Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Wer die Wahrheit sucht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wer die Wahrheit sucht

Электронная книга - «Wer die Wahrheit sucht». Краткое содержание книги:

An einem frühen Dezembermorgen wird Guy Brouard — Millionär, Mäzen und Frauenheld — ermordet an einem Strand der englischen Kanalinsel Guernsey aufgefunden. Verdächtige und Motive gibt es mehr als genug. Nur die junge Amerikanerin China River hat keines. Doch alle Indizien weisen ausgerechnet auf sie. China hatte ihren Bruder aus Kalifornien nach Guernsey begleitet, um Guy Brouard die Architekturpläne für ein von ihm gestiftetes Museum zum Gedenken an die deutsche Besatzung der Insel im Zweiten Weltkrieg zu übergeben. Eine andere Verbindung existiert augenscheinlich nicht.
Simon St. James, engster Vertrauter von Chief Inspector Thomas Lynley, reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die dem wohltätigen Mitbürger Guy Brouard alles andere als freundschaftliche Gefühle entgegenbringen — und die auf irgendeine Weise in den Mord verstrickt sind: seine Exfrau, sein Sohn, seine Geliebte, seine Schwester, seine jugendlichen Schützlinge, der tragisch ausgebootete einheimische Architekt. Liegen die Motive in Brouards undurchsichtiger Vergangenheit? Oder reichen sie zurück bis in Guernseys wechselvolle Geschichte?
1 ... 51 52 53 54 55 56 57 58 59 ... 182
Перейти на страницу:

«Aber ja, natürlich. Adrian ist. Er ist ein guter Junge, aber er hatte es schwer im Leben. Die Scheidung seiner Eltern war hart für ihn. Er liebte sie beide, aber er musste sich für einen entscheiden. So etwas fordert Missverständnisse heraus und führt zur Entfremdung. Und es ist nicht fair. «Sie schien einen Unterton in ihrer Stimme zu hören und holte tief Luft, als wollte sie ihn unter Kontrolle bringen.»Sie haben sich so geliebt, wie Väter und Söhne einander lieben, wenn keiner die Möglichkeit hat, den anderen in seinem Wesen zu erfassen.«

«Was glauben Sie, wohin solche Liebe führen kann?«

«Nicht zu Mord. Das versichere ich Ihnen.«

«Sie lieben Ihren Neffen«, stellte St. James fest.

«Familie bedeutet mir mehr als den meisten Menschen«, sagte sie.»Aus offensichtlichen Gründen.«

St. James nickte. Er erkannte die Wahrheit ihrer Worte. Und er erkannte noch etwas, eine Realität, die er aber in diesem Moment nicht mit ihr zu erörtern brauchte. Er sagte:»Ich würde mir gern den Weg anschauen, den ihr Bruder an dem Morgen zur Bucht hinuntergegangen ist, Miss Brouard.«

Sie sagte:»Er ist gleich östlich vom Verwalterhaus. Ich rufe bei den Duffys an und sage ihnen Bescheid, dass Sie meine Zustimmung zur Besichtigung haben.«

«Ist es eine private Bucht?«

«Nein, nein. Aber wenn Sie am Verwalterhaus vorbeikommen, wird Kevin Sie bemerken. Er ist sehr um unsere Sicherheit besorgt. Ebenso seine Frau.«

Aber nicht besorgt genug, dachte St. James.

10

St. James traf Deborah unter den Kastanien an der Auffahrt wieder. Sie berichtete ihm von ihrem Gespräch im japanischen Garten und zeigte dabei nach Südosten. Zu seiner Erleichterung schien ihre frühere Verstimmung vergessen, und er musste wieder einmal daran denken, wie ihm sein Schwiegervater Deborah beschrieben hatte, als er — mit, wie er hoffte liebenswerter, altmodischer Förmlichkeit — um ihre Hand angehalten hatte.»Deb ist ein Rotschopf, vergiss das nicht, mein Junge«, hatte Joseph Cotter gesagt.»Sie wird dir ganz schön die Hölle heiß machen, aber dafür ist sie überhaupt nicht nachtragend.«

Sie hatte ihre Sache mit dem Jungen gut gemacht. Sie war scheu, aber ihr mitfühlendes Wesen öffnete ihr den Zugang zu anderen Menschen, der St. James immer verschlossen geblieben war. Diese Gabe der Empathie bewährte sich in ihrem Beruf — die Menschen waren viel eher bereit, sich fotografieren zu lassen, wenn sie wussten, dass die Person hinter der Kamera ein Mensch wie» du und ich «war — so wie sein ruhiges Temperament und seine analytische Denkweise ihm in seiner Arbeit zugute kamen. Und ihr erfolgreiches Gespräch mit Stephen Abbott unterstrich die Tatsache, dass in der gegebenen Situation mehr nötig war als Technik und gute Laborarbeit.

«Diese andere Frau, die dann nach vorn kam und Erde ins Grab warf«, schloss Deborah,»die mit dem riesigen Hut, war also offenbar die letzte Geliebte. Sie gehörte nicht zur Familie, auch wenn sie allem Anschein nach hoffte, eines Tages dazuzugehören.«

«>Sie haben gesehen, was sie getan hat<«, murmelte St. James.»Wie hast du diese Bemerkung des Jungen verstanden, Deborah?«

«Was sie getan hat, um attraktiv zu wirken, vermute ich«, antwortete Deborah.»Ich meine, es war ja nicht zu übersehen, nicht wahr? Auch wenn man dergleichen hier nicht so häufig sieht wie in den Staaten, wo ein großer Busen anscheinend die fixe Idee der ganzen Nation ist.«

«Du meinst nicht, es heißt, dass sie etwas ganz anderes >getan< hat?«, fragte St. James.»Zum Beispiel, ihren Geliebten getötet, als der ihr eine andere Frau vorzog?«

«Weshalb hätte sie das tun sollen, wenn sie hoffte, er würde sie heiraten?«

«Vielleicht musste sie ihn töten.«

«Warum?«»Obsession. Eifersucht. Rasende Wut, die sich nur auf eine Art stillen lässt. Oder vielleicht auch etwas viel Simpleres: Vielleicht hatte er sie in seinem Testament bedacht, und sie musste ihn töten, bevor er Gelegenheit hatte, es zu ändern.«

«Du vergisst das Problem, über das wir schon gesprochen haben«, wandte Deborah ein.»Wie soll eine Frau es geschafft haben, Guy Brouard diesen Stein in den Hals zu stoßen, Simon?«

«Da müssen wir auf Chief Inspector Le Gallez' Kusstheorie zurückgreifen«, sagte St. James,»so unwahrscheinlich sie sein mag. >Sie hatte ihn verloren<. Gab es eine andere Frau?«

«Sicher nicht China«, erklärte Deborah.

St. James hörte den überzeugten Ton.»Du bist also ganz sicher.«

«Sie hat mir erzählt, dass sie vor kurzem mit Matt Schluss gemacht hat. Sie liebte ihn seit Ewigkeiten, seit sie siebzehn war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich so schnell mit einem anderen Mann einlassen würde.«

Das führte auf gefährliches Gelände, das nicht nur Deborah, sondern auch China River vertraut war. Es war noch gar nicht so lange her, dass Deborah sich von ihm getrennt und einen anderen Mann gefunden hatte. Sie hatten nie darüber gesprochen, wie schnell sie sich Thomas Lynley zugewandt hatte, aber das hieß nicht, dass ihnen nicht beiden klar war, welche entscheidende Rolle ihr Schmerz und ihr Zustand innerer Bedürftigkeit dabei gespielt hatten.

Er sagte:»Aber gerade jetzt wäre sie doch anfälliger denn je. Könnte es nicht sein, dass sie ein Abenteuer brauchte — das Brouard vielleicht weit ernster nahm als sie — , um sich wieder aufzubauen?«

«Nein, das entspricht eigentlich nicht ihrer Art.«

«Aber nur mal angenommen — «

«Gut, nur mal angenommen. Aber sie hat ihn nicht getötet, Simon. Du wirst zugeben, dazu müsste sie erst mal ein Motiv haben.«

Das gab er gern zu. Trotzdem waren vorgefasste Meinungen seiner Erfahrung nach so oder so gefährlich. Er sagte deshalb am Schluss seines Berichts über das Gespräch mit Ruth Brouard, vorsichtshalber:»Sie hat im ganzen Haus nach China gesucht. Aber sie war nirgends zu finden.«

«Sagt sie«, entgegnete Deborah.»Es könnte doch sein, dass sie lügt.«

«Das ist richtig. Die Rivers waren nicht die einzigen Gäste im Haus. Adrian Brouard war auch da.«

«Hätte er denn einen Grund gehabt, seinem Vater nach dem Leben zu trachten?«

«Ausschließen können wir es nicht.«

«Sie ist seine Tante«, sagte Deborah.»Und in Anbetracht ihrer Biografie — des Schicksals ihrer Eltern, des Holocaust — würde sie wahrscheinlich vor fast nichts zurückschrecken, um einen Angehörigen ihrer Familie zu schützen. Oder siehst du das anders?«

«Nein.«

St. James begleitete sie durch die Bäume zu dem Fußweg, der sie nach Ruth Brouards Beschreibung zu der Bucht bringen musste, wo ihr Bruder jeden Morgen geschwommen war. Als sie an dem kleinen Haus vorbeikamen, das er von Ruth Brouards Fenster aus gesehen hatte, bemerkte er, dass zwei der Fenster auf den Fußweg führten. Gut möglich, dachte er, dass das Verwalterehepaar, das, wie er gehört hatte, hier lebte, den Informationen, die er von Ruth Brouard erhalten, etwas hinzufügen konnten.

Als der Weg sich tiefer in den Wald schlängelte, wurde es kühler und feuchter. Dank der natürlichen Fruchtbarkeit des Landes oder zielstrebigem menschlichem Einwirken, gedieh hier üppiges Grün, das den Pfad vom umliegenden Land abschirmte. Direkt am Wegrand standen dichte Rhododendronbüsche, die mit einem halben Dutzend verschiedener Farnarten abwechselten. Der Boden war weich von liegen gebliebenem Herbstlaub, und oben breiteten sich die kahlen Äste der Kastanien aus, die im Sommer einen grünen Tunnel bildeten. Es war still, nur das leise Geräusch ihrer Schritte war zu hören.

Aber so blieb es nicht lange. St. James bot gerade seiner Frau die Hand, um ihr über eine Pfütze zu helfen, als kläffend ein struppiger kleiner Hund aus dem Gebüsch hervorschoss.

1 ... 51 52 53 54 55 56 57 58 59 ... 182
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)