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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich ist es unwichtig.«

»Aber Sie scheinen das nicht zu glauben.«

Whitbread sagte nichts.

»In gewisser Hinsicht ist Splitter Alpha ungewöhnlich, das stimmt. Der Planet sieht aus wie irgendeine Welt des Imperiums, nur — oder kommt mir das bloß so vor, weil ich weiß, dass diese Welt von fremden Kreaturen wimmelt? Hören Sie, ich bin in fünf Minuten beim Käptn auf ein Glas Wein eingeladen. Ich will nur meine Jacke holen, und dann kommen Sie mit mir. Fragen wir doch ihn.«

Renner war auf dem Weg in seine Kabine, bevor Whitbread und Potter abwehren konnten. Potter warf seinem Kameraden einen vorwurfsvollen Blick zu. In welches Schlamassel hatte er sie da gebracht?

Renner führte sie hinunter in den Überstandardschwere-Turm, in dem sich die Dienstkabine des Kapitäns befand. Ein gelangweilter Infanterist saß an einem Tisch bei der Tür. Whitbread erkannte ihn — es hieß, dass in Sergeant Maloneys Vakuumdestillerie (die sich vermutlich irgendwo vor dem Backbordtorpedoraum befand) der beste Irische Nebel der Flotte produziert wurde. Maloney legte Wert auf Qualität, nicht Quantität.

»Aber sicher, lassen Sie die Kadetten herein«, rief Blaine. »Bis der Kutter zurück ist, habe ich ohnehin nicht viel zu tun. Treten Sie ein, meine Herren. Wein, Kaffee, oder etwas Stärkeres?«

Whitbread und Porter entschieden sich für Sherry, obwohl Potter Scotch vorgezogen hätte. Er war dieses Getränk seit seinem elften Lebensjahr gewöhnt. Die Sitzgelegenheiten waren kleine Faltstühle, die in überall in das Deck eingelassene Klammern einrasteten. Die Sichtluken waren frei, das Schutzfeld war ausgeschaltet, so dass man das Gefühl hatte, an der Unterseite des gewaltigen Bauchs der Mac Arthur zu hängen. Blaine registrierte die nervösen Blicke der beiden Kadetten Und lächelte. Das erste Mal war jedem bei diesem Anblick unbehaglich zumute.

»Was haben Sie auf dem Herzen?« fragte Blaine aufgeräumt. Whitbread berichtete.

»Ich verstehe. Mr. Potter, würden Sie uns diesen Globus auf meinem Vidischirm zeigen? Danke.« Rod studierte das Bild auf dem Schirm eingehend. »Hm. Eigentlich ganz normal aussehende Welt. Die Farben sind ein bisschen merkwürdig. Die Wolken sind — nun, schmutzig vermutlich. Die Atmosphäre muss alle möglichen Arten von Abfallstoffen enthalten. Das kennen Sie ja, Mr. Whitbread. Sie haben das Zeug doch zu riechen bekommen.«

»Ja, Sir.« Whitbread rümpfte die Nase. »Ein grässlicher Gestank.«

»Anzunehmen. Aber es ist das Helium, das Buckman die Wände hochgehen lässt. Ich frage mich, ob er schon eine Erklärung gefunden hat. Er hatte ja etliche Tage Zeit …

Verdammt noch mal, Whitbread, Sie haben recht, das sieht wirklich wie der Mars aus.

Aber warum?«

Whitbread zuckte die Achseln. Er bedauerte inzwischen, mit der Sache überhaupt angefangen zu haben.

»Die Konturen sind verschwommen. Schlecht auszumachen.

Aber das ist meistens so.« Nachdenklich ging Rod mit seinem Kaffee samt Irischem Nebel zum Bildschirm hinüber. Offiziell hatte er natürlich keine Ahnung, woher der Irische Nebel stammte. Kelley und seine Leute sahen jedoch zu, dass der Kapitän immer gut versorgt war. Cziller hatte Slivowitz vorgezogen, was Maloneys Kunst auf eine schwere Probe gestellt hatte.

Blaine zog mit dem Finger den Umriss eines kleinen Meeres nach. »Land und Meer sind fast nicht zu unterscheiden, dafür sehen die Wolken wie permanente Gebilde aus …«

Er fuhr noch einmal die Grenzlinie entlang. »Dieses Meer ist beinahe kreisförmig.«

»Ja. Das hier auch.« Renner deutete auf einen undeutlich erkennbaren Ring kleiner Inseln, der viel größer als das Meer war, das Blaine sich angeschaut hatte. »Und das — man sieht nur einen Teil des Kreisbogens.« Diese Formation war auf dem Festland, ein Bogen niedriger Hügel.

»Fast alles ist kreisförmig«, stellte Blaine fest. »Wie auf dem Mars. Das ist es … Der Mars ist vier Milliarden Jahre lang mit dem Asteroidengürtel von Sol in Berührung gekommen. In diesem System hier gibt es allerdings nicht so viele Asteroiden, und sie haben sich alle in den Trojanischen Punkten gesammelt.«

»Sir, sind nicht die meisten Kreise ein bisschen klein für Einschlagkrater?« erkundigte sich Potter.

»Das sind sie, Mr. Potter. Das sind sie.«

»Aber was soll das dann bedeuten?« sagte Whitbread mehr zu sich selbst.

»Noch ein Geheimnis für Buckman«, meinte Blaine. »Er wird begeistert sein. — Aber sehen wir doch, ob wir nicht die Zeit etwas nutzbringender anwenden können. Ich bin froh, dass Sie die beiden mitgebracht haben, Mr. Renner. Ich darf wohl nicht annehmen, das Glück zu haben, dass Sie alle beide Bridge spielen?«

Glücklicherweise war das der Fall — für Rod, denn Whitbread hatte eine ausgesprochene Pechsträhne. Er verlor nahezu einen vollen Tagessold.

Die Rückkehr des Kutters setzte der Kartenpartie ein Ende. Cargill meldete sich sofort beim Kapitän, um über das Unternehmen zu berichten. Er brachte eine Menge Informationen mit sowie zwei unverständliche Split-Mechanismen, die gerade im Hangardeck ausgeladen wurden, und ein zerfetztes Stück Metallblech von eigenartig goldener Farbe, das er bei sich hatte, die Hände durch dicke Handschuhe geschützt. Blaine dankte Renner und den Kadetten für das Spiel, worauf ihnen nichts übrig blieb, als diesem recht deutlichen Wink zu folgen, obwohl Whitbread nur zu gerne geblieben wäre.

»Ich denk’, ich hau’ mich in die Koje«, verkündete Potter. »Oder …«

»Ja?« drängte Whitbread.

»Wie war’s, wenn wir uns das Vergnügen leisten und ausprobieren, was Mr. Crawford für ein Gesicht macht, wenn er seine Kabine in ihrem jetzigen Zustand sieht?« fragte Potter boshaft.

Langsam breitete sich ein Grinsen über Jonathon Whitbreads rundliche Züge. »Mensch, Potter, das wird ja ein Vergnügen. Machen wir schnell!«

Es wurde ein voller Erfolg. Der an das Hangardeck anschließende Besprechungsraum war auch gut besetzt, als ein Signalmaat auf ein Zeichen Whitbreads die Split-Kabine auf den Vidifon-Schirm schaltete.

Crawford enttäuschte sie nicht. Er hätte ein in der Geschichte der Menschheit einmaliges Verbrechen begangen, nämlich ein fremdes Intelligenzwesen umgebracht, hätten ihn nicht seine Freunde zurückgehalten. Er tobte so sehr, dass es dem Kapitän zu Ohren kam, was zur Folge hatte, dass Crawford nach dem Dienst im Kutter sofort für die nächste Wache eingeteilt wurde.

Buckman kam, um Potter abzuholen und ihn eilends in die Astronomieräume zu schleppen; er war überzeugt, dass der junge Kadett den Krawall angezettelt hatte. Über die inzwischen geleistete Arbeit war er allerdings angenehm überrascht. Auch der Kaffee, der ihn erwartete, freute ihn. Diese Thermosflasche war immer voll, und Buckman hatte sich an diese Annehmlichkeit schon gewöhnt. Er wusste, dass Horace Bury das irgendwie bewerkstelligte.

Binnen einer halben Stunde nach Eintreffen des Kutters hatte Bury von dem Stück goldfarbenen Metallblechs erfahren. Das war nun etwas sehr Interessantes — und unter Umständen höchst Wertvolles. Auch diese uralt wirkenden Split-Maschinen mochten wertvoll sein —, wenn er sich nur irgendwie Zugang zum Computer des Kutters verschaffen könnte! Aber Nabils Fertigkeiten schlossen das leider nicht ein.

Ein Kaffeeplausch mit Buckman würde ihm schließlich weitere Informationen liefern, aber das war vorläufig nicht so wichtig. Morgen jedoch würde das Split-Schiff eintreffen.

Keine Frage, dieser Ausflug würde äußerst lukrativ werden — und die Admiralität bildete sich ein, ihn zu bestrafen, weil er von seinen Geschäften ferngehalten wurde. Gut, Wachstum würde es natürlich keins geben, wenn Bury nicht da war, um alles zu beaufsichtigen und seine Untergebenen anzutreiben, aber allzu sehr leiden würde das Geschäft auch nicht. Und mit allem, was er auf dieser Reise lernen würde, konnte Autonetics die mächtigste Firma der Handelsvereinigung werden. Wenn die Admiralität der Ansicht war, die Handelsvereinigung bereite dem Imperium Schwierigkeiten, dann sollten die Herrschaften nur abwarten, bis Horace Bury die Vereinigung kontrollierte! Er lächelte boshaft. Nabil, der die Miene seines Herrn beobachtete, duckte sich nervös zusammen und versuchte unauffällig zu bleiben.

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