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Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen

Электронная книга - «Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen». Краткое содержание книги:

1800 — Der Krieg England gegen Napoleon droht auf Dänemark überzugreifen. Konteradmiral Richard Bolitho operiert deshalb mit seinem Geschwader in der Ostsee, und zwar zugleich gegen Dänen, Russen und Franzosen. Besonders die Befreiung englischer Handelsschiffe bei Gotland und der Angriff auf Kopenhagen sind Bewährungsproben für das Flaggschiff «Benbow» und seinen jungen Admiral, der hier auch nach vielen Schicksalsschlägen wieder ein privates Glück findet.
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Bolitho sah ihn ernst an.»Ich danke Ihnen. Mir das zu sagen, muß Ihnen nicht leichtgefallen sein.»

Peel schluckte.»Mr. Pascoe ist für alle Fälle schon mit mir an Bord gekommen, Sir, um mit dem Flaggkapitän zu sprechen. Ich habe noch eine Verabredung mit Ihrem Obersteuermann wegen einiger neuer Seekarten. «Er hob die Augenbrauen.»Soll ich Mr. Pascoe zu Ihnen schicken?»

«Ja, und danke für Ihre Anteilnahme.»

Es schien Ewigkeiten zu dauern, bevor Pascoe in die Kajüte kam. Er sah so blaß aus, als wäre er krank. Bolitho sagte:»Setz dich, Adam.»

Pascoe fragte leise:»Sie werden mich doch nicht von der Relentless herunternehmen, Sir?»

«Nein. Ich verstehe dich besser, als du denkst. Ich bedaure nur, daß ich es so lange hinausgeschoben habe, dir wichtige Dinge zu sagen. Dieser Schurke Roche hat mir Klarheit darüber verschafft, was ich zu tun habe. «Pascoe sagte:»Ich habe von dem Risiko gehört, daß Sie eingingen. Er hätte Sie töten können.»

«Oder dich, Adam. Hast du auch daran gedacht?»

Bolitho ging an die Heckfenster und schaute auf die graue Linie der Kimm hinaus, die sich hob und senkte, als wolle sie das Schiff über ihren Rand ins Nichts hinabstoßen.

«Ich will meine Gefühle nicht vor dir verbergen, Adam. Du bedeutest mir sehr viel, mehr, als ich in Worten ausdrücken kann. Ich hoffte, daß du eines Tages meinen Familiennamen annehmen würdest, wie du es verdienst.»

Er sah, daß Pascoes Spiegelbild im Fensterglas eine Bewegung machte, als wolle er protestieren.»Nein, höre mich an. Du hast den Makel der Taten deines Vaters schon viel zu lange getragen. «Er fühlte, wie sein Herz im Takt mit dem pulsierenden Schmerz in seiner Wunde schlug.»Ich will es nicht länger hinausschieben, selbst auf die Gefahr hin, daß ich deine Freundschaft verliere. Dein Vater, mein Bruder, tötete einen Mann in einem sinnlosen Duell. Dieser Mann war Admiral Damerums Bruder. Du siehst also, woher der Haß gegen uns stammt.«»Ich verstehe, Sir.»

«Das kannst du noch nicht. Du glaubst, dein Vater sei ein Verräter gewesen und in Schande gestorben. «Er drehte sich, den plötzlichen Schmerz mißachtend, abrupt um und sagte sehr deutlich:»Der Steuermannsmaat auf der Hyperion, der angebliche Mr. Selby, der sein Leben verlor, als er deines rettete, war Hugh, dein Vater.»

Pascoe prallte zurück, als hätte Bolitho ihn geschlagen. Doch bevor er etwas sagen konnte, fuhr dieser umbarmherzig fort:»Ich glaubte, damit sei alles begraben und vergessen. Hugh hatte bis dahin nichts von deiner Existenz gewußt, aber als er es erfuhr, war er sehr stolz, das kann ich dir versichern. Ich nahm ihm das Versprechen ab, dir gegenüber das Geheimnis zu wahren. Sonst hätte es ihn das Leben gekostet, und ich weiß nicht, ob du damit fertig geworden wärst. Als es dann geschah, starb er tapfer und für einen guten Zweck.»

Bolitho bemerkte, daß Pascoe aufgestanden war und sich gegen die Bewegungen des Schiffes stemmte, als hätte er die Selbstbeherrschung verloren.

Pascoe sagte leise:»Darüber muß ich erst nachdenken. «Er sah sich so verzweifelt in der Kajüte um wie ein gefangenes Tier.»Ich — ich weiß nicht, was ich sagen soll. Mr. Selby… Ihn mochte ich sehr gerne. Wenn ich gewußt hätte…»

«Ja.»

Bolitho sah, wie verwirrt und verzweifelt sein Neffe war, und fühlte seine Hoffnung wie Sand in einem Stundenglas verrinnen. Er schaute zum Oberlicht auf, als er über sich Schritte hörte. Das Geschwader machte sich zum Treffpunkt vor der Einfahrt zum Sund auf.

Pascoe sagte plötzlich:»Ich sollte jetzt besser auf mein Schiff zurückfahren, Sir. Ich kam an Bord, um Kapitän Herrick wegen dieses Babbage und des Fähnrichs Penels zu sprechen. «Er sah zu Boden.

«Und um Sie zu besuchen, natürlich.»

«Dafür danke ich dir, Adam.»

Pascoe zögerte, die Hand an der Türklinke.

«Werden Sie mir eines Tages noch mehr von meinem Vater erzählen? Da ich jetzt die Wahrheit weiß?»

Bolitho durchquerte den Raum und packte Pascoe fest bei den Schultern.»Selbstverständlich werde ich das tun, hast du daran gezweifelt?»

Pascoe stand ganz still und blickte Bolitho gerade in die Augen, als er antwortete:»Und du, Onkel, hast du an meinen Gefühlen gezweifelt? Glaubst du nach allem, was du für mich getan hast, und was wir an Gefahren und Freuden geteilt haben, daß ich keine Liebe mehr für dich empfinden würde?»

Sie traten beide etwas zurück, und keiner wußte, was er noch sagen sollte. Schließlich brach Bolitho das Schweigen.»Gib acht auf dich, Adam. Ich werde an dich denken.»

Pascoe strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn und drückte dann seinen Hut auf.»Und ich werde deiner Flagge Ehre machen, Onkel. «Dann drehte er sich abrupt um und stieß dabei fast mit Allday zusammen, der vor der Tür gewartet hatte.

Allday fragte direkt:»Weiß er's endlich, Sir?»

«Aye. Er weiß es.»

Allday suchte hinter Bolithos Rücken nach einem sauberen Glas. Dann sagte er:»Er platzte ja beinahe, platzte vor Freude, meine ich. «Er nickte zur Bekräftigung.»Immerhin, sein Glück, daß er anerkannt hat, was Sie für ihn getan haben. Hätte er anders reagiert, hätte ich den jungen Teufel — ob Leutnant oder nicht — persönlich übers Knie gelegt.»

Bolitho nippte an dem Getränk, ohne zu bemerken, was es war. In zwei oder drei Tagen würden sie um ihr Leben kämpfen. Aber die bösen Geister waren nun gebannt. Ein für allemal.

XVI» Alle anderen sind tot!»

Leutnant Oliver Browne ließ sein Fernglas sinken und meldete:»Signal von Elephant: >Ostsee-Geschwader nach eigenem Ermessen ankern<.»

Bolitho hatte ebenfalls ein Glas am Auge, aber er richtete es auf die langen, einander überlappenden Vorsprünge der Küste. Sie schienen überhaupt nicht näher zu kommen, bargen aber eine stumme Drohung, als ob das ganze Land auf ihre erste Bewegung in Richtung Einfahrt zum Sund lauerte.

Die Verantwortung lastete in diesen engen Gewässern besonders schwer auf den einzelnen Kommandanten, aber bei einem Befehlshaber wie Nelson war ihnen etwas von der Sorge abgenommen. Es würde keine unnötigen Signale geben und keine Zeitvergeudung. Bolitho nahm an, daß der Held von Abukir Admiral Hyde Parker erheblich bearbeitet hatte, bevor dieser sich zu einem derart schnellen Angriff entschloß. Während des ganzen Tages, als die Geschwader und ihre vorausgeschickten Aufklärer durch das Kattegatt südwärts segelten, war Bolitho sich der Endgültigkeit dieser Entscheidung bewußt. Querab lagen die Küsten von Dänemark und Schweden, und wenn sie auch zeitweise außer Sichtweite kamen, so wurde man doch nie das Gefühl los, man führe in den Sack eines riesigen Treibnetzes.

Selbst jetzt, da Briggs und Schiffskutter unter Segel zwischen den massigen Leibern der Zweidecker herumflitzten, gab es unsichtbare Augen, die jede ihrer Bewegungen verfolgten. Nelson hatte die ganze Flotte ankern lassen, obwohl er wußte, daß Bolithos Geschwader sich bei anbrechender Dunkelheit schon wieder auf den Weg machen mußte. Er vergaß selten etwas. So hatte er auch seine Flagge auf der Elephant gesetzt, weil sie kleiner war als sein mächtiges, achtundneunzig Kanonen tragendes Flaggschiff St. George und einen geringeren Tiefgang hatte, so daß sie näher ans Ufer herankonnte, ohne auf Grund zu laufen.

Bolitho ließ sein Glas sinken und schaute in die vertrauten Gesichter der Deckswache.

Der alte Grubb machte sich mit seinen Steuermannsmaaten am Peilkompaß zu schaffen. Wolfe schaute zum Großtopp hinauf, wo einige Seesoldaten hinter dem Schutzschild auf der Marssaling mit dem leichten Schwenkgeschütz, der Drehbasse, exerzierten. Und Browne stand bis zu den Knien in bunten Flaggen, da sein Midshipman und dessen Gasten gerade eine Reihe längerer Signale von der Rah niedergeholt hatten.

Schließlich Herrick, der überall zu sein schien, wie immer.

Bolitho sagte:»Ankern Sie, wie es Ihnen paßt. «Er warf einen Blick zum Wimpel am Großtopp hinauf.»Der Wind hat etwas abgeflaut. Für unser Vorhaben scheint er hervorragend zu sein.»

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