Highway ins Dunkel. Stories
- Автор: Кунц Дин Рэй
- Год: 1997
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «Highway ins Dunkel. Stories». Краткое содержание книги:
Das Buch
Dean Koontz gilt als Meister hautnahen Horrors, und er versäumt es auch in seinen schaudererregenden Kurzgeschichten nicht, den Leser in eine eiskalte Welt puren Entsetzens zu entführen.
Namenlose Kreaturen, die einem notorischen Dieb das Fürchten lehren, mörderische Ratten, entkommen aus einem Versuchslabor, und Wesen aus anderen Welten erschüttern unser Vertrauen in das Erdendasein nachhaltig ...
Der Autor
Dean Koontz, 1946 in Bedford/Pennsylvania geboren, besuchte das Shippensburg State College und nahm 1966 eine Lehrerstelle in Appalachia an. Wenig später heiratete er und veröffentlichte seinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. 1976 zog er mit seiner Familie nach Orange County/Kalifornien. In mehr als 20 Jahren schrieb Koontz 55 Bücher, die in einer Weltauflage von 60 Millionen Exemplaren in 18 Ländern verbreitet ist.
Titel der Originalausgabe STRANGE HIGHWAYS STORY COLLECTION
Nun, da seine Beine ihn nie mehr ins Gebirge tragen würden, mußte er sich mit den Freuden der Kultur begnügen -und, verdammt, er mußte es bald schaffen, mit seiner Schreiberei mehr zu verdienen als bisher. Mit dem Verkauf von acht Geschichten und zwei Romanen, die recht gute Kritiken erhalten hatten, hatte er in den vergangenen drei Jahren nicht einmal ein Drittel von Lauras bescheidenem Lehrerinnengehalt verdient. Von den Bestsellerlisten war er noch weit entfernt, und das Leben am unteren Ende der Erfolgsleiter war alles andere als glanzvoll. Ohne die kleine Invalidenpension vom Forstministerium hätten Laura und er große Mühe gehabt, auch nur ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Beim Gedanken an den abgetragenen braunen Stoffmantel, in dem Laura heute morgen zur Schule gefahren war, wurde er traurig, doch zugleich bestärkte ihn das nur in seinem Entschloß, den Durchbruch als Autor zu schaffen und ein Vermögen zu verdienen, damit er Laura all den Luxus bieten konnte, der ihr zustand.
Seltsamerweise hätte er Laura nie kennengelernt, wenn der Unfall nicht gewesen wäre. Sie hatte im Krankenhaus einen ihrer Schüler besucht, und als sie gehen wollte, sah sie Jack, der in einem Rollstuhl saß und mit finsterer Miene durch die Korridore fuhr. Laura brachte es einfach nicht fertig, an einem sichtlich deprimierten Mann im Rollstuhl vorbeizugehen, ohne den Versuch zu machen, ihn ein wenig aufzuheitern. Von Selbstmitleid und Zorn erfüllt, erteilte er ihr eine scharfe Abfuhr, mit dem Resultat, daß sie es sich nun erst recht in den Kopf setzte, ihm zu helfen. Er wußte damals noch nicht, wie hartnäckig sie sein konnte, aber er bekam es bald zu spüren. Als sie zwei Tage später wieder ihren Schüler besuchte, schaute sie auch bei Jack vorbei, und, bald kam sie jeden Tag, nur um ihn zu besuchen. Er selbst hatte schon resigniert und sah sich ein Leben lang im Rollstuhl sitzen, aber Laura gab keine Ruhe, bis er zustimmte, länger und intensiver als bisher mit einem Therapeuten zu arbeiten und wenigstens zu versuchen, mit Metallschienen und Stock gehen zu lernen. Als nach einiger Zeit nur geringe Erfolge festzustellen waren, rollte sie ihn trotz seiner Proteste jeden Tag in den Behandlungsraum und ließ ihn alle Übungen ein zweites Mal machen. Es dauerte nicht lange, bis Jack von ihrem unerschütterlichen Optimismus und von ihrer phänomenalen Ausdauer angesteckt wurde. Er faßte den Entschluß, wieder gehen zu lernen, und er schaffte es. Und irgendwie führte das alles schließlich zu Liebe und Heirat. Das Schlimmste, was ihm jemals zugestoßen war - der Unfall, bei dem seine Beine zertrümmert worden waren -, hatte ihn mit Laura zusammengebracht, und sie war mit Abstand das Beste, was ihm jemals widerfahren war.
Bizarr! Das Leben war wirklich bizarr!
In dem neuen Roman, an dem er arbeitete, ging es um diese Bizarrerie: wie schlimme Ereignisse sich letztlich segensreich auswirken konnten, während Glücksfälle in Tragödien endeten. Diese Beobachtung sollte sich wie ein roter Faden durch seinen Kriminalroman ziehen, und wenn es ihm gelang, tiefgründige Überlegungen mit einer spannenden Handlung zu kombinieren, könnte er mit diesem Buch vielleicht nicht nur viel Geld verdienen, sondern auch stolz darauf sein, es geschrieben zu haben.
Er schenkte sich eine weitere Tasse Kaffee ein und wollte gerade ein neues Kapitel beginnen, als er zufällig einen Blick aus dem Fenster links von seinem Schreibtisch warf und einen schmutzigen, verbeulten Jeep sah, der von der Straße in seine Auffahrt abbog.
Während er überlegte, wer das sein könnte, stemmte er sich schon aus dem Stuhl hoch und griff nach seinem Stock. Er brauchte eine ganze Weile, um zur Haustür zu kommen, und er haßte es, Leute warten zu lassen.
Der Jeep hielt vor dem Haus. Beide Türen flogen auf, und ein Mann und eine Frau stiegen aus.
Jack kannte Teel Pleever flüchtig. Im ganzen Fine County war der Immobilienmakler bekannt, aber Jack glaubte, daß kaum jemand den Mann wirklich kannte.
Auch die Frau hatte er irgendwo schon einmal gesehen. Sie war um die dreißig und recht attraktiv. Vielleicht hatte sie ein Kind in Lauras Klasse, und er war ihr bei irgendeinem Schulfest begegnet. In Hauskleid und Schürze war sie für diesen kalten Oktobermorgen viel zu leicht angezogen.
Jack hatte noch nicht einmal die Schwelle seines Arbeitszimmers erreicht, als seine unerwarteten Besucher bereits an der Haustür klopften.
9
Keim war von der Straße abgebogen, sobald er das nächste Haus erblickt hatte. Nach Jahrhunderten eines mit Träumen verbrachten Halblebens war er begierig, sich in weiteren Wirten auszubreiten. Von Pleever wußte er, daß fünftausend Menschen in der Kleinstadt Pineridge lebten, wo Keim gegen Mittag anzukommen hoffte. Innerhalb von zwei, höchstens drei
- Tagen würden sämtliche Einwohner unter seiner Kontrolle sein, und dann würde er den übrigen Bezirk erobern, bis Körper und Geist aller zwanzigtausend Personen im ländlichen Pine County versklavt sein würden.
Auf viele Wirte verteilt, blieb Keim dennoch stets ein Wesen mit einem Bewußtsein. Er konnte in Millionen oder Milliarden Augen, Milliarden Ohren, Milliarden Nasen, Mündern und Händen empfangen und verarbeiten, ohne Überlastung oder Verwirrung befürchten zu müssen. In all den unzähligen Millionen von Jahren, seit Keim schon durch die Galaxien reiste, hatte er auf keinem der über hundert Planeten, die er erobert hatte, irgendein Wesen gefunden, das seine eigene einmalige Fähigkeit zu physischer Sinnesspaltung besessen hätte.
Jetzt ließ Keim seine beiden Gefangenen aussteigen und führte sie über den Rasen zur Veranda des kleinen weiten Hauses.
Von Pine County aus würde er seine Wirte in alle Himmelsrichtungen schicken, in alle Länder und Kontinente, bis jeder Mensch auf der ganzen Erde unterjocht war. Während dieser Zeit würde er weder den Geist noch die individuelle Persönlichkeit seiner Wirte zerstören, sondern sich ihrer Körper und ihres Wissens bedienen, um die Welt leichter erobern zu können. Teel Pleever, Jane Halliwell und all die anderen würden in den Monaten ihrer totalen Versklavung bei vollem Bewußtsein sein: Sie würden sich in unerträglicher Weise bewußt sein, welche Greueltaten sie begingen, und sie würden sich ständig bewußt sein, daß Keim in ihnen nistete.
Er führte seine beiden Wirte die Verandastufen hinauf und veranlaßte Pleever, an die Haustür zu klopfen.
Wenn kein Mann, keine Frau und kein Kind auf der ganzen Erde mehr frei war, würde Keim zum nächsten Stadium übergehen, zum Tag der Freilassung, an dem er seinen Wirten plötzlich erlauben würde, wieder selbst die Kontrolle über ihre Körper auszuüben, obwohl in jedem von ihnen ein Partikel des Puppenspielers verbleiben würde, der auch weiterhin durch ihre Augen blicken und ihre Gedanken überwachen würde. Natürlich würde mindestens die Hälfte aller Wirte schon vor dem Tag der Freilassung wahnsinnig geworden sein. Andere, die noch bei Verstand waren, weil sie sich an die Hoffnung geklammert hatten, daß die Qual irgendwann ein Ende haben mußte, würden an der Erkenntnis zerbrechen, daß sie zwar die Kontrolle über ihre Körper zurückerlangt hatten, die kalte parasitäre Gegenwart des Eindringlings aber auch künftig erdulden mußten; auch sie würden langsam wahnsinnig werden. So lief es immer ab. Eine kleinere Gruppe würde unweigerlich Trost in der Religion suchen und einem zerstörerischen Kult mit Keim als Gottheit huldigen. Und die allerkleinste Gruppe - die zähesten Menschen - würde bei Verstand bleiben und sich entweder mit Keims Präsenz abfinden oder aber nach Wegen suchen, ihn zu vertreiben - ein von vornherein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen.