erklären?« »Wenn du drei Haare auf dem Kopf hast, ist das relativ wenig. Wenn du drei Haare in der Suppe findest, ist das relativ viel.« »Und für so einen blöden Witz hat der den Nobelpreis bekommen?«
Chris Howland.
Verstehen Sie Spaß?
Es war ein ungewöhnlicher Ort für unser Treffen. Es fand in einer Hütte statt, eintausendsiebenhundert Meter oberhalb des Örtchens Going in Österreich. Draußen lag der Schnee wie eine weiße Decke auf der Erde und wölbte sich bedrohlich auf den Ästen der Bäume. Drinnen brannte und flackerte ein helles Feuer, die leuchtenden Flammen spiegelten sich fröhlich in den Gläsern der Feuerzangenbowle, die auf dem Holztisch standen. Es gibt nur ein Wort, das die Atmosphäre treffend beschreibt: gemütlich.
Eine gemeinsame Fernsehsendung brachte mich mit Paola und Kurt Felix zusammen. Ich hatte sie 1961 unter dem Titel >Vorsicht Kamera!< produziert, Kurt und Paola folgten einige Jahre später mit dem ähnlich erfolgreichen >Verstehen Sie Spaß?<. Heute sollten wir alle drei interviewt werden.
In der Hütte drängten sich Techniker, die Kabel verlegten und Scheinwerfer und Kameras aufbauten. Als klar wurde, dass wir noch einige Zeit mit Warten verbringen müssten, statt an der Sendung zu arbeiten, schlug ich vor, wir könnten uns die Zeit damit vertreiben, Witze zu erzählen. Ich erwähnte auch, dass ich einige für dieses Buch klauen wollte.
Kurt brauchte keine zweite Aufforderung. Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und fing an:
Fritz erzählt seinem Freund Peter stolz, dass er neuerdings Hobby-Logiker sei. Natürlich will Peter wissen, was das denn sei.
Fritz: »Ich erkläre dir das an einem Beispiel. Also: Hast du zu Hause ein Aquarium?« Peter: »Ja!«