Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]
Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]

Электронная книга - «Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]». Краткое содержание книги:

Abner Marsh, Flußschiffer auf dem Mississippi und ein Koloß von einem Mann, steht nach der Flutkatastrophe von 1857 vor dem wirtschaftlichen Ruin. Da bietet ihm der Aristokrat Joshua York die Partnerschaft an, um das schnellste Dampfschiff auf dem Mississippi bauen zu lassen. Für den Kapitän scheint sich ein Traum zu verwirklichen.
Doch während der Jungfernfahrt der Fiebertraum entpuppt sich Joshua York zum Entsetzen Marshs als Vampir, und der Plan, als schnellster Dampfschiffkapitän in die Geschichte einzugehen, tritt in den Hintergrund, denn York fährt den Fluß hinab, um die Letzten seiner kranken alten Rasse zu sammeln und sie vom Erbe ihrer blutgierigen Leidenschaft zu befreien. Zuvor jedoch muß er den mächtigen Blutmeister Damon Julian besiegen, einen Vampir voll animalischem Magnetismus, der den roten Durst seines Nachtvolks durch Mord und Heimtücke zu löschen versucht.
Und mit jedem Flußkilometer sinkt Abner Marshs Schiff tiefer in einen blutigen Alptraum jenseits der Realität.

»Fiebertraum begeistert Stephen King‐Fans ebenso wie Leser von Mark Twain. Ein düster‐romantisches Buch, das mich bis in die Träume und Phantasien verfolgte. Ihm gebührt ein grandioser Erfolg.«
ROGER ZELAZNY
1 ... 60 61 62 63 64 65 66 67 68 ... 122
Перейти на страницу:

Abner Marsh wünschte sich so dringend, die entsprechenden Befehle geben zu können, daß er die Worte fast schmecken konnte, als sie ihm bitter und unausgesprochen auf der Zunge lagen. Er empfand eine Art abergläubischer Furcht vor diesem Abend, obgleich er sich immer und immer wieder klarmachte, daß er kein abergläubischer Mensch war. Aber er war auch nicht blind — der Himmel war heiß und erstickend, und im Westen baute sich ein Gewitter auf, ein mächtiges, ein Unwetter, der Sturm, den Dan Albright schon vor zwei Tagen gerochen hatte. Und die Dampfer legten ab, einer nach dem anderen, Dutzende, und während Marsh ihnen nachschaute, wie sie sich flußaufwärts entfernten und in den wabernden Hitzewellen verschwanden, fühlte er sich immer einsamer, als ob jedes Dampfschiff, das in die Ferne strebte, ein kleines Stück von ihm mitnähme, einen Teil seines Mutes, ein Bruchstück seiner Sicherheit, einen Traum oder eine winzige verzweifelte Hoffnung. Viele Raddampfer verlassen täglich New Orleans, dachte Marsh bei sich, und heute ist es nicht anderes als sonst, es ist ein Tag wie jeder andere Tag auf dem Fluß im August: heiß und voller Qualm und träge, während jedermann sich nur langsam bewegt und wartet, vielleicht auf einen Hauch kühler Luft oder den sauberen frischen Regen, der den Qualm vom Himmel spült.

Aber ein anderer Teil seiner Persönlichkeit, ein älterer, ahnungsvollerer Teil, wußte, daß das, worauf sie warteten, nicht die Kühle oder die Frische waren, und daß es keine Erlösung von der Hitze, der Feuchtigkeit, den Moskitos, der Angst bringen würde.

Tief unten schimpfte Hairy Mike mit seinen Schauerleuten herum und drohte ihnen mit seinem Eisenknüppel, doch der Lärm vom Kai und die Glocken und Dampfpfeifen der anderen Schiffe deckten seine Worte zu. Ein ganzer Berg Fracht wartete auf dem Pier, fast tausend Tonnen, das volle Ladegewicht der Fiebertraum. Kaum ein Viertel davon war über die schmalen Laufplanken auf das Hauptdeck geschleppt worden. Es würde noch Stunden dauern, den Rest an Bord zu bringen. Selbst wenn er es gewollt hätte, Marsh konnte gar nicht aufbrechen, nicht bei der Frachtmenge, die auf dem Kai wartete. Hairy Mike und Jeffers und die anderen würden glauben, er habe den Verstand verloren.

Er wünschte, er hätte ihnen alles erzählen können, wie er es beabsichtigt hatte, und mit ihnen gemeinsam Pläne schmieden können. Aber dazu war keine Zeit. Alles war so schnell gegangen, und heute abend, nach Einbruch der Dunkelheit, würde dieser Damon Julian auf die Fiebertraum kommen, um zu dinieren. Es blieb keine Zeit, mit Hairy Mike oder mit Jonathon Jeffers zu reden, keine Zeit, zu erklären oder zu überzeugen oder sich mit den Zweifeln und Fragen zu beschäftigen, die sie ganz gewiß äußern würden. Daher wäre Abner Marsh an diesem Abend allein — oder fast allein, nur er und Joshua York in einem Saal voll mit ihnen, dem Nachtvolk. Marsh zählte Joshua York nicht zu den anderen. Er unterschied sich von ihnen, irgendwie. Und Joshua sagte, daß alles gutginge, Joshua hatte sein Getränk, Joshua war voller schön klingender Worte und voller Träume. Aber Abner Marsh hatte seine bösen Ahnungen.

Die Fiebertraum war still, beinahe schon verlassen. Joshua hatte fast jeden an Land geschickt; das Dinner an diesem Abend sollte so privat sein, wie es sich einrichten ließ. Es war nicht gerade das, was Abner Marsh gefiel, aber Joshua duldete keinen Widerspruch, wenn er sich irgend etwas in den Kopf gesetzt hatte. In der Hauptkabine war der Tisch bereits gedeckt. Die Lampen waren noch nicht angezündet worden, und der Qualm, der Dampf und das heraufziehende Gewitter draußen hatten dazu beigetragen, daß das Licht, das durch die Oberlichter hereindrang, düster und trübe und schwach erschien. Es kam Marsh so vor, als wäre im Salon, auf seinem Dampfer, bereits die Dämmerung angebrochen. Die Teppiche sahen fast schwarz aus, die Spiegel waren voller Schatten. Hinter der langen schwarzen Marmorbar polierte ein Mann Gläser, aber sogar er wirkte irgendwie unwirklich, verschwommen. Nichtsdestoweniger nickte Marsh ihm grüßend zu und ging weiter zur Küche, die sich hinter dem Radkasten befand. Hinter den Küchentüren stieß er auf Geschäftigkeit; zwei von Tobys Küchenjungen rührten in großen Kupferkesseln oder wendeten in Pfannen liegende Brathühner, während die Kellner herumlungerten und sich Witze erzählten. Marsh roch den Duft der Pasteten in den Backöfen. Davon lief ihm das Wasser im Mund zusammen, doch er ging standhaft weiter. Er traf Toby in der Steuerbordkombüse, umgeben von Regalen mit Käfigen voller Hühner und Tauben und hier und da auch einigen Singvögeln und Enten und ähnlichem. Die Vögel veranstalteten einen schrecklichen Lärm. Toby blickte auf, als Marsh eintrat. Der Koch war gerade damit beschäftigt gewesen, Hühner zu schlachten. Drei geköpfte Vögel lagen bereits auf dem Tisch, und ein vierter zappelte hilflos auf dem Hauklotz vor ihm. Toby hatte das Hackbeil in der Hand. »Hallo, Cap’n Marsh!« sagte er lächelnd. Er schlug mit dem Hackbeil zu, und es sauste mit einem dumpfen Laut herunter. Blut spritzte, und das kopflose Huhn flatterte hektisch, als Toby es losließ. Seine harten schwarzen Hände waren naß von Blut. Er wischte sie sich an der Schürze ab. »Was kann ich für Sie tun?« fragte er.

»Ich wollte dir nur Bescheid sagen. Heute abend, wenn das Essen beendet ist, dann will ich, daß du vom Schiff verschwindest«, erklärte Marsh. »Du sorgst für das Essen, servierst wie immer, und dann nichts wie weg. Und nimm deine Küchenjungen und auch die Kellner gleich mit. Du hast verstanden, oder? Du hast gehört, was ich gesagt habe?«

»Klar doch, Cap’n«, sagte Toby grinsend. »Und wie. Sie feiern wohl ’ne kleine Party, nicht wahr?«

»Das geht dich nichts an«, sagte Marsh. »Sieh nur zu, daß du an Land kommst, sobald deine Arbeit beendet ist.« Er wandte sich zum Gehen, das Gesicht unverändert ernst. Doch irgend etwas brachte ihn dazu, sich noch einmal umzudrehen. »Toby«, sagte er.

»Yessuh?«

»Du weißt, daß ich für die Sklaverei noch nie viel übrig hatte, auch wenn ich niemals etwas dagegen unternommen habe. Ich hätte es sicher getan, aber diese verdammten Abolitionisten rannten nur mit der Bibel in der Hand herum. In letzter Zeit habe ich darüber ziemlich oft nachgedacht, und mir scheint, als hätten sie am Ende doch recht. Man darf einfach nicht hingehen — und andere Menschen benutzen, als wären es überhaupt keine Menschen. Du weißt, was ich meine? Früher oder später muß damit Schluß sein. Wäre zwar besser, wenn das Ende friedlich wäre, aber es muß aufhören, auch wenn es mit Feuer und Blut geschehen sollte, verstehst du? Wahrscheinlich ist es genau das, was die Abolitionisten die ganze Zeit predigen. Man versucht dauernd, vernünftig zu sein, das ist auch richtig so, aber wenn man damit nicht weiterkommt, dann muß man bereit sein, mit anderen Mitteln zu kämpfen. Es gibt Dinge, die sind ganz einfach falsch. Und die muß man dann abstellen.«

Toby schaute ihn mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an, wobei er ganz in Gedanken mit den Händen über die Schürze wischte, hin und her, hin und her. »Cap’n«, sagte er leise, »Sie reden ja wie ein Abolitionist. Aber wir sind hier im Sklavenland, Cap’n. Sie könnten für Ihre Worte getötet werden.«

»Schon möglich, Toby, aber was Recht ist, muß Recht bleiben, soviel sage ich dazu.«

»Sie haben es mit dem alten Toby immer gut gemeint, Cap’n Marsh, haben mir sogar die Freiheit geschenkt, so daß ich für Sie kochen konnte. Das haben Sie getan.«

Abner Marsh nickte. »Toby«, sagte er, »sei doch so nett und hol mir ein Messer aus der Küche. Aber, hörst du, sag niemandem etwas davon, klar? Hol mir einfach nur ein scharfes Messer. Am besten wäre es, wenn ich es in einen Stiefel stecken könnte, glaube ich. Kannst du so etwas besorgen?«

1 ... 60 61 62 63 64 65 66 67 68 ... 122
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)