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Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
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»Verleumdung!« brüllte Lebjadkin und hob schauspielerhaft den rechten Arm in die Höhe.

»Nein, das ist keine Verleumdung.«

»Gnädige Frau, es gibt Umstände, die jemanden zwingen können, lieber Schande der Familie zu ertragen als laut die Wahrheit zu verkünden. Lebjadkin wird nicht mehr sagen, als er darf, gnädige Frau!«

Er war wie ein Geblendeter; er war in Begeisterung; er fühlte seine Wichtigkeit; gewiß schwebte ihm etwas der Art vor. Jetzt verlangte es ihn, zu beleidigen, Schaden anzurichten, seine Macht zu zeigen.

»Bitte, klingeln Sie, Stepan Trofimowitsch!« bat Warwara Petrowna.

»Lebjadkin ist schlau, gnädige Frau!« sagte er häßlich lächelnd und mit den Augen zwinkernd; »er ist schlau; aber auch für ihn gibt es ein Hindernis, eine Vorhalle der Leidenschaften! Und diese Vorhalle, das ist die alte Husaren-Feldflasche, die Denis Dawydow besungen hat. Und wenn er sich in dieser Vorhalle befindet, gnädige Frau, dann kommt es vor, daß er einen hochpoetischen Brief absendet, einen ganz prächtigen Brief, den er aber nachher mit den Tränen seines ganzen Lebens wieder zurückkaufen möchte; denn die Empfindung des Schönen wird verletzt. Aber wenn der Vogel einmal ausgeflogen ist, kann man ihn nicht mehr am Schwanze fassen! In dieser Vorhalle also, gnädige Frau, konnte Lebjadkin auch über ein edles Mädchen etwas in Gestalt einer edlen Entrüstung seiner durch Kränkungen aufgewühlten Seele sagen, was dann seine Verleumder ausgenutzt haben. Aber Lebjadkin ist schlau, gnädige Frau! Und vergebens sitzt der böse Wolf lauernd neben ihm und gießt ihm alle Augenblicke ein und wartet auf das schließliche Ergebnis; aber Lebjadkin verplappert sich nicht, und auf dem Boden der Flasche findet sich jedesmal statt der erwarteten Auskunft – Lebjadkins Schlauheit! Aber genug davon, oh, genug davon! Gnädige Frau, Ihre prächtigen Gemächer könnten dem Edelsten aller Sterblichen gehören; aber die Schabe murrt nicht! Achten Sie wohl darauf, achten Sie wohl darauf, daß die Schabe nicht murrt, und erkennen Sie ihre Geistesgröße an!«

In diesem Augenblicke ertönte von unten, aus der Portierloge, die Glocke, und unmittelbar darauf erschien, etwas verspätet nach Stepan Trofimowitschs Klingeln, Alexei Jegorowitsch. Der alte würdige Diener befand sich in ungewöhnlicher Aufregung.

»Nikolai Wsewolodowitsch sind soeben angekommen und kommen hierher,« sagte er als Antwort auf Warwara Petrownas fragenden Blick.

Ich erinnere mich mit besonderer Deutlichkeit an ihr Aussehen in diesem Augenblicke: zuerst wurde sie blaß; dann fingen ihre Augen auf einmal an zu funkeln. Sie richtete sich in ihrem Lehnstuhl mit der Miene festester Entschlossenheit gerade auf. Aber auch alle übrigen waren überrascht. Nikolai Wsewolodowitschs ganz unerwartete Ankunft, die wir erst etwa in einem Monat erwartet hatten, erschien nicht nur durch ihre Plötzlichkeit seltsam, sondern besonders auch durch ihr verhängnisvolles Zusammentreffen mit der augenblicklichen Situation. Sogar der Hauptmann blieb wie ein Pfahl mitten im Zimmer stehen, sperrte den Mund auf und blickte mit furchtbar dummem Gesichte nach der Tür.

Da ließen sich aus dem anstoßenden Saale, einem langen, großen Raume, Schritte vernehmen, die sich schnell näherten, kleine, außerordentlich rasch aufeinander folgende Schritte; es war, als ob jemand angerollt käme; und plötzlich kam der Ankömmling in den Salon hineingeeilt, – aber es war gar nicht Nikolai Wsewolodowitsch, sondern ein uns allen völlig unbekannter junger Mensch.

Fußnoten

1 Der Schwan.

Anmerkung des Übersetzers.

V.

Ich erlaube mir, hier einen Augenblick stehen zu bleiben und, wenn auch nur mit ein paar flüchtigen Strichen, diese plötzlich erschienene Person zu skizzieren.

Es war ein junger Mensch von ungefähr siebenundzwanzig Jahren, ein wenig über Mittelgröße, mit dünnem, blondem, ziemlich langem Haar und spärlichem, kaum bemerkbarem Schnurr- und Kinnbart. Er war sauber und sogar nach der Mode, aber nicht stutzerhaft gekleidet; auf den ersten Blick schien er krumm und unbeholfen zu sein; er war aber ganz und gar nicht krumm und sogar recht gewandt. Er machte den Eindruck eines wunderlichen Gesellen, und doch fanden alle nachher seine Manieren sehr anständig, und was er redete, sehr passend und sachgemäß.

Niemand kann sagen, daß der junge Mensch häßlich wäre; aber doch gefällt sein Gesicht niemandem. Sein Kopf ist hinten verlängert und wie von den Seiten zusammengedrückt, so daß sein Gesicht spitzig erscheint. Seine Stirn ist hoch und schmal, aber die Gesichtszüge fein, die Augen scharf, das Näschen klein und spitz, die Lippen lang und dünn. Sein Gesichtsausdruck hat etwas Krankhaftes; aber das scheint nur so. Eine magere Falte zieht sich über die Backen und neben den Backenknochen hin, was ihm das Aussehen eines Rekonvaleszenten nach einer schweren Krankheit verleiht. Und doch ist er völlig gesund und kräftig und sogar überhaupt nie krank gewesen.

Er geht und bewegt sich sehr schnell, hastet aber niemals. Es scheint, daß ihn nichts in Verwirrung bringen kann; er bleibt in jeder Situation und in jeder beliebigen Gesellschaft derselbe. Er besitzt eine große Selbstgefälligkeit, bemerkt sie aber an sich gar nicht.

Er spricht schnell und eilig, dabei aber selbstbewußt und ist nicht auf den Mund gefallen. Seine Gedanken sind ruhig und trotz der äußerlichen Eile genau präzisiert; und was besonders auffällt, an dem, was er einmal gesagt hat, ändert er nachher nichts mehr. Seine Aussprache ist erstaunlich deutlich; die Worte rieseln ihm aus dem Munde wie gleichmäßige, große, tadellose Körner, die dem Hörer sofort zu Diensten stehen. Anfangs gefällt einem das; aber dann wird es einem widerwärtig, und zwar gerade wegen dieser allzu deutlichen Aussprache und wegen dieses perlenartigen Geriesels stets dienstbereiter Worte. Man kommt auf den Gedanken, er müsse eine Zunge von besonderer Gestalt im Munde haben, ungewöhnlich lang und schmal, sehr rot, mit besonders feiner, sich ununterbrochen und unwillkürlich bewegender Spitze.

Also dieser junge Mann kam jetzt eilig in den Salon, und wirklich, ich habe noch bis auf den heutigen Tag die Vorstellung, er habe schon im anstoßenden Saal zu sprechen angefangen und sei sprechend hereingekommen. In einem Augenblicke stand er vor Warwara Petrowna.

»... Stellen Sie sich das vor, Warwara Petrowna,« ließ er die Worte herausrieseln, »ich komme herein und denke, er wird schon seit einer Viertelstunde hier sein; vor anderthalb Stunden ist er angekommen; ich bin mit ihm bei Kirillow gewesen; er machte sich von dort vor einer halben Stunde direkt hierher auf und sagte mir, ich möchte nach einer Viertelstunde ebenfalls hierher kommen ...«

»Aber wer denn? Wer hat Ihnen gesagt, Sie möchten hierher kommen?« fragte Warwara Petrowna.

»Nun, Nikolai Wsewolodowitsch! Also erfahren Sie das wirklich erst in diesem Augenblick? Aber sein Gepäck muß doch wenigstens schon hier angekommen sein; wie geht es zu, daß Ihnen das nicht gemeldet ist? Dann bin ich also der erste, der Sie davon benachrichtigt. Man könnte ihn ja zwar von einer gewissen Stelle abholen lassen; aber er wird gewiß gleich von selbst erscheinen, und wie es scheint, gerade in einem Zeitpunkte, der in wunderbarer Weise seinen Erwartungen und, soweit ich es wenigstens beurteilen kann, auch seinen Wünschen entspricht.« Hier ließ er seine Augen durch das Zimmer schweifen und heftete sie mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Hauptmann. »Ah, Lisaweta Nikolajewna, wie freue ich mich, Ihnen hier gleich beim ersten Schritt zu begegnen; ich freue mich sehr, Ihnen die Hand zu drücken!« Damit flog er schnell zu ihr hin, um die Hand zu ergreifen, die Lisa ihm heiter lächelnd entgegenstreckte. »Und soviel ich bemerken kann, hat auch die hochverehrte Praskowja Iwanowna, wie es scheint, ihren ›Professor‹ nicht vergessen und ist nicht mehr zornig auf ihn, wie sie es immer in der Schweiz war. Aber wie geht es Ihnen hier mit den Füßen, Praskowja Iwanowna? Haben die Schweizer Ärzte recht damit gehabt, daß sie Ihnen das heimatliche Klima verordneten? ... Wie? Wundwasser? Das mag wohl sehr nützlich sein. Aber wie sehr habe ich bedauert, Warwara Petrowna« (er drehte sich schnell wieder um), »daß ich Sie damals nicht mehr im Auslande traf und Ihnen nicht mehr persönlich meinen Respekt bezeigen konnte; und zudem hatte ich Ihnen so vieles mitzuteilen. Ich habe diese Mitteilungen allerdings hierher an meinen Vater geschrieben; aber es scheint, daß er nach seiner Gewohnheit ...«

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