Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
»Die Farm«, sagte Hazel, »wo ist die Farm - in der Nähe, auf einem kleinen Hügel?«
Die Ratte starrte ihn mit zuckendem Barthaar an. Sie hatte keinen besonderen Grund, freundlich zu sein, aber es lag etwas in Hazels Blick, das eine höfliche Antwort verlangte.
»Über Straße. Feldweg hinauf.«
Der Himmel wurde jeden Augenblick lichter. Hazel überquerte die Straße, ohne auf Pipkin zu warten, der ihn unter der Hecke, diesseits des kleinen Feldweges, einholte. Von hier aus erklommen sie nach einer weiteren Horchpause den Hang, der auf die nördliche Horizontlinie zuführte.
Nuthanger ist eine Farm wie aus einem Märchenbuch. Zwischen Ecchinswell und dem Fuß von Watership Down, ungefähr eine halbe Meile von beiden entfernt, liegt eine breite Bergkuppe, an der Nordseite steil, aber auf der südlichen - wie die Hügelkette selbst - sanft abfallend. Schmale Feldwege klettern beide Hänge hinauf und treffen sich in einem großen Ring von Ulmen, der den flachen Gipfel einfaßt. Jeder Wind - selbst der sanfteste - lockt von der Höhe der Ulmen ein brausendes Geräusch, vielblätterig und mächtig. Innerhalb dieses Ringes steht das Farmhaus mit seinen Scheunen und Nebengebäuden. Das Haus mag zweihundert Jahre alt oder älter sein, aus Ziegeln gebaut, mit einer mit Steinen verkleideten Vorderseite, die nach Süden, dem Hügelland zu liegt. Vor der Ostseite des Hauses steht eine Scheune auf Reitelsteinen frei über dem Boden, und gegenüber befindet sich der Kuhstall.
Als Hazel und Pipkin den Gipfel des Hanges erreichten, zeigte das erste Licht deutlich den Farmhof und die Gebäude. Die überall singenden Vögel waren ihnen aus früheren Tagen bekannt. Ein Rotkehlchen auf einem niedrigen Ast zwitscherte eine Phrase und horchte auf ein anderes, das ihm hinter dem Farmhaus antwortete. Ein Buchfink sang sein kleines herausforderndes Lied, und weiter weg, hoch in einer Ulme, begann ein Weidenzeisig zu rufen. Hazel hielt an und setzte sich dann auf, um die Luft besser zu prüfen. Mächtige Gerüche nach Stroh und Kuhdung mischten sich mit denen von Ulmenblättern, Asche und Viehfutter. Schwächere Spuren kamen in seine Nase, wie die Obertöne einer Glocke in einem geübten Ohr klingen. Tabak natürlich - eine Menge Katze und viel weniger Hund und dann plötzlich und ohne Zweifeclass="underline" Kaninchen. Er blickte Pipkin an und sah, daß er den Geruch ebenfalls aufgefangen hatte.
Sie horchten auch, während die Gerüche sie erreichten, aber außer den leichten Bewegungen von Vögeln und dem ersten Summen der Fliegen in ihrer unmittelbaren Nähe konnten sie nichts als das ununterbrochene Rascheln der Bäume hören. Unter dem nördlichen steilen Abhang des Hügellandes war die Luft still gewesen, aber hier wurde die südliche Brise von den Ulmen mit ihren Myriaden kleiner flatternder Blätter verstärkt, genau wie die Wirkung von Sonnenlicht auf einen Garten durch Tau verstärkt wird. Das aus den obersten Zweigen kommende Geräusch störte Hazel, weil es auf ein ungeheures Nahen hinwies - auf ein Nahen, das nie vollendet wurde -, und er und Pipkin blieben eine Weile still, horchten gespannt auf dieses laute und doch bedeutungslose Ungestüm hoch über ihren Köpfen.
Sie sahen keine Katze, aber neben dem Haus stand eine Hundehütte mit flachem Dach. Sie konnten gerade einen flüchtigen Blick auf den schlafenden Hund darin erhaschen -ein großer glatthaariger schwarzer Hund, den Kopf auf den Pfoten. Hazel konnte keine Kette sehen; aber dann entdeckte er nach einem Augenblick einen dünnen Strick, der aus der Hüttentür herauskam und in einer Art Öse auf dem Dach endete. Warum ein Strick? fragte er sich und dachte dann: Weil ein ruheloser Hund in der Nacht nicht damit rasseln kann.
Die beiden Kaninchen begannen zwischen den Nebengebäuden umherzuwandern. Zuerst hielten sie sich vorsichtig in Deckung, dauernd nach Katzen Ausschau haltend. Aber sie sahen keine und wurden bald kühner, überquerten freie Stellen und hielten sogar an, um an Löwenzahn in den Flecken von Unkraut und hartem Gras zu knabbere. Von seinem Geruchssinn geführt, lief Hazel zu einem Schuppen mit niedrigem Dach. Die Tür war halb offen, und er überquerte ohne Zögern die Backsteinschwelle. Unmittelbar gegenüber der Tür, auf einem breiten hölzernen Bord - einer Art Plattform - stand eine Kiste, deren Vorderseite mit Draht versehen war. Durch die Maschen konnte er eine braune Schale, einiges grünes Gemüse und die Ohren von zwei oder drei Kaninchen sehen. Als er hinstarrte, kam eines der Kaninchen dicht an den Draht heran, blickte hinaus und sah ihn. Neben der Plattform, auf der linken Seite, lag ein umgestülpter Ballen Stroh. Hazel sprang mühelos hinauf und von da auf die dicken Bretter, die alt und glatt, staubig und mit Spreu bedeckt waren. Dann drehte er sich zu Pipkin um, der dicht an der Tür wartete.
»Hlao-roo«, sagte er, »es gibt nur einen Weg hier hinaus. Du wirst ständig nach Katzen Ausschau halten müssen, oder wir sitzen irgendwann in der Falle. Bleib an der Tür, und wenn du draußen eine Katze siehst, sag es mir sofort.«
»Gut, Hazel-rah«, sagte Pipkin. »Im Augenblick ist alles sicher.«
Hazel näherte sich der Kistenseite. Die drahtbespannte Vorderseite sprang über den Rand des Bordes vor, so daß er sie weder erreichen noch hineingehen konnte, aber in einem der Bretter vor ihm befand sich ein Astloch, und auf der anderen Seite konnte er eine zuckende Nase sehen. »Ich bin Hazel-rah«, sagte er. »Ich bin gekommen, um mit dir zu sprechen. Kannst du mich verstehen?«
Die Antwort kam in leicht fremder, aber vollkommen verständlicher Kaninchensprache.
»Ja, wir verstehen dich. Ich heiße Boxwood. Von wo kommst du?«
»Von den Hügeln. Meine Freunde und ich leben, wie es uns gefällt, ohne Menschen. Wir fressen das Gras, liegen in der Sonne und schlafen unter der Erde. Wie viele seid ihr?«
»Vier. Rammler und Weibchen.«
»Kommt ihr jemals heraus?«
»Ja, manchmal. Ein Kind holt uns heraus und steckt uns in einen Verschlag auf dem Gras.«
»Ich bin gekommen, euch über mein Gehege zu erzählen. Wir brauchen mehr Kaninchen. Wir wollen, daß ihr von der Farm weglauft und euch zu uns gesellt.«
»Hinten an der Kiste ist eine Drahttür«, sagte Boxwood. »Komm da hin, dann können wir uns besser unterhalten.«
Die Tür bestand aus einem auf einen Holzrahmen gespannten Drahtnetz, mit zwei Lederangeln an die senkrechten Pfosten genagelt, und einer Haspe und einer Krampe, die mit einem Stück Draht gesichert waren. Vier Kaninchen drängten sich gegen den Draht und drückten ihre Nasen durch die Maschen. Zwei - Laurel und Clover waren kurzhaarige schwarze Angoras. Die anderen, Boxwood und sein Weibchen, waren schwarze und weiße Himalajas.
Hazel sprach über das Leben auf den Downs und von dem Reiz und der Freiheit, wie sie wilde Kaninchen genossen. In seiner üblichen freimütigen Art erzählte er von der mißlichen Lage seines Geheges, keine Weibchen zu haben, und daß er gekommen sei, einige zu suchen. »Aber«, sagte er, »wir wollen eure Weibchen nicht stehlen. Ihr seid alle vier, Rammler und Weibchen, willkommen, euch uns anzuschließen. Es ist genug Platz auf den Hügeln für alle.« Er sprach weiter über das abendliche Fressen bei Sonnenuntergang und am frühen Morgen in dem hohen Gras.
Die Stallhasen schienen gleichzeitig verwirrt und fasziniert. Clover, das Angora-Weibchen - ein starkes, rühriges Kaninchen -, war von Hazels Schilderung deutlich erregt und stellte mehrere Fragen über das Gehege und die Downs. Es wurde offenkundig, daß sie ihr Leben in der Kiste für langweilig, aber sicher hielten. Sie hatten aus irgendeiner Quelle ziemlich viel über elil erfahren und schienen überzeugt, daß wenige wilde Kaninchen längere Zeit überlebten. Hazel merkte, daß sie zwar froh waren, mit ihm reden zu können, und seinen Besuch begrüßten, weil er ein bißchen Anregung und Abwechslung in ihr monotones Leben brachte, daß sie aber nicht die geistige Fähigkeit hatten, eine Entscheidung zu treffen und danach zu handeln. Sie wußten nicht, wie man sich entschließt. Für ihn und seine Gefährten waren Fühlen und Handeln zur zweiten Natur geworden, aber diese Kaninchen hatten nie handeln müssen, um ihr Leben zu retten oder sich selbst Futter zu suchen. Wenn er ihresgleichen zum Hügelland bringen wollte, mußten sie angetrieben werden. Er saß eine Weile ruhig da und naschte von der auf die Bretter außerhalb der Kiste verschütteten Kleie. Dann sagte er: