Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Детские и приключения » Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo
Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo

Электронная книга - «Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo». Краткое содержание книги:

Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo
1 ... 60 61 62 63 64 65 66 67 68 ... 80
Перейти на страницу:

An der Kirche bogen die Reiter um die Ecke und ritten in gestrecktem Galopp den Weg zurück, den sie gekommen waren. Die Bauern hielten in ihrer Arbeit inne und sahen den Bewaffneten nach, bis die von den Hufen der Pferde aufgewirbelten Staubwolken verschwunden waren. Einer von ihnen hieß Alberto. Er verrichtete seine Arbeit ohne Freude.

Wenige Tage später nahm Paolo Abschied von den schroffen Bergen und der windbewegten Hochebene, von Angiolino, dem König der Felder. Was trieb ihn davon? Er konnte es selbst nicht sagen. Vielleicht war es die Ungewißheit um das Schicksal Marcos, die Erinnerung an das Zusammensein mit den beiden Knaben und Giannina. Noch immer trug er den Dolch bei sich, den Giovanni ihm eines Tages gegeben hatte. Er hatte die Worte und die vertrauensvoll auf ihn gerichteten hellen Augen des Jungen nicht vergessen: «Vielleicht brauchst du ihn einmal. Paß nur gut auf, daß Marco nichts geschieht.» Vieles zog ihn nach Venedig zurück. Nachts träumte er von Wasser, Booten und Gesang, von einer Fischerhütte und groben Schuhen, die im Sand standen, von einem uralten Greisengesicht und einem jungen Mädchen, das mit seinen Händen Brotteig knetete und in den Regen hinausrannte.

«Ich gehe nun nach Venedig zurück, Angiolino», sagte er, «will nur einmal sehen, wie es dort steht. Ich muß mich ja nachts wie ein Dieb einschleichen. Vielleicht kann ich dort irgendwo in der Nähe leben.»

Sie standen vor dem Abstieg ins Tal. Paolo hatte sich den Bart abgenommen, den er während der kurzen Monate getragen hatte. Er war wie ein vornehmer Herr gekleidet und führte ein Pferd am Zügel, das Angiolino ihm geschenkt hatte.

«Geh nur, Bruder», sagte der König der Felder. «Ich kann dich nicht halten. Bald bricht die Dämmerung herein. Wenn es dir schlecht geht, komm zu uns zurück.»

Sie umarmten sich zum Abschied. Die Männer der Truppe standen am Rand des Felsens und sahen ihm nach. Sie waren gern mit ihm zusammen gewesen.

Paolo stieg bergab, passierte, dicht an die Wand sich pressend, die gefährliche Stelle und achtete darauf, daß die Zügel locker blieben. Er atmete auf, als der Pfad breiter wurde. Die Sonne füllte den Talkessel mit goldenem Abendlicht. Der Sommersprossige, der damals den rostigen Riegel vor Paolos Gefängnis geschoben und ihm nachher Brot und am Spieß gebratenes Ochsenfleisch gebracht hatte, stand mit einem älteren, grimmig aussehenden Bauern, der aus einem Nachbardorf stammte, auf Posten.

«Trink noch einen Schluck Wein zur Stärkung», sagte er und reichte ihm die Korbflasche hin. «Schade, daß du uns verläßt!»

Paolo trank. «Lebt wohl, Brüder», erwiderte er. «Es war schön bei Euch!»

Die beiden Wachposten sahen ihm nach, bis er hinter der Wegbiegung verschwunden war.

Gegen Abend erreichte er das Dorf und ritt ohne Verzögerung den bekannten Weg nach Rocca Secca. Die Bauern, die müde von den Feldern kamen, grüßten ihn, denn er sah wie ein vornehmer Herr aus. Keiner hätte in ihm ein Mitglied von Angiolinos Truppe vermutet.

Isabella stand an der Hecke und sah den Reiter vorbeisprengen. Sie war barfuß und trug keine Blume im Haar.

Paolo ritt durch die Dämmerung, einsam lag jetzt die Straße. Einmal hielt er an und sah sich um. Da lagen die schattenhaften Umrisse der Berge, auf deren Höhe er monatelang gelebt hatte. In ihrem Schutze hatte er sich geborgen gefühlt, aber wenn nachts der ewige Wind heulte, war die Sehnsucht nach der Ebene und den Kanälen von Venedig erwacht. Nun befand er sich auf dem Wege zurück. Schwer trennte er sich von dem vertraut gewordenen Anblick.

Im Kirchgarten von Rocca Secca band er sein Pferd an einen Baum und klopfte an die Tür des Pfarrhauses. Der junge Pfarrer öffnete und ließ den Herrn ein. Er erkannte ihn nicht.

Paolo sah sich in der Stube um, in der im trüben Öllicht nicht viel mehr als ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl und an der Wand ein Regal mit Büchern zu sehen war. Der Pfarrer bat seinen Gast, auf dem Stuhl Platz zu nehmen und fragte nach seinem Begehr. Er selbst setzte sich auf das Bett nieder.

«Anbieten kann ich Euch leider nichts, Herr, da ich nichts im Hause habe», sagte er. Seine bleichen Wangen röteten sich vor Verlegenheit über seine Armut.

Paolo nahm einen Beutel mit Dukaten aus der Tasche und stellte ihn auf den Tisch.

«Ihr wart vor einiger Zeit bei uns und spracht für zwei Eurer Pfarrkinder eine Bitte aus. Angiolino schickt mich nun, damit ich Euch diesen Beutel mit fünfhundert Golddukaten übergebe. Ein Mädchen braucht ein Brautkleid, sagtet Ihr. Gebt ihm das Geld, Hochwürden!»

Der Pfarrer sprang erregt auf. «Ihr seid es!» sagte er. «Jetzt erkenne ich Euch. Ihr habt mich mit Angiolino empfangen. Ich danke Euch, daß Ihr gekommen seid! Wartet, ich renne schnell ins Nachbarhaus, damit ich Euch bewirten kann!»

Paolo wehrte ab und stand auf. «Ich habe wenig Zeit, Hochwürden.»

Aber der junge Pfarrer drückte ihn auf den Stuhl, lief zu den Nachbarn und kam bald mit Brot, Käse und Wein zurück. Schnell bereitete er ein Abendessen und forderte seinen Gast auf, zuzulangen.

Paolo ließ sich nicht länger nötigen. «Angiolino läßt bestellen, daß Ihr jederzeit willkommen seid, wenn Ihr einen Wunsch habt», sagte er, nachdem er sich gestärkt hatte. «Aber nun bitte ich Euch: Laßt mich gehen. Ich habe diese Nacht noch einen weiten Weg zurückzulegen.»

Der junge Pfarrer begleitete seinen Gast vor die Tür. Paolo löste die Leine, mit der er sein Pferd festgebunden hatte. «Lebt wohl, Hochwürden, ich reite in meine Heimat zurück.»

Er schwang sich auf sein Pferd und ritt davon. Die Luft war mild. Im Gebüsch des verwilderten Gartens schlug eine Nachtigall.

Seltsame Gedanken bewegten den Pfarrer, der auf der Straße stand und den verklingenden Hufschlägen nachlauschte.

NÄCHTLICHER BESUCH

ALS GIOVANNI VON DER ARBEIT KAM, WAR DER Vater nicht zu Hause. Wahrscheinlich befand er sich noch mit seinem Kahn auf der Lagune. Wenn die anderen längst an Land gefahren waren, zog Ernesto mit seinem Begleiter erst die Netze ein. Giovanni wußte, warum der Vater sich keine Ruhe gönnte. Er machte sich Sorgen, daß er in zwei Jahren die zweihundert Zechinen nicht zurückzahlen könne. Der Fischfang brachte gerade so viel ein, daß sie davon leben und sich kleiden konnten. Wie sollte er aber die Zinsen, die nach jedem Vierteljahr fällig waren, zahlen und außerdem so viel zurücklegen, daß er die geliehene Summe pünktlich zurückgeben konnte?

Das «Papierchen» des Messer Celsi begann seine unheilvolle Wirkung auszuüben. Giovannis Vater verfolgten im tiefen Erschöpfungsschlaf manchmal noch die schweren Gedanken seiner einsamen Tagesstunden. Er sah, wie er sich mühselig über eine graue, endlose Landstraße schleppte, an seiner Seite Giovanni, in Lumpen gekleidet, die hellen Augen anklagend auf den Vater gerichtet, und er hörte das gellende Lachen Messer Celsis, der riesengroß am Straßenrand stand und die beiden heimatlosen Vagabunden höhnisch zum Weitergehen antrieb.

Um den Sorgen zu entgehen, besuchte Ernesto von Zeit zu Zeit mit seinem Begleiter, der den Wein liebte, das Weinhaus La Malvagia, um sich mit den Maurern und Steinbauern, die er von früher her kannte, zu treffen. Es geschah dann, daß er einen Schoppen Wein mehr trank, als ihm und seinem Geldbeutel gut war, damit er nicht mehr an das «Papierchen» zu denken brauchte. Nachher machte er sich Vorwürfe über jeden unnütz ausgegebenen Soldo.

Giovanni arbeitete im Garten, in dem es jetzt grünte und blühte, zupfte das Unkraut heraus, lockerte den Boden auf und besprengte ihn mit Wasser. Dann setzte er sich auf die Bank und wartete das Dunkelwerden ab. Der Sommer, der sich in den milden Frühlingsnächten und den kleinen grünen Früchten an Bäumen und Sträuchern ankündigte, schien nicht viel Gutes für ihn bereitzuhalten. Wie schön und sorgenlos hatten sie im vergangenen Jahr gelebt, bis das Unglück mit dem Vater geschehen war, bis Paolo plötzlich verschwand und die Freundschaft mit Marco einen Riß bekam. Eines war wieder so wie früher geworden, noch tiefer und schöner sogar: die Freundschaft zu Marco. Gerade deshalb traf es ihn so schmerzlich, daß der Freund, nachdem seine Flucht mißglückt war, in seinem Zimmer eingesperrt wie ein Gefangener hausen mußte, bis es dem Oheim gefiel, ihn in die Klosterschule zu bringen. Und das würde schon in den nächsten Tagen geschehen, wie Giannina ihm mitgeteilt hatte.

1 ... 60 61 62 63 64 65 66 67 68 ... 80
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)