Highway ins Dunkel. Stories
- Автор: Кунц Дин Рэй
- Год: 1997
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «Highway ins Dunkel. Stories». Краткое содержание книги:
Das Buch
Dean Koontz gilt als Meister hautnahen Horrors, und er versäumt es auch in seinen schaudererregenden Kurzgeschichten nicht, den Leser in eine eiskalte Welt puren Entsetzens zu entführen.
Namenlose Kreaturen, die einem notorischen Dieb das Fürchten lehren, mörderische Ratten, entkommen aus einem Versuchslabor, und Wesen aus anderen Welten erschüttern unser Vertrauen in das Erdendasein nachhaltig ...
Der Autor
Dean Koontz, 1946 in Bedford/Pennsylvania geboren, besuchte das Shippensburg State College und nahm 1966 eine Lehrerstelle in Appalachia an. Wenig später heiratete er und veröffentlichte seinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. 1976 zog er mit seiner Familie nach Orange County/Kalifornien. In mehr als 20 Jahren schrieb Koontz 55 Bücher, die in einer Weltauflage von 60 Millionen Exemplaren in 18 Ländern verbreitet ist.
Titel der Originalausgabe STRANGE HIGHWAYS STORY COLLECTION
»Der, wohin Sie gehören«, sagte ich.
Ich wandte mich von ihm ab und ging die Treppe hinauf. Ich blieb nicht stehen oder drehte mich um. Ich ließ die Taschenlampe bei ihm, denn ich wollte, daß er das Ding sah, das ihn holen kam.
(Dunkelheit wohnt in uns allen.)
»Warten Sie!« rief er runter mir her.
Ich hielt nicht inne.
»W-w-was ist das für ein Geräusch?« fragte er.
Ich ging weiter nach oben.
»Was wird mit m-mir geschehen?«
»Ich weiß nicht«, sagte ich zu ihm. »Aber was auch immer ... es wird das sein, was Sie verdienen.«
Schließlich regte sich Wut in ihm. Er sagte: »Sie sind nicht mein Richter!«
»O doch, das bin ich.«
Oben betrat ich die Küche und machte die Tür hinter mir zu. Sie hatte kein Schloß. Ich lehnte mich zitternd dagegen.
Offenbar sah Phu etwas die Treppe unter ihm heraufkommen, denn er heulte vor Entsetzen und hastete mit viel Poltern und Dröhnen die Stufen herauf.
Als ich ihn kommen hörte, drückte ich mich fest gegen die Tür. Er hämmerte gegen die andere Seite. »Bitte. Bitte, nein. Bitte, um Gottes willen, nein, um Gottes willen, bitte!«
Ich hatte meine Freunde aus der Armee ebenso verzweifelt flehen gehört, wenn der Foltermeister ihnen rostige Nägel unter die Fingernägel oder durch die von Klammern gehaltenen Zungen gebohrt hatte. Ich klammerte mich an diese Schreckensbilder, die ich hinter mir gelassen zu haben glaubte, sie gaben mir die Willenskraft, mich Phus bemitleidenswerten Schreien zu widersetzen.
Zusätzlich zu seiner Stimme hörte ich nun die schleimartige Dunkelheit hinter ihm emporsteigen, kalte Lava, die bergauf flöß: feuchte Laute und dieses bedrohliche Flüstern .
Der Foltermeister hörte auf, gegen die Tür zu klopfen, und stieß einen Schrei aus, der mir sagte, daß die Dunkelheit ihn gepackt hatte.
Ein großes Gewicht fiel gegen die Tür und wurde dann wieder entfernt.
Die schrillen Schreie des Foltermeisters schwollen an und ab und wieder an, und mit jedem Zyklus des Schreiens, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ, wurde sein Entsetzen akuter. Anhand des Klangs seiner Stimme und seiner Füße, die gegen die Wände und Treppenstufen traten, konnte ich hören, daß er nach unten gezogen wurde.
Mir war der Schweiß ausgebrochen.
Ich konnte nicht atmen.
Plötzlich riß ich die Tür auf und betrat den Absatz auf der anderen Seite. Ich glaube, ich hatte vor, ihn in die Küche zu ziehen, ihn doch noch zu retten. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Aber was ich auf der Treppe sah, nur wenige Stufen unten, war so schockierend, daß ich stehenblieb - und nichts tat.
Der Foltermeister war nicht von der Dunkelheit selbst ergriffen worden, sondern von den Händen bis zum Skelett abgemagerter Männer, die aus der unablässig wirbelnden schwarzen Masse nach ihm griffen. Tote Männer. Ich kannte sie. Sie waren amerikanische Soldaten, die im Lager durch die Hände des Foltermeisters gestorben waren, während ich dort gewesen war. Keiner war mit mir befreundet gewesen; tatsächlich waren sie alle selbst Bösewichter, böse Menschen, denen der Krieg Spaß gemacht hatte, ehe sie vom Vietcong gefaßt und gefangengenommen worden waren, von dem verabscheuenswerten Typ, der gerne tötet, Schwarzmarktgeschäfte betreibt und nach Dienstende Profit scheffelt. Ihre Augen waren eisig, milchig. Wenn sie den Mund aufmachten, um zu sprechen, kamen keine Laute heraus, nur leises Zischen und ein fernes Wimmern, das mich zur Überzeugung brachte, daß das Geräusch nicht aus ihren Körpern, sondern aus ihren Seelen kam, die tief unten in dem Keller angekettet waren. Sie quälten sich aus dem zähen Destillat der Dunkelheit heraus, ohne ihm gänzlich entrinnen zu können, nur in dem Maß entblößt, das ausreichte, Nguyen Quang Phu an beiden Beinen und Armen festzuhalten.
Sie zogen ihn vor meinen Augen kreischend in die dickliche Absonderung der Nacht, die ihr ewiges Zuhause geworden war. Als alle drei in der pulsierenden Düsternis verschwanden, floß die wogende, teerähnliche Masse von mir weg und zurück. Stufen kamen in Sicht wie Strand, wenn die Flut zurückgeht.
Ich stolperte durch die Tür, quer durch die Küche und zum Spülbecken. Ich hing den Kopf darüber und übergab mich. Ließ das Wasser laufen. Spritzte mir welches ins Gesicht. Spülte mir den Mund aus. Lehnte mich keuchend gegen die Arbeitsplatte.
Als ich mich schließlich umdrehte, stellte ich fest, daß die Kellertür verschwunden war. Sie hatte den Foltermeister gewollt. Darum war die Tür erschienen, darum hatte sich ein Zugang aufgetan zu ... zu ... zu dem Ort da unten. Sie hatte den Foltermeister so sehr gewollt, daß sie es nicht erwarten konnte, ihn im natürlichen Lauf der Ereignisse zu bekommen, nach seinem vorbestimmten Tod, daher hatte sie eine Tür zu dieser Welt aufgetan und ihn verschlungen. Jetzt hatte sie ihn, und meine Begegnung mit dem Übernatürlichen war sicher zu Ende.
Das dachte ich.
Ich verstand einfach nicht.
Gott helfe mir, ich verstand einfach nicht.
Nguyen Quang Phus Auto - ein neuer weißer Mercedes -parkte in unserer Einfahrt, die abgeschirmt ist. Ich stieg ein, ohne gesehen zu werden, fuhr das Auto weg und stellte es auf dem Parkplatz eines öffentlichen Strands ab. Ich ging die paar Meilen zum Haus zu Fuß zurück, und später, als sich die Polizei um das Verschwinden von Phu kümmerte, behauptete ich, er habe unsere Verabredung nicht eingehalten. Man glaubte mir. Sie verdächtigten mich nicht im geringsten, denn ich bin ein angesehener Bürger, ein erfolgreicher Geschäftsmann und habe einen ausgesprochen guten Ruf.
In den nächsten drei Wochen tauchte die Kellertür nicht mehr auf. Ich glaubte nicht, daß ich mich in unserem neuen Traumhaus jemals völlig wohl fühlen würde; aber allmählich schwand mein schlimmstes Grauen, und ich vermied es nicht mehr, die Küche zu betreten.
Ich hatte einen Frontalzusammenstoß mit dem Übernatürlichen gehabt, aber die Möglichkeit einer weiteren Begegnung war gering bis nichtexistent. Eine Menge Menschen sehen einmal in ihrem Leben ein Gespenst, werden in ein übersinnliches Ereignis verwickelt, das ihren Glauben an die wahre Natur der Wirklichkeit erschüttert, aber sie haben keine weiteren okkulten Erlebnisse. Ich bezweifelte, ob ich die Kellertür je Wiedersehen würde.
Dann fand Horace Dalcoe heraus, daß ich im geheimen über den Kauf des Landes verhandelte, das er gepachtet hatte, und er schlug zurück. Brutal. Er hat politische Beziehungen. Ich glaube, er hatte kaum Schwierigkeiten, den Gesundheitsinspektor dazu zu bringen, uns nichtexistierender Verstöße gegen Hygienevorschriften anzuklagen. Wir haben stets ein makelloses Restaurant geführt; unsere eigenen Maßstäbe für den Umgang mit Lebensmitteln und für Reinlichkeit waren stets deutlich über den Vorschriften des Gesundheitsamts. Daher beschlossen Carmen und ich, mit der Sache vor Gericht zu gehen, anstatt das Bußgeld zu bezahlen -und da wurden wir des Verstoßes gegen die Brandschutzvorschriften bezichtigt. Und als wir unsere Absicht verkündeten, dafür zu sorgen, daß diese ungerechtfertigten Vorwürfe zurückgezogen wurden, brach jemand an einem Donnerstagmorgen um drei Uhr in das Restaurant ein, verwüstete es und richtete einen Sachschaden von fünfzigtausend Dollar an.
Mir wurde klar, daß ich diese Schlachten alle gewinnen und den Krieg trotzdem verlieren konnte. Wäre ich imstande gewesen, Horace Dalcoes niederträchtige Methoden anzuwenden, hätte ich Regierungsbeamte bestechen und Schurken anheuern können, hätte ich auf eine Weise zurückschlagen können, die Dalcoe begriff, und er hätte zweifellos einen Waffenstillstand verkündet. Aber obwohl meine Seele von Sünden nicht unbefleckt war, konnte ich mich nicht auf Dalcoes Niveau hinabbegeben.
Vielleicht war mein Widerstreben, die Sache brutal zu regeln, mehr eine Frage des Stolzes als aufrichtigen Ehrgefühls, obwohl ich gerne letzteres von mir glaube.